Eine Erdwärmepumpe holt die Heizwärme für Ihr Haus direkt aus dem Boden – dort, wo die Temperatur das ganze Jahr über konstant bei 8 bis 12 Grad liegt. Genau deshalb arbeitet sie effizienter als jede andere Wärmepumpe: Während Luftgeräte im Winter mit frostiger Außenluft kämpfen, liefert das Erdreich verlässlich Energie. Allerdings kostet die Erschließung der Wärmequelle Geld, und nicht jedes Grundstück eignet sich. Wir zeigen Ihnen deshalb, was eine Erdwärmepumpe 2026 wirklich kostet, wie sie funktioniert und wann sie sich für Sie lohnt.
- Eine Erdwärmepumpe kostet im Einfamilienhaus komplett ca. 25.000 bis 50.000 Euro – samt Erschließung über Erdsonde oder Flächenkollektor.
- Mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5 bis 4,5 arbeitet sie deutlich effizienter als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und verbraucht deshalb weniger Strom.
- Die KfW fördert den Tausch einer fossilen Heizung seit der BEG-Reform vom 21. Juli 2026 mit 30 bis maximal 80 Prozent Zuschuss.
- Für Erdsonden brauchen Sie eine wasserrechtliche Erlaubnis; Flächenkollektoren kommen dagegen meist mit einer Anzeige aus.
- Auch im Altbau mit Heizkörpern funktioniert Erdwärme – entscheidend ist allerdings eine Vorlauftemperatur von höchstens 55 Grad.
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Was ist eine Erdwärmepumpe?
Eine Erdwärmepumpe ist eine Heizung, die die im Boden gespeicherte Wärme nutzt – Fachleute sprechen deshalb auch von Geothermie, also Erdwärme. Technisch korrekt heißt das Gerät Sole-Wasser-Wärmepumpe: Ein Gemisch aus Wasser und Frostschutz (die Sole) fließt durch Rohre im Boden und bringt die Erdwärme ins Haus. Dort hebt die Wärmepumpe die Temperatur an und speist die Wärme anschließend in Heizkörper oder Fußbodenheizung ein.
Der große Vorteil gegenüber der Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt in der Wärmequelle: Das Erdreich ist ab etwa zehn Metern Tiefe ganzjährig 8 bis 12 Grad warm – egal, ob draußen Hitze oder Dauerfrost herrscht. Dadurch arbeitet die Anlage gerade dann besonders effizient, wenn Sie die Heizung am dringendsten brauchen. Ob sich das für Ihr Gebäude rechnet, klären wir bei GREENOX übrigens im Rahmen einer Energieberatung mit Blick auf Heizlast, Grundstück und Budget.
So funktioniert eine Erdwärmepumpe
Die Funktionsweise gleicht einem umgekehrten Kühlschrank. Vier Schritte laufen dabei in einem geschlossenen Kreislauf ab:
- Wärme aufnehmen: Zunächst fließt die Sole durch die Rohre im Erdreich und erwärmt sich dort auf die Temperatur des Bodens.
- Verdampfen: Anschließend gibt die Sole ihre Wärme an ein Kältemittel ab, das schon bei niedrigen Temperaturen verdampft.
- Verdichten: Danach presst ein strombetriebener Kompressor den Dampf zusammen – dadurch steigt seine Temperatur auf das Niveau, das Ihre Heizung braucht.
- Wärme abgeben: Schließlich überträgt das heiße Kältemittel die Energie an das Heizwasser. Dann entspannt es sich und der Kreislauf beginnt von vorn.
Strom braucht dabei vor allem der Kompressor. Wie effizient das Ganze läuft, beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ) – also das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom übers Jahr. Erdwärme erreicht je nach Gebäude und Auslegung eine JAZ von 3,5 bis 4,5: Aus einer Kilowattstunde (kWh) Strom werden also 3,5 bis 4,5 kWh Wärme. Luft-Wasser-Geräte kommen dagegen unter Realbedingungen meist auf 2,5 bis 3,8.
Erdsonde, Flächenkollektor & Co.: Welcher Weg passt?
Bevor die Anlage heizen kann, muss die Wärmequelle erschlossen werden. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Wege – plus zwei Mischformen für spezielle Grundstücke. Damit Sie die Unterschiede auf einen Blick sehen, haben wir die Varianten verglichen:
| Merkmal | Erdsonde | Flächenkollektor | Grabenkollektor / Körbe |
|---|---|---|---|
| Erschließung | Tiefenbohrung, ca. 40–100 m | Rohre in 1,2–1,5 m Tiefe | Gräben bzw. Körbe in 1–4 m Tiefe |
| Platzbedarf | ✓ Gering | ✗ Hoch (ca. 1,5–2× Wohnfläche) | ~ Mittel |
| Kosten Erschließung | ~ ca. 8.000–15.000 € | ✓ ca. 3.000–8.000 € | ✓ ca. 4.000–9.000 € |
| Genehmigung | ~ Wasserrechtliche Erlaubnis | ✓ Meist nur Anzeige | ✓ Meist nur Anzeige |
| Effizienz | ✓ Sehr hoch, ganzjährig konstant | ~ Hoch, leicht saisonabhängig | ~ Hoch |
Welche Variante passt zu welchem Grundstück?
Die Erdsonde ist der Standard für kleine Grundstücke: Für die Bohrung genügen wenige Quadratmeter, dafür kostet sie mit etwa 50 bis 100 Euro je Bohrmeter am meisten. Der Flächenkollektor braucht hingegen viel unbebaute Fläche – als Faustregel das 1,5- bis 2-Fache der beheizten Wohnfläche. Dafür sind die Erdarbeiten deutlich günstiger, weil kein Bohrgerät anrücken muss. Grabenkollektoren und Erdwärmekörbe liegen dazwischen: Sie kommen zwar mit weniger Fläche aus als der klassische Kollektor, erreichen aber nicht die konstant hohen Temperaturen einer tiefen Sonde.
- Bohrung ca. 40–100 m tief
- Kaum Platzbedarf
- Höchste, konstante Effizienz
- Wasserrechtliche Erlaubnis nötig
- Rohre in 1,2–1,5 m Tiefe
- Fläche: 1,5–2× Wohnfläche
- Meist genügt eine Anzeige
- Fläche bleibt unversiegelt
- Gräben oder Körbe, 1–4 m tief
- Mittlerer Platzbedarf
- Gute Effizienz
- Ideal bei mittleren Gärten
Kosten einer Erdwärmepumpe
Kommen wir zur wichtigsten Frage: Was kostet eine Erdwärmepumpe? Für ein Einfamilienhaus sollten Sie insgesamt mit ca. 25.000 bis 50.000 Euro rechnen – mit Gerät, Erschließung, Einbau und Speicher. Die große Spanne erklärt sich vor allem durch die Wärmequelle: Ein System mit Flächenkollektor kostet komplett meist ca. 25.000 bis 35.000 Euro, eine Anlage mit Erdsonde kommt dagegen je nach Bohrtiefe auf ca. 30.000 bis 45.000 Euro. Wie der Einbau abläuft, lesen Sie außerdem in unserem Beitrag zum Thema Wärmepumpe einbauen.
| Kostenposition | Richtwert (Einfamilienhaus) |
|---|---|
| Sole-Wasser-Wärmepumpe (Gerät) | ca. 12.000–20.000 € |
| Erdsonde inkl. Bohrung | ca. 8.000–15.000 € (ca. 50–100 €/Bohrmeter) |
| Alternativ: Flächenkollektor inkl. Erdarbeiten | ca. 3.000–8.000 € |
| Einbau, Hydraulik und Speicher | ca. 5.000–10.000 € |
| Gesamt vor Förderung | ca. 25.000–50.000 € |
Die genannten Kosten basieren auf typischen Projekten und marktüblichen Preisen. Je nach Bohrtiefe, Boden, Hersteller und Region können die tatsächlichen Kosten jedoch abweichen. Ein verbindliches Angebot ersetzt diese Übersicht deshalb nicht.
Stromverbrauch und Betriebskosten
Im Betrieb spielt die Erdwärmepumpe ihre Stärke aus. Ein durchschnittliches Haus verbraucht mit Erdwärme etwa 2.500 bis 4.000 kWh Strom pro Jahr – deutlich weniger als mit einem Luftgerät, denn die konstant warme Quelle treibt die JAZ nach oben.
Ein Beispiel: Bei einem Wärmebedarf von 15.000 kWh und einer JAZ von 4,3 zieht die Anlage rund 3.500 kWh Strom. Je nach Tarif (20 bis 30 Cent je kWh, viele Versorger bieten günstige Wärmepumpentarife) ergeben sich daraus etwa 700 bis 1.050 Euro Stromkosten im Jahr. Dazu kommt die Wartung mit ca. 150 bis 400 Euro jährlich – weniger als bei einer Gasheizung, denn Schornsteinfeger und Brennerservice entfallen. Wie sich der Verbrauch im Detail zusammensetzt, zeigt übrigens unser Beitrag zum Stromverbrauch einer Wärmepumpe.
Kombinieren Sie die Erdwärmepumpe mit einer Photovoltaik-Anlage, decken Sie einen Teil des Strombedarfs mit eigenem Solarstrom. Das senkt die laufenden Kosten zusätzlich und macht Sie unabhängiger von Strompreisen.
Förderung 2026: Das gilt seit der BEG-Reform
Der Staat beteiligt sich kräftig an Ihrer neuen Heizung – allerdings haben sich die Konditionen zum 21. Juli 2026 geändert. Die Heizungsförderung läuft über das Programm KfW 458, nicht mehr über das BAFA. Seit der Reform gilt: Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Tauschen Sie als selbstnutzender Eigentümer Ihre funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung aus – oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung –, kommt der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent dazu. Haushalte mit geringem Einkommen erhalten zudem einen gestaffelten Einkommensbonus von 10, 30 oder 40 Prozent.
Deckel, Höchstkosten und was am Ende bleibt
Gedeckelt ist der Zuschuss bei 70 Prozent – nur die niedrigste Einkommensstufe (zu versteuerndes Einkommen bis 30.000 Euro, mit mindestens einem Kind bis 40.000 Euro) erreicht 80 Prozent. Als förderfähige Kosten erkennt die KfW seit der Reform außerdem maximal 28.000 Euro für die erste Wohneinheit an, samt Bohrung und Erdarbeiten. Im besten Fall sind also 22.400 Euro Zuschuss drin, typisch sind dagegen 30 bis 46 Prozent. Wichtig zu wissen: Der frühere Effizienzbonus von 5 Prozent speziell für Erdwärme ist mit der Reform entfallen – viele ältere Ratgeber nennen ihn allerdings noch. Alle Details und Rechenwege finden Sie in unserem Überblick zur Förderung für Wärmepumpen 2026 sowie direkt bei der KfW.
- Für alle Antragsteller
- Gilt auch für Vermieter
- Selbstnutzer: Öl, Kohle, Gasetagen-, Nachtspeicherheizung – Gas/Biomasse ab 20 Jahren
- Sinkt ab 02/2027 halbjährlich
- Gestaffelt nach Einkommen bis 50.000 €
- Familienzuschlag: Grenze +10.000 €
- Förderfähig: 28.000 € (1. Wohneinheit)
- 80 % nur bei Einkommen bis 30.000 € (mit Kind bis 40.000 €)
So beantragen Sie die Förderung richtig
Beim Ablauf gilt seit 2024 eine Besonderheit, die viele Hausbesitzer nicht kennen – und die im schlimmsten Fall den ganzen Zuschuss kostet:
Für den KfW-Antrag muss bereits ein Vertrag mit Ihrem Fachbetrieb vorliegen – allerdings mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung. Das heißt: Der Vertrag wird erst wirksam, sobald die Förderzusage da ist. Fehlt diese Klausel, wertet die KfW den Abschluss als zu frühen Start – der Zuschuss entfällt. Außerdem brauchen Sie die Bestätigung zum Antrag (BzA) von einem Energieeffizienz-Experten oder dem Fachbetrieb; mit dem Einbau starten Sie erst nach der Zusage.
Voraussetzungen und Genehmigung
Nicht jedes Grundstück eignet sich gleich gut für Erdwärme. Für den Flächenkollektor brauchen Sie zum Beispiel ausreichend unbebaute Gartenfläche, die später weder überbaut noch versiegelt werden darf. Für die Erdsonde spielt dagegen der Untergrund die Hauptrolle: Bohrfähigkeit, Grundwasser und mögliche Schutzgebiete entscheiden über die Machbarkeit.
Bei der Genehmigung gilt grundsätzlich: Erdsonden erfordern eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde, außerdem wird die Bohrung angezeigt. In Wasserschutzgebieten sind Sonden zudem häufig eingeschränkt oder ganz ausgeschlossen. Flächenkollektoren brauchen dagegen in den meisten Bundesländern nur eine Anzeige. Klingt nach Papierkram? Ist es auch – allerdings übernehmen erfahrene Bohrfirmen und Ihr Fachbetrieb diese Schritte für Sie. In unseren Projekten in Stuttgart und ganz Deutschland dauert die Erlaubnis je nach Behörde meist vier bis acht Wochen; diese Zeit sollten Sie deshalb einplanen.
Erdwärmepumpe im Altbau: Funktioniert das mit Heizkörpern?
Ja – und zwar besser, als viele denken. Entscheidend ist nämlich nicht das Alter des Hauses, sondern die Vorlauftemperatur: also die Temperatur, mit der das Heizwasser zu den Heizkörpern fließt. Bleibt sie bei höchstens 55 Grad, arbeitet die Wärmepumpe mit Heizkörpern wirtschaftlich. Gerade die Erdwärmepumpe hat hier einen Vorteil: Weil ihre Quelle ganzjährig konstant warm ist, verkraftet sie höhere Temperaturen besser als ein Luftgerät.
Ob Ihr Altbau bereit ist, zeigt eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 – sie ermittelt raumweise, wie viel Wärme Ihr Gebäude wirklich braucht. Häufig genügt es anschließend, einzelne Heizkörper gegen größere Modelle zu tauschen und einen hydraulischen Abgleich (die Feineinstellung der Heizventile) zu machen. Eine Fußbodenheizung ist also keine Pflicht, verbessert die Effizienz aber spürbar.
Vor- und Nachteile der Erdwärmepumpe
Wie jede Heiztechnik hat auch die Erdwärmepumpe zwei Seiten. Die Stärken:
- Höchste Effizienz aller gängigen Wärmepumpen: JAZ 3,5 bis 4,5, weil der Boden konstant warm ist – dadurch sinken Ihre Heizkosten.
- Kein Außengerät: kein Platzbedarf neben dem Haus, keine Geräusche im Garten, kein Streit über Abstände zum Nachbarn.
- Sehr langlebig: Die Wärmepumpe hält meist 20 bis 25 Jahre, Erdsonden halten sogar 50 Jahre und mehr.
- Passive Kühlung inklusive: Im Sommer kann die kühle Sole das Haus über die Fußbodenheizung um einige Grad kühlen – fast ohne Strom.
- Klimafreundlich: Zusammen mit Ökostrom oder eigener Photovoltaik heizen Sie zudem nahezu CO₂-frei.
Dem stehen allerdings echte Nachteile gegenüber, die wir nicht kleinreden wollen:
- Hoher Kaufpreis: Die Erschließung macht die Anlage ca. 5.000 bis 15.000 Euro teurer als ein vergleichbares Luftgerät.
- Aufwand für die Erlaubnis: Ohne grünes Licht der Wasserbehörde keine Bohrung – und in Schutzgebieten fällt die Sonde oft ganz aus.
- Eingriff ins Grundstück: Bohrgerät oder Bagger brauchen Zufahrt und Platz; beim Kollektor wird außerdem der Garten großflächig geöffnet.
- Nicht überall möglich: Ungünstiger Boden oder zu kleine Gärten schließen einzelne Varianten aus.
Erdwärmepumpe oder Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist der meistverkaufte Typ in Deutschland – vor allem, weil sie günstiger und schneller installiert ist. Die Erdwärmepumpe punktet dafür im Betrieb. Damit Sie beide Systeme leicht vergleichen können, haben wir die wichtigsten Unterschiede nebeneinander gestellt:
- JAZ 3,5–4,5, im Winter stabil
- Niedrigere Stromkosten
- Kein Außengerät, sehr leise
- Aber: Erschließung kostet extra
- Günstiger in der Anschaffung
- Einbau in 1–2 Tagen, keine Bohrung
- JAZ 2,5–3,8, sinkt bei Frost
- Außengerät braucht Platz
Unterm Strich: Auf 20 Jahre gerechnet gleichen die niedrigeren Betriebskosten der Erdwärme den höheren Kaufpreis häufig aus – vorausgesetzt, Grundstück und Erlaubnis spielen mit. Wie sich beide Typen außerdem gegen Wasser-Wasser- und Luft-Luft-Geräte schlagen, zeigt unser großer Wärmepumpen-Vergleich.
Für wen lohnt sich eine Erdwärmepumpe?
Eine Erdwärmepumpe lohnt sich vor allem, wenn Sie langfristig denken: Sie bleiben viele Jahre im Haus, haben ein geeignetes Grundstück und wollen dauerhaft niedrige Heizkosten statt niedriger Einstiegskosten. Auch bei hohem Wärmebedarf rechnet sich die Technik schneller, denn jede eingesparte kWh zählt dann doppelt. Wer dagegen mit kleinem Budget schnell eine fossile Heizung ersetzen muss, fährt mit dem Luftgerät oft besser.
Erdwärmepumpe im Mehrfamilienhaus
Gerade im Mehrfamilienhaus spielt Erdwärme ihre Stärken aus. Der hohe Wärmebedarf verteilt nämlich die Kosten der Erschließung auf viele Wohnungen, und ein Sondenfeld aus mehreren Bohrungen deckt auch große Leistungen verlässlich ab. Zudem steigen die förderfähigen Kosten mit jeder Wohneinheit: Nach der ersten Einheit (28.000 Euro) erkennt die KfW je 15.000 Euro für die zweite bis sechste und 8.000 Euro für jede weitere an. In unseren Planungen erreichen gut ausgelegte Sondenfelder deshalb JAZ-Werte, von denen Luftgeräte nur träumen – bei minimalem Platzbedarf im Außenbereich.
Fazit: Teurer Start, günstiger Betrieb
Die Erdwärmepumpe ist die effizienteste Art, mit einer Wärmepumpe zu heizen – die konstant warme Quelle, JAZ-Werte bis 4,5 und eine Lebensdauer der Erdsonde von über 50 Jahren sprechen für sich. Dafür verlangt sie höhere Kosten am Anfang und eine Erlaubnis mehr. Mit der KfW-Förderung von 30 bis 80 Prozent schrumpft der Kostennachteil im Vergleich zum Luftgerät allerdings deutlich. Unser Rat deshalb: Lassen Sie zunächst Grundstück, Heizlast und Fördersituation prüfen – dann zeigt sich schnell, ob Erdwärme für Ihr Haus die richtige Wahl ist.
Weiterführende Artikel: Wärmepumpe 2026: Funktion, Kosten & Förderung, Förderung für Wärmepumpen 2026 und Wärmepumpen im Vergleich.
Häufige Fragen zur Erdwärmepumpe
Kosten und Stromverbrauch
Für ein Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten samt Erschließung, Einbau und Speicher bei ca. 25.000 bis 50.000 Euro. Systeme mit Flächenkollektor sind mit ca. 25.000 bis 35.000 Euro günstiger, Anlagen mit Erdsonde kosten dagegen je nach Bohrtiefe ca. 30.000 bis 45.000 Euro. Mit der KfW-Förderung sinkt der Eigenanteil außerdem um 30 bis maximal 80 Prozent der förderfähigen Kosten.
Ein durchschnittlicher Haushalt kommt auf etwa 2.500 bis 4.000 kWh Strom im Jahr. Dank der konstant warmen Erde schwankt der Verbrauch kaum – anders als bei Luftgeräten, die im Winter mehr Strom ziehen. Bei 20 bis 30 Cent je kWh entspricht das etwa 700 bis 1.050 Euro Stromkosten jährlich.
Technik und Genehmigung
Erdsonden reichen meist 40 bis 100 Meter tief – die genaue Tiefe hängt vom Wärmebedarf des Hauses und vom Untergrund ab. Als Faustregel liefert ein Bohrmeter etwa 50 Watt Heizleistung. Reicht eine Bohrung nicht aus, setzen die Bohrfirmen deshalb mehrere Sonden nebeneinander. Bohrungen über 100 Meter fallen zudem unter das Bergrecht und sind aufwendiger.
Ja, sofern die Vorlauftemperatur höchstens etwa 55 Grad beträgt. Viele Altbauten erreichen das bereits nach kleinen Umbauten, etwa dem Tausch einzelner Heizkörper gegen größere Modelle und einem hydraulischen Abgleich. Eine Heizlastberechnung zeigt vorab, welche Räume betroffen sind. Eine Fußbodenheizung verbessert die Effizienz, ist aber kein Muss.
Für Erdsonden ja: Sie benötigen eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde, zudem muss die Bohrung angezeigt werden. In Wasserschutzgebieten sind Sonden oft eingeschränkt oder unzulässig. Flächenkollektoren brauchen dagegen in den meisten Bundesländern nur eine Anzeige. Bohrfirma und Fachbetrieb übernehmen die Anträge in der Regel für Sie.
Förderung und Lebensdauer
Über das Programm KfW 458 erhalten Sie seit dem 21. Juli 2026 eine Grundförderung von 30 Prozent, beim Austausch einer alten fossilen Heizung (etwa Öl oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung) zusätzlich 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus sowie je nach Einkommen bis zu 40 Prozent Einkommensbonus. Gedeckelt ist der Zuschuss bei 70 Prozent, für Haushalte mit niedrigem Einkommen bei 80 Prozent von maximal 28.000 Euro förderfähigen Kosten. Der frühere Effizienzbonus für Erdwärme ist dagegen entfallen.
Die größten Nachteile sind die hohen Kosten für Bohrung oder Erdarbeiten, der Aufwand für die Erlaubnis bei Erdsonden sowie der Eingriff ins Grundstück während der Bauphase. Außerdem eignet sich nicht jedes Grundstück: Kleine Gärten schließen Flächenkollektoren aus, ungünstiger Boden oder Wasserschutzgebiete verhindern mitunter die Bohrung.
Die Wärmepumpe selbst hält meist 20 bis 25 Jahre, hochwertige Geräte bei guter Wartung sogar länger. Die Erdsonde übertrifft das deutlich: Für sie werden 50 bis 100 Jahre angesetzt. Die teure Erschließung zahlt sich also über mehrere Geräte-Generationen aus – beim späteren Tausch der Wärmepumpe entfallen die Bohrkosten nämlich komplett.

