Ein Wärmespeicher ist das unauffälligste Bauteil im Heizungsraum und gleichzeitig das, an dem die meisten Anlagen scheitern. Zu klein, und die Wärmepumpe taktet sich kaputt. Zu groß, und Sie heizen jahrelang einen Wassertank, dessen Wärme durch die Dämmung verschwindet. Und die Faustformel, die überall im Netz steht – 50 bis 100 Liter pro Kilowatt – stammt aus dem Holzkesselbau und ist für Wärmepumpen um den Faktor drei zu groß. Wir zeigen Ihnen, welche Speicherarten es gibt, wie viel Wärme wirklich hineinpasst, wie richtig dimensioniert wird und warum die Verschaltung mehr über Ihre Jahresarbeitszahl entscheidet als das Volumen.
- Wärmespeicher gibt es in drei Prinzipien: sensibel über Temperatur, latent über einen Phasenwechsel und thermochemisch. Im Wohnhaus dominiert der sensible Wasserspeicher.
- Für Wärmepumpen gilt nach DIN EN 15450 ein Richtwert von 12 bis 35 Litern pro Kilowatt, die VDI 4645 nennt rund 20 l/kW. Die verbreiteten 50 bis 100 l/kW gelten für handbeschickte Holzkessel.
- 1.000 Liter Wasser speichern bei 30 Kelvin Temperaturspreizung rund 35 kWh – etwa den Tagesbedarf eines sanierten Einfamilienhauses im Winter.
- Ein Parallelpuffer im Nebenschluss ist für die Jahresarbeitszahl fast immer besser als ein Reihenpuffer im Vorlauf.
- Im Ein- und Zweifamilienhaus gilt Ihre Trinkwassererwärmung als Kleinanlage – die 60-°C-Regel für Großanlagen greift dort nicht.
- Preise: 500-Liter-Pufferspeicher 900 bis 1.800 €, 1.000-Liter-Schichtenspeicher 2.000 bis 2.800 €, jeweils zuzüglich 500 bis 1.200 € Montage.
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Die drei Prinzipien eines Wärmespeichers
Wärme lässt sich in einem Wärmespeicher auf drei physikalisch verschiedene Weisen zwischenlagern, und der Unterschied entscheidet über Volumen und Preis.
Sensible Wärmespeicher
Hier wird ein Medium erwärmt, meist Wasser, und die Wärme steckt in seiner Temperatur. Wasser ist dafür ideal: Es hat eine spezifische Wärmekapazität von 1,16 Wattstunden pro Kilogramm und Kelvin, ist ungiftig, verfügbar und kostenlos. Jeder Pufferspeicher, Trinkwasserspeicher und Kombispeicher arbeitet nach diesem Prinzip. Der Nachteil ist der Platzbedarf – Wärme in Wasser braucht Volumen.
Latentwärmespeicher
Diese Speicher nutzen den Phasenwechsel eines Materials, meist von fest zu flüssig. Beim Schmelzen nimmt der Stoff große Energiemengen auf, ohne dabei wärmer zu werden – Paraffine speichern beim Phasenwechsel rund 200 Kilojoule pro Kilogramm. Der prominenteste Vertreter ist der Eisspeicher: Beim Gefrieren von Wasser werden 334 Kilojoule pro Kilogramm frei, also 93 Wattstunden. Ein Eisspeicher mit 10 Kubikmetern liefert allein aus dem Phasenwechsel rund 930 kWh.
Thermochemische Speicher
Hier wird Wärme in einer reversiblen chemischen Reaktion oder einem Sorptionsprozess gebunden, etwa in Zeolith oder Silikagel. Die Energiedichte ist hoch und die Speicherung praktisch verlustfrei über lange Zeiträume. Für Wohngebäude ist die Technik noch nicht wirtschaftlich – sie taucht in Forschungsprojekten und einzelnen Gewerbeanwendungen auf.
Im Ein- und Zweifamilienhaus arbeiten praktisch alle Wärmespeicher sensibel mit Wasser. Latentspeicher finden Sie nur als Eisspeicher in Kombination mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe, thermochemische Speicher gar nicht. Die eigentlichen Entscheidungen betreffen also Typ, Volumen und Verschaltung – nicht das Speicherprinzip.
Wärmespeicher-Typen im Überblick
Wärmespeicher unterscheiden sich danach, was gespeichert wird und wie es entnommen wird. Diese Wahl trifft man einmal und lebt zwanzig Jahre damit.
| Typ | Inhalt | Wofür | Preis ohne Montage |
|---|---|---|---|
| Pufferspeicher | Heizungswasser | Taktvermeidung, Abtauung, Solarthermie | 700–2.400 € |
| Trinkwasserspeicher | Trinkwasser | Warmwasserbereitung | 800–1.800 € |
| Kombispeicher (Tank-in-Tank) | Beides in einem Gehäuse | Platzsparen im Einfamilienhaus | 1.500–3.500 € |
| Schichtenspeicher | Heizungswasser | Hohe Temperaturschichtung, Solar | 2.000–2.800 € |
| Hygienespeicher mit Frischwasserstation | Heizungswasser, Trinkwasser im Durchfluss | Warmwasser ohne Speichervolumen | 2.500–5.000 € |
| Eisspeicher | Wasser im Phasenwechsel | Wärmequelle für Sole-Wärmepumpen | 8.000–20.000 € |
Der klassische Fall im Einfamilienhaus ist die Kombination aus einem kleinen Pufferspeicher für den Heizkreis und einem Trinkwasserspeicher von 200 bis 300 Litern. Details zu Bauformen und Einbindung finden Sie in unseren Beiträgen zum Pufferspeicher und zum Pufferspeicher für Wärmepumpen.
Warum die Frischwasserstation bei Wärmepumpen im Vorteil ist
Ein Hygienespeicher hält kein Trinkwasser vorrätig, sondern erwärmt es im Durchfluss über einen Wärmetauscher – das Speichervolumen ist Heizungswasser. Für Wärmepumpen ist das doppelt attraktiv: Es gibt kein stehendes Trinkwasser und damit kein Legionellenthema, und der Speicher muss nicht auf 60 °C gefahren werden. Jedes Grad weniger Speichertemperatur verbessert die Jahresarbeitszahl.
- Verhindert Taktung
- Deckt die Abtauung
- 700–2.400 €
- 200–300 l im EFH
- Kleinanlage nach W 551
- 800–1.800 €
- Spart Stellfläche
- Tank-in-Tank
- 1.500–3.500 €
- Kein stehendes Trinkwasser
- Niedrigere Temperatur
- 2.500–5.000 €
Wie viel Wärme ein Wärmespeicher tatsächlich fasst
Liter sind bei einem Wärmespeicher die falsche Einheit für die Frage, wie viel Energie im Tank steckt. Entscheidend ist die nutzbare Temperaturspreizung, also der Unterschied zwischen Ladetemperatur und der Temperatur, bei der die Wärme für Ihre Heizflächen zu kalt wird.
Die Formel ist einfach: Speicherkapazität in Kilowattstunden gleich Volumen in Litern mal 1,16 mal Temperaturspreizung in Kelvin, geteilt durch 1.000. Damit lässt sich jeder Speicher in Minuten bewerten.
| Volumen | Spreizung | Nutzbare Wärme | Entspricht etwa |
|---|---|---|---|
| 300 l Trinkwasser | 10 → 60 °C, also 50 K | 17,4 kWh | Warmwasser für 4 Personen an 1 Tag |
| 500 l Puffer | 20 K | 11,6 kWh | 2 bis 3 Stunden Heizbetrieb |
| 800 l Puffer | 25 K | 23,2 kWh | Halber Tagesbedarf im Winter |
| 1.000 l Puffer | 30 K | 34,8 kWh | Tagesbedarf saniertes EFH |
| 10 m³ Eisspeicher | Phasenwechsel | ca. 930 kWh | Mehrere Wochen Quellenwärme |
Zwei Dinge fallen dabei auf. Erstens ist ein Trinkwasserspeicher energetisch überraschend leistungsfähig, weil die Spreizung mit 50 Kelvin groß ist. Zweitens liefert ein 500-Liter-Puffer bei einer Fußbodenheizung mit 32 °C Vorlauf und 28 °C Rücklauf fast nichts – die nutzbare Spreizung beträgt dann nur wenige Kelvin. Genau hier liegt das Missverständnis hinter vielen überdimensionierten Anlagen.
Wärmespeicher dimensionieren: die falsche Faustformel
Wenn Sie im Netz nach der richtigen Größe suchen, finden Sie fast überall dieselbe Zahl: 50 bis 100 Liter pro Kilowatt Heizleistung. Diese Regel ist nicht falsch – sie gilt nur für den falschen Wärmeerzeuger.
Woher die 50 bis 100 Liter kommen
Der Wert stammt aus dem Festbrennstoffbereich. Ein handbeschickter Holzkessel liefert eine Charge Wärme, die vollständig weggespeichert werden muss, weil er sich nicht abschalten lässt. Für solche Kessel schreibt die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung deshalb einen Pufferspeicher mit mindestens 55 Litern pro Kilowatt Nennwärmeleistung vor. Bei einem 20-kW-Scheitholzkessel sind das 1.100 Liter – zu Recht.
Was für Wärmepumpen gilt
Eine Wärmepumpe moduliert, sie liefert also nur die Leistung, die gerade gebraucht wird. Sie braucht keinen Speicher zum Wegpuffern einer Charge, sondern ein Mindestumlaufvolumen, damit sie beim Abtauen genug Energie ziehen kann und nicht zu häufig taktet. Die DIN EN 15450 nennt dafür 12 bis 35 Liter pro Kilowatt, die VDI 4645 rund 20 Liter pro Kilowatt.
| Wärmeerzeuger | Richtwert | Grundlage | Bei 10 kW |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 12–35 l/kW | DIN EN 15450 | 120–350 l |
| Wärmepumpe, Praxiswert | ca. 20 l/kW | VDI 4645 | ca. 200 l |
| Holzkessel, handbeschickt | min. 55 l/kW | 1. BImSchV | min. 550 l |
| Pelletkessel | 30–50 l/kW | Herstellerangabe | 300–500 l |
| Solarthermie | 50–70 l/m² Kollektor | Auslegungspraxis | bei 8 m²: 400–560 l |
Für eine 10-kW-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung reicht damit ein Puffer von 200 bis 300 Litern – nicht die 500 bis 1.000 Liter, die viele Angebote vorsehen. Maßgeblich ist immer die Herstellerangabe zum Mindestumlaufvolumen, und die Grundlage dafür ist eine Heizlastberechnung für die Wärmepumpe. Wie sich die Anlagengröße aus dem alten Verbrauch ableiten lässt, zeigen wir unter Wärmepumpe dimensionieren aus dem Gasverbrauch.
Er kostet mehr in der Anschaffung, verbraucht Stellfläche – und er verliert dauerhaft Wärme über die Oberfläche. Bei einem 1.000-Liter-Speicher sind das je nach Dämmung 2 bis 4 kWh pro Tag, also 700 bis 1.500 kWh im Jahr, die Sie mit Strom bezahlen. In unseren Projekten sehen wir regelmäßig Anlagen mit 800-Liter-Puffern, bei denen 200 Liter gereicht hätten.
Warum eine Wärmepumpe überhaupt einen Wärmespeicher braucht
Nicht zur Wärmespeicherung – das ist der Punkt, an dem die meisten Erklärungen abbiegen. Es sind drei andere Gründe.
Die Abtauung. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe vereist im Winter am Verdampfer. Zum Abtauen läuft der Kreisprozess kurz umgekehrt, und dafür braucht sie Wärme aus dem Heizsystem. Ist zu wenig Wasser im Kreis, sinkt die Systemtemperatur bei jedem Abtauvorgang stark ab.
Die Taktvermeidung. Wenn die Heizkreise geschlossen sind, aber Wärme angefordert wird, schaltet die Wärmepumpe ohne Puffer im Minutentakt ein und aus. Jeder Start kostet Effizienz und Lebensdauer des Verdichters.
Die Sperrzeiten nach § 14a EnWG. Wenn Sie einen Wärmepumpentarif nutzen, darf der Netzbetreiber die Leistung auf 4,2 kW absenken – maximal zwei Stunden am Stück. Ein Puffer von 300 bis 500 Litern überbrückt das ohne Komforteinbuße.
Verschaltung: Reihenpuffer oder Parallelpuffer
Diesen Punkt behandelt kaum ein Ratgeber, und er wirkt sich stärker auf Ihre Jahresarbeitszahl aus als das Volumen. Es gibt zwei Grundschaltungen.
Der Reihenpuffer
Der Speicher sitzt in Serie im Heizkreis, das gesamte Heizwasser läuft durch ihn hindurch. Das garantiert das Mindestumlaufvolumen, hat aber einen Nachteil: Im Speicher mischt sich warmes Vorlaufwasser mit kälterem Speicherinhalt. Um trotzdem die nötige Vorlauftemperatur an den Heizflächen zu erreichen, muss die Wärmepumpe höher fahren – und jedes Kelvin mehr Vorlauf kostet rund 2,5 % Jahresarbeitszahl.
Der Parallelpuffer
Hier liegt der Speicher im Nebenschluss, also im Bypass. Die Wärmepumpe versorgt die Heizkreise direkt; nur überschüssige Leistung wandert in den Puffer, und bei Bedarf wird er entladen. Das vermeidet die Mischverluste und ist bei Flächenheizungen die effizientere Lösung.
| Kriterium | Reihenpuffer | Parallelpuffer |
|---|---|---|
| Mindestumlaufvolumen sicher | ✓ Immer | ~ Nur mit Auslegung |
| Mischverluste | ✗ Ja | ✓ Nein |
| Nötige Vorlauftemperatur | ✗ Höher | ✓ Niedriger |
| Wirkung auf die JAZ | ~ Schlechter | ✓ Besser |
| Hydraulischer Aufwand | ✓ Einfach | ~ Mehr Armaturen |
| Empfehlung bei Fußbodenheizung | ~ Zweite Wahl | ✓ Erste Wahl |
Voraussetzung für beide Varianten ist eine korrekt eingestellte Hydraulik. Ohne hydraulischen Abgleich nützt der beste Speicher nichts, weil einzelne Heizkreise überversorgt und andere unterversorgt bleiben.
Trinkwasser und Legionellen: was im Einfamilienhaus wirklich gilt
Hier hält sich ein Missverständnis, das viele Wärmepumpenanlagen unnötig ineffizient macht. Die häufig zitierte Pflicht, Trinkwasser auf 60 °C zu erwärmen, gilt nach dem DVGW-Arbeitsblatt W 551 für Großanlagen.
Als Großanlage gilt eine Trinkwassererwärmung mit mehr als 400 Litern Speichervolumen oder mehr als 3 Litern Inhalt in einer Leitung zwischen Erwärmer und Entnahmestelle. Ein- und Zweifamilienhäuser sind im Arbeitsblatt ausdrücklich als Kleinanlagen eingeordnet – unabhängig vom Speicherinhalt. Für sie gibt es keine festen Temperaturvorgaben; empfohlen werden 55 bis 60 °C.
Praktisch bedeutet das: In einem Einfamilienhaus dürfen Sie den Trinkwasserspeicher mit 48 bis 52 °C betreiben und die Legionellenschaltung auf ein wöchentliches Aufheizen begrenzen. Das verbessert die Jahresarbeitszahl deutlich, weil die Wärmepumpe die letzten Grad bis 60 °C sonst mit sehr schlechtem Wirkungsgrad oder über den Heizstab bereitstellen müsste. Bei vermieteten Mehrfamilienhäusern greifen dagegen die Vorgaben für Großanlagen inklusive Untersuchungspflicht nach Trinkwasserverordnung.
Mit einer Frischwasserstation steht überhaupt kein Trinkwasser im Speicher – es wird im Durchfluss erwärmt. Damit entfällt die Legionellenproblematik konstruktiv, und der Speicher kann mit niedrigerer Temperatur gefahren werden. Wer nur Warmwasser lösen will und keine Heizungsunterstützung braucht, sollte alternativ eine Brauchwasserwärmepumpe prüfen.
Wärmeverluste: was ein Wärmespeicher im Jahr verliert
Jeder Speicher verliert Wärme, und dieser Bereitschaftsverlust läuft 8.760 Stunden im Jahr. Angegeben wird er als Verlust in Kilowattstunden pro 24 Stunden; die Energieeffizienzklassen nach EU-Verordnung reichen von A bis G.
Ein 300-Liter-Speicher der Klasse A verliert etwa 1 kWh pro Tag, ein Speicher der Klasse C rund 2 kWh – über das Jahr sind das 365 gegenüber 730 kWh. Bei einem Wärmepumpentarif von 22 ct/kWh entspricht der Unterschied rund 80 € jährlich, über zwanzig Jahre also 1.600 €. Der Aufpreis für die bessere Klasse liegt meist deutlich darunter.
Achten Sie außerdem auf drei Details: die Dämmstärke von 50 bis 120 mm PU-Weichschaum, die Ausführung der Anschlussstutzen – ungedämmte Stutzen wirken als Wärmebrücken und verursachen Schwerkraftzirkulation – und die Dämmung der Anschlussleitungen selbst, für die es nach GModG ohnehin Mindestanforderungen gibt. Details dazu in unserem Beitrag zur Rohrleitungsdämmung.
PV-Überschuss im Wärmespeicher zwischenlagern
Ein Wärmespeicher ist die günstigste Form der Energiespeicherung, die es für ein Wohnhaus gibt – solange Sie Wärme brauchen. Ein 1.000-Liter-Puffer für 2.500 € speichert 35 kWh, ein Batteriespeicher gleicher Kapazität kostet ein Vielfaches.
Der Haken liegt in der Nutzbarkeit. Wärme können Sie nur für Heizung und Warmwasser verwenden, Strom für alles. Und im Sommer, wenn PV-Überschuss anfällt, brauchen Sie kaum Heizwärme. Sinnvoll ist die Kombination deshalb vor allem für die Warmwasserbereitung: Die Wärmepumpe lädt den Trinkwasserspeicher mittags mit Solarstrom statt abends mit Netzstrom.
Ein Heizstab als reines Power-to-Heat-Element ist dagegen selten die beste Wahl, weil er Strom im Verhältnis eins zu eins in Wärme wandelt, während die Wärmepumpe daraus das Drei- bis Vierfache macht. Als Notreserve und für die wöchentliche Legionellenschaltung hat er trotzdem seinen Platz. Wie sich Wärmepumpe und Photovoltaik rechnerisch ergänzen, zeigen wir unter Wärmepumpe mit Solar.
Wärmespeicher nachrüsten: was im Bestand geht
Wenn Sie einen Speicher in einen bestehenden Heizungsraum bringen wollen, entscheidet oft nicht die Technik, sondern die Geometrie. Vier Punkte klären Sie am besten vor dem Angebot.
Türbreite und Raumhöhe
Ein 500-Liter-Standspeicher hat typisch 65 bis 75 cm Durchmesser und 1,80 bis 2,00 m Höhe – mit Dämmung. Kellertüren aus den 1960er-Jahren sind häufig nur 70 cm breit, und die Kipphöhe zum Aufstellen braucht zusätzlich Platz. Speicher mit abnehmbarer Weichschaumdämmung lösen das Türproblem, gegen zu niedrige Räume hilft nur ein flacherer Speicher mit größerem Durchmesser.
Statik und Tragfähigkeit
1.000 Liter Wasser wiegen eine Tonne, dazu kommt das Behältergewicht. Auf einer Kellersohle ist das unkritisch, auf einer Holzbalkendecke im Dachgeschoss nicht. Bei Aufstellung außerhalb des Kellers gehört eine kurze statische Einschätzung dazu.
Anbindung an den Bestand
Der Speicher muss in die vorhandene Hydraulik passen. Fehlen Absperrventile, Entleerungsmöglichkeit oder ausreichende Rohrquerschnitte, kommen Anpassungsarbeiten dazu. Rechnen Sie bei einer Nachrüstung im Bestand mit 800 bis 2.000 € statt der 500 bis 1.200 € im Neubau.
Alternative: mehrere kleine Speicher
Passt kein großer Behälter durch die Tür, lassen sich zwei kleinere hydraulisch in Reihe oder parallel verschalten. Das kostet etwas mehr an Armaturen, ist aber häufig die einzige Lösung – und hat den Nebeneffekt, dass Sie die Speicher unterschiedlich temperieren können.
- Gilt für Holzkessel
- 1. BImSchV, min. 55 l/kW
- Bei Wärmepumpen zu groß
- 2–4 kWh Verlust am Tag
- DIN EN 15450
- VDI 4645: ca. 20 l/kW
- Deckt Abtauung und Taktung
- Deutlich weniger Verluste
Wärmespeicher Kosten
Der Wärmespeicher selbst ist meist der kleinere Posten – Anschluss, Armaturen und Regelung machen einen erheblichen Teil aus.
| Position | Kosten |
|---|---|
| Pufferspeicher 200 l | 700–1.100 € |
| Pufferspeicher 500 l | 900–1.800 € |
| Pufferspeicher 800 l | 1.400–2.400 € |
| Schichtenspeicher 1.000 l | 2.000–2.800 € |
| Trinkwasserspeicher 300 l | 800–1.800 € |
| Kombispeicher | 1.500–3.500 € |
| Frischwasserstation | 1.200–2.500 € |
| Montage, Armaturen, Anbindung | 500–1.200 € |
Die Spannen beruhen auf aktuellen Herstellerpreisen und Handwerkerkalkulationen in Deutschland. Anzahl der Wärmetauscher, Effizienzklasse, Ausführung als Standspeicher oder Unterstellspeicher sowie die Zugänglichkeit des Heizungsraums verschieben den Preis erheblich. Ein Speicher, der nicht durch die Kellertür passt, wird zum Sonderfall.
Förderung für den Wärmespeicher: nur im Paket
Ein Wärmespeicher allein ist nicht förderfähig. Als Teil einer neuen Heizungsanlage zählt er dagegen zu den förderfähigen Kosten der Heizungsförderung über die KfW – zusammen mit Wärmeerzeuger, Hydraulik, Pufferspeicher, Regelung und Montage.
Die Grundförderung liegt bei 30 %, dazu kommen Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus; die Obergrenze liegt bei 70 % beziehungsweise 80 % je nach Haushaltseinkommen. Ein 2.000-€-Speicher im Rahmen eines Wärmepumpenprojekts wird also mit 600 bis 1.600 € mitgefördert. Die aktuellen Sätze und Fristen stehen in unserer Übersicht zur Förderung für Wärmepumpen 2026. Wird nur der Speicher getauscht, weil der alte undicht ist, ist das eine Instandhaltungsmaßnahme ohne Zuschuss.
Fazit: kleiner denken, besser verschalten
Beim Wärmespeicher entscheidet nicht das Volumen über die Qualität der Anlage, sondern die Passung. Für eine 10-kW-Wärmepumpe reichen nach DIN EN 15450 und VDI 4645 rund 200 bis 350 Liter – die vielzitierten 50 bis 100 Liter pro Kilowatt stammen aus dem Holzkesselbau und führen bei Wärmepumpen zu überdimensionierten, verlustreichen Anlagen.
Zwei Entscheidungen bringen mehr als jeder zusätzliche Liter. Erstens die Verschaltung: Ein Parallelpuffer im Nebenschluss vermeidet Mischverluste und lässt die Wärmepumpe mit niedrigerer Vorlauftemperatur laufen. Zweitens die Warmwasserlösung: Im Einfamilienhaus gilt Ihre Trinkwassererwärmung als Kleinanlage, Sie brauchen also keine 60 °C – und mit einer Frischwasserstation entfällt das Thema konstruktiv. Beides zusammen verbessert die Jahresarbeitszahl spürbar, ohne dass ein Bauteil größer wird.
Weiterführende Artikel: Pufferspeicher für Wärmepumpen, Wärmepumpe einbauen: Ablauf und Kosten und Solarthermie: Kosten und Funktion.
Häufige Fragen zu Wärmespeichern
Nach DIN EN 15450 gelten 12 bis 35 Liter pro Kilowatt Heizleistung, die VDI 4645 nennt rund 20 l/kW. Für eine 10-kW-Wärmepumpe sind das 120 bis 350 Liter. Die vielzitierten 50 bis 100 l/kW gelten für handbeschickte Holzkessel, nicht für Wärmepumpen. Maßgeblich ist immer die Herstellerangabe zum Mindestumlaufvolumen.
Rechnen Sie: Liter mal 1,16 mal Temperaturspreizung in Kelvin, geteilt durch 1.000. Ein 1.000-Liter-Speicher mit 30 Kelvin Spreizung fasst also 34,8 kWh, ein 500-Liter-Speicher mit 20 Kelvin nur 11,6 kWh. Bei einer Fußbodenheizung mit 32 °C Vorlauf und 28 °C Rücklauf ist die nutzbare Spreizung sehr klein – dort bringt Volumen wenig.
Ein 200-Liter-Pufferspeicher kostet 700 bis 1.100 €, ein 500-Liter-Modell 900 bis 1.800 €, ein 1.000-Liter-Schichtenspeicher 2.000 bis 2.800 €. Trinkwasserspeicher mit 300 Litern liegen bei 800 bis 1.800 €, Kombispeicher bei 1.500 bis 3.500 €. Für Montage, Armaturen und Anbindung kommen 500 bis 1.200 € hinzu.
Ja, und das ist häufiger das Problem als ein zu kleiner Speicher. Ein zu großer Speicher kostet mehr, braucht Stellfläche und verliert dauerhaft Wärme über die Oberfläche – bei 1.000 Litern je nach Dämmung 2 bis 4 kWh pro Tag, also 700 bis 1.500 kWh im Jahr. Bei einem Reihenpuffer erhöht er zusätzlich die nötige Vorlauftemperatur und senkt damit die Jahresarbeitszahl.
Bei Flächenheizungen fast immer der Parallelpuffer im Nebenschluss. Er vermeidet die Mischung von Vorlauf- und Speicherwasser, sodass die Wärmepumpe mit niedrigerer Vorlauftemperatur arbeiten kann – und jedes Kelvin weniger bringt etwa 2,5 % Jahresarbeitszahl. Der Reihenpuffer ist hydraulisch einfacher und garantiert das Mindestumlaufvolumen, kostet aber Effizienz.
Im Ein- oder Zweifamilienhaus nicht. Nach DVGW-Arbeitsblatt W 551 gelten diese Gebäude als Kleinanlagen, für die keine festen Temperaturvorgaben bestehen; empfohlen werden 55 bis 60 °C. Die 60-°C-Pflicht betrifft Großanlagen mit mehr als 400 Litern Speicher oder mehr als 3 Litern Leitungsinhalt. Praktisch können Sie im EFH mit 48 bis 52 °C fahren und wöchentlich aufheizen.
Ein Speicher, der Wärme über den Phasenwechsel eines Materials aufnimmt statt über dessen Temperatur. Beim Schmelzen nehmen Paraffine rund 200 Kilojoule pro Kilogramm auf, ohne wärmer zu werden. Der bekannteste Vertreter im Gebäudebereich ist der Eisspeicher: Beim Gefrieren von Wasser werden 93 Wattstunden pro Kilogramm frei, ein 10-m³-Speicher liefert daraus rund 930 kWh.
Nicht als Einzelmaßnahme. Als Teil einer neuen Heizungsanlage zählt er zu den förderfähigen Kosten der Heizungsförderung über die KfW – mit 30 % Grundförderung und bis zu 70 beziehungsweise 80 % inklusive Boni. Ein 2.000-€-Speicher wird im Rahmen eines Wärmepumpenprojekts also mit 600 bis 1.600 € mitgefördert. Ein reiner Austausch wegen Undichtigkeit ist Instandhaltung ohne Zuschuss.
Für Warmwasser ja, für Heizwärme kaum. Ein 1.000-Liter-Puffer für 2.500 € speichert 35 kWh und ist damit deutlich günstiger als ein Batteriespeicher gleicher Kapazität. Nur fällt der PV-Überschuss im Sommer an, wenn Sie keine Heizwärme brauchen. Sinnvoll ist deshalb die mittägliche Warmwasserbereitung mit Solarstrom über die Wärmepumpe – nicht über einen Heizstab.

