Wärmepumpe einbauen

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Wärmepumpe einbauen: Ablauf, Kosten & Förderung 2026

Inhalt

Eine Wärmepumpe einbauen heißt mehr, als ein Gerät aufzustellen und einzuschalten. Es ist ein durchdachter Eingriff in das ganze Heizsystem Ihres Hauses – von der Wärmequelle über die Heizflächen bis zum Stromanschluss. Wer eine Wärmepumpe einbauen möchte, spart deshalb bei den Heizkosten, nutzt hohe Zuschüsse und heizt klimafreundlich. Damit das gelingt, müssen jedoch einige Dinge passen. Wir zeigen Ihnen, wie der Einbau abläuft, wie lange er dauert, was er kostet und welche Förderung Sie 2026 bekommen.

Clever Kompakt
Das Wichtigste zum Einbau einer Wärmepumpe
  • Der Einbau einer Luft-Wasser-Anlage dauert meist 2 bis 3 Tage – mit Ausbau der alten Heizung bis zu einer Woche.
  • Luftwärmepumpen baut man am einfachsten ein, weil keine Erdbohrung nötig ist; Erd- und Wasser-Anlagen brauchen aufwendige Erdarbeiten.
  • Der Einbau kostet je nach System etwa 2.500 bis 22.000 € – die reine Montage ohne Bohrung rund 2.000 bis 4.000 €.
  • Über die KfW bekommen Sie 2026 bis zu 70 % Zuschuss, sofern Sie den Antrag vor dem Kauf stellen.
  • Den Einbau darf nur ein geprüfter Fachbetrieb machen – sonst entfallen Garantie und Förderung.

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2–3 Tage
Reiner Einbau einer Luftwärmepumpe
35–50 °C
Ideale Vorlauftemperatur
bis 70 %
Förderung 2026 möglich
3,0–4,5
Typische JAZ einer Luftwärmepumpe

Voraussetzungen: Wann lohnt sich der Einbau?

Bevor Sie eine Wärmepumpe einbauen lassen, sollte Ihr Haus zwei Dinge möglichst gut erfüllen. Denn eine Wärmepumpe heizt nur dann günstig, wenn sie mit niedrigen Temperaturen auskommt. Andernfalls springt der Heizstab oft ein und der Stromverbrauch steigt.

Niedrige Vorlauftemperatur und große Heizflächen

Am besten arbeitet das Gerät bei einer Vorlauftemperatur zwischen 35 und 50 °C – also der Wärme des Wassers, das durch Ihre Heizungsrohre fließt. Je niedriger dieser Wert, desto weniger Strom braucht die Anlage. Deshalb passen große Heizflächen wie eine Fußboden- oder Wandheizung sehr gut, weil sie die Wärme großflächig abgeben. Allerdings reichen auch moderne Heizkörper, sofern sie groß genug sind.

Guter Wärmeschutz

Zudem sollte möglichst wenig Wärme nach außen entweichen. In gut gedämmten Neubauten ist das kein Thema. Bei einem Altbau kommt es dagegen auf den Zustand an. Sofern Fassade oder Dach noch nicht gedämmt sind, lohnt sich vorab eine energetische Sanierung der Gebäudehülle, damit das Gerät wirtschaftlich läuft. Ob Ihr Haus schon passt, klären wir am besten mit einer Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 – also der Rechnung, wie viel Heizleistung Ihr Haus wirklich braucht.

Erst prüfen, dann planen

In unseren Projekten in Stuttgart und ganz Deutschland sehen wir oft, dass schon ein Heizkörper-Check und ein hydraulischer Abgleich – also die Feineinstellung aller Heizungsventile – ausreichen, damit die Anlage im Altbau sparsam läuft.

Welche Arten gibt es – und wie unterscheidet sich der Einbau?

Alle Wärmepumpen arbeiten zunächst nach demselben Prinzip: Sie holen sich Wärme aus der Umwelt und machen sie über einen Kältekreislauf zum Heizen nutzbar. Beim Einbau gibt es jedoch klare Unterschiede, weil jede Art ihre Wärme aus einer anderen Quelle zieht.

Luft, Erde und Wasser im Vergleich

Die Luft-Wasser-Anlage nutzt die Außenluft und lässt sich mit wenig Aufwand aufstellen. Die Sole-Wasser-Anlage – also die Erdwärmepumpe – zieht ihre Energie dagegen über Erdsonden oder Kollektoren aus dem Boden und arbeitet dadurch etwas sparsamer. Die Wasser-Wasser-Anlage wiederum holt sich Wärme aus dem Grundwasser über zwei Brunnen. Damit Sie die Unterschiede auf einen Blick sehen, haben wir sie gegenübergestellt.

Merkmal Luft-Wasser Sole-Wasser (Erde) Wasser-Wasser
Aufwand Einbau ✓ Gering ~ Hoch (Bohrung) ~ Hoch (Brunnen)
JAZ (typisch) ~ 3,0–4,5 ✓ 4,0–5,0 ✓ 4,5–5,5
Genehmigung nötig ✓ Meist nein ✗ Ja (Wasserbehörde) ✗ Ja (Wasserbehörde)
Geeignet für Altbau ✓ Ja ~ Bedingt ~ Bedingt

Für die meisten Einfamilienhäuser ist die Luft-Wasser-Anlage die beste Wahl, weil sie ohne Erdarbeiten auskommt. Es gibt sie als Monoblock, bei dem der ganze Kältekreislauf im Außengerät sitzt, oder als Split-Gerät mit getrenntem Innen- und Außenteil. Ein Split-Gerät darf jedoch nur eine Kältefachkraft anschließen, da hier zusätzliche Leitungen nötig sind.

Wärmepumpe einbauen: Der Ablauf Schritt für Schritt

Der Einbau folgt einem klaren Ablauf, der bei allen Arten ähnlich ist – nur das Erschließen der Wärmequelle ist verschieden, weil jede Quelle andere Arbeiten braucht. Wir gehen Schritt für Schritt durch, was ein Fachbetrieb bei einer Luftwärmepumpe erledigt.

  • Planung und Standort: Zunächst rechnet der Fachbetrieb die Heizlast aus und legt fest, wo das Gerät steht. Dabei zählen Abstand zum Heizraum, zur Wand und zu den Nachbarn.
  • Alte Heizung ausbauen: Danach wird die alte Öl- oder Gasheizung fachgerecht ausgebaut und entsorgt. Bei Gas können Sie den Anschluss stilllegen, sofern Sie nicht mehr damit kochen.
  • Fundament und Bohrung: Anschließend entsteht ein frostsicheres Fundament für das Außengerät, und für die Leitungen wird die Wand durchbohrt.
  • Montage und Anschlüsse: Nun werden Innen- und Außenteil verbunden sowie Heizung, Abfluss und Strom angeschlossen. Den Stromanschluss – meist 400 Volt – legt eine Elektrofachkraft.
  • Start und hydraulischer Abgleich: Zuletzt wird die Anlage befüllt, gestartet und über den hydraulischen Abgleich fein eingestellt. Das hält die Energiekosten dauerhaft niedrig.
Anmeldung beim Netzbetreiber nicht vergessen

Jedes Gerät müssen Sie vor dem Start beim Netzbetreiber anmelden. Als Fachbetrieb übernehmen wir das für Sie – ebenso die Anbindung einer Photovoltaikanlage, damit Ihre Anlage möglichst viel eigenen Solarstrom nutzt.

Wie lange dauert der Einbau?

Der reine Einbau einer Luft-Wasser-Anlage dauert in der Regel zwei bis drei Tage. Muss zuvor noch die alte Heizung raus, dann verlängert sich das auf bis zu eine Woche. Bei Erd- oder Wasser-Anlagen kommen die Erdarbeiten hinzu: Bohrungen oder das Verlegen der Kollektoren strecken den Einbau um ein bis zwei Wochen.

Realistisch sollten Sie außerdem Vorlaufzeit einplanen. Denn viele Betriebe sind gut ausgelastet, sodass zwischen Anfrage und Termin einige Wochen bis Monate liegen können. Wer daher früh plant und den Antrag rechtzeitig stellt, spart sich lange Wartezeiten.

Was kostet der Einbau einer Wärmepumpe?

Die Kosten hängen stark von der Art ab. Die reine Montage ist überall ähnlich; teuer wird dagegen vor allem das Erschließen der Quelle bei Erd- und Wasser-Anlagen. Damit Sie die Posten einordnen können, haben wir typische Richtwerte für Sie zusammengestellt.

Kostenstelle Richtwert
Reine Montage2.000 – 4.000 €
Quelle erschließen (Erde/Wasser)bis 16.000 €
Alte Heizung ausbauen & entsorgen500 – 2.500 €
Einbau gesamt2.500 – 22.000 €
Gerät + Einbau im Einfamilienhaus15.000 – 35.000 €
Preise sind Richtwerte (Stand 2026)

Die Werte beruhen auf typischen Projekten in Deutschland. Je nach Größe des Hauses, Hersteller und Region können die Kosten abweichen. Für ein genaues Angebot empfehlen wir ein kostenloses Gespräch mit anschließender Heizlastberechnung.

Förderung 2026: Bis zu 70 % Zuschuss für den Einbau

Den Einbau fördert der Staat weiterhin kräftig. Den Zuschuss für den Heizungstausch beantragen Sie seit 2024 bei der KfW über das Programm 458 – nicht mehr beim BAFA. Damit sinken Ihre Kosten oft um mehrere Tausend Euro.

So setzt sich die Förderung zusammen

Jeder Eigentümer bekommt eine Grundförderung von 30 %. Beim Tausch einer alten Öl- oder Gasheizung kommt der Klimageschwindigkeitsbonus hinzu, der seit dem 21. Juli 2026 bei 16 % liegt. Zusätzlich gibt es einen gestaffelten Einkommensbonus: 40 % bei einem Haushaltseinkommen bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 € und 10 % bis 50.000 €. Familien mit einem Kind dürfen dabei 10.000 € vom Einkommen abziehen. Insgesamt ist der Zuschuss jedoch auf höchstens 70 % gedeckelt.

Neue Förderregeln seit dem 21. Juli 2026

Seit dem 21. Juli 2026 gelten angepasste Regeln: Die förderfähigen Kosten liegen bei 28.000 € für die erste Wohneinheit und sinken erstmals am 1. Februar 2027, danach halbjährlich um 750 €. Der Effizienzbonus von 5 % ist entfallen. Zudem gelten strengere Vorgaben – etwa eine JAZ von mindestens 3,0. Stellen Sie den Antrag daher früh.

Weil die Regeln komplex sind und sich oft ändern, lohnt sich vorab eine gute Energieberatung. Das BAFA fördert außerdem weiterhin die Vor-Ort-Beratung und einzelne Maßnahmen; welche BAFA-Zuschüsse für Ihr Vorhaben passen, prüfen wir mit Ihnen. Den KfW-Antrag reichen wir danach als geprüfter Fachbetrieb komplett für Sie ein.

Genehmigung: Was Sie beim Einbau beachten müssen

Ob Sie eine Genehmigung brauchen, hängt von der Art ab. Eine Luft-Wasser-Anlage ist zum Beispiel meist genehmigungsfrei – Sie müssen nur die Vorgaben zum Lärmschutz (TA Lärm) einhalten und genug Abstand zu Fenstern und Nachbarn wahren. Empfohlen sind mindestens drei Meter zur Grenze, wobei die Regeln je nach Bundesland abweichen.

Anders sieht es bei Erd- und Wasser-Anlagen aus. Für Erdsonden brauchen Sie eine Erlaubnis der Wasserbehörde, und ein Brunnen ist grundsätzlich genehmigungspflichtig. In Wasserschutzgebieten ist eine Wasser-Anlage sogar oft ganz verboten. Deshalb sollten Sie das früh klären, bevor Sie in die Detailplanung gehen.

Darf man eine Wärmepumpe selbst einbauen?

Rein rechtlich dürfen Sie eine Wärmepumpe selbst einbauen, in der Praxis raten wir jedoch klar davon ab. Der Grund liegt in den Folgen: Sobald die Montage fehlerhaft ist, entfällt die Garantie, die Anlage läuft ineffizient, und im schlimmsten Fall drohen Gefahren durch den 400-Volt-Anschluss. Hinzu kommt, dass Sie ohne Fachbetrieb keine KfW-Förderung bekommen.

Nur mit geprüftem Fachbetrieb

Ohne ein zugelassenes Fachunternehmen als ausführenden Betrieb gibt es keine Förderung und keine Garantie. Erd- und Wasser-Anlagen brauchen zudem eine Bohr- oder Brunnenzulassung – eigene Erdarbeiten sind hier nicht erlaubt.

Checkliste: So bereiten Sie den Einbau vor

Damit der Einbau glattläuft, hilft eine gute Vorbereitung. Die folgenden Punkte sollten Sie vorab abhaken.

  • Heizlast des Hauses rechnen lassen (für die richtige Größe des Geräts)
  • Heizflächen prüfen: Sind die Heizkörper groß genug oder liegt eine Flächenheizung?
  • Dämmung einschätzen und mögliche Schritte klären
  • Standort für das Außengerät samt Abstand zu den Nachbarn festlegen
  • Antrag über die KfW vor dem Kauf stellen
  • Bei Erd- oder Wasser-Anlage die Erlaubnis der Wasserbehörde einholen
  • Anmeldung beim Netzbetreiber vorbereiten

Wenn Sie mehrere Schritte planen, ordnet ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) alles sinnvoll und sichert Ihnen zusätzliche Boni. So blockieren sich die einzelnen Maßnahmen nicht gegenseitig.

Fazit

Eine Wärmepumpe einbauen ist heute für die meisten Häuser gut machbar – vor allem die Luft-Wasser-Anlage lässt sich ohne großen Aufwand einsetzen. Wichtig sind dabei eine niedrige Vorlauftemperatur, passende Heizflächen und eine saubere Planung. Wer den Antrag früh stellt und einen Fachbetrieb beauftragt, sichert sich bis zu 70 % Zuschuss und eine sparsame Heizung für die nächsten 20 Jahre. Unterm Strich zahlt sich der frühe Blick auf Voraussetzungen, Kosten und Förderung also doppelt aus.

Weiterführende Angebote: energetische Sanierung, individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) und BAFA-Förderprogramme.

Häufige Fragen zum Einbau einer Wärmepumpe

Kosten, Dauer und Voraussetzungen

Was kostet es, eine Wärmepumpe einzubauen?

Die reine Montage kostet je nach Aufwand rund 2.000 bis 4.000 €. Rechnet man Gerät, Bohrung und den Ausbau der alten Heizung hinzu, liegen die Gesamtkosten meist zwischen 15.000 und 35.000 €. Bei Erd- und Wasser-Anlagen treiben vor allem Bohrungen den Preis. Alle Werte sind Richtwerte und hängen von Haus, Region und Hersteller ab.

Wie lange dauert der Einbau einer Wärmepumpe?

Der reine Einbau einer Luftwärmepumpe dauert zwei bis drei Tage. Muss zuvor die alte Heizung raus, kann es bis zu eine Woche dauern. Bei Erd- oder Wasser-Anlagen strecken die Bohr- und Erdarbeiten den Einbau um ein bis zwei Wochen.

Welche Voraussetzungen muss mein Haus erfüllen?

Wichtig sind eine niedrige Vorlauftemperatur (ideal 35–50 °C), große Heizflächen und ein guter Wärmeschutz. Eine Fußbodenheizung ist optimal, moderne Heizkörper reichen aber oft aus. Eine Heizlastberechnung zeigt sicher, ob Ihr Haus schon passt.

Altbau, Eigenbau und Förderung

Kann man eine Wärmepumpe im Altbau einbauen?

Ja, in vielen Altbauten läuft eine Wärmepumpe gut – sofern die Dämmung stimmt und die Heizflächen groß genug sind. Oft genügen ein Heizkörper-Check und ein hydraulischer Abgleich. Ist das Haus schlecht gedämmt, empfiehlt sich vorab eine Sanierung.

Darf man eine Wärmepumpe selbst einbauen?

Rechtlich ist es erlaubt, praktisch aber nicht ratsam. Ohne Fachbetrieb entfallen Garantie und KfW-Förderung, und bei Fehlern drohen Verluste sowie Gefahren. Erd- und Wasser-Anlagen brauchen zudem eine Bohr- oder Brunnenzulassung.

Wie viel Förderung gibt es 2026 für den Einbau?

Sie bekommen bis zu 70 % Zuschuss: 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und je nach Einkommen bis zu 40 % Einkommensbonus – zusammen aber höchstens 70 %. Seit dem 21. Juli 2026 liegen die förderfähigen Kosten bei 28.000 €. Den Antrag stellen Sie vor dem Kauf über die KfW.

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