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Effizienzhaus 85: Energieeffizientes Bauen & Sanieren

Inhalt

Das Effizienzhaus 85 ist die Einstiegsstufe der Effizienzhaus-Förderung: Das Gebäude benötigt höchstens 85 % der Primärenergie eines Referenzgebäudes nach Gebäudeenergiegesetz (GEG). Für Altbauten ist das oft die realistischste Stufe – bei der Förderung hat sich zum 21. Juli 2026 aber gerade hier viel geändert. In der EE-Klasse gibt es keinen Tilgungszuschuss mehr, nur die NH-Klasse erhält noch 5 %. Wir zeigen Ihnen deshalb, was heute gilt und wann sich Einzelmaßnahmen mehr lohnen als der Effizienzhaus-Nachweis.

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Das Wichtigste im Überblick
  • Ein Effizienzhaus 85 braucht höchstens 85 % der Primärenergie des GEG-Referenzgebäudes, der Transmissionswärmeverlust liegt bei maximal 100 %.
  • Der Förderkredit beträgt bis zu 150.000 € je Wohneinheit (KfW 261) – einheitlich für alle Stufen.
  • Wichtig: EH 85 EE erhält seit dem 21. Juli 2026 keinen Tilgungszuschuss mehr. Nur EH 85 NH bekommt noch 5 % (max. 7.500 €).
  • Der Worst-Performing-Building-Bonus von 10 Prozentpunkten bleibt – für unsanierte Altbauten ist er der entscheidende Hebel.
  • Das Effizienzhaus 85 gibt es nur in der Sanierung. Im Neubau gilt bereits das Niveau eines Effizienzhaus 55 als gesetzliches Minimum.
  • Wer nur einzelne Bauteile modernisiert, braucht keinen Effizienzhaus-Nachweis – dann sind Einzelmaßnahmen der einfachere Weg.

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Was ist ein Effizienzhaus 85?

„Effizienzhaus" ist der Förderstandard der KfW für energieeffiziente Wohngebäude. Die Zahl beschreibt den Primärenergiebedarf im Verhältnis zu einem gesetzlich definierten Vergleichsgebäude, dem Referenzgebäude nach GEG, das rechnerisch einem Effizienzhaus 100 entspricht. Je niedriger die Zahl, desto besser die energetische Qualität.

Ein Effizienzhaus 85 benötigt demnach 15 % weniger Primärenergie als das Vergleichsgebäude. Das klingt moderat, ist für einen unsanierten Altbau aber ein deutlicher Sprung: Viele Bestandsgebäude aus den 1950er- bis 1970er-Jahren liegen weit über dem Referenzwert. Genau deshalb ist die Stufe 85 für Sanierungen so relevant – sie ist häufig ohne Eingriffe in die Bausubstanz erreichbar, die bei höheren Stufen nötig wären.

Anforderungen an ein Effizienzhaus 85

Zwei Kennwerte müssen gleichzeitig eingehalten und von einer Expertin oder einem Experten für Energieeffizienz nachgewiesen werden.

Kennwert Effizienzhaus 85 Effizienzhaus 70 Effizienzhaus 55
Jahres-Primärenergiebedarf ≤ 85 % ≤ 70 % ≤ 55 %
Transmissionswärmeverlust (H'T) ≤ 100 % ≤ 85 % ≤ 70 %
Tilgungszuschuss EE-Klasse keiner keiner 5 %
Tilgungszuschuss NH-Klasse 5 % 5 % 10 %

Typischerweise führen in der Sanierung diese Maßnahmen zum Ziel:

  • Dämmung: Außenwände, Dach beziehungsweise oberste Geschossdecke und Kellerdecke.
  • Fenstertausch: moderne Fenster mit niedrigem U-Wert – heute in der Regel Dreifachverglasung.
  • Heizungstausch: Wärmepumpe, Pelletheizung oder Wärmenetzanschluss; eine reine Gasheizung erfüllt die 65-%-Vorgabe für erneuerbare Energien nicht.
  • Lüftung: Anlage mit Wärmerückgewinnung nach einem Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 – auch als Schutz vor Feuchteschäden.
  • Erneuerbare Erzeugung: Photovoltaik oder Solarthermie senken den Primärenergiebedarf zusätzlich.

Förderung: Das hat sich zum 21. Juli 2026 geändert

Grundlage ist die neue Richtlinie zur Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude vom 17. Juli 2026. Alle Tilgungszuschüsse wurden pauschal um 10 Prozentpunkte gesenkt. Weil das Effizienzhaus 85 vorher bei 5 % lag, bleibt in der EE-Klasse rechnerisch nichts übrig.

Förderbaustein Bis 20. Juli 2026 Seit 21. Juli 2026
Kredit je Wohneinheit 120.000 € (150.000 € mit EE-Klasse) einheitlich 150.000 €
Tilgungszuschuss EH 85 EE 5 % kein Tilgungszuschuss
Tilgungszuschuss EH 85 NH 10 % 5 % – max. 7.500 €
Bonus EE-Klasse + 5 Prozentpunkte entfällt
Förderfähige Stufen EH 85 auch ohne Klassenzusatz nur EH 85 EE oder EH 85 NH
Worst-Performing-Building-Bonus + 10 Prozentpunkte + 10 Prozentpunkte
Ohne Bonus kein Zuschuss – der verbilligte Kredit bleibt

Sanieren Sie auf Effizienzhaus 85 EE, fließt kein Tilgungszuschuss mehr. Der Förderkredit über bis zu 150.000 € je Wohneinheit mit verbilligtem Zins bleibt aber bestehen, ebenso der Zuschuss für Fachplanung und Baubegleitung. Und sobald der Worst-Performing-Building-Bonus greift, sind wieder 10 % Zuschuss möglich.

Tilgungszuschuss je Effizienzhaus-Stufe – Sanierung mit KfW 261 seit 21.07.2026
Effizienzhaus 40
10 % / 15 %
  • EE-Klasse: 10 % – max. 15.000 €
  • NH-Klasse: 15 % – max. 22.500 €
  • höchste Stufe, höchster Zuschuss
Effizienzhaus 55
5 % / 10 %
  • EE-Klasse: 5 % – max. 7.500 €
  • NH-Klasse: 10 % – max. 15.000 €
  • zugleich GEG-Neubauniveau
Effizienzhaus 70
– / 5 %
  • EE-Klasse: kein Tilgungszuschuss
  • NH-Klasse: 5 % – max. 7.500 €
  • serielles Sanieren: 5 % möglich
Effizienzhaus 85
– / 5 %
  • EE-Klasse: kein Tilgungszuschuss
  • NH-Klasse: 5 % – max. 7.500 €
  • Einstiegsstufe der Sanierung
Basis ist ein Förderkredit von bis zu 150.000 € je Wohneinheit. Zusätzlich möglich: +10 Prozentpunkte Worst-Performing-Building-Bonus und +15 Prozentpunkte für serielles Sanieren. Stand: 13.08.2026, Quelle: KfW.
Vertrauensschutz für bestehende Zusagen

Anträge, die bis zum 20. Juli 2026 vollständig eingegangen sind, werden nach den bisherigen Konditionen bearbeitet – also noch mit 5 beziehungsweise 10 % Tilgungszuschuss. Bereits erteilte Zusagen bleiben in vollem Umfang gültig, auch wenn die Sanierung erst später umgesetzt wird.

Effizienzhaus 85 oder Einzelmaßnahmen – was passt besser?

Diese Frage ist seit der Reform wichtiger geworden. Denn der Effizienzhaus-Nachweis bedeutet Planungsaufwand, und ohne Tilgungszuschuss steht diesem Aufwand in der EE-Klasse kein Zuschuss gegenüber. Die Entscheidung hängt daher vor allem an Ihrem Sanierungsumfang.

Ihre Situation Sinnvoller Weg Warum
Komplettsanierung in einem Zug, Finanzierung nötig Effizienzhaus 85 über KfW 261 150.000 € verbilligter Kredit je Wohneinheit
Gebäude ist ein Worst Performing Building Effizienzhaus 85 über KfW 261 10 % Tilgungszuschuss durch den Bonus
QNG-Zertifizierung ohnehin geplant Effizienzhaus 85 NH 5 % Tilgungszuschuss
Nur Dach, Fassade oder Fenster Einzelmaßnahmen kein Effizienzhaus-Nachweis erforderlich
Nur Heizungstausch Heizungsförderung KfW 458 eigenes Zuschussprogramm mit Boni
Stufe 55 technisch erreichbar Effizienzhaus 55 prüfen 5 bis 10 % Tilgungszuschuss statt 0 %

Sanieren Sie schrittweise, laufen Einzelmaßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik über das BAFA, der Heizungstausch dagegen über die Heizungsförderung KfW 458. Die aktuellen Sätze und Bedingungen finden Sie auf unserer Seite zur BAFA-Förderung und im Vergleich BAFA oder KfW.

Unser Tipp aus der Praxis

Lassen Sie vor der Entscheidung immer beide Wege durchrechnen – Effizienzhaus-Sanierung und Einzelmaßnahmen. Ein individueller Sanierungsfahrplan zeigt dabei die sinnvolle Reihenfolge und verhindert, dass eine frühe Maßnahme eine spätere Förderung blockiert. Genau dieser Fehler kostet in der Praxis am meisten Geld.

Rechenbeispiel: Sanierung zum Effizienzhaus 85

Angenommen, Sie sanieren ein Einfamilienhaus und schöpfen den Förderkredit von 150.000 € voll aus. So unterscheiden sich die Varianten:

Variante Tilgungszuschuss Zuschussbetrag
EH 85 EE 0 % 0 €
EH 85 NH 5 % 7.500 €
EH 85 EE als Worst Performing Building 10 % 15.000 €
EH 85 NH als Worst Performing Building 15 % 22.500 €

Zusätzlich gibt es den Zuschuss für Fachplanung und Baubegleitung: 50 % der Kosten, bei Ein- und Zweifamilienhäusern bis zu 5.000 €, bei Mehrfamilienhäusern bis zu 2.000 € je Wohneinheit. Da die Begleitung bei einer Effizienzhaus-Sanierung verpflichtend ist, sollten Sie sie von Anfang an einplanen.

Sonderfall Denkmal: die bessere Stufe für geschützte Gebäude

Steht Ihr Gebäude unter Denkmalschutz oder gilt als besonders erhaltenswerte Bausubstanz, ist nicht das Effizienzhaus 85 die richtige Kategorie, sondern das Effizienzhaus Denkmal. Dort gelten erleichterte Anforderungen an die Gebäudehülle – und der Tilgungszuschuss liegt höher: 5 % in der EE-Klasse und 10 % in der NH-Klasse.

Für denkmalgeschützte Objekte lohnt sich diese Prüfung fast immer, weil Auflagen des Denkmalschutzes und energetische Ziele sonst schnell kollidieren. Mehr dazu auf unserer Seite zur Energieberatung im Denkmalschutz.

Vorteile eines Effizienzhauses 85

  • Realistisch erreichbar: Für viele Altbauten die Stufe, die ohne Eingriff in die Substanz machbar ist.
  • Deutlich niedrigere Betriebskosten: Weniger Heizenergie bei gleichzeitig besserem Raumklima.
  • Günstige Finanzierung: Verbilligter Kredit über bis zu 150.000 € je Wohneinheit mit langer Laufzeit.
  • Bessere Bewertung: Der energetische Zustand ist ein harter Preisfaktor bei Verkauf und Vermietung – sichtbar im Energieausweis.
  • Schutz vor Bauschäden: Fachlich geplante Dämmung und Lüftung verhindern Feuchte- und Schimmelprobleme.

Schritt für Schritt zum Effizienzhaus 85

  • Bestand aufnehmen: Zunächst analysiert eine Expertin oder ein Experte für Energieeffizienz das Gebäude und prüft, welche Stufen erreichbar sind.
  • Weg festlegen: Anschließend vergleichen Sie Effizienzhaus-Sanierung und Einzelmaßnahmen – inklusive der möglichen Boni.
  • Bestätigung zum Antrag: Danach erstellt die Expertin oder der Experte die Bestätigung zum Antrag (BzA).
  • Antrag über die Bank: Den Kredit 261 beantragen Sie über Ihren Finanzierungspartner – vor Beginn der Maßnahme.
  • Umsetzen: Erst nach der Zusage beauftragen Sie die Fachbetriebe; die Baubegleitung läuft mit.
  • Nachweis einreichen: Zuletzt bestätigt die Expertin oder der Experte das Ergebnis, woraufhin ein etwaiger Tilgungszuschuss verrechnet wird.
Erst Antrag, dann Auftrag

Ein zu früh unterschriebener Bauvertrag ist der häufigste Grund für abgelehnte Förderanträge. Beauftragen Sie Bauleistungen also erst nach der Förderzusage – oder nutzen Sie einen Vertrag mit aufschiebender Bedingung. Planungs- und Beratungsleistungen dürfen Sie vorher vergeben.

Mehr zu den Programmen finden Sie in unserer Übersicht der KfW-Programme, zum Kredit selbst bei KfW 261/262 und zur Systematik auf unserer Seite KfW-Effizienzhaus. Die höheren Stufen im Vergleich: Effizienzhaus 70, Effizienzhaus 55 und Effizienzhaus 40. Die offiziellen Konditionen lesen Sie zudem bei der KfW nach.

Häufige Fragen zum Effizienzhaus 85

Was bedeutet Effizienzhaus 85?

Das Gebäude benötigt höchstens 85 % der Primärenergie eines Referenzgebäudes nach GEG, der Transmissionswärmeverlust liegt bei maximal 100 % des Referenzwerts. Es ist die niedrigste geförderte Effizienzhaus-Stufe.

Wie hoch ist der Tilgungszuschuss für ein Effizienzhaus 85 im Jahr 2026?

Seit dem 21. Juli 2026 gibt es für EH 85 EE keinen Tilgungszuschuss mehr. EH 85 NH erhält 5 %, also maximal 7.500 € je Wohneinheit. Mit dem Worst-Performing-Building-Bonus kommen 10 Prozentpunkte hinzu.

Gibt es beim Effizienzhaus 85 noch bis zu 15 % Tilgungszuschuss?

Nur in Kombination mit einem Bonus. Aus der Stufe selbst ergeben sich maximal 5 % (NH-Klasse); die 15 % erreichen Sie, wenn zusätzlich der Worst-Performing-Building-Bonus greift. Ältere Angaben von „bis zu 15 %" beziehen sich auf die Konditionen vor dem 21. Juli 2026.

Ist eine QNG-Zertifizierung für das Effizienzhaus 85 Pflicht?

Nein. Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude ist nur für die NH-Klasse erforderlich. Für die EE-Klasse genügt ein wesentlicher Anteil erneuerbarer Energien bei der Wärmeversorgung.

Reicht eine Gas-Brennwertheizung für ein Effizienzhaus 85?

Nein. Für die Förderklassen EE und NH ist eine Wärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energien nötig. Für neu eingebaute Heizungen gilt zudem die gesetzliche Vorgabe von 65 % erneuerbarer Energie.

Gibt es das Effizienzhaus 85 im Neubau?

Nein. Neubauten müssen bereits das Niveau eines Effizienzhaus 55 einhalten. Die Stufe 85 existiert ausschließlich in der Sanierung.

Was gilt für denkmalgeschützte Gebäude?

Für sie gibt es die eigene Stufe Effizienzhaus Denkmal mit erleichterten Anforderungen an die Gebäudehülle. Der Tilgungszuschuss liegt dort bei 5 % (EE-Klasse) beziehungsweise 10 % (NH-Klasse) und damit höher als beim Effizienzhaus 85.

Lohnt sich das Effizienzhaus 85 ohne Tilgungszuschuss noch?

Wenn Sie ohnehin finanzieren, ja – der verbilligte Kredit über bis zu 150.000 € je Wohneinheit bleibt ein echter Vorteil. Sanieren Sie dagegen ohne Kredit und nur in Teilschritten, sind Einzelmaßnahmen meist der bessere Weg.

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Seit der Reform entscheidet der richtige Förderweg über mehrere Tausend Euro. Wir prüfen, welche Stufe Ihr Gebäude erreicht, ob der Worst-Performing-Building-Bonus greift und welcher Weg sich für Sie rechnet – inklusive Antrag und Baubegleitung.

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