Wer heute neu baut oder umfassend saniert und dabei KfW-Fördergelder einplant, stößt früher oder später auf einen Begriff: das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude, kurz QNG. Dieses staatliche Siegel ist seit 2022 mehr als eine freiwillige Auszeichnung – es ist die Eintrittskarte zu den höchsten Förderstufen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Doch was genau steckt dahinter, welche Anforderungen muss Ihr Gebäude erfüllen und mit welchen Kosten sollten Sie rechnen? Wir erklären Ihnen das QNG verständlich und zeigen, wann sich der Aufwand für Sie lohnt.
- Das QNG ist ein staatliches Qualitätssiegel des Bundesbauministeriums, das die ökologische, ökonomische und soziokulturelle Qualität eines Gebäudes bestätigt.
- Es gibt zwei Stufen: QNG-PLUS und QNG-PREMIUM. PREMIUM stellt strengere Anforderungen an CO₂, Primärenergie und Holzanteil.
- Das Siegel ist Voraussetzung für die höchste Förderstufe im Programm „Klimafreundlicher Neubau” – mit QNG steigt der KfW-Kredit von 100.000 € auf bis zu 150.000 € pro Wohneinheit.
- Die Zertifizierung kostet je nach Gebäude rund 6.000 bis 15.000 € – die KfW bezuschusst Fachplanung und Zertifizierung mit bis zu 5.000 €.
- Vergeben wird das Siegel ausschließlich von akkreditierten Stellen wie DGNB, NaWoh oder BiRN nach unabhängiger Prüfung.
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Was ist das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)?
Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude ist ein staatliches Gütesiegel, das vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) herausgegeben wird. Es bestätigt, dass ein Gebäude bei Planung, Bau und Betrieb hohe Nachhaltigkeitsstandards einhält. Bewertet werden dabei drei Qualitäten, die zusammen den Kern des nachhaltigen Bauens bilden: die ökologische, die ökonomische und die soziokulturelle Qualität.
Anders als ein reines Energie-Label betrachtet das QNG also den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes – von der Materialgewinnung über die Nutzung bis zum späteren Rückbau. Besonderes Gewicht haben dabei die Themen im öffentlichen Interesse: Klimaschutz, Ressourcenschonung und Gesundheitsschutz. Der Staat legt die Kriterien fest, die eigentliche Prüfung übernehmen jedoch unabhängige Stellen.
Wer steht hinter dem Siegel?
Das BMWSB definiert die Anforderungen und Bedingungen, vergibt das Siegel aber nicht selbst. Stattdessen übernehmen akkreditierte Zertifizierungsstellen diese Aufgabe im Auftrag des Bundes. Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) – also die nationale Behörde, die die Kompetenz und Unabhängigkeit privater Prüfstellen überwacht – kontrolliert dabei, dass alle Anbieter nach denselben Maßstäben arbeiten. Dadurch ist sichergestellt, dass ein QNG-Siegel überall in Deutschland dieselbe Aussagekraft hat.
Warum das QNG wichtig ist: der Schlüssel zur KfW-Förderung
Für die meisten Bauherren ist das QNG vor allem aus einem Grund interessant: Es ist die Voraussetzung für die attraktivsten Förderstufen der KfW. Seit April 2022 ist das Siegel nicht mehr freiwillig, sondern Pflicht, wenn Sie im Neubau die höchste Förderung im Rahmen der BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) in Anspruch nehmen möchten.
Konkret geht es um das Programm „Klimafreundlicher Neubau” (KFN). Hier gibt es zwei Stufen: das „Klimafreundliche Wohngebäude” und das anspruchsvollere „Klimafreundliche Wohngebäude mit QNG”. Nur in der zweiten Stufe ist ein Nachhaltigkeitszertifikat verpflichtend – und nur damit schöpfen Sie den maximalen Kreditrahmen aus. Das QNG ist somit kein Selbstzweck, sondern in erster Linie ein finanzieller Hebel.
Eine eigenständige Förderung nur für das Siegel gibt es derzeit nicht. Das QNG entfaltet seinen Wert ausschließlich als Türöffner für die höheren KfW-Kreditstufen und Tilgungszuschüsse. Wer ohnehin keine Förderung beantragt, braucht das Siegel in der Regel nicht.
QNG-PLUS und QNG-PREMIUM: die zwei Stufen im Vergleich
Das Qualitätssiegel wird in zwei Anforderungsniveaus vergeben: QNG-PLUS und QNG-PREMIUM. Beide stehen für ein wirklich nachhaltiges Gebäude, doch PREMIUM verlangt deutlich strengere Werte. Damit Sie die Unterschiede klar auseinanderhalten können, haben wir die wichtigsten Kennzahlen gegenübergestellt.
| Anforderung | QNG-PLUS | QNG-PREMIUM |
|---|---|---|
| Höchstgrenze Treibhausgasemissionen | 24 kg CO₂/m²a | 20 kg CO₂/m²a |
| Höchstgrenze Primärenergiebedarf | 96 kWh/m²a | 64 kWh/m²a |
| Mindestanteil Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft | 70 % | 80 % |
| Schadstoffnachweis | ~ Bestätigung der Baufirmen | ✓ Nachweis für alle Materialien |
| Genutztes Gründachpotenzial | 50 % | 70 % |
In der Praxis entscheiden sich die meisten privaten Bauherren für QNG-PLUS, weil der Dokumentations- und Nachweisaufwand spürbar geringer ist. PREMIUM lohnt sich vor allem dann, wenn Sie ohnehin sehr ambitioniert bauen – etwa mit hohem Holzanteil und sehr niedrigem Energiebedarf. Welche Stufe in Ihrem Fall sinnvoll ist, hängt stark vom Einzelfall ab; eine ausführliche Abwägung finden Sie in unserem Beitrag zu QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM.
Welche Anforderungen muss ein Gebäude erfüllen?
Damit ein Gebäude das Siegel erhält, muss es zahlreiche Kriterien aus den drei Qualitätsbereichen erfüllen. Das BMWSB stellt dafür einen umfangreichen Kriterienkatalog bereit. Die wichtigsten Anforderungen betreffen dabei nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch Gesundheit, Materialien und Barrierefreiheit.
- Begrenzung der Treibhausgase
- Niedriger Primärenergiebedarf
- Blick auf den Lebenszyklus
- Schadstoffe in Materialien vermeiden
- Schallschutz beachten
- Gute Raumluftqualität
- Holz aus nachhaltiger Forst
- Schonender Materialeinsatz
- Geringer Trinkwasserbedarf
- Barrierefreiheit
- Nutzbarkeit für alle Altersgruppen
- Schutz der Biodiversität
Ein zentraler Gedanke zieht sich durch alle Kriterien: Es geht nicht allein um den Energieverbrauch im Betrieb, sondern um die Gesamtbilanz über die gesamte Lebensdauer. Genau hier kommt die Lebenszyklusanalyse ins Spiel, mit der die Umweltwirkungen eines Gebäudes von der Herstellung bis zum Rückbau berechnet werden. Sie ist ein Kernbaustein jeder QNG-Bewertung.
Siegelvarianten: Wohngebäude (WG23) und Nichtwohngebäude (NW23)
Seit Anfang 2023 ist das QNG in zwei Hauptvarianten gegliedert. Für den Neubau und die Komplettmodernisierung von Wohngebäuden gilt die Version QNG-WG23. Für Nichtwohngebäude – also etwa Bürogebäude, Schulen oder Gewerbeobjekte – kommt hingegen die Variante QNG-NW23 zum Einsatz. Bei Nichtwohngebäuden gelten zudem teils zusätzliche Anforderungen, beispielsweise an die Dachbegrünung und die Barrierefreiheit.
Wichtig ist die Erkenntnis, dass das Siegel ausdrücklich auch die Komplettmodernisierung abdeckt. Damit ist das QNG längst nicht mehr nur ein Thema für den Neubau, sondern zunehmend auch für anspruchsvolle Sanierungen relevant.
Wer braucht das QNG – Neubau und Sanierung
Am bekanntesten ist das QNG im Neubau: Wer ein neues Wohngebäude im Standard Effizienzhaus 40 errichtet – also ein Haus, das nur 40 Prozent der Energie eines gesetzlichen Referenzgebäudes benötigt – und die QNG-Stufe wählt, sichert sich den höchsten KfW-Kreditrahmen. Voraussetzung ist außerdem, dass nicht mit Öl, Gas oder Biomasse geheizt wird. Daher führt im förderfähigen Neubau praktisch kein Weg an erneuerbaren Energien vorbei.
QNG bei der Sanierung von Bestandsgebäuden
Seit Oktober 2023 lässt sich die Nachhaltigkeitsklasse mit QNG auch bei der Sanierung von Wohngebäuden erreichen. Damit rückt das Siegel für viele Eigentümer in den Fokus, die ihren Altbau auf ein hohes Effizienzniveau bringen wollen. In unseren Projekten in Stuttgart und ganz Deutschland erleben wir, dass gerade bei umfassenden Vorhaben die QNG-Anforderungen früh mitgedacht werden sollten. Wer eine energetische Sanierung plant, profitiert davon, die Nachhaltigkeitskriterien von Beginn an in die Planung einzubeziehen.
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) – also eine strukturierte Roadmap für die Modernisierung Ihres Hauses – ist dabei ein guter Ausgangspunkt. Er zeigt, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind und wie sich das Ziel QNG realistisch erreichen lässt.
QNG vs. DGNB, BNB und LEED – die Einordnung
Im Bereich nachhaltiges Bauen kursieren viele Siegel, und die Begriffe werden oft durcheinandergeworfen. Das QNG ist das einzige staatliche Siegel und zugleich die Grundlage für die KfW-Förderung. Daneben gibt es etablierte private Systeme, die häufig deutlich weiter gehen.
Das wohl bekannteste ist das DGNB-System der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, das in den Stufen Silber, Gold und Platin vergeben wird. Das BNB (Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen) ist dagegen für öffentliche Bundesbauten reserviert. International verbreitet sind außerdem LEED und BREEAM, die vor allem Investoren mit grenzüberschreitenden Portfolios nutzen. Entscheidend für Sie als privater Bauherr: Für die KfW-Förderung zählt allein das QNG – und die DGNB ist zugleich eine der Stellen, die das QNG ausstellen darf.
So läuft die Zertifizierung ab
Der Weg zum Siegel ist ein strukturierter Prozess, der die gesamte Bauphase begleitet. Ein zentraler Punkt vorweg: Das Zertifikat erhalten Sie erst nach Fertigstellung des Gebäudes, denn geprüft wird die tatsächlich gebaute Qualität. Eine sorgfältige Planung von Anfang an ist deshalb unverzichtbar.
- Vorab-Check und Beratung: Zunächst prüft ein Nachhaltigkeitsexperte Ihre Baupläne und schätzt ein, ob das Projekt die QNG-Kriterien erfüllen kann. Hier lassen sich frühzeitig Stellschrauben optimieren.
- Anmeldung und Antragstellung: Der Auditor meldet Ihr Bauvorhaben bei der Zertifizierungsstelle an und reicht die Projektdokumentation mit allen relevanten Daten ein.
- Dokumentation und Baubegleitung: Während der Bauphase begleitet und dokumentiert der Experte den Prozess. So werden Abweichungen frühzeitig erkannt und korrigiert.
- Abschlussprüfung: Nach Fertigstellung bewertet eine unabhängige Stelle die realisierten Qualitäten anhand der eingereichten Nachweise.
- Zertifikatsvergabe: Erfüllt das Gebäude alle Kriterien, erhalten Sie das Siegel in der Variante PLUS oder PREMIUM. Das Zertifikat ist zeitlich unbegrenzt gültig.
Die Rolle des Auditors und des Energieberaters
Für das QNG benötigen Sie einen sogenannten Auditor, also einen speziell geschulten Nachhaltigkeitsexperten, der von einer anerkannten Bewertungsstelle ausgebildet wurde. Für die KfW-Förderung kommt zusätzlich ein Energieeffizienz-Experte ins Spiel, der bestätigt, dass Ihr Gebäude den Effizienzhaus-40-Standard erreicht. Beide Rollen greifen somit eng ineinander. Mehr zu den Aufgaben und zur Suche lesen Sie in unserem Beitrag zum QNG-Auditor. Als Energieberater übernimmt GREENOX im Rahmen der KfW-Energieberatung die effizienztechnische Begleitung Ihres Projekts.
Je früher die QNG-Anforderungen in die Planung einfließen, desto günstiger und reibungsloser verläuft die Zertifizierung. Nachträgliche Änderungen an Materialien oder Konstruktion sind teuer – und manche Kriterien lassen sich im Nachhinein gar nicht mehr nachweisen.
Was kostet das QNG-Siegel?
Die Kosten setzen sich aus zwei Bausteinen zusammen: der Zertifizierungsgebühr der Prüfstelle und dem Honorar für den Nachhaltigkeitsexperten. Damit Sie die Größenordnung einschätzen können, haben wir die typischen Posten zusammengestellt.
| Kostenposten | Richtwert | Anmerkung |
|---|---|---|
| Zertifizierungsgebühr Einfamilienhaus | ca. 595–600 € (zzgl. MwSt.) | je nach Zertifizierungsstelle |
| Zertifizierungsgebühr Zweifamilienhaus | ca. 800 € | steigt mit der Zahl der Wohneinheiten |
| Honorar Auditor / Nachhaltigkeitsexperte | individuell | abhängig von Größe und Aufwand |
| Gesamtkosten (Richtwert) | ca. 6.000–15.000 € | Einfamilien- bis Mehrfamilienhaus |
Die genannten Kosten basieren auf typischen Projekten in Deutschland. Je nach Gebäudegröße, Zertifizierungsstelle und regionalem Markt können sie abweichen. Die KfW bezuschusst die Kosten für Fachplanung, Baubegleitung und Zertifizierung mit bis zu 5.000 €, was den Eigenanteil spürbar senkt.
Welche Förderung gibt es mit dem QNG-Siegel?
Hier zahlt sich das Siegel aus. Die zentrale Förderung läuft über das KfW-Programm „Klimafreundlicher Neubau” mit den Kreditnummern 297 (Neubau) und 298 (Erstkauf). Wer die QNG-Stufe nachweist, hebt seinen zinsgünstigen Förderkredit deutlich an. Alle Details zu Konditionen und Antrag finden Sie auf unserer Seite zum Klimafreundlichen Neubau (KfW 297).
| Förderstufe | ohne QNG | mit QNG |
|---|---|---|
| Max. Kredit „Klimafreundlicher Neubau” je Wohneinheit | 100.000 € | 150.000 € |
| Max. Kredit „Wohneigentum für Familien” (300) | 170.000–220.000 € | 220.000–270.000 € |
| Voraussetzung | Effizienzhaus 40, kein Öl/Gas/Biomasse | zusätzlich QNG-Nachweis (PLUS oder PREMIUM) |
Die Konditionen sind aktuell besonders attraktiv: Seit März 2026 liegt der KfW-Zinssatz für Effizienzhaus-40-Neubauten bei etwa 0,6 Prozent bei zehn Jahren Laufzeit. Über die gesamte Finanzierung gerechnet, kann der QNG-Aufpreis durch die höhere Kreditsumme und die günstigen Zinsen mehr als ausgeglichen werden – vorausgesetzt, Sie nutzen den zusätzlichen Kreditrahmen tatsächlich.
Wie bei allen KfW-Programmen gilt: Der Förderantrag muss vor dem Beginn des Vorhabens gestellt werden – gemeinsam mit einem zugelassenen Energieeffizienz-Experten. Rückwirkende Anträge sind nicht möglich.
Vorteile und Nachteile auf einen Blick
Ein QNG-zertifiziertes Gebäude bringt klare Vorzüge, hat aber auch seinen Preis. Wir benennen beide Seiten ehrlich, damit Sie für sich abwägen können.
Auf der Habenseite stehen zunächst niedrige Energiekosten, eine hohe Wertbeständigkeit und Wohngesundheit durch schadstoffarme Materialien. Hinzu kommt die größere Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen sowie der konkrete Förderhebel. Dem gegenüber stehen höhere Anfangskosten, ein komplexerer Planungsprozess und der zusätzliche bürokratische Aufwand der Zertifizierung. Ob sich der Aufwand für Sie rechnet, hängt vor allem davon ab, ob Sie die höhere KfW-Förderung wirklich ausschöpfen.
Fazit
Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude ist weit mehr als ein Etikett: Es ist ein durchdachter staatlicher Standard und zugleich der Schlüssel zu den höchsten KfW-Förderstufen. Mit QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM bauen Sie nachweislich nachhaltig – und sichern sich gleichzeitig einen deutlich größeren, zinsgünstigen Förderkredit. Damit das gelingt, sollten die Anforderungen von der ersten Planungsskizze an mitgedacht werden. Genau hier unterstützt Sie GREENOX als erfahrener Energieberater von der Bewertung bis zum fertigen Förderantrag.
Weiterführende Artikel: QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM, QNG-Auditor und Klimafreundlicher Neubau (KfW 297).
Häufige Fragen zum Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude
Das QNG ist ein staatliches Gütesiegel des Bundesbauministeriums, das die Nachhaltigkeit eines Gebäudes in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und soziokulturelle Qualität bewertet. Es wird nach einer unabhängigen Prüfung in den Stufen PLUS oder PREMIUM vergeben und ist Voraussetzung für die höchste KfW-Förderstufe im Neubau.
Vergeben wird das Siegel ausschließlich von akkreditierten Zertifizierungsstellen, die im Auftrag des Bundes arbeiten – etwa die DGNB, der Verein NaWoh oder das Bau-Institut BiRN. Die eigentliche Prüfung übernimmt ein geschulter Auditor. Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) überwacht die Unabhängigkeit dieser Stellen.
Je nach Gebäudetyp sollten Sie mit Gesamtkosten von rund 6.000 bis 15.000 € rechnen. Darin enthalten sind die Zertifizierungsgebühr (für ein Einfamilienhaus ca. 595–600 €) sowie das individuelle Honorar des Nachhaltigkeitsexperten. Die KfW bezuschusst Fachplanung und Zertifizierung mit bis zu 5.000 €.
PREMIUM stellt strengere Anforderungen als PLUS. Während PLUS maximal 24 kg CO₂/m²a und 96 kWh/m²a Primärenergie zulässt, sind es bei PREMIUM nur 20 kg CO₂/m²a und 64 kWh/m²a. Auch der geforderte Holzanteil aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist bei PREMIUM mit 80 statt 70 Prozent höher. Die meisten privaten Bauherren wählen PLUS.
Seit Oktober 2023 lässt sich die Nachhaltigkeitsklasse mit QNG auch bei der Komplettmodernisierung von Wohngebäuden erreichen. Notwendig ist es nur, wenn Sie die entsprechende Förderstufe in Anspruch nehmen möchten. Für eine reine Einzelmaßnahme ohne diese Förderung brauchen Sie das Siegel nicht.
Das Zertifikat ist zeitlich unbegrenzt gültig. Es wird nach Fertigstellung des Gebäudes auf Grundlage der tatsächlich realisierten Qualitäten ausgestellt und behält seine Aussagekraft dauerhaft.


