Der Heizungsbestand in Deutschland ist träger, als viele denken: Während in Neubauten längst die Wärmepumpe dominiert, hängen fast drei Viertel aller Wohnungen weiterhin an Gas oder Öl. Der aktuelle dena-Gebäudereport 2026 zeigt mit frischen Zahlen, womit Deutschland wirklich heizt – und warum sich der Markt gerade trotzdem so schnell dreht wie nie. Wir haben die wichtigsten Daten für Sie ausgewertet und erklären außerdem, was sie für Ihre eigene Heizung bedeuten.
- Gas bleibt mit 56,1 % der wichtigste Energieträger im deutschen Wohnungsbestand – danach folgen Heizöl (17,3 %) und Fernwärme (15,5 %).
- Wärmepumpen, Solar- und Geothermie kommen im Bestand erst auf 4,3 % – im Neubau liegt die Wärmepumpe dagegen bei 73,6 % (2025).
- 2024 waren noch 18,7 Millionen Öl- und Gasheizungen installiert; 16 % davon sind sogar mindestens 30 Jahre alt.
- 2025 verkaufte sich zudem erstmals keine Heiztechnik so oft wie die Wärmepumpe – rund 299.000 Geräte.
- Seit dem 21.07.2026 gilt die reformierte BEG-Heizungsförderung: 30 % Grundförderung, mit Boni bis zu 70 % Zuschuss – bei einem zu versteuernden Einkommen bis 30.000 € sogar bis zu 80 %.
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So heizt Deutschland: Die Beheizungsstruktur im Bestand
Der dena-Gebäudereport 2026 liefert das aktuellste Bild vom Heizungsbestand in Deutschland: Insgesamt umfasst der Bestand 43,6 Millionen beheizte Wohnungen. Damit Sie die Verteilung auf einen Blick sehen, haben wir deshalb alle Energieträger mit ihrem Anteil und dem aktuellen Trend zusammengestellt:
| Energieträger | Anteil am Wohnungsbestand 2024 | Trend |
|---|---|---|
| Gas (inkl. Biomethan, Flüssiggas) | 56,1 % | ~ seit 2023 erstmals rückläufig |
| Heizöl | 17,3 % | ✗ sinkt seit Jahren (1998: 33 %) |
| Fernwärme | 15,5 % | ✓ wächst langsam |
| Elektro-Wärmepumpen, Solar-/Geothermie | 4,3 % | ✓ seit 2019 fast verdoppelt |
| Holz (Pellets, Scheitholz) | 4,1 % | ~ stabil |
| Strom (z. B. Nachtspeicher) | 2,5 % | ✗ rückläufig |
| Sonstige (v. a. Kohle) | 0,2 % | ✗ praktisch verschwunden |
Bemerkenswert ist vor allem eine Trendwende: Der Gas-Anteil war von 40,1 % im Jahr 1998 auf 56,4 % im Jahr 2022 gestiegen – 2023 und 2024 ging er jedoch erstmals zurück. Heizöl hat sich im selben Zeitraum sogar fast halbiert. Wärmepumpen sowie Solar- und Geothermie wachsen dagegen von allen Techniken am schnellsten, kommen im Bestand aber erst auf 4,3 %.
- 24,5 Mio. Wohnungen
- Anteil seit 2023 erstmals rückläufig
- 1998 noch 33 % Anteil
- Schwerpunkt im Süden, auch in BW
- Stark in Städten und im Osten
- Ausbau über kommunale Wärmeplanung
- Seit 2019 fast verdoppelt
- Im Neubau bereits Standard
Wie alt ist der Heizungsbestand in Deutschland?
Neben der Frage nach dem Energieträger ist außerdem das Alter der Anlagen entscheidend. Laut dem Report waren 2024 insgesamt 18,7 Millionen Öl- und Gasheizungen installiert – darunter 8,4 Millionen Gas-Brennwertgeräte, 5,4 Millionen ältere Gas-Heizwertkessel sowie rund 4,9 Millionen Ölheizungen. Brennwerttechnik nutzt nämlich zusätzlich die Wärme aus den Abgasen und arbeitet deshalb deutlich sparsamer als alte Heizwertkessel.
Besonders wichtig für Eigentümer: 16 % aller Heizungen wurden vor 1995 eingebaut und sind damit mindestens 30 Jahre alt. Für viele dieser Kessel greift deshalb die Austauschpflicht für alte Heizungen – Standardkessel müssen nach 30 Jahren in der Regel ersetzt werden. Zudem verlieren auch jüngere Heizwertkessel gegenüber moderner Technik jedes Jahr bares Geld, weil ihr Wirkungsgrad spürbar niedriger liegt.
Neben dem höheren Verbrauch steigt außerdem seit 2021 der CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe Jahr für Jahr. Wer heute noch mit einem 25 Jahre alten Ölkessel heizt, zahlt dadurch bei jedem Tanken mehr – ein Blick auf die Entwicklung beim Heizölpreis 2026 zeigt beispielsweise die Größenordnung.
Bestand und Neubau: Zwei völlig verschiedene Welten
Der Blick auf den Heizungsbestand in Deutschland zeigt nur die halbe Wahrheit, denn im Neubau haben sich die Verhältnisse komplett gedreht. Bei den 2024 fertiggestellten Wohngebäuden war die Wärmepumpe mit 69,4 % nämlich der wichtigste Energieträger – im Jahr 2000 lag ihr Anteil noch bei 0,6 %. 2025 stieg der Anteil laut Destatis sogar weiter auf 73,6 % der rund 58.900 neu gebauten Wohngebäude. Gas kam im Neubau 2024 dagegen nur noch auf 15 %, nachdem es 2004 mit 76 % klar vorn gelegen hatte.
Noch deutlicher wird der Trend außerdem bei den Baugenehmigungen: 81 % der 2024 genehmigten Wohngebäude sollen mit einer Wärmepumpe heizen, 8 % mit Fernwärme und nur noch 4 % mit Gas. Wer heute plant, eine Wärmepumpe einzubauen, folgt also keinem Nischentrend, sondern dem klaren Standard im Neubau.
Einfamilienhaus vorn, Mehrfamilienhaus hinkt nach
Interessant ist allerdings der Unterschied nach Gebäudetyp: Bei Ein- und Zweifamilienhäusern liegt der Wärmepumpen-Anteil im Neubau bei 74 %, bei Mehrfamilienhäusern dagegen nur bei 46 %. In Wohnungseigentümergemeinschaften sieht es im Bestand noch verhaltener aus – laut einer dena-Umfrage wird dort mit 37 % am häufigsten eine zentrale Gasheizung genutzt, während erst 7 % der Wohnungen eine Wärmepumpe haben. Gerade größere Gebäude profitieren deshalb oft von Alternativen wie Nah- und Fernwärme, deren Ausbau zudem über die kommunale Wärmeplanung vorangetrieben wird.
- Gas 56,1 % + Heizöl 17,3 %
- Wärmepumpe & Co. erst 4,3 %
- 16 % der Kessel älter als 30 Jahre
- Gas nur noch ~10 % der Fertigstellungen
- 81 % der Genehmigungen mit Wärmepumpe
- Fernwärme zweitwichtigster Träger
Absatzzahlen: 2025 wurde zum Wendejahr am Heizungsmarkt
Der Report der dena zeigt für 2024 zunächst einen historischen Einbruch: Nur 712.500 Wärmeerzeuger wurden verkauft, also ein Rückgang um 46 % gegenüber dem Rekordjahr 2023. Sowohl Gas-Brennwertgeräte (−49 %) als auch Wärmepumpen (−46 %) brachen ein – viele Eigentümer hatten ihre Entscheidung nämlich wegen der Debatte um das Heizungsgesetz vorgezogen oder verschoben.
2025 hat sich das Bild jedoch grundlegend gedreht – und damit auch das Tempo, mit dem sich der Heizungsbestand erneuert. Die Jahresbilanz des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) zeigt: Die Wärmepumpe war mit rund 299.000 verkauften Geräten erstmals die meistverkaufte Heiztechnik eines Jahres in Deutschland.
| Heiztechnik | Absatz 2025 | Veränderung zu 2024 |
|---|---|---|
| Wärmepumpe | ca. 299.000 | ✓ +55 % |
| Gasheizung | ca. 229.000 | ✗ −33 % |
| Ölheizung | ca. 22.500 | ✗ −74 % |
| Gesamtmarkt Wärmeerzeuger | ca. 616.000 | ~ −14 % |
Innerhalb des Wärmepumpen-Segments dominiert die Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem Marktanteil von rund 95 %. Sie gewinnt ihre Heizenergie nämlich aus der Außenluft und kommt dadurch ohne Erdbohrung aus – deshalb ist sie besonders für die Nachrüstung im Bestand beliebt. Schon 2024 wurden laut dena zudem 71 % der Luft-Wasser-Wärmepumpen im Zuge von Sanierungen eingebaut, nicht im Neubau.
Regionale Unterschiede: Der Norden heizt mit Gas, der Süden mit Öl
Der Heizungsbestand unterscheidet sich regional erheblich. Die Zensus-Auswertung im dena-Gebäudereport zeigt nämlich ein klares Muster: Der Norden und Nordwesten sind stark vom Gas geprägt, weil dort das Gasnetz historisch dicht ausgebaut ist. Richtung Süden und Südosten wird Heizöl dagegen deutlich präsenter – überall dort, wo ländliche Regionen nie ans Gasnetz angeschlossen wurden.
Auch Baden-Württemberg gehört übrigens zu den Ölheizungs-Hochburgen: Nach der BDEW-Studie „Wie heizt Deutschland?” liegt der Ölheizungs-Anteil hier bei rund 40 % der Wohngebäude – bundesweit Platz 2 hinter dem Saarland. In unseren Energieberatungen in Stuttgart und ganz Deutschland sehen wir deshalb häufig ältere Ölkessel, für die sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe oder einen Anschluss an die Fernwärme gleich doppelt lohnt: niedrigere Heizkosten sowie keine steigende CO₂-Abgabe. Fernwärme wiederum ist vor allem im Osten und in den Stadtstaaten verbreitet – in dicht besiedelten Kommunen sind nämlich bereits heute mindestens 20 % der Wohnungen angeschlossen.
Was bedeuten die Zahlen für Ihre Heizung?
Der Heizungsbestand in Deutschland macht deutlich: Die große Austauschwelle steht erst noch bevor, denn rund drei Viertel der Wohnungen heizen weiterhin fossil. Gleichzeitig sind die Regeln 2026 so klar wie lange nicht. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz hat nämlich die starre 65-Prozent-Regel des früheren Heizungsgesetzes abgelöst; die Steuerung läuft künftig stärker über den CO₂-Preis. Gefördert werden allerdings weiterhin nur erneuerbare Systeme – für neue Gas- und Ölheizungen gibt es dagegen keinen Zuschuss.
Seit dem 21.07.2026 gilt zudem die neue Heizungsförderung, deren Details wir in unserem Beitrag zur BEG-Reform 2026 aufgeschlüsselt haben. Die Eckwerte: 30 % Grundförderung über die KfW, dazu 16 % Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch einer funktionierenden fossilen Heizung sowie ein Einkommensbonus von bis zu 40 Prozentpunkten. Insgesamt sind dadurch bis zu 70 % Zuschuss möglich – bei einem zu versteuernden Einkommen bis 30.000 € steigt der Deckel sogar auf 80 %. Die förderfähigen Kosten liegen außerdem bei maximal 28.000 € für die erste Wohneinheit. Da der Klimageschwindigkeitsbonus ab 2027 schrittweise sinkt, lohnt sich ein früher Heizungstausch finanziell besonders.
Vor dem Heizungstausch lohnt zunächst der Blick aufs ganze Gebäude: Eine Energieberatung mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) zeigt nämlich, in welcher Reihenfolge sich Heizung, Dämmung und Fenster am meisten rechnen – zusätzlich sichert er bei BAFA-Einzelmaßnahmen höhere förderfähige Kosten.
Fazit: Der Heizungsbestand dreht sich – langsam, aber unumkehrbar
Womit heizt Deutschland 2026? Im Bestand weiterhin überwiegend mit Gas und Öl – die Richtung ist jedoch eindeutig. Der Gas-Anteil sinkt nämlich erstmals, die Wärmepumpe ist im Neubau Standard und verkaufte sich 2025 zudem so oft wie keine andere Heiztechnik. Für Eigentümer heißt das: Der Heizungsbestand in Deutschland erneuert sich in den kommenden 20 Jahren fast komplett – wer früh handelt, profitiert deshalb von den höchsten Fördersätzen. Ob Wärmepumpe, Fernwärme oder zunächst eine energetische Sanierung der Gebäudehülle – entscheidend ist also ein Plan, der zu Ihrem Gebäude passt.
Weiterführende Artikel: BEG-Reform 2026 – alle neuen Fördersätze, Austauschpflicht für alte Heizungen und Wärmepumpe einbauen – Ablauf und Kosten.
Häufige Fragen zum Heizungsbestand in Deutschland
Zahlen und Fakten zum Bestand
Gas ist mit 56,1 % der mit Abstand häufigste Energieträger im deutschen Bestand (Stand 2024, dena-Gebäudereport 2026). Danach folgen Heizöl mit 17,3 % sowie Fernwärme mit 15,5 %. Wärmepumpen sowie Solar- und Geothermie kommen zusammen zwar erst auf 4,3 %, wachsen jedoch von allen Techniken am schnellsten.
2024 waren laut dem Report insgesamt 18,7 Millionen Öl- und Gasheizungen installiert – davon 8,4 Millionen Gas-Brennwertgeräte, 5,4 Millionen Gas-Heizwertkessel, 3,9 Millionen Öl-Heizwertkessel sowie knapp 1 Million Öl-Brennwertgeräte. 16 % dieser Anlagen wurden zudem vor 1995 eingebaut und sind damit mindestens 30 Jahre alt.
Im Bestand liegen Elektro-Wärmepumpen zusammen mit Solar- und Geothermie bei 4,3 % (2024). Im Neubau sieht es dagegen völlig anders aus: 73,6 % der 2025 neu gebauten Wohngebäude heizen nämlich primär mit einer Wärmepumpe. Insgesamt sind in Deutschland inzwischen deutlich über 2 Millionen Wärmepumpen in Betrieb.
Regeln und Förderung 2026
Ja, der Einbau neuer Gasheizungen ist nach dem neuen Heizungsrecht von 2026 (GModG) grundsätzlich erlaubt. Allerdings gibt es dafür keine staatliche Förderung, und der CO₂-Preis macht fossiles Heizen Jahr für Jahr teurer. Zudem gelten für neue fossile Heizungen künftig steigende Vorgaben für klimafreundliche Brennstoffe. Wir empfehlen deshalb, vor der Entscheidung die Gesamtkosten über 20 Jahre zu vergleichen.
Die Wärmepumpe dominiert den Neubau klar: 73,6 % der 2025 neu gebauten Wohngebäude nutzen sie als primäre Heiztechnik, bei den Genehmigungen liegt ihr Anteil sogar bei über 80 %. An zweiter Stelle folgt Fernwärme, während Gas im Neubau kaum noch eine Rolle spielt und Öl praktisch verschwunden ist.
Seit dem 21.07.2026 gilt die neue BEG-Heizungsförderung über die KfW: 30 % Grundförderung für Wärmepumpe, Pelletheizung, Solarthermie oder einen Fernwärme-Anschluss, dazu 16 % Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch einer alten fossilen Heizung sowie ein Einkommensbonus von bis zu 40 Prozentpunkten. Der Zuschuss ist bei maximal 70 % gedeckelt – bei einem zu versteuernden Einkommen bis 30.000 € liegt die Grenze sogar bei 80 %. Die förderfähigen Kosten betragen außerdem bis zu 28.000 € pro Wohneinheit. Wichtig: Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden.

