Ein Erkerfenster bringt Licht aus drei Richtungen, eine Sitzbank mit Aussicht und einen Raum, der größer wirkt als er ist. Es bringt aber auch das ungünstigste Verhältnis von Außenfläche zu Wohnfläche, das ein Gebäude zu bieten hat – und damit einen Bauteil, der energetisch überdurchschnittlich viel kostet. Wir zeigen Ihnen, welche Erkerfenster es gibt, was Austausch und Sanierung realistisch kosten, welche U-Werte Pflicht und welche für die Förderung nötig sind, und worauf Sie bei Wärmebrücken, Hitzeschutz und Absturzsicherung achten müssen.
- Ein einzelnes Erkerfenster kostet inklusive Montage je nach Rahmenmaterial 800 bis 3.500 € – ein komplett verglaster Erker mit drei bis fünf Elementen entsprechend mehr.
- Beim Austausch verlangt das GModG einen U-Wert von höchstens 1,3 W/(m²·K); für den BAFA-Zuschuss müssen Sie 0,95 W/(m²·K) erreichen.
- Seit dem 21. Juli 2026 liegt die Grundförderung bei 15 % – bei 30.000 € förderfähigen Kosten also maximal 4.500 € pro Wohneinheit und Jahr.
- Ein Erker von 2 × 1,2 m bringt rund 16 m² Außenfläche für 2,4 m² Grundfläche mit. Der Fenstertausch allein löst das Wärmebrückenproblem deshalb nicht.
- Bodentiefe Erkerfenster brauchen eine absturzsichernde Verglasung nach DIN 18008 – das ist kein Sonderwunsch, sondern Vorschrift.
- Einen Erker nachträglich anzubauen kostet für rund 4 m² etwa 18.000 bis 35.000 € und ist genehmigungspflichtig.
Kostenlose Fenster-Beratung anfragen Zum Fensterbauer-Service
Was ein Erkerfenster ist – und was ein Erker
Die beiden Begriffe werden oft vermischt, bezeichnen aber verschiedene Dinge. Der Erker ist der Baukörper: ein geschlossener, überdachter Vorbau, der aus der Fassade heraustritt und im Inneren zum Raum gehört. Das Erkerfenster ist die Verglasung in diesem Vorbau – meist mehrteilig, weil der Erker in mehrere Richtungen zeigt.
Daraus folgt die zentrale Eigenschaft: Ein Erkerfenster ist selten ein einzelnes Fenster, sondern eine Fenstergruppe über Eck. Genau das macht es teurer und bauphysikalisch anspruchsvoller als ein normales Fenster in einer geraden Wand. Jede Ecke ist ein zusätzlicher Anschluss, der dicht sein muss.
Woher der Erker kommt
Erker sind ursprünglich Wehrbauten – vorgesetzte Kammern, aus denen man den Fuß der Mauer einsehen konnte. In der Gotik wurden sie zum Statussymbol des Bürgerhauses, in der Gründerzeit zum Standardelement der Straßenfassade. Deshalb sitzen die meisten Erker in Deutschland heute in Gebäuden von etwa 1870 bis 1930 – Häusern, in denen bei einer Sanierung fast immer auch Denkmalschutz, Kastenfenster und historische Fassadengliederung mit im Spiel sind.
Welche Erkerfenster es gibt
Unterschieden wird nach der Form des Vorbaus und nach der Aufteilung der Verglasung. Beides beeinflusst den Preis erheblich.
Nach der Erkerform
Der Kastenerker ist der häufigste Typ: rechteckiger Grundriss, meist dreiteilige Verglasung mit einem breiten Element vorn und zwei schmalen an den Seiten. Der Eckerker sitzt über die Gebäudeecke und öffnet Blickwinkel von 45 bis 270 Grad – energetisch der aufwendigste Fall, weil hier zwei Gebäudekanten zusammenlaufen. Der Bogenerker hat einen gerundeten Grundriss und braucht entweder gebogene Scheiben oder ein Vieleck aus vielen schmalen Elementen. Beim Wanderker reicht der Vorbau über mehrere Geschosse, ohne den Boden zu berühren.
Aus dem englischen Sprachraum kommen zwei Bezeichnungen, die auch bei uns verwendet werden: Das Bay Window ist der eckige Erker mit meist drei Elementen, das Bow Window die gerundete Variante mit vier bis sechs schmalen Scheiben.
Nach der Verglasungsaufteilung
Hier geht es um Sprossen, und der Unterschied ist preislich deutlich. Echte Sprossenfenster teilen die Scheibe konstruktiv in einzelne Felder – aufwendig, teuer und energetisch schlechter, weil jede Sprosse eine Wärmebrücke ist. Bei Fenstern mit Glasteilungssprossen liegt die Sprosse im Scheibenzwischenraum, bei aufgeklebten Sprossen außen auf dem Glas. Letztere sind die günstigste Variante und im Ergebnis kaum von echten Sprossen zu unterscheiden, solange man nicht direkt davorsteht.
- Dreiteilige Verglasung
- Günstigste Variante
- Serienmaße möglich
- Blickwinkel bis 270°
- Zwei Gebäudekanten
- Höchster Wärmebrückenanteil
- Gebogene Scheiben
- Oder Vieleck aus Segmenten
- Deutlicher Preisaufschlag
- Kein Bodenkontakt
- Auskragende Konstruktion
- Statik prüfen lassen
Rahmenmaterial und Verglasung für Erkerfenster
Bei Erkerfenstern fällt die Materialwahl schwerer als bei einem geraden Fenster, weil zwei Anforderungen kollidieren: Sie brauchen schlanke Rahmen, damit der Lichtgewinn nicht durch Profilbreite aufgefressen wird – und Sie brauchen gute Dämmwerte, die meist mit breiteren Profilen kommen.
| Rahmenmaterial | Preis je Fenster mit Montage | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Kunststoff (PVC) | 800–1.500 € | ✓ Günstig, wartungsfrei | ~ Breite Profile, vergilbt |
| Holz | 1.200–2.500 € | ✓ Bester Dämmwert, altbaugerecht | ~ Anstrich alle 5–8 Jahre |
| Aluminium | 1.500–2.800 € | ✓ Sehr schlanke Profile | ✗ Teuer, Wärmebrücke im Profil |
| Holz-Alu | 2.000–3.500 € | ✓ Innen Holz, außen wetterfest | ✗ Höchster Preis |
Bei der Verglasung ist Dreifachverglasung heute der Standard und für die Förderung faktisch Pflicht. Rechnen Sie mit einem Ug-Wert von 0,5 bis 0,7 W/(m²·K) für das Glas; entscheidend für die Vorschrift ist aber der Uw-Wert des gesamten Fensters aus Rahmen, Glas und Randverbund. Wie diese Werte zusammenhängen, erklären wir im Beitrag zum U-Wert bei Fenstern.
Der g-Wert beschreibt, wie viel Sonnenenergie durch das Glas kommt. Ein hoher g-Wert bringt im Winter Gratiswärme, im Sommer aber Hitze. Weil ein Erker in mehrere Himmelsrichtungen zeigt, bekommt er von morgens bis abends Sonne. Nach Süden und Westen ist deshalb Sonnenschutzglas mit einem g-Wert um 0,35 die bessere Wahl – oder eine wirksame äußere Verschattung.
Erkerfenster Kosten: Austausch, Sanierung und Neubau
Die Preisspanne ist groß, weil unter „Erkerfenster” drei völlig verschiedene Vorhaben laufen: eine leichte Ertüchtigung, ein Austausch der Verglasung und ein kompletter Anbau.
| Maßnahme | Kosten je Fenster | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| Leichte Sanierung (Dichtungen, Beschläge, Anstrich) | 50–150 € | Rahmen intakt, nur zugig |
| Teilaustausch (neue Verglasung im Altrahmen) | 200–500 € | Historischer Rahmen erhaltenswert |
| Kompletter Fensteraustausch | 800–3.500 € | Rahmen alt oder undicht |
| Demontage und Entsorgung alt | 150–300 € | Immer bei Komplettaustausch |
| Bauliche Anpassung der Öffnung | 500–2.000 € | Wenn Maße nicht passen |
| Erker komplett neu anbauen (ca. 4 m²) | 18.000–35.000 € | Nur mit Genehmigung und Statik |
Beispielrechnung: dreiteiliger Kastenerker
Nehmen wir einen typischen Gründerzeit-Kastenerker mit drei Elementen: ein breites Frontfenster und zwei schmale Seitenfenster. Bei Kunststoffrahmen mit Dreifachverglasung liegen Sie inklusive Montage bei etwa 3.000 bis 4.500 €. Mit Holz-Alu-Rahmen und Sonderformat sind es 6.000 bis 10.500 €. Dazu kommen Demontage und Entsorgung mit 450 bis 900 € sowie – bei Altbauten fast immer – Putz- und Innenlaibungsarbeiten mit weiteren 500 bis 1.500 €.
Unterm Strich also 4.000 bis 13.000 € für einen einzigen Erker. Wer die Zahl vorher kennt, plant anders. Eine erste Größenordnung für Ihr Vorhaben liefert unser Rechner für den Fensteraustausch.
Die Spannen beruhen auf aktuellen Herstellerpreisen und typischen Montagekalkulationen in Deutschland. Sondermaße, gebogene Scheiben, Sprossen, Denkmalauflagen und schwierige Zugänglichkeit im Obergeschoss verschieben den Preis nach oben. Für eine belastbare Zahl brauchen Sie ein Aufmaß vor Ort.
U-Wert-Vorgaben: Pflicht und Förderbedingung
Beim Fensteraustausch gelten zwei verschiedene Zahlen, und die Verwechslung kostet regelmäßig den Zuschuss. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), seit dem 29. Juli 2026 Nachfolger des GEG, verlangt bei einem Fenstertausch im Bestand einen Uw-Wert von höchstens 1,3 W/(m²·K). Der BAFA-Zuschuss setzt dagegen 0,95 W/(m²·K) voraus.
Was das für Ihre Erkerfenster bedeutet
Praktisch bedeutet das: Ein solides Zweifachglas-Fenster erfüllt die Vorschrift, bekommt aber keine Förderung. Für 0,95 brauchen Sie Dreifachverglasung und einen gut gedämmten Rahmen. Bei Denkmalschutz und erhaltenswerter Bausubstanz gelten Sonderregeln – dort kann die Behörde Abweichungen zulassen, und die Förderung sieht eigene, gelockerte Anforderungen vor. Die Details zu den Fensterwerten haben wir im Beitrag Fenster: welcher U-Wert aufgeschlüsselt.
Der Erker als Wärmebrücke – das unterschätzte Problem
Hier liegt der Punkt, den fast alle Ratgeber auslassen. Ein Erker ist geometrisch der schlechteste Bauteil, den ein Haus haben kann: Er hat viel Außenfläche und wenig Volumen.
Rechenbeispiel: 16 m² Hülle für 2,4 m² Fläche
Rechnen wir es durch. Ein Kastenerker von 2,0 m Breite und 1,2 m Tiefe hat 2,4 m² Grundfläche. Seine wärmeübertragende Hülle besteht aus dem Frontelement mit 5,2 m², zwei Seitenflächen mit je 3,1 m², der auskragenden Bodenplatte mit 2,4 m² und dem Erkerdach mit 2,4 m² – zusammen rund 16 m². Für 2,4 m² Grundfläche. Ein normaler Wohnraum bringt pro Quadratmeter Wohnfläche etwa 1,2 bis 1,5 m² Außenfläche mit, der Erker rund 6,7 m². Das ist etwa das Fünffache.
Die drei kritischen Anschlüsse
Neben der Fläche selbst gibt es drei konstruktive Schwachstellen, die als Wärmebrücken wirken. Die auskragende Bodenplatte ist meist eine Betonplatte, die aus dem Gebäude heraussteht – ein durchgehendes Bauteil von warm nach kalt. Die Erkerecken sind geometrische Wärmebrücken, weil an der Kante innen wenig und außen viel Fläche zusammenkommt. Und der Anschluss des Erkerdachs an die Fassade ist die Stelle, an der bei Altbauten am häufigsten Feuchte eindringt.
Die Folge in der Praxis: Schimmel in den Erkerecken und am Boden, obwohl die neuen Fenster einwandfrei sind. Wer nur die Fenster tauscht, verschiebt das Problem sogar – dichtere Fenster senken den unkontrollierten Luftwechsel, die Raumluftfeuchte steigt, und sie kondensiert dann an der kältesten Stelle. Das ist nach einem Fenstertausch fast immer die Erkerecke. Wie sich solche Stellen berechnen und entschärfen lassen, beschreiben wir unter Wärmebrücken am Fenster erkennen und vermeiden.
Beim Austausch von Fenstern in mehr als einem Drittel der Fassade ist nach DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept zu erstellen. Am Erker ist das nicht nur Formalie: Die Kombination aus dichten Fenstern, kalten Ecken und wenig Luftbewegung ist der klassische Schimmelfall. Deshalb gehören zu jedem Austausch von Erkerfenstern ein Lüftungskonzept und eine Bewertung der Wärmebrücken – Details dazu in unserem Beitrag zum Lüftungskonzept beim Fenstertausch.
- Beton von warm nach kalt
- Kalter Fußboden im Erker
- Nur von außen dämmbar
- Viel Außen-, wenig Innenfläche
- Erster Kondensationsort
- Typische Schimmelstelle
- Blechanschluss an die Fassade
- Häufigste Leckstelle im Altbau
- Vor dem Fenstertausch prüfen
Sommerlicher Wärmeschutz: warum Erkerfenster im Juli zur Falle werden
Dasselbe Flächenverhältnis, das im Winter Wärme verliert, holt im Sommer Hitze herein. Ein Erker mit 11 m² Verglasung nach Süden und Westen sammelt an einem Julitag mehrere Kilowattstunden Solareintrag – in einem Raumsegment von 2,4 m² Grundfläche. Die Temperatur im Erker liegt dann regelmäßig fünf bis acht Kelvin über dem Rest des Zimmers.
Bei Erkerfenstern ist nur äußere Verschattung wirksam. Innenliegende Rollos und Plissees halten die Wärme bereits im Raum, sie reduzieren nur die Blendung. Für Erkerfenster heißt das: außenliegende Raffstores oder Markisen, die der Winkelgeometrie folgen – was Sonderanfertigungen und damit Kosten bedeutet. Zweitbeste Lösung ist Sonnenschutzglas mit niedrigem g-Wert, das aber auch im Winter weniger Gratiswärme durchlässt. Welche Maßnahmen sonst noch helfen, haben wir im Beitrag zum sommerlichen Wärmeschutz zusammengestellt.
Absturzsicherung bei bodentiefen Erkerfenstern
Viele Erker werden bei einer Sanierung bodentief ausgeführt, weil das den Lichtgewinn maximiert. Damit greift eine Vorschrift, die gern übersehen wird: Liegt die Brüstungshöhe unter 90 cm und beträgt die Absturzhöhe mehr als einen Meter, brauchen Sie eine Absturzsicherung.
Zwei Wege sind zulässig. Entweder ein mechanisches Geländer beziehungsweise ein Fenstergitter vor dem Glas – optisch beim Erker meist unerwünscht. Oder eine absturzsichernde Verglasung nach DIN 18008-4: Dabei wird auf der Raumseite Verbundsicherheitsglas eingesetzt, das im Bruchfall durch die Folie zusammenhält. Der Aufpreis liegt bei rund 80 bis 150 € pro Quadratmeter Glasfläche. Was dabei sonst noch zu beachten ist, steht in unserem Beitrag zu bodentiefen Fenstern und zur Absturzsicherung für Fenster.
Erker nachträglich anbauen: Baurecht und Kosten
Einen Erker nachzurüsten ist möglich, aber es ist ein echter Anbau – mit Statik, Fundament oder Auskragung, neuer Dachfläche und Genehmigung. Für rund 4 m² liegen realistische Kosten bei 18.000 bis 35.000 €, deutlich mehr als im Neubau, weil Tragwerk und Gebäudehülle erst angepasst werden müssen.
Was das Baurecht verlangt
Erker gelten baurechtlich als Vorbauten. In Baden-Württemberg bleiben sie nach der Landesbauordnung Baden-Württemberg bei den Abstandsflächen außer Betracht, wenn sie nicht breiter als 5 m sind, nicht mehr als 1,5 m vor die Außenwand treten und mindestens 2 m von der Nachbargrenze entfernt bleiben. Andere Bundesländer regeln das ähnlich, aber nicht identisch – die genauen Maße stehen jeweils in der Landesbauordnung.
Unabhängig davon brauchen Sie in der Regel eine Baugenehmigung, weil sich Bauvolumen und Ansicht ändern. Eingereicht werden Bauvorlagen mit Grundriss, Schnitt und Ansichten, eine Baubeschreibung und der Nachweis, dass Ihr Vorhaben dem Bebauungsplan entspricht. Steht Ihr Haus in einem Gebiet mit Gestaltungssatzung oder unter Denkmalschutz, kommt die Zustimmung der Denkmalbehörde dazu.
Ein Erker vergrößert die Wohnfläche und kann damit die Grundflächenzahl des Bebauungsplans berühren. Bei einem auskragenden Erker im Obergeschoss braucht es zusätzlich einen statischen Nachweis für die Auskragung. Beides gehört vor die Materialauswahl – nicht danach.
Altbau und Denkmalschutz: erhalten oder tauschen?
Weil die meisten Erker in Gebäuden der Gründerzeit sitzen, ist das oft die eigentliche Frage. Historische Kastenfenster – zwei hintereinanderliegende Fensterebenen mit Luftraum dazwischen – erreichen ertüchtigt Uw-Werte um 1,3 bis 1,6 W/(m²·K). Das ist schlechter als ein neues Fenster, aber besser als ihr Ruf, und die Ertüchtigung kostet einen Bruchteil.
Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist die Ertüchtigung meist die einzige zulässige Variante: neue Dichtungen, Ergänzung der Innenflügel mit Isolierglas, Instandsetzung der Beschläge. Kostenpunkt 200 bis 600 € je Fenster gegenüber 1.500 bis 3.500 € für einen Neubau in Denkmalqualität. Bei nicht geschützten, aber erhaltenswerten Fassaden lohnt der Vergleich beider Wege. Was Denkmalschutz energetisch bedeutet, erläutern wir im Beitrag zum Energieausweis bei Denkmalschutz.
Förderung für Erkerfenster 2026
Der Fenstertausch ist eine BEG-Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle und wird über das BAFA bezuschusst. Hier hat sich im Juli 2026 einiges geändert, und die meisten Ratgeberseiten nennen noch die alten Werte.
Seit dem 21. Juli 2026 beträgt die Grundförderung 15 % der förderfähigen Kosten. Die maximal förderfähigen Kosten liegen bei 30.000 € je Wohneinheit und Kalenderjahr – daraus ergibt sich ein Zuschuss von höchstens 4.500 €. Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten greift erst ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 € und nur auf den Betrag darüber; mit Sanierungsfahrplan verdoppelt sich zugleich die Obergrenze auf 60.000 €.
Was der Zuschuss für ein Erkerfenster-Projekt bringt
Für einen einzelnen Erker mit drei Erkerfenstern und 5.000 bis 13.000 € Kosten bedeutet das: 15 % Zuschuss, kein Bonus. Interessant wird der Sanierungsfahrplan erst, wenn Sie alle Fenster des Hauses und womöglich die Fassade in einem Zug angehen. Alternativ bleibt der Steuerbonus nach § 35c EStG mit 20 % über drei Jahre – bei kleineren Maßnahmen oft die rechnerisch bessere Wahl, aber nicht mit dem Zuschuss kombinierbar. Die Details zur Antragstellung stehen in unserem Beitrag zur BAFA-Förderung für Fenster.
Zwei Bedingungen entscheiden über den Zuschuss: Der Antrag muss beim BAFA liegen, bevor Sie den Vertrag mit dem Fensterbauer schließen, und die neuen Fenster müssen einen Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²·K) erreichen. Lassen Sie sich den Wert für das konkrete Element schriftlich bestätigen – bei Sondermaßen und Winkelverglasung weicht er von den Katalogwerten ab.
Fazit: Das Erkerfenster ist mehr als ein Fenster
Erkerfenster kosten 800 bis 3.500 € pro Element, ein kompletter dreiteiliger Erker mit drei Erkerfenstern also 4.000 bis 13.000 € inklusive Nebenarbeiten. Für die gesetzliche Pflicht genügt ein Uw-Wert von 1,3, für den BAFA-Zuschuss von 15 % brauchen Sie 0,95 – das bedeutet Dreifachverglasung.
Entscheidend ist aber, den Erker nicht als Fensterprojekt zu behandeln. Mit rund 16 m² Außenfläche auf 2,4 m² Grundfläche ist er der energetisch teuerste Quadratmeter des Hauses. Wer bei Erkerfenstern nur die Scheiben tauscht, hat danach oft dichtere Fenster und trotzdem Schimmel in der Ecke. Sinnvoll ist deshalb die Reihenfolge: Anschluss des Erkerdachs prüfen, Wärmebrücken an Bodenplatte und Ecken bewerten, Lüftungskonzept erstellen – und dann die Fenster bestellen.
Weiterführende Artikel: Fenstereinbau nach RAL-Montage, Wärmebrücken berechnen und vermeiden und Sichtschutz für Fenster.
Häufige Fragen zu Erkerfenstern
Ein einzelnes Erkerfenster kostet inklusive Montage 800 bis 1.500 € mit Kunststoffrahmen, 1.200 bis 2.500 € in Holz und 2.000 bis 3.500 € in Holz-Alu. Ein typischer dreiteiliger Kastenerker liegt damit bei 3.000 bis 10.500 €, zuzüglich Demontage, Entsorgung und Laibungsarbeiten also insgesamt bei 4.000 bis 13.000 €.
Gesetzlich vorgeschrieben ist beim Austausch im Bestand ein Uw-Wert von höchstens 1,3 W/(m²·K). Für den BAFA-Zuschuss müssen Sie dagegen 0,95 W/(m²·K) erreichen, was in der Praxis Dreifachverglasung bedeutet. Bei denkmalgeschützten Gebäuden sind gelockerte Anforderungen möglich.
Das BAFA zahlt seit dem 21. Juli 2026 einen Zuschuss von 15 % der förderfähigen Kosten. Bei einer Obergrenze von 30.000 € je Wohneinheit und Jahr sind das maximal 4.500 €. Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten greift erst ab 30.000 € Investition und nur auf den Betrag darüber. Alternativ gibt es 20 % über drei Jahre als Steuerbonus nach § 35c EStG.
Für einen neuen Erker in der Regel ja, weil sich Bauvolumen und Ansicht ändern. Bei den Abstandsflächen bleiben Vorbauten in Baden-Württemberg außer Betracht, solange sie nicht breiter als 5 m sind, nicht mehr als 1,5 m vortreten und 2 m Abstand zur Nachbargrenze halten. Ein reiner Fenstertausch im bestehenden Erker ist dagegen genehmigungsfrei.
Weil der Erker geometrisch die kälteste Stelle des Raums ist – auskragende Bodenplatte und Außenecken wirken als Wärmebrücken. Neue, dichte Fenster senken zusätzlich den unkontrollierten Luftwechsel, sodass die Raumluftfeuchte steigt und genau an dieser kältesten Stelle kondensiert. Deshalb gehört zu jedem Fenstertausch am Erker ein Lüftungskonzept und eine Bewertung der Wärmebrücken.
Ja, aber es ist ein vollwertiger Anbau. Für rund 4 m² liegen die Kosten bei 18.000 bis 35.000 €, weil Tragwerk, Fundament oder Auskragung, Dachfläche und Gebäudehülle angepasst werden müssen. Sie brauchen Statik, Bauvorlagen und in der Regel eine Baugenehmigung – bei auskragenden Erkern im Obergeschoss zwingend einen statischen Nachweis.
Wirksam ist nur außenliegender Sonnenschutz, also Raffstores oder Markisen, die der Winkelgeometrie folgen. Innenliegende Plissees und Rollos halten die Wärme schon im Raum und wirken nur gegen Blendung. Alternative oder Ergänzung ist Sonnenschutzglas mit einem g-Wert um 0,35, das allerdings auch im Winter weniger Sonnenwärme durchlässt.
Ja, wenn die Brüstungshöhe unter 90 cm liegt und die Absturzhöhe mehr als einen Meter beträgt. Zulässig sind ein Geländer beziehungsweise Fenstergitter oder eine absturzsichernde Verglasung nach DIN 18008-4 mit Verbundsicherheitsglas auf der Raumseite. Der Aufpreis für die Verglasungslösung liegt bei rund 80 bis 150 € pro Quadratmeter Glasfläche.
Oft ja. Ertüchtigte Kastenfenster erreichen Uw-Werte um 1,3 bis 1,6 W/(m²·K) und kosten mit neuen Dichtungen, Isolierglas im Innenflügel und Beschlaginstandsetzung 200 bis 600 € je Fenster. Ein neues Fenster in Denkmalqualität liegt bei 1.500 bis 3.500 €. Bei denkmalgeschützten Fassaden ist die Ertüchtigung meist ohnehin die einzige zulässige Variante.

