Beim Kältemittel R290 hat sich die Lage 2026 gleich zweimal gedreht: Den Effizienzbonus von 5 %, mit dem natürliche Kältemittel jahrelang zusätzlich gefördert wurden, gibt es seit dem 21. Juli 2026 nicht mehr. Dafür wird R290 ab dem 1. Januar 2028 zur Voraussetzung – die KfW fördert dann nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln. Wer 2026 oder 2027 eine Wärmepumpe kauft, entscheidet damit auch darüber, ob sein Gerät in zehn Jahren noch mit Kältemittel nachfüllbar ist. Wir zeigen Ihnen, was R290 technisch leistet, was der 1-Meter-Schutzbereich für Ihr Grundstück bedeutet und wie die Zeitachse der F-Gase-Verordnung aussieht.
- R290 ist Propan, ein natürliches Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial von 3 – gegenüber 675 bei R32 und 2.088 bei R410A.
- Der Effizienzbonus von 5 % für natürliche Kältemittel ist seit dem 21. Juli 2026 entfallen. Viele Ratgeberseiten nennen ihn noch.
- Ab dem 1. Januar 2028 fördert die KfW über das Programm 458 nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln.
- R290 erreicht Vorlauftemperaturen bis 75 °C und eignet sich damit auch für Altbauten mit vorhandenen Heizkörpern.
- Propan gehört zur Sicherheitsklasse A3 und ist leicht entflammbar. Deshalb gilt ein Schutzbereich von einem Meter zu Fenstern, Lichtschächten und Schächten.
- Weil Propan kein fluoriertes Gas ist, entfällt die regelmäßige Dichtheitsprüfung nach F-Gase-Verordnung – ein dauerhafter Wartungsvorteil.
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Was R290 ist
R290 ist die Kältemittelbezeichnung für Propan – dasselbe Gas, das in Campinggaskartuschen und Gasgrills steckt, nur in technischer Reinheit von mindestens 99,5 %. Es ist ein natürliches Kohlenwasserstoff-Kältemittel und damit kein fluoriertes Treibhausgas.
Der entscheidende Wert ist das Treibhauspotenzial, kurz GWP: Es beschreibt, wie stark ein Kilogramm des Stoffes über 100 Jahre zur Erderwärmung beiträgt, verglichen mit einem Kilogramm CO2. R290 liegt bei 3 – ein Leck ist klimatisch praktisch bedeutungslos. Bei den synthetischen Alternativen sieht das anders aus.
| Kältemittel | Art | GWP | Sicherheitsklasse | Status |
|---|---|---|---|---|
| R290 (Propan) | natürlich | 3 | A3, leicht entflammbar | ✓ Zukunftssicher |
| R744 (CO2) | natürlich | 1 | A1, nicht brennbar | ✓ Zukunftssicher, hohe Drücke |
| R717 (Ammoniak) | natürlich | 0 | B2L, giftig | ~ Nur Großanlagen |
| R32 | synthetisch (HFKW) | 675 | A2L, schwer entflammbar | ✗ Auslaufmodell |
| R410A | synthetisch (HFKW) | 2.088 | A1, nicht brennbar | ✗ Für Neugeräte verboten |
Die letzte Spalte ist der Grund, warum das Thema überhaupt Relevanz für Hausbesitzer hat. Es geht nicht um Umweltbewusstsein, sondern um die Frage, ob Sie in zwölf Jahren noch einen Servicebetrieb finden, der Ihr Gerät nachfüllen kann. Welche Kältemittel in welchem Wärmepumpentyp stecken, zeigt unser Wärmepumpen-Vergleich.
Die F-Gase-Verordnung und ihre Zeitachse
Am 11. März 2024 ist die Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase in Kraft getreten. Sie ersetzt die alte F-Gase-Verordnung und legt einen Ausstiegspfad fest, der bis 2050 auf null führt. Für Wärmepumpen sind vier Daten wichtig.
| Ab | Was verboten wird | Betroffen |
|---|---|---|
| 01.01.2025 | Neugeräte bis 12 kW mit GWP ab 750 | R410A in Split-Geräten |
| 01.01.2027 | Monoblock-Geräte bis 50 kW mit GWP ab 150 | R32 in Monoblock-Wärmepumpen |
| 01.01.2029 | Split-Systeme bis 12 kW mit GWP ab 150 | R32 in Split-Wärmepumpen |
| 01.01.2032 | Split-Systeme über 12 kW mit GWP ab 750 | größere Split-Anlagen |
Praktisch bedeutet das: Eine Monoblock-Wärmepumpe mit R32 darf ab 2027 nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden. Geräte, die vorher installiert wurden, dürfen weiterlaufen und gewartet werden – aber die Produktionsquoten für R32 sinken parallel, was Servicekältemittel über die Jahre teurer und knapper macht.
Die Tabelle gibt die für Wohngebäude relevanten Stufen wieder. Die Verordnung unterscheidet feiner nach Leistungsklassen, Bauart und Anwendungsfall, und für Sonderfälle gilt immer der Wortlaut von Anhang IV der Verordnung (EU) 2024/573. Bestandsanlagen sind von den Inverkehrbringungsverboten nicht betroffen.
Förderung: Bonus weg, Pflicht kommt
Hier hat sich 2026 zweimal etwas geändert, und beide Änderungen zeigen in dieselbe Richtung.
Der Effizienzbonus ist entfallen
Bis Juli 2026 gab es über die KfW-Heizungsförderung einen Effizienzbonus von 5 Prozentpunkten für Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln – bei einer 30-prozentigen Grundförderung also 35 % statt 30 %. Für Anträge ab dem 21. Juli 2026 ist dieser Bonus vollständig gestrichen. Wenn Sie einen Ratgeber lesen, der ihn noch nennt, ist er nicht auf dem aktuellen Stand.
Ab 2028 wird das natürliche Kältemittel Pflicht
Gleichzeitig wurde die Perspektive verschärft: Ab dem 1. Januar 2028 fördert die KfW über das Programm 458 nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln – also R290, CO2 oder Ammoniak. Ein Gerät mit R32 wäre dann nicht mehr förderfähig, unabhängig von seiner Effizienz.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Der finanzielle Anreiz für R290 ist verschwunden, das Argument dafür aber stärker geworden. Wer 2026 oder 2027 kauft und ohnehin ein Monoblock-Gerät plant, sollte R290 wählen – nicht wegen eines Bonus, sondern weil das Gerät damit auf der richtigen Seite des Ausstiegspfads steht.
| Förderbaustein | Satz | Bedingung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Wärmepumpe, alle zugelassenen Kältemittel bis 2027 |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % | Austausch von Öl, Gas oder Kohle, befristet bis 31.01.2027 |
| Einkommensbonus | bis 30 % | Haushaltseinkommen bis 40.000 € |
| Effizienzbonus natürliche Kältemittel | ✗ entfallen | seit 21.07.2026 gestrichen |
| Förderfähig ab 01.01.2028 | – | ✓ nur natürliche Kältemittel |
Die vollständigen Sätze und Fristen haben wir in der Übersicht zur Förderung für Wärmepumpen 2026 aufgeschlüsselt; die Details zum Zeitbonus stehen im Beitrag zum Klimageschwindigkeitsbonus.
- 5 % Effizienzbonus gestrichen
- Gilt für Anträge ab 21.07.
- Viele Quellen veraltet
- GWP ab 150 verboten
- Bis 50 kW Leistung
- Bestand darf weiterlaufen
- KfW 458 nur noch natürlich
- R290, CO2, Ammoniak
- R32 nicht förderfähig
- Bis 12 kW, GWP ab 150
- 2032 nächste Stufe
- Ausstieg bis 2050
Was Propan technisch besser macht
Propan ist nicht nur die regulatorisch sichere Wahl, es hat auch thermodynamische Vorteile. Drei sind für Hausbesitzer relevant.
Vorlauftemperaturen bis 75 °C
Das ist das stärkste Argument im Altbau. Viele R32-Geräte schaffen 55 bis 60 °C, R290-Wärmepumpen erreichen 70 bis 75 °C. Damit kommt eine Wärmepumpe auch in einem Haus mit vorhandenen Heizkörpern und ohne Flächenheizung zurecht – der Heizkörpertausch entfällt oder beschränkt sich auf einzelne Räume.
Ehrlich dazugesagt: Hohe Vorlauftemperaturen kosten Effizienz. Bei 70 °C Vorlauf liegt die Jahresarbeitszahl deutlich unter dem, was bei 35 °C erreichbar ist – etwa 2,5 bis 3,0 statt 4,0 bis 4,5. R290 macht den Betrieb im unsanierten Altbau also möglich, nicht automatisch günstig. Wie stark der Zusammenhang ist, zeigt die Heizlastberechnung für die Wärmepumpe.
Kein Nachfüllrisiko und keine Dichtheitsprüfung
Weil Propan kein fluoriertes Gas ist, fällt es nicht unter die Prüfpflichten der F-Gase-Verordnung. Anlagen mit F-Gasen ab einer bestimmten CO2-Äquivalent-Menge müssen regelmäßig auf Dichtheit geprüft werden, was bei größeren Anlagen laufende Kosten bedeutet. Bei Propan entfällt das. Dazu kommt: Propan kostet als Kältemittel einen Bruchteil von R32 und wird nicht knapper.
Kleine Füllmengen
Eine Monoblock-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus enthält typisch 150 bis 600 Gramm Propan. Zum Vergleich: Eine handelsübliche Campinggaskartusche fasst 425 Gramm. Diese Größenordnung ist wichtig für die Einordnung der Sicherheitsfrage – es geht nicht um einen Gastank im Garten.
Sicherheit: der 1-Meter-Schutzbereich bei Propan
Propan gehört zur Sicherheitsklasse A3, ist also leicht entflammbar, und es ist schwerer als Luft. Bei einem Leck sinkt es nach unten und kann sich in Senken sammeln. Daraus folgen konkrete Aufstellregeln nach DIN EN 378 und IEC 60335-2-40.
Um das Gerät herum gilt ein Schutzbereich, in dem keine Öffnung liegen darf, durch die Gas in ein Gebäude oder einen tieferen Raum gelangen könnte. Bei Monoblock-Geräten für Einfamilienhäuser liegt dieser Bereich üblicherweise bei einem Meter, gemessen von der Aufstellfläche.
Was innerhalb des Schutzbereichs nicht liegen darf
- Fenster und Türen, auch Kellerfenster
- Lichtschächte und Kellerzugänge
- Lüftungsöffnungen und Zuluftgitter
- Bodenabläufe, Gullys und nicht abgedichtete Schächte
- Fallrohre ohne dichten Anschluss
- Ausstiegsluken und Flachdachfenster
- Zündquellen wie Außensteckdosen oder Grillplätze
Zwei Aufstellorte sind bei R290 unzulässig: eine Mulde oder ein tiefergelegter Bereich, in dem sich Gas sammeln kann, und ein Schrägdach – dort ließe sich der Schutzbereich nicht sicher einhalten. Ein Flachdach ist dagegen möglich. Die verbindlichen Maße stehen in den Aufstellungshinweisen des Herstellers und hängen von der konkreten Füllmenge ab.
Was das für kleine Grundstücke bedeutet
Genau hier liegt die praktische Einschränkung, die in Ratgebern kaum vorkommt. Bei einem Reihenhaus mit 2,50 m Abstand zur Grenze, einem Kellerfenster auf der einen und der Terrassentür auf der anderen Seite bleibt oft kein Aufstellort, der den Schutzbereich einhält. In solchen Fällen sind drei Wege möglich: das Gerät weiter vom Haus weg aufstellen und die Leitungen verlängern, Kellerfenster oder Lichtschacht dauerhaft dicht ausführen, oder auf eine Bauform mit anderem Kältemittel ausweichen.
Diese Prüfung gehört vor die Gerätewahl, nicht danach. In unseren Projekten in Stuttgart und ganz Deutschland ist der Aufstellort bei R290 der Punkt, an dem die Planung am häufigsten korrigiert werden muss – und ein verschobener Aufstellort bedeutet längere Leitungen, mehr Erdarbeiten und im Zweifel eine andere Schallbetrachtung. Wie sich die Anlagengröße ableiten lässt, beschreiben wir unter Wärmepumpe dimensionieren aus dem Gasverbrauch.
- Gemessen ab Aufstellfläche
- Füllmenge bestimmt das Maß
- Herstellerangabe gilt
- Kellerfenster und Lichtschacht
- Gullys und Bodenabläufe
- Lüftungsgitter und Türen
- Propan ist schwerer als Luft
- Sammelt sich in Mulden
- Flachdach ist zulässig
Warum R290 fast immer als Monoblock kommt
Bei einer Split-Wärmepumpe liegt der Verdichter außen, der Wärmetauscher innen, und zwischen beiden laufen Kältemittelleitungen ins Haus. Bei einem Monoblock-Gerät ist der komplette Kältekreis im Außengerät gekapselt; ins Haus gehen nur zwei wassergefüllte Leitungen.
Für ein leicht entflammbares Kältemittel ist die zweite Bauart die logische: Es gelangt kein Propan in bewohnte Räume, und die Schutzbereichsbetrachtung beschränkt sich auf den Aufstellort im Freien. Deshalb sind praktisch alle Propan-Wärmepumpen für Wohngebäude Monoblock-Geräte.
Das hat einen Nebeneffekt, den Sie einplanen sollten: Weil Wasser statt Kältemittel durch die Leitungen läuft, müssen diese frostsicher ausgeführt werden. Üblich ist eine Frostschutzfunktion mit Umwälzung oder ein Glykolanteil im Heizkreis. Bei sehr langen Leitungswegen vom Gerät zum Haus – etwa weil der Schutzbereich einen entfernten Aufstellort erzwingt – steigen sowohl die Wärmeverluste als auch der Aufwand für die Dämmung. Details dazu im Beitrag zur Rohrleitungsdämmung.
Alternativen: CO2 und Ammoniak
Propan ist nicht das einzige natürliche Kältemittel, aber im Einfamilienhaus das einzige, das flächendeckend verfügbar ist. Zwei weitere spielen eine Rolle – jedes mit einem klar abgegrenzten Einsatzfeld.
R744, also CO2
Kohlendioxid hat ein Treibhauspotenzial von 1, ist nicht brennbar und nicht giftig – sicherheitstechnisch also unproblematisch. Der Nachteil liegt im Druck: Ein CO2-Kreisprozess arbeitet transkritisch mit Betriebsdrücken um 100 bar, während Propan bei 20 bis 25 bar bleibt. Das verlangt aufwendigere Bauteile und macht die Geräte teurer. Ihre Stärke haben CO2-Wärmepumpen bei der Warmwasserbereitung, weil sie sehr hohe Temperaturen mit guter Effizienz erreichen – deshalb findet man sie vor allem als Brauchwasser-Wärmepumpen und in gewerblichen Anwendungen.
R717, also Ammoniak
Ammoniak hat ein Treibhauspotenzial von 0 und die beste thermodynamische Effizienz aller gängigen Kältemittel. Es ist allerdings giftig und in Sicherheitsklasse B2L eingeordnet, weshalb es im Wohngebäude praktisch nicht zum Einsatz kommt. Sie finden es in Großkälteanlagen, in der Lebensmittelindustrie und in Wärmenetzen mit Großwärmepumpen.
Was das für Ihre Entscheidung heißt
Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe am Einfamilienhaus bleibt Propan die praktische Wahl. Eine CO2-Wärmepumpe ist dann interessant, wenn Sie ausschließlich Warmwasser lösen wollen – dafür lohnt der Blick auf die Brauchwasserwärmepumpe. Ammoniak wird für Sie keine Rolle spielen, außer Sie schließen an ein Wärmenetz an, dessen Erzeugerzentrale damit arbeitet – ein Fall, den wir im Beitrag zur Nahwärme behandeln.
Kosten und Verfügbarkeit
Noch vor drei Jahren waren Propan-Geräte deutlich teurer als vergleichbare R32-Modelle. Dieser Aufpreis ist praktisch verschwunden: Inzwischen führen alle relevanten Hersteller R290-Monoblocks im Standardprogramm, und die Preise liegen auf demselben Niveau.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit R290 kostet komplett installiert 27.000 bis 40.000 €, im Mittel rund 32.000 €. Der Anteil, der auf das Kältemittel entfällt, ist dabei vernachlässigbar – 500 Gramm Propan kosten wenige Euro. Was den Preis bestimmt, sind Leistungsklasse, Hydraulik, Speicher und Montageaufwand. Die Kostenstruktur haben wir im Beitrag Wärmepumpe einbauen aufgeschlüsselt.
Die Spannen beruhen auf aktuellen Marktpreisen für Komplettanlagen in Deutschland, jeweils vor Abzug der Förderung. Leistungsklasse, Speicherausstattung, Zustand der bestehenden Hydraulik und regionale Handwerkerpreise verschieben den Betrag erheblich. Bei einem Altbau mit hoher Vorlauftemperatur und nötigen Anpassungen an den Heizflächen liegen Sie über dem Mittelwert.
Wartung und Lebensdauer
Der Kältekreis eines Monoblock-Geräts ist werkseitig gefüllt und hermetisch verschlossen. Im Normalbetrieb wird nichts nachgefüllt, und ein Kältemittelverlust ist ein Defekt, kein Verschleiß.
Die reguläre Wartung betrifft deshalb nicht das Kältemittel, sondern Verdampfer und Ventilator – Laub und Pollen entfernen, Kondensatablauf freihalten –, dazu Anlagendruck, Solekonzentration im Frostschutzkreis, Filter und Regelungsparameter. Rechnen Sie mit 150 bis 300 € für eine jährliche Wartung.
Arbeiten am Kältekreis selbst dürfen nur Betriebe mit entsprechender Sachkunde ausführen; für brennbare Kältemittel gelten zusätzliche Anforderungen an Werkzeug und Arbeitsverfahren. Fragen Sie Ihren Fachbetrieb, ob er für A3-Kältemittel qualifiziert ist – nicht jeder Heizungsbauer ist es.
Wann Propan die richtige Wahl ist
Bei einem Neubau oder einer Sanierung mit Monoblock-Aufstellung im Freien ist die Antwort einfach: fast immer. Es gibt keinen Preisnachteil mehr, das Gerät ist regulatorisch dauerhaft sicher, und ab 2028 ist es die Voraussetzung für die Förderung.
Kritisch prüfen sollten Sie nur zwei Konstellationen. Erstens den Aufstellort: Wenn der Schutzbereich auf Ihrem Grundstück nicht darstellbar ist, kann eine Bauform mit anderem Kältemittel oder ein deutlich entfernterer Aufstellort nötig sein. Zweitens die Innenaufstellung: Wärmepumpen, die im Keller stehen, brauchen bei R290 zusätzliche Anforderungen an Lüftung und Gaswarnung – hier ist eine Einzelfallbetrachtung nötig.
Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdkollektor oder Erdsonde ist die Frage weniger dringend, weil dort die Anlage im Gebäude steht und andere Kältemittelkonzepte gebräuchlich sind. Für die Luft-Wasser-Wärmepumpe im Freien ist R290 dagegen der Standard geworden.
Fazit: kein Bonus mehr, aber die sichere Entscheidung
R290 hat 2026 seinen finanziellen Vorteil verloren – der Effizienzbonus von 5 % für natürliche Kältemittel ist seit dem 21. Juli gestrichen. Gleichzeitig ist das sachliche Argument stärker geworden: Ab dem 1. Januar 2028 fördert die KfW nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln, und die F-Gase-Verordnung nimmt R32 ab 2027 schrittweise vom Markt.
Technisch spricht ohnehin viel dafür: ein Treibhauspotenzial von 3 statt 675, Vorlauftemperaturen bis 75 °C, die Altbauten ohne Heizkörpertausch erschließen, und keine Dichtheitsprüfungen nach F-Gase-Verordnung. Der eine Punkt, den Sie vor der Gerätewahl klären müssen, ist der Aufstellort – ein Meter Schutzbereich zu jedem Fenster, Lichtschacht und Gully ist auf kleinen Grundstücken nicht überall darstellbar.
Weiterführende Artikel: Wärmepumpen-Vergleich 2026, Förderung für Wärmepumpen 2026 und Wärmepumpen-Arten einfach erklärt.
Häufige Fragen zu R290
R290 ist die Kältemittelbezeichnung für Propan in technischer Reinheit von mindestens 99,5 %. Es ist ein natürliches Kohlenwasserstoff-Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial von 3 – gegenüber 675 bei R32 und 2.088 bei R410A. Weil es kein fluoriertes Gas ist, fällt es nicht unter die Beschränkungen und Prüfpflichten der F-Gase-Verordnung.
Propan ist leicht entflammbar und in Sicherheitsklasse A3 eingeordnet, deshalb gelten Aufstellregeln. Die Füllmenge eines Monoblock-Geräts für ein Einfamilienhaus liegt bei 150 bis 600 Gramm – etwa so viel wie eine Campinggaskartusche –, und der Kältekreis ist hermetisch geschlossen und komplett im Außengerät. Bei Einhaltung des Schutzbereichs von einem Meter ist der Betrieb sicher.
Üblich ist ein Schutzbereich von einem Meter, gemessen von der Aufstellfläche. Darin darf keine Öffnung liegen, durch die Gas in ein Gebäude oder einen tieferen Raum gelangen kann: Fenster, Türen, Kellerfenster, Lichtschächte, Lüftungsöffnungen, Bodenabläufe, Gullys und nicht abgedichtete Schächte. Das verbindliche Maß hängt von der Füllmenge ab und steht in den Aufstellungshinweisen des Herstellers.
Nein. Der Effizienzbonus von 5 Prozentpunkten für Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln ist für Anträge ab dem 21. Juli 2026 vollständig entfallen. Viele Ratgeberseiten nennen ihn noch. Dafür wird das natürliche Kältemittel ab dem 1. Januar 2028 zur Voraussetzung: Die KfW fördert dann über das Programm 458 nur noch Wärmepumpen mit R290, CO2 oder Ammoniak.
Für Neugeräte schrittweise ja. Nach der Verordnung (EU) 2024/573 dürfen ab dem 1. Januar 2027 Monoblock-Geräte bis 50 kW und ab 2029 Split-Systeme bis 12 kW nicht mehr mit Kältemitteln ab GWP 150 in Verkehr gebracht werden – R32 liegt bei 675. Bestandsanlagen dürfen weiterlaufen und gewartet werden, aber die Produktionsquoten sinken, was Servicekältemittel teurer und knapper macht.
Bis zu 75 °C, während viele R32-Geräte bei 55 bis 60 °C liegen. Damit lässt sich ein Altbau mit vorhandenen Heizkörpern beheizen, ohne alle Flächen zu tauschen. Beachten Sie aber den Effizienzpreis: Bei 70 °C Vorlauf liegt die Jahresarbeitszahl bei etwa 2,5 bis 3,0 statt 4,0 bis 4,5 bei 35 °C. R290 macht den Altbaubetrieb möglich, nicht automatisch günstig.
Weil bei einem Monoblock der komplette Kältekreis im Außengerät gekapselt ist und ins Haus nur wassergefüllte Leitungen gehen. Bei einem brennbaren Kältemittel ist das die sichere Bauart – es gelangt kein Propan in bewohnte Räume. Der Nebeneffekt: Die Wasserleitungen müssen frostsicher ausgeführt werden, entweder über eine Frostschutzfunktion oder einen Glykolanteil.
Nicht mehr. Vor einigen Jahren gab es einen Aufpreis, inzwischen führen alle relevanten Hersteller R290-Monoblocks im Standardprogramm zu vergleichbaren Preisen. Eine komplett installierte Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt bei 27.000 bis 40.000 €, im Mittel rund 32.000 € vor Förderung. Das Kältemittel selbst kostet wenige Euro.
Nicht nach der F-Gase-Verordnung, weil Propan kein fluoriertes Gas ist. Anlagen mit F-Gasen unterliegen ab einer bestimmten CO2-Äquivalent-Menge regelmäßigen Dichtheitsprüfungen – das entfällt bei R290 dauerhaft. Die normale Jahreswartung für 150 bis 300 € betrifft Verdampfer, Ventilator, Kondensatablauf, Anlagendruck und Regelung.

