Wer 2026 neu baut, kommt am QNG kaum vorbei: Ohne das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude gibt es bei der KfW keine Neubauförderung für die beste Stufe. Die gute Nachricht für Sie als Bauherr: Mit der QNG-KfW-Förderung sichern Sie sich derzeit einen zinsverbilligten Kredit zu Spitzenkonditionen – für das Effizienzhaus 40 sogar ab 0,6 Prozent. Deshalb erklären wir Ihnen, was hinter dem QNG-Siegel steckt, welche Bedingungen Sie erfüllen müssen, was die Prüfung kostet und wie Sie Schritt für Schritt an die Förderzusage kommen.
- QNG steht für „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude” – ein staatliches Siegel, das ein Gebäude über sein ganzes Leben hinweg bewertet.
- Für die beste KfW-Förderung („Klimafreundliches Wohngebäude – mit QNG”) ist das Siegel neben dem Effizienzhaus 40 zwingend nötig.
- Über das KfW-Programm 297/298 erhalten Sie bis zu 150.000 Euro Kredit je Wohnung – seit März 2026 zudem zu Zinsen ab 0,6 Prozent für das Effizienzhaus 40.
- Wichtig: Dieses Programm ist ein reiner Zinskredit ohne Tilgungszuschuss – der Vorteil liegt also im günstigen Zins, nicht in einem Geldgeschenk.
- Die QNG-Prüfung kostet je nach Projekt rund 3.000 bis 8.000 Euro und muss daher von Anfang an mitgeplant werden.
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Was ist das QNG-Siegel?
QNG ist die Abkürzung für „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude”. Dahinter steckt ein staatliches Gütesiegel, das vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) vergeben wird. Anders als ein reiner Energieausweis betrachtet das QNG nicht nur den Verbrauch, sondern das ganze Leben des Gebäudes – also von der Herstellung der Baustoffe über die Nutzung bis zum späteren Abriss.
Bewertet werden dabei drei Bereiche: die ökologische, die soziale und die wirtschaftliche Qualität. Konkret fließen beispielsweise die Ökobilanz (also die Bilanz der Treibhausgase über die gesamte Lebensdauer), die verbauten Materialien, die Raumluft sowie Barrierefreiheit und Sicherheit in die Prüfung ein. Damit geht das QNG deutlich weiter als die üblichen Energie-Nachweise.
Warum der Staat das QNG eingeführt hat
Der Gebäudesektor verursacht einen großen Teil der deutschen CO₂-Emissionen. Mit dem QNG will der Bund deshalb gezielt Neubauten fördern, die nicht nur sparsam, sondern auch nachhaltig gebaut sind. Folglich hat die Bundesregierung das Siegel seit April 2022 fest an die Förderung gekoppelt – wer die beste Stufe will, muss daher das QNG nachweisen.
QNG-PLUS und QNG-PREMIUM – die zwei Stufen
Das Qualitätssiegel gibt es in zwei Niveaus. Beide sind anspruchsvoll, unterscheiden sich jedoch im Grad der Anforderungen. Damit Sie die beiden Stufen klar auseinanderhalten können, haben wir sie gegenübergestellt.
Überdurchschnittlich
- Erfüllt allgemeine und besondere Nachhaltigkeitskriterien
- Reicht für die KfW-Förderstufe „mit QNG”
- In der Praxis der häufigste Standard
Deutlich überdurchschnittlich
- Strengere Grenzwerte bei Ökobilanz und Materialien
- Qualifiziert ebenfalls für die KfW-Förderung
- Höherer Planungs- und Nachweisaufwand
Für die meisten privaten Bauherren reicht das QNG-PLUS aus, um die Förderung zu erhalten. Das QNG-PREMIUM lohnt sich dagegen vor allem dann, wenn Sie ohnehin besonders hochwertig und sparsam mit Ressourcen bauen wollen. Allerdings steigt mit dem höheren Niveau auch der Aufwand für Planung und Nachweise.
Warum das QNG für die KfW-Förderung entscheidend ist
Seit dem 21. April 2022 ist das QNG-Siegel mehr als nur ein freiwilliges Gütezeichen: Es ist die Eintrittskarte in die beste Stufe der KfW-Förderung. Diese Förderung ist Teil der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – also dem zentralen Topf des Bundes für sparsames Bauen und Sanieren.
Die KfW unterscheidet im klimafreundlichen Neubau zwei Stufen. Die Grundstufe „Klimafreundliches Wohngebäude” erreichen Sie bereits, wenn Ihr Haus den Standard Effizienzhaus 40 erfüllt und keine fossile Heizung einbaut. Sofern zusätzlich ein gültiges QNG-Zertifikat nach QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM vorliegt, erreichen Sie die obere Stufe „mit QNG”. Erst diese obere Stufe schaltet den höheren Kreditrahmen und somit die besten Zinsen frei.
Ohne QNG liegt der maximale Kredit bei 100.000 Euro je Wohnung. Mit QNG-Siegel steigt er dagegen auf bis zu 150.000 Euro je Wohnung – und das bei gleichem Top-Zins. Genau hier liegt also der finanzielle Hebel des Siegels.
KfW 297/298 Klimafreundlicher Neubau: Zinsen 2026
Das passende KfW-Programm heißt „Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude” und trägt die Nummern 297 und 298. Damit Sie die aktuellen Eckdaten auf einen Blick sehen, haben wir die wichtigsten Zinsen und Beträge für 2026 zusammengestellt.
| Eckdaten KfW 297/298 | Effizienzhaus 40 (mit QNG) | Effizienzhaus 55 (neu) |
|---|---|---|
| Zinssatz (10 Jahre, Stand 2026) | ab 0,6 % | ab 1,0 % |
| Maximaler Kredit je Wohnung | bis 150.000 € | bis 100.000 € |
| Tilgungszuschuss | ✗ Nein | ✗ Nein |
| QNG-Siegel nötig | ✓ Ja | ✗ Nein |
Das Programm 297/298 ist ein reiner zinsverbilligter Kredit – es gibt hier also keinen Tilgungszuschuss und kein einmaliges Geldgeschenk. Ihr Vorteil entsteht dadurch über die gesamte Laufzeit, nämlich durch den deutlich günstigeren Zins gegenüber einem normalen Baukredit.
Die Stufe Effizienzhaus 55 wurde 2026 neu eingeführt, ist jedoch befristet: Anträge nimmt die KfW nur noch bis spätestens 30. Juni 2026 an. Für die dauerhafte QNG-Förderung bleibt daher das Effizienzhaus 40 maßgeblich.
Zusätzliche Förderung für Familien
Familien mit minderjährigen Kindern haben außerdem eine eigene Option: das KfW-Programm „Wohneigentum für Familien” (WEF, Nummer 300). Hier sind die Zinsen noch einmal niedriger, allerdings gelten Einkommensgrenzen. Sofern Sie als Familie neu bauen, lohnt sich deshalb ein genauer Vergleich beider Programme – das prüfen wir in der Beratung gemeinsam mit Ihnen.
Voraussetzungen für QNG + KfW-Förderung
Damit Sie die obere Stufe erreichen, müssen mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein. Diese sollten Sie unbedingt schon in der Planung kennen, weil sich viele davon später kaum noch umsetzen lassen.
- Das Gebäude erfüllt den Standard Effizienzhaus 40.
- Ein gültiges QNG-Zertifikat nach QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM liegt vor.
- Es wird keine Öl-, Gas- oder Holzheizung eingebaut – erlaubt sind etwa Wärmepumpen, Fernwärme aus grünen Quellen oder Strom-Heizungen.
- Bei der Antragstellung liegt eine gültige Baugenehmigung vor.
- Ein Energie-Effizienz-Experte begleitet das Vorhaben und stellt die nötigen Nachweise aus.
Gerade der Nachweis für das Effizienzhaus 40 verlangt saubere Berechnungen im Vorfeld. Eine fundierte Wärmebedarfsberechnung bildet dafür die Grundlage, weil sie zeigt, wie das Gebäude energetisch ausgelegt sein muss. Zudem ist die enge Abstimmung zwischen Architekt, Energieberater und QNG-Prüfer entscheidend, damit am Ende alle Werte zusammenpassen.
Was kostet die QNG-Prüfung?
Die Prüfung verursacht zusätzliche Kosten, die Sie von Anfang an einplanen sollten. Je nach Größe und Aufwand des Projekts liegen die Gesamtkosten für die QNG-Prüfung meist zwischen 3.000 und 8.000 Euro. Für ein durchschnittliches Haus bewegen sich Planung, Bestätigung und Abnahme dagegen häufig im Bereich von etwa 2.500 bis 4.500 Euro.
Diese Summe setzt sich vor allem aus zwei Teilen zusammen: der Gebühr der Prüfstelle sowie dem Honorar für den Experten, der die Ökobilanz erstellt und die Nachweise führt. Das QNG-Siegel selbst vergibt übrigens nicht die KfW, sondern zugelassene Stellen wie die DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen), das BiRN, das STI-BIW oder der Verein NaWoh.
Die genannten Kosten sind Erfahrungswerte aus typischen Projekten und können je nach Größe, Region und Prüfstelle abweichen. Für eine belastbare Kalkulation empfehlen wir Ihnen daher ein persönliches Beratungsgespräch.
Lohnt sich das QNG wirklich?
Auf den ersten Blick wirken einige Tausend Euro für die Prüfung wie ein zusätzlicher Posten. Rechnet man jedoch nach, relativiert sich das schnell. Nehmen wir an, Sie bauen ein Haus und nutzen den vollen Rahmen von 150.000 Euro statt der 100.000 Euro ohne QNG.
Der entscheidende Vorteil entsteht über den Zins: Ein KfW-Kredit zu 0,6 Prozent ist über zehn Jahre deutlich günstiger als ein normaler Baukredit, der je nach Marktlage schnell beim Drei- bis Fünffachen liegen kann. Folglich summiert sich diese Ersparnis über die gesamte Laufzeit auf mehrere Tausend bis Zehntausend Euro – also ein Vielfaches der Kosten für die Prüfung. In unseren Projekten in Stuttgart und ganz Deutschland sehen wir daher, dass sich das QNG für die allermeisten Bauherren klar rechnet.
Das Siegel muss von Beginn an in die Planung einfließen. Eine spätere Prüfung eines schon gebauten Hauses ist nämlich aufwendig, teuer und oft schlicht nicht mehr möglich. Klären Sie die QNG-Frage deshalb vor dem ersten Spatenstich.
In sechs Schritten zur Förderzusage
Der Weg zur QNG-KfW-Förderung folgt einer klaren Reihenfolge. Wer diese Schritte in der richtigen Abfolge geht, vermeidet dadurch die häufigsten Stolperfallen – allen voran den verspäteten Antrag.
- Energieberater einbinden: Holen Sie zunächst einen Energie-Effizienz-Experten ins Boot, der den Effizienzhaus-40-Nachweis und das QNG gemeinsam plant.
- Gebäude nachhaltig planen: Architektur, Baustoffe und Technik werden anschließend so abgestimmt, dass die QNG-Kriterien und der Energiestandard erreicht werden.
- Baugenehmigung sichern: Vor dem KfW-Antrag muss außerdem eine gültige Baugenehmigung vorliegen.
- Förderkredit beantragen: Der Antrag läuft über Ihre Bank an die KfW – und zwar vor Beginn des Vorhabens, nicht erst danach.
- Bauen und begleiten lassen: Während der Bauphase dokumentiert der Experte alle wichtigen Details. Eine gute Baubegleitung stellt dabei sicher, dass Planung und Ausführung lückenlos zusammenpassen.
- QNG-Zertifikat einreichen: Nach Fertigstellung wird das Siegel ausgestellt und der KfW vorgelegt – damit ist die Förderung schließlich final bestätigt.
Fazit
Das QNG-Siegel ist 2026 der Schlüssel zur besten KfW-Förderung im Neubau. Wer das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude erreicht, hebt den Kreditrahmen auf bis zu 150.000 Euro je Wohnung und sichert sich zudem Zinsen ab 0,6 Prozent – auch wenn es im Programm 297/298 keinen Tilgungszuschuss gibt. Den Kosten von einigen Tausend Euro steht damit ein Zinsvorteil gegenüber, der diese Ausgabe in aller Regel deutlich übersteigt. Entscheidend ist also nur, dass Sie das QNG von Anfang an mitplanen, weil sich das Siegel später kaum nachholen lässt.
Weiterführende Themen: Überblick über die BAFA-Förderung, Ablauf einer professionellen QNG-Zertifizierung sowie die Wärmebedarfsberechnung als Grundlage für den Effizienzhaus-Nachweis.
Häufige Fragen zu QNG & KfW-Förderung
Grundlagen und Voraussetzungen
QNG steht für „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude”. Es ist ein staatliches Gütesiegel des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Das Siegel bewertet ein Gebäude über sein ganzes Leben hinweg, und zwar nach ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Kriterien. Damit geht es deutlich weiter als der reine Energieausweis.
Für die obere Stufe „Klimafreundliches Wohngebäude – mit QNG” ist das Siegel zwingend nötig. Ohne QNG erhalten Sie dagegen nur die Grundstufe mit einem niedrigeren Kredit. Wer also den vollen Rahmen von bis zu 150.000 Euro je Wohnung nutzen möchte, kommt am Siegel nicht vorbei.
Beide Stufen bescheinigen eine überdurchschnittliche Nachhaltigkeit, das QNG-PREMIUM stellt jedoch strengere Anforderungen, etwa bei der Ökobilanz und den Materialien. Für die KfW-Förderung qualifizieren dennoch beide Niveaus gleichermaßen. In der Praxis reicht für die meisten privaten Bauherren daher das QNG-PLUS.
In der Regel nicht. Das Siegel setzt nämlich voraus, dass die Kriterien bereits in der Planung und während des Baus beachtet und dokumentiert werden. Eine spätere Prüfung eines fertigen Gebäudes ist deshalb sehr aufwendig, teuer und oft gar nicht mehr möglich. Klären Sie die QNG-Frage also vor Baubeginn.
Kosten, Förderung und Technik
Die Gesamtkosten liegen je nach Projekt meist zwischen 3.000 und 8.000 Euro. Für ein durchschnittliches Haus bewegen sich Planung, Bestätigung und Abnahme dagegen häufig im Bereich von etwa 2.500 bis 4.500 Euro. Die genaue Höhe hängt zudem von der gewählten Prüfstelle und vom Aufwand für die Ökobilanz ab.
Nein. Das Programm „Klimafreundlicher Neubau” (297/298) ist ein reiner zinsverbilligter Kredit ohne Tilgungszuschuss. Ihr Vorteil entsteht folglich allein über den günstigen Zins, der seit März 2026 für das Effizienzhaus 40 bei rund 0,6 Prozent liegt. Angebote, die hier einen Zuschuss versprechen, verwechseln das Programm meist mit anderen Töpfen.
In allen KfW-Neubauprogrammen sind Öl-, Gas- und Holzheizungen ausgeschlossen. Erlaubt sind beispielsweise Wärmepumpen, Fernwärme aus grünen Quellen oder Strom-Heizungen. Die Wärmepumpe ist dabei die mit Abstand häufigste Lösung im geförderten Neubau.

