Pelletheizung 2026: Kosten, Förderung (KfW 458), Vor- & Nachteile

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Pelletheizung 2026: Kosten, Förderung (KfW 458), Vor- & Nachteile

Themen in diesem Beitrag

Eine Pelletheizung ist für viele Eigentümer eine interessante Option, wenn sie weg von Öl oder Gas wollen, aber im Haus bereits ein wassergeführtes Heizsystem (z. B. Heizkörper oder Fußbodenheizung) vorhanden ist und genug Platz für Technik und Brennstofflager besteht. Dabei wird Wärme aus Holzpellets gewonnen – als moderne Form der Biomasseheizung bzw. Holzheizung – also aus gepressten Holzresten, die automatisch dosiert und im Kessel effizient verbrannt werden. Das kann sehr gut funktionieren, wenn Anlage, Lagerung und Abgastechnik sauber geplant sind. Gleichzeitig gehört zur ehrlichen Bewertung auch: Pellets sind zwar ein biogener Brennstoff, verursachen aber lokal Feinstaub – und „klimaneutral“ ist keine pauschale Eigenschaft, sondern hängt von Herkunft, Technik und Betrieb ab.

Jetzt Pelletheizung anfragen Moderne Pelletanlage im Technikraum mit Lager und Pufferspeicher

1. Pelletheizung kurz erklärt: Für wen lohnt sich das Heizen mit Pellets?

Die wichtigste Frage ist nicht „Ist das System gut oder schlecht?“, sondern: Passt es zu deinem Gebäude? In der Praxis lohnt Heizen mit Pellets vor allem dort, wo ein höherer Wärmebedarf vorliegt, wo ein klassischer Heizraum vorhanden ist und wo ein Schornstein (oder ein nachrüstbarer Abgasweg) sinnvoll realisiert werden kann. Bei sehr gut gedämmten Neubauten mit geringer Heizlast ist dagegen häufig eine Wärmepumpe die naheliegendere Lösung – einfach, weil sie ohne Brennstofflager und ohne Abgasführung auskommt.

Kurz-Check:
Gut geeignet ist das System oft bei Bestandsgebäuden mit Heizkörpern, ausreichendem Platz im Keller und klarer Lieferlogistik.
Weniger geeignet ist es meist, wenn kein Lagerraum vorhanden ist, wenn der Schornstein sehr aufwendig wäre oder wenn die Lage stark sensibel auf Feinstaub reagiert (z. B. dicht bebaut, häufige Inversionslagen).
Rechtliche Einordnung 2026: Beim Heizungstausch greifen in Deutschland Regeln aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG). In vielen Fällen muss eine neue Heizung künftig mindestens 65 % erneuerbare Energie nutzen – abhängig u. a. davon, ob für deine Kommune bereits eine Wärmeplanung vorliegt und ab wann die Fristen gelten. Biomasse (z. B. Holzpellets) kann eine Erfüllungsoption sein, sofern die technischen Anforderungen eingehalten werden.
Frage Wenn „Ja“ Wenn „Nein“
Gibt es einen geeigneten Technikraum? Planung wird einfacher Alternativen prüfen (Hybrid, Wärmepumpe)
Ist Platz für Lagerung/Anlieferung vorhanden? Lose Ware + Lager möglich Sackware/kleine Lösungen teurer & unpraktischer
Gibt es einen nutzbaren Schornstein? Abgasführung meist gut lösbar Nachrüstung kann Aufwand & Kosten treiben
Ist der Gebäudestandard gut (Dämmung, Fenster)? Niedrigere Heizlast = geringerer Brennstoffbedarf Erst Dämmung prüfen, dann Heizung optimieren

2. So funktioniert eine Pelletanlage

Technisch ist das Prinzip einfach: Pellets werden aus einem Lager über eine Fördertechnik in den Kessel transportiert, dort automatisch dosiert verbrannt und die entstehende Wärme an Heizungswasser übertragen. Entscheidend für Effizienz, Komfort und Emissionen ist die Kombination aus Kesseltechnik, Regelung und hydraulischem System.

Die wichtigsten Bauteile in der Praxis

  • Pelletlager: Lagerraum, Gewebetank, Silo oder Erdtank (trocken, belüftet, gut zugänglich).
  • Fördertechnik: Förderschnecke oder Saugsystem (je nach Aufbau und Entfernung).
  • Kessel/Brenner: automatische Zündung, Verbrennung, Wärmetauscher, Ascheaustrag.
  • Pufferspeicher: speichert Wärme, reduziert Takten, verbessert Effizienz (besonders wichtig bei hoher Leistungsreserve).
  • Abgasweg: Schornstein/Abgasrohr inklusive Kondensat-/Brandschutzanforderungen.
  • Regelung: steuert Kessel, Puffer, Warmwasser und Heizkreise – hier entstehen viele Komfort- und Effizienzunterschiede.

Effizienz & Lebensdauer: Moderne Pelletkessel erreichen – abhängig von Technik und Einbindung – sehr hohe Wirkungsgrade. In der Praxis liegt die typische Lebensdauer häufig bei 15 bis 25 Jahren, wenn Wartung und Brennstoffqualität stimmen.
Tipp: Ein Pufferspeicher ist häufig ein echter Effizienz-Booster, weil der Kessel ruhiger läuft und die Wärme bedarfsgerecht abgegeben wird. Wenn du dich ohnehin mit Speichern beschäftigst, ist auch unser Beitrag zum Pufferspeicher hilfreich (Prinzip & Dimensionierung sind ähnlich).

3. Voraussetzungen: Platz, Lagerung, Schornstein und Betriebssicherheit

In vielen Ratgebern klingt es so, als würde man „einfach den Kessel tauschen“. In der Realität entscheidet aber das Umfeld: Lager, Logistik, Abgasführung, Hydraulik und Wartungszugang. Wenn diese Punkte nicht passen, wird das System teuer oder unbequem.

Platzbedarf und Lagerlösungen

Pellets sind ein Brennstoff, den du physisch lagern musst. Für viele Einfamilienhäuser wird lose Ware eingeblasen (ähnlich wie bei Heizöl, nur eben trocken). Das Lager muss trocken bleiben und sollte so geplant sein, dass Lieferung und Entnahme sauber funktionieren. Prüfe früh: Kann ein LKW anfahren, und ist die Schlauchlänge realistisch?

Lagerlösung Vorteile Typische Stolperfallen
Lagerraum (Keller) Günstig, viel Volumen möglich Staub/Schrägboden, Belüftung, trockene Wände wichtig
Gewebetank (Sacksilo) Sauber, schnell installiert Platz im Raum, Zugang für Lieferung
Erdtank Kein Kellerplatz nötig Investition, Erdarbeiten, Entwässerung
Sackware/Kleintank Geringe Einstiegshürde Mehr Handarbeit, oft höhere Brennstoffkosten
Wichtig: Pelletlager müssen gut belüftet sein. In Lagerräumen kann sich Kohlenmonoxid anreichern. Betritt Lagerbereiche nur nach Hersteller-/Fachvorgaben und sorge für sichere Planung.

Schornstein & Abgasführung

Pelletkessel brauchen einen sicheren Abgasweg. Ob ein bestehender Schornstein nutzbar ist oder saniert werden muss, hängt von Querschnitt, Material, Zustand und der neuen Kesseltechnik ab. Häufig ist eine Schornsteinsanierung (z. B. Edelstahlrohr) Teil der Maßnahme. Spätestens hier lohnt sich die frühe Abstimmung mit dem Schornsteinfeger – damit es später keine Überraschungen gibt.

Hydraulik: Der unterschätzte Effizienzhebel

Ein moderner Kessel kann nur so effizient sein wie das System, an das er angeschlossen ist. Entscheidend sind hydraulischer Abgleich, sinnvolle Heizkurven, passende Pumpenregelung und korrekt dimensionierte Heizflächen. Viele Förderprogramme verlangen die Optimierung der Wärmeverteilung ausdrücklich.

4. Kosten: Anschaffung, Betrieb und Wartung realistisch einordnen

Für eine fundierte Entscheidung solltest du die Kosten in drei Blöcke teilen: Investition, laufender Betrieb und Wartung/Instandhaltung. Gerade bei Pellets werden Nebenkosten wie Lager, Fördertechnik und Schornstein gerne unterschätzt.

Investitionskosten: Welche Posten stecken drin?

Kostenblock Was enthalten ist Warum es wichtig ist
Kesseltechnik Pelletkessel, Regelung, Sicherheitsarmaturen Effizienz, Emissionen, Komfort
Lager & Förderung Lagerraum/Gewebetank, Förderschnecke oder Saugsystem Alltagstauglichkeit, Lieferlogistik
Puffer & Warmwasser Pufferspeicher, Warmwasserspeicher, Hydraulik Weniger Takten, stabiler Betrieb
Abgas/Schornstein Sanierung/Abgasleitung, Kondensat, Brandschutz Pflicht für sicheren Betrieb
Montage & Optimierung Einbau, Rohrarbeiten, Abgleich, Inbetriebnahme Verhindert Effizienzverluste

Als grobe Orientierung liegen die reinen Anschaffungskosten für eine zentrale Pelletanlage in Einfamilienhäusern häufig im Bereich von 15.000 bis 25.000 € – je nach Lagerlösung, Schornsteinzustand und Hydraulik kann es darüber oder darunter liegen. Für eine belastbare Entscheidung sind deshalb immer Objekt-Check und konkretes Konzept wichtiger als Pauschalwerte.

Tipp: Vergleiche Angebote nicht nur über den Endpreis. Gute Angebote benennen klar: Leistungsumfang, Speicherkonzept, Abgaslösung, Abgleich, Einweisung und Wartungszugang.

Brennstoffbedarf grob abschätzen (mit praxisnahem Rechenweg)

Für eine erste Orientierung kannst du den Jahresbedarf grob mit einem Richtwert rechnen. Holzpellets liefern im Mittel etwa 4,8 kWh pro kg nutzbare Energie (Heizwert). Wenn dein Haus z. B. 20.000 kWh Wärme pro Jahr benötigt und der Kessel über die Saison im Mittel 90 % Nutzungsgrad erreicht, ergibt sich überschlägig:

Beispielrechnung:
Jahreswärmebedarf 20.000 kWh ÷ 0,90 ≈ 22.200 kWh Brennstoffenergie
22.200 kWh ÷ 4,8 kWh/kg ≈ 4.625 kg4,6 t Pellets pro Jahr

Der reale Bedarf hängt natürlich von Dämmstandard, Warmwasseranteil, Nutzerverhalten und Außentemperaturen ab. Gerade deshalb ist eine Kombination aus Verbrauchsdaten, Gebäudestatus und sauberer Dimensionierung sinnvoll. Wenn du ohnehin über Sanierung nachdenkst, lohnt sich der Blick auf Sanieren vs. Renovieren – denn erst Gebäudehülle, dann Heizung ist in vielen Fällen die wirtschaftlichere Reihenfolge.

Laufende Kosten: Was kommt jedes Jahr dazu?

Neben dem Pelletpreis solltest du jährliche Posten wie Wartung, Schornsteinfeger, Strom für Fördertechnik und Verschleißteile einplanen. Ein fairer Heizkostenvergleich berücksichtigt deshalb immer das Gesamtpaket (Verbrauch, Wirkungsgrad, Preisniveau, Service). Für viele Einfamilienhäuser liegen typische Werte (als Orientierung) bei etwa 4 bis 6 Tonnen Pellets pro Jahr, also grob 1.200 bis 1.800 € reine Brennstoffkosten – je nach Haus und Preisniveau. Dazu kommen Wartung und Service.

Jährlicher Posten Typischer Rahmen Hinweis
Brennstoff abhängig von Verbrauch & Marktpreis Sommerpreise sind oft günstiger; Qualität beachten
Wartung & Schornsteinfeger häufig im Bereich 300–430 € inkl. Reinigung/Überprüfung (Richtwerte)
Strom meist niedrig Fördertechnik/Steuerung

5. Förderung 2026: Welche Zuschüsse sind möglich?

Förderungen sind ein wesentlicher Hebel, damit sich eine neue Heizungsanlage wirtschaftlich schneller rechnet. Für Privatpersonen ist aktuell vor allem die Heizungsförderung für Privatpersonen (KfW 458) relevant. Wichtig: Förderbedingungen können sich ändern und stehen unter Haushaltsvorbehalt – deshalb solltest du immer vor Beauftragung prüfen, was in deinem Fall gilt.

Stand 2026 (vereinfacht): Für Biomasseanlagen ist eine Grundförderung von 30 % vorgesehen. Je nach Situation können Boni hinzukommen; insgesamt ist die Förderung auf 70 % der förderfähigen Kosten gedeckelt. Zusätzlich kann ein Emissionsminderungszuschlag von 2.500 € möglich sein.

Förderbausteine im Überblick

Baustein Wofür Relevanz für Pellets
Grundförderung Einbau einer klimafreundlichen Heizung 30 % möglich
Klimageschwindigkeitsbonus Zusatzbonus beim Austausch alter Heizungen Für Biomasse nur in bestimmten Kombinationen (siehe Hinweis)
Einkommensbonus Selbstnutzung + Einkommensgrenze Kann zusätzlich greifen
Emissionsminderungszuschlag Besonders niedrige Staubemissionen Pauschal 2.500 € möglich
Wichtig: Beim Klimageschwindigkeitsbonus gibt es für Biomasse eine Besonderheit: Der Bonus wird nur gewährt, wenn die Biomasseanlage mit Solarthermie, Photovoltaik zur elektrischen Warmwasserbereitung oder einer Wärmepumpe (z. B. zur Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung) kombiniert wird. Wenn du ohnehin über Kollektoren nachdenkst, hilft der Überblick in unserem Beitrag Solarthermie sowie zur Einordnung Unterschied Solar und Photovoltaik.

So läuft die Förderung in der Praxis (damit es rechtssicher bleibt)

  • Antrag vor Auftrag: Erst Förderung klären, dann beauftragen. Verträge sollten eine Förderbedingung enthalten.
  • Gebäudealter: Das Wohngebäude muss in der Regel seit mindestens 5 Jahren bestehen.
  • System-Optimierung: Die Optimierung der Wärmeverteilung (inkl. hydraulischem Abgleich) ist ein zentraler Punkt.
  • Nachweise: Üblich sind Bestätigung zum Antrag (BzA) und Bestätigung nach Durchführung (BnD).
  • Frist: Nach Zusage bleibt typischerweise ein Zeitfenster (z. B. mehrere Monate) für die Umsetzung.

Förderfähige Kosten: Welche Obergrenzen gelten?

Für Zuschüsse zählen nicht beliebige Summen, sondern för­der­fä­hi­ge Kosten bis zu definierten Grenzen je Wohneinheit. Zusätzlich können Umfeldmaßnahmen und die Optimierung der Verteilung dazugehören.

Wohneinheiten im Gebäude Max. förderfähige Kosten
1. Wohneinheit 30.000 €
2.–6. Wohneinheit 15.000 € je zusätzlicher Einheit
ab 7. Wohneinheit 8.000 € je zusätzlicher Einheit

6. Vor- und Nachteile im Überblick

Damit du nicht nur „Pro/Contra“ liest, sondern wirklich entscheiden kannst, lohnt ein Blick auf die Auswirkungen im Alltag: Platzbedarf, Komfort, Versorgungssicherheit, Wartung, lokale Emissionen und Kostenstabilität.

Vorteile Nachteile
Erneuerbarer Brennstoff (biogene Herkunft) Feinstaub/Emissionen vor Ort (Anlage & Betrieb entscheidend)
Automatischer Betrieb (ähnlicher Komfort wie Öl/Gas) Platzbedarf für Lager & Technik
Gut für Bestandsgebäude mit höherer Heizlast Schornstein/Abgasweg erforderlich
Fördermöglichkeiten möglich Wartung, Aschemanagement, Schornsteinfeger
Hybrid-Kombinationen möglich (z. B. Solarthermie) Brennstoffpreise schwanken (saisonale Effekte)

7. Pelletkessel oder Pelletofen: Was ist der Unterschied?

Viele Suchanfragen vermischen „Pelletkessel“ und „Pelletofen“. Für die Entscheidung ist das aber wichtig: Ein Pelletkessel ist eine Zentralheizung und versorgt das ganze Haus (Heizung + Warmwasser). Ein Pelletofen steht meist im Wohnraum und heizt primär den Aufstellraum; Varianten mit Wassertasche können zusätzlich Heizungswasser unterstützen, sind aber konzeptionell anders.

Merke: Wenn du eine komplette Heizungsanlage ersetzen willst, ist in den meisten Fällen der Pelletkessel die zentrale Option. Einzelöfen sind eher Ergänzung oder Übergang.

8. Emissionen, Feinstaub & Umweltbilanz: Worauf es wirklich ankommt

Bei Holzfeuerungen spielt die lokale Luftqualität eine große Rolle. Moderne Anlagen sind deutlich sauberer als alte, aber sie emittieren weiterhin Feinstaub und weitere Stoffe. Deshalb sind emissionsarme Technik (ggf. mit Filter), korrekte Einstellungen und guter Brennstoff entscheidend.

So reduzierst du Emissionen in der Praxis

  • Qualität der Pellets: Zertifizierte Ware (z. B. ENplus) reduziert Störungen und Asche/Feinanteile.
  • Regelmäßige Wartung: Saubere Wärmetauscher, korrekte Luftzufuhr und Sensorik halten Emissionen niedrig.
  • Richtige Dimensionierung: Überdimensionierung führt zu schlechtem Teillastbetrieb und mehr Emissionen.
  • Pufferspeicher: Stabilisiert Betrieb, reduziert Takten.

Einordnung Klima: Holz gilt als erneuerbarer Energieträger, trotzdem ist „CO₂-neutral“ bzw. „klimaneutral“ als pauschale Aussage problematisch. Entscheidend sind Herkunft, Lieferketten, Waldmanagement und tatsächliche Emissionen. Wer nachhaltiger heizen will, sollte deshalb Technik, Brennstoffqualität und Gebäudestandard gemeinsam betrachten.

9. Pelletheizung vs. Wärmepumpe: Entscheidungshilfe ohne Bauchgefühl

Wer heute eine Heizung tauscht, vergleicht fast immer mit der Wärmepumpe. Das ist sinnvoll – denn beide Systeme können sehr gut sein, aber in unterschiedlichen Situationen. Eine faire Entscheidung basiert auf Wärmebedarf, Temperaturniveau, Platz, Investition und Rahmenbedingungen.

Kriterium Pelletkessel Wärmepumpe
Platzbedarf Lager + Technikraum Wenig Lager, ggf. Außengerät
Abgasführung Erforderlich Keine Abgase
Stromabhängigkeit Gering (nur Fördertechnik) Hoch (Betrieb über Strom)
Bestand mit hohen Vorlauftemperaturen Oft gut machbar Machbar, aber Auslegung/Heizflächen prüfen
Luftqualität/Emissionen Feinstaub beachten Vor Ort keine Verbrennung

Wenn du in Richtung Wärmepumpe tendierst, findest du Grundlagen und Typen in unserem Beitrag Wärmepumpe. Wenn du Pellets bevorzugst, ist die beste Strategie oft: Gebäude optimieren (Dämmung, Hydraulik) und dann das passende System auswählen.

10. Planung & Checkliste: So vermeidest du die häufigsten Fehler

Viele Probleme entstehen nicht durch den Brennstoff, sondern durch Planungslücken. Mit der folgenden Checkliste kannst du Angebote und Konzepte deutlich besser bewerten.

Technik-Check

  • Ist der Kessel richtig dimensioniert (nicht nach Bauchgefühl, sondern nach Heizlast/Verbrauch)?
  • Gibt es ein schlüssiges Konzept für Puffer, Warmwasser und Heizkreise?
  • Ist der hydraulische Abgleich eingeplant (inkl. Dokumentation)?
  • Ist die Abgaslösung (Schornstein) technisch und brandschutzseitig geklärt?

Lager- & Logistik-Check

  • Ist das Lager trocken, tragfähig, gut belüftet und für die Lieferung zugänglich?
  • Passt die Fördertechnik zur Entfernung und zum Aufbau?
  • Ist die Staubbelastung beim Einblasen berücksichtigt (Absaugung/Anschluss)?

Tipp: Wenn du bisher mit Öl heizt, lohnt es sich oft, gleich auch die Themen Tankraum & Rückbau mitzudenken. Dazu findest du Infos in Öltank entsorgen.

11. Fazit: Lohnt sich eine Pelletheizung 2026?

Eine Pelletheizung kann 2026 eine sehr sinnvolle Lösung sein – wenn die Rahmenbedingungen passen: ausreichend Platz, gute Logistik, emissionsarme Technik und ein sauber geplantes Heizsystem. Sie ist besonders interessant für Bestandsgebäude, in denen ein Heizungstausch mit hoher Vorlauftemperatur geplant ist und eine Wärmepumpe entweder nicht optimal passt oder nur mit größeren Umbaumaßnahmen effizient läuft.

Gleichzeitig gilt: Wer langfristig „zukunftssicher“ denken will, sollte immer das Gesamtpaket betrachten: Gebäudehülle (z. B. Dämmung), Wärmeverteilung, Warmwasser und mögliche Kombinationen mit Solarthermie oder Photovoltaik. Genau dabei unterstützen wir – von der Einordnung bis zur Umsetzung.

Nächster Schritt: Du willst wissen, ob Pellets bei deinem Gebäude technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind? Dann stelle eine unverbindliche Anfrage – wir prüfen Rahmenbedingungen, Förderlogik und sinnvolle Varianten.

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FAQ zur Pelletheizung

Wie oft muss ich bei einer Pelletanlage Asche leeren?

Das hängt stark von Kesseltyp, Pelletsqualität und Betriebsweise ab. Moderne Anlagen haben einen automatischen Ascheaustrag, dennoch muss die Aschebox regelmäßig kontrolliert und entleert werden. In vielen Haushalten ist das eher eine Sache von Wochen als von Tagen – die Wartung bleibt aber wichtig.

Welche Pellets sollte ich kaufen?

Achte auf Zertifizierung (z. B. ENplus), trockene Lagerung und saubere Lieferung. Gute Qualität reduziert Störungen, verbessert die Verbrennung und senkt das Risiko von hohem Feinanteil (Staub) und Asche.

Gibt es 2026 noch Förderung für Pellets?

Ja, für Privatpersonen ist die Heizungsförderung (KfW 458) aktuell relevant. Förderbausteine und Bedingungen (z. B. Boni, Kostenobergrenzen, Emissionsminderung) solltest du vor Beauftragung prüfen, weil sich Rahmenbedingungen ändern können.

Droht ein Verbot für Holzheizungen?

Pauschale „Verbots“-Aussagen sind meist zu kurz gegriffen. Relevant sind vor allem Anforderungen an erneuerbare Wärme beim Heizungstausch sowie Emissionsgrenzwerte für Feuerungen. Mit moderner, emissionsarmer Technik und korrektem Betrieb ist die Nutzung in vielen Fällen möglich – trotzdem solltest du die lokale Luftqualität und die langfristige Strategie des Gebäudes berücksichtigen.

Wie viel Platz braucht ein Pelletlager?

Das hängt vom Wärmebedarf und davon ab, ob du den Brennstoff für ein Jahr oder für mehrere Monate lagern willst. Als grobe Orientierung: Für Einfamilienhäuser werden oft mehrere Tonnen pro Jahr benötigt – das entspricht einem Lager im Bereich von einigen Kubikmetern. Entscheidend ist jedoch die konkrete Planung (Zugänglichkeit, Trockenheit, Belüftung, Förderweg) – nicht nur „die reine Größe“.

Lässt sich eine Pelletanlage mit Solarthermie oder Wärmepumpe kombinieren?

Ja. Häufig wird Solarthermie zur Warmwasserbereitung ergänzt, wodurch der Kessel im Sommer deutlich weniger laufen muss. Auch Hybridlösungen mit Wärmepumpe sind möglich (z. B. Warmwasser oder Übergangszeiten). Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von Dachfläche, Warmwasserprofil, Technikraum und Wirtschaftlichkeit ab.

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