Jede Kilowattstunde, die Ihre Solaranlage produziert, hat zwei mögliche Wege: durch Ihre Steckdosen oder ins öffentliche Netz. Welchen Weg sie nimmt, entscheidet über Ihre Rendite – und der Unterschied ist größer geworden als je zuvor. Der Eigenverbrauch Ihrer PV-Anlage bringt Ihnen aktuell rund 29 Cent pro Kilowattstunde, die Einspeisung nur 7,70 Cent. Das ist fast das Vierfache. Und ab 2027 könnte die Einspeisung für neue Anlagen ganz wegfallen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Eigenverbrauchsquote ermitteln, welche Maßnahmen wirklich etwas bringen und wo die Rechnung kippt.
- Ohne Stromspeicher nutzen die meisten Haushalte nur 15 bis 35 Prozent ihres Solarstroms selbst – der Rest wandert für 7,70 Cent ins Netz.
- Mit einem Speicher steigt die Quote auf 50 bis 80 Prozent, mit zusätzlicher Wärmepumpe oder Wallbox auf über 80 Prozent.
- Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad sind zwei verschiedene Zahlen: die eine bezieht sich auf die Erzeugung, die andere auf Ihren Verbrauch.
- Was eine selbst genutzte Kilowattstunde wert ist, hängt stark von Ihrem Stromtarif ab – zwischen 17 und 35 Cent liegt der Unterschied.
- Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 beschlossen, die feste Einspeisevergütung für neue Kleinanlagen ab 2027 auslaufen zu lassen. Damit wird der Eigenverbrauch zur wichtigsten Größe der Wirtschaftlichkeit.
- Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 am Netz sind, behalten ihre Vergütung über die volle Laufzeit von 20 Jahren.
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Was Eigenverbrauch bei einer PV-Anlage bedeutet
Ihre Solaranlage produziert Strom immer dann, wenn die Sonne scheint – nicht dann, wenn Sie ihn brauchen. Genau daraus entsteht der Begriff Eigenverbrauch: Er beschreibt den Anteil des erzeugten Solarstroms, den Sie direkt im Haus nutzen, statt ihn ins Netz zu schicken. Alles, was Sie in diesem Moment nicht verbrauchen und auch nicht speichern, wird zu Überschussstrom und fließt über den Zähler nach draußen.
Der Fachbegriff dafür lautet Überschusseinspeisung, seltener auch Teileinspeisung. Dabei bleibt Ihr Netzanschluss bestehen, und Sie beziehen abends und im Winter weiterhin Netzstrom. Die Alternative wäre die Volleinspeisung: Dann geht der komplette Ertrag ins Netz, Sie bekommen dafür eine höhere Vergütung von aktuell 12,22 Cent je Kilowattstunde, nutzen aber keine einzige selbst erzeugte Kilowattstunde. Für Wohngebäude ist das inzwischen nur noch in Sonderfällen sinnvoll, etwa wenn ein Dach verpachtet wird.
Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad sind nicht dasselbe
Diese beiden Kennzahlen werden ständig verwechselt, obwohl sie ganz unterschiedliche Dinge messen. Die Eigenverbrauchsquote schaut auf die Erzeugung: Wie viel Prozent des produzierten Solarstroms haben Sie selbst genutzt? Der Autarkiegrad schaut auf den Verbrauch: Wie viel Prozent Ihres Strombedarfs haben Sie selbst gedeckt? Beide Zahlen können weit auseinanderliegen.
| Kennzahl | Berechnung | Was sie Ihnen sagt |
|---|---|---|
| Eigenverbrauchsquote | selbst genutzter Solarstrom ÷ erzeugter Solarstrom | Wie gut Ihre Anlage zu Ihrem Verbrauch passt. Sinkt automatisch, je größer die Anlage im Verhältnis zum Bedarf ist. |
| Autarkiegrad | selbst genutzter Solarstrom ÷ gesamter Stromverbrauch | Wie unabhängig Sie vom Netz sind. Steigt mit der Anlagengröße und mit dem Speicher. |
Ein Beispiel macht das greifbar: Ein Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch und einer 8-kWp-Anlage, die 7.600 Kilowattstunden erzeugt, nutzt ohne Speicher etwa 1.200 Kilowattstunden direkt. Die Eigenverbrauchsquote liegt damit bei rund 16 Prozent, der Autarkiegrad aber bei 30 Prozent. Wer nur auf die Quote schaut, hält seine Anlage für schlecht ausgelegt – dabei ist sie einfach großzügig dimensioniert, und das ist bei den heutigen Modulpreisen meist die richtige Entscheidung.
Wer sein Dach voll belegt, drückt die Eigenverbrauchsquote rechnerisch nach unten und erhöht gleichzeitig den Autarkiegrad. Weil Module heute nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten ausmachen, lohnt sich die größere Anlage in den meisten Fällen trotzdem – vor allem, wenn später eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto dazukommt.
Wie hoch der Eigenverbrauch typischerweise liegt
Die Bandbreite ist groß, und sie hängt fast ausschließlich davon ab, wie viel Technik im Haus mit Strom läuft. Ein Zweipersonenhaushalt ohne Speicher, ohne Wärmepumpe und mit Gasheizung kommt selten über 20 Prozent. Eine Familie mit Speicher, Elektroauto und Wärmepumpe erreicht dagegen regelmäßig über 80 Prozent. Zwischen diesen Extremen liegen vier typische Ausbaustufen.
| Konfiguration | Eigenverbrauchsquote | Autarkiegrad | Aufwand |
|---|---|---|---|
| PV-Anlage allein | 15–25 % | 25–35 % | ✓ keiner |
| PV plus angepasstes Verbrauchsverhalten | ~ 25–35 % | ~ 35–45 % | ✓ gering |
| PV plus Stromspeicher | ✓ 50–70 % | ✓ 60–70 % | ~ mittel |
| PV, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox | ✓ über 80 % | ✓ 70–80 % | ✗ hoch |
- 15–25 % Eigenverbrauch
- keine Zusatzkosten
- Überschuss geht ins Netz
- 50–70 % Eigenverbrauch
- Abendstunden abgedeckt
- 500–800 € je kWh Kapazität
- über 80 % Eigenverbrauch
- Energiemanagement nötig
- höchster Investitionsbedarf
Warum der Eigenverbrauch ab 2027 über die Wirtschaftlichkeit entscheidet
Bisher war der Eigenverbrauch eine Optimierungsfrage: Man konnte die Anlage auch ohne ihn wirtschaftlich betreiben, weil die Einspeisung eine feste, garantierte Vergütung brachte. Diese Grundlage verändert sich gerade. Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 die EEG-Novelle 2027 beschlossen, und darin fällt die dauerhafte feste Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen unter 25 Kilowatt weg.
Was das Kabinett beschlossen hat
An die Stelle der 20-jährigen Garantievergütung tritt eine zeitlich befristete Übergangszahlung, die etwa einen Cent unter dem heutigen Satz liegt und höchstens 36 Monate läuft. Danach zählt für neue Anlagen praktisch nur noch, was Sie selbst verbrauchen. Zusätzlich soll die Einspeisung neuer Anlagen dauerhaft auf 50 Prozent gedrosselt werden – diese Begrenzung entfällt allerdings, wenn Sie den Strom vollständig selbst nutzen oder speichern. Wer die Details der geplanten Regelung nachlesen möchte, findet sie in unserem Beitrag zur EEG-Novelle 2027.
Der Kabinettsbeschluss vom 29. Juli 2026 ist ein Gesetzentwurf, kein Gesetz. Bundestag und Bundesrat beraten ab September 2026 darüber, außerdem muss die EU-Kommission die Förderregelungen beihilferechtlich genehmigen. Details können sich also noch ändern. Die geplante Richtung – weg von der Einspeisung, hin zum Eigenverbrauch – gilt allerdings über alle Entwürfe hinweg als gesetzt.
Was bis Ende 2026 noch gilt
Für Bestandsanlagen ändert sich nichts. Wer heute schon einspeist oder seine Anlage noch bis zum 31. Dezember 2026 ans Netz bringt, behält die zugesagte Vergütung über die vollen 20 Jahre. Seit dem 1. August 2026 liegt sie bei 7,70 Cent je Kilowattstunde für die Überschusseinspeisung; Anlagen, die davor in Betrieb gingen, erhalten weiterhin 7,78 Cent. Die genaue Staffelung nach Anlagengröße und Inbetriebnahmedatum haben wir in unserer Übersicht zur Einspeisevergütung 2026 zusammengestellt.
Praktisch heißt das: 2026 ist für Neuanlagen ein Sonderjahr. Wer ohnehin plant, gewinnt durch eine Inbetriebnahme in diesem Jahr eine kalkulierbare Einnahme über zwei Jahrzehnte. Wer später baut, muss die Anlage von Anfang an auf Eigenverbrauch auslegen – mit Speicher, steuerbaren Verbrauchern und passender Dimensionierung.
Was eine selbst genutzte Kilowattstunde wirklich wert ist
Hier rechnen die meisten Ratgeber zu grob. Der Wert einer selbst genutzten Kilowattstunde ist nicht Ihr Strompreis, sondern Ihr Strompreis minus der Vergütung, die Sie durch das Selbstnutzen nicht bekommen. Und Ihr Strompreis ist je nach Vertrag völlig unterschiedlich: Der Bundesdurchschnitt lag laut BDEW-Strompreisanalyse im April 2026 bei 37,0 Cent, in der Grundversorgung zahlen Haushalte aber 42,8 Cent, Bestandskunden 31,1 Cent und Neukunden mit gutem Tarif nur rund 24 bis 25 Cent.
| Ihr Stromtarif | Preis je kWh | Wert einer selbst genutzten kWh | Faktor gegenüber Einspeisung |
|---|---|---|---|
| Grundversorgung | 42,8 ct | ✓ 35,1 ct | 5,6-fach |
| Bundesdurchschnitt | 37,0 ct | ✓ 29,3 ct | 4,8-fach |
| Bestandskunde | 31,1 ct | ~ 23,4 ct | 4,0-fach |
| Günstiger Neukundentarif | 24,5 ct | ~ 16,8 ct | 3,2-fach |
Der Unterschied zwischen der ersten und der letzten Zeile ist mehr als doppelt so groß – und er entscheidet darüber, ob sich ein Speicher in zehn oder erst in zwanzig Jahren bezahlt. Deshalb ist der erste Schritt vor jeder Speicherentscheidung ein Blick auf die eigene Stromrechnung, nicht auf eine Beispielrechnung aus dem Internet. Wer über einen dynamischen Stromtarif nachdenkt, sollte beachten, dass sich damit auch dieser Wert verschiebt: Günstiger Netzstrom senkt die Ersparnis pro selbst genutzter Kilowattstunde.
Strompreise unterscheiden sich nach Region, Netzgebiet, Verbrauch und Vertragslaufzeit erheblich. Auch die Netzentgelte 2026 wirken sich je nach Netzbetreiber unterschiedlich stark aus. Für eine belastbare Rechnung nehmen wir in der Beratung immer Ihre eigene Jahresabrechnung als Grundlage.
Eigenverbrauch berechnen: Formel, Zähler und Beispielrechnung
Die Formel selbst ist einfach. Sie brauchen zwei Werte: die gesamte Erzeugung Ihrer Anlage und die eingespeiste Menge. Die Differenz ist Ihr Eigenverbrauch. Beide Zahlen stehen Ihnen zur Verfügung, sofern die Anlage sauber gemessen wird.
- Erzeugung ablesen: Der Erzeugungszähler oder das Portal Ihres Wechselrichters zeigt, wie viele Kilowattstunden Ihre Anlage im Jahr produziert hat. Bei modernen Geräten finden Sie den Wert in der Hersteller-App. Welche Rolle das Gerät dabei spielt, erklären wir im Beitrag zu Wechselrichtern für Photovoltaik-Anlagen.
- Einspeisung ablesen: Der Zweirichtungszähler des Netzbetreibers hat zwei Zählwerke – eines für den Bezug aus dem Netz, eines für die Einspeisung. Sie brauchen das Einspeisewerk, meist mit „1.8.0″ gekennzeichnet.
- Eigenverbrauch berechnen: Erzeugung minus Einspeisung ergibt die selbst genutzte Menge. Diese Zahl geteilt durch die Erzeugung ist Ihre Eigenverbrauchsquote.
- Autarkiegrad ergänzen: Teilen Sie die selbst genutzte Menge durch Ihren gesamten Jahresstromverbrauch. Den finden Sie auf der Abrechnung Ihres Stromversorgers, ergänzt um den Netzbezug aus dem Zähler.
Eine konkrete Rechnung für ein Einfamilienhaus
Nehmen wir an, Sie besitzen eine 8-kWp-Anlage, die 7.600 Kilowattstunden im Jahr erzeugt, und verbrauchen 4.000 Kilowattstunden Strom. Ohne Speicher nutzen Sie davon etwa 1.200 Kilowattstunden direkt. Das sind 444 Euro gesparter Netzstrom bei 37 Cent, plus 493 Euro Einspeisevergütung für die restlichen 6.400 Kilowattstunden – zusammen rund 937 Euro pro Jahr.
Mit einem 8-kWh-Speicher steigt der selbst genutzte Anteil auf etwa 2.600 Kilowattstunden. Daraus werden 962 Euro gesparter Netzstrom und 385 Euro Vergütung, also 1.347 Euro. Der Speicher bringt Ihnen demnach rund 410 Euro Mehrertrag pro Jahr. Bei Anschaffungskosten von 4.000 bis 6.400 Euro liegt die Amortisation zwischen zehn und sechzehn Jahren. Rechnen Sie dagegen mit einem günstigen Neukundentarif von 24,5 Cent, sinkt der Mehrertrag auf etwa 242 Euro – und die Amortisation verschiebt sich auf 17 bis 26 Jahre. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob ein Speicher für Sie eine Investition oder ein Komfortkauf ist.
Sieben Wege, den Eigenverbrauch Ihrer PV-Anlage zu erhöhen
Nicht jede Maßnahme wirkt gleich stark, und nicht jede kostet Geld. Wir sortieren sie deshalb nach Wirkung im Verhältnis zum Aufwand – beginnend mit dem, was Sie noch heute umsetzen können.
Ohne Investition: Verbrauch in die Sonnenstunden verlegen
Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler und Poolpumpe laufen bei den meisten Haushalten abends. Verlegen Sie diese Geräte per Zeitvorwahl in die Mittagsstunden, steigt die Eigenverbrauchsquote um durchaus fünf bis zehn Prozentpunkte – ohne einen Euro Investition. Wichtig ist die Regelmäßigkeit: Ein einmal verschobener Waschgang bringt nichts, eine dauerhaft geänderte Routine schon.
Ähnlich wirkt die Dachausrichtung, allerdings nur bei der Planung. Eine reine Südanlage liefert eine hohe Mittagsspitze, die kaum jemand vollständig verbrauchen kann. Eine Ost-West-Belegung erzeugt weniger Gesamtertrag, verteilt ihn aber über den ganzen Tag und passt damit besser zum typischen Haushaltsprofil. Welche Neigung zu welchem Ertrag führt, zeigt unsere Tabelle zum Photovoltaik-Neigungswinkel.
Mit Investition: Stromspeicher und Wärmepumpe
Der Stromspeicher ist die wirkungsvollste einzelne Maßnahme, weil er die Abendstunden abdeckt – also genau die Zeit, in der ein Haushalt am meisten verbraucht und die Anlage nichts liefert. Als Faustregel gilt eine Speicherkapazität in Kilowattstunden, die etwa der Anlagenleistung in Kilowatt-Peak entspricht. Wie ein solches System aufgebaut ist und was es leistet, beschreiben wir ausführlich unter PV-Anlage mit Speicher.
Noch mehr bewegt der Wechsel des Heizsystems. Eine Wärmepumpe verwandelt Solarstrom in Wärme und hebt den Eigenverbrauch deutlich – allerdings mit einem Haken, den viele übersehen: Der Solarertrag fällt im Sommer an, der Heizbedarf im Winter. Deshalb deckt die Photovoltaik in der Praxis nur einen Teil des Wärmepumpenstroms, typischerweise 20 bis 35 Prozent über das Jahr. Entscheidend ist eine niedrige Vorlauftemperatur, also die Temperatur des Heizwassers: Je niedriger sie liegt, desto besser die Jahresarbeitszahl (JAZ) – das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom. Wie beides zusammenspielt, erklären wir im Beitrag Wärmepumpe mit Solar; die passende Auslegung liefert eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.
Mobilität und Steuerung: Wallbox und Energiemanagement
Ein Elektroauto ist der dritte große Hebel. Eine Wallbox mit Überschussladen zieht genau die Leistung, die gerade übrig ist, statt stur mit elf Kilowatt zu laden. In Mehrfamilienhäusern kommt zusätzlich eine Förderung ins Spiel, die wir unter Wallbox-Förderung im Mehrfamilienhaus aufbereitet haben. Wer mehrere große Verbraucher betreibt, braucht ein Energiemanagementsystem, das Prioritäten setzt und Lasten verschiebt. Fachleute nennen dieses Zusammenspiel von Strom, Wärme und Mobilität Sektorenkopplung – und es funktioniert nur mit einem intelligenten Messsystem, dem Smart Meter, das den Verbrauch viertelstundengenau erfasst. Die dafür nötige Elektroinstallation und Gebäudeautomation übernimmt in unserer Unternehmensgruppe GREENOX Dürr Elektrotechnik; bei größeren Objekten mit Automations- und Sicherheitstechnik kommt Elektro Zepf dazu.
| Maßnahme | Erreichbare Quote | Kosten (Richtwert) | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Verbrauch in Sonnenstunden verlegen | 25–35 % | ✓ 0 € | ✓ nur Gewohnheit |
| Ost-West-Belegung statt reiner Südausrichtung | 25–35 % | ~ Mehrkosten Unterkonstruktion | ✗ nur bei Neubau der Anlage |
| Heizstab für Warmwasser | 30–45 % | ✓ 300–900 € | ✓ gering |
| Stromspeicher | 50–70 % | ~ 500–800 € je kWh installiert | ~ mittel |
| Wärmepumpe | 55–75 % | ✗ hoch | ✗ hoch |
| Wallbox mit Überschussladen | 55–75 % | ~ 1.500–3.000 € | ~ mittel |
| Energiemanagementsystem | über 80 % (in Kombination) | ~ 500–2.500 € | ~ mittel |
- Waschen und Spülen mittags
- 5–10 Prozentpunkte mehr
- nutzt Mittagsüberschuss
- keine Genehmigung nötig
- lädt nur mit Überschuss
- größter Einzelverbraucher
- setzt Prioritäten automatisch
- 500–2.500 €
Wann sich ein Stromspeicher rechnet – und wann nicht
Speicherpreise sind seit 2023 um etwa ein Drittel gefallen und liegen auf einem historischen Tiefstand. Der Marktdurchschnitt für das reine Gerät liegt 2026 bei rund 315 Euro je Kilowattstunde Kapazität. Komplett installiert, mit Wechselrichter, Energiemanagement und Elektroarbeiten, landen typische Projekte allerdings bei 500 bis 800 Euro je Kilowattstunde. Bei einer Nachrüstung in einer bestehenden Anlage liegt der Preis meist am oberen Ende, weil zusätzliche Verkabelung und ein neuer Hybrid-Wechselrichter dazukommen. Was dabei technisch zu beachten ist, lesen Sie unter Photovoltaik-Speicher nachrüsten.
Gegen den Speicher spricht die Rechnung in drei Fällen. Erstens bei einem günstigen Stromtarif: Unter etwa 25 Cent je Kilowattstunde wird die Amortisation länger als die realistische Lebensdauer der Batterie. Zweitens bei einem niedrigen Stromverbrauch: Wer im Zweipersonenhaushalt 2.500 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, füllt einen Speicher schlicht nicht sinnvoll aus. Drittens bei einer sehr kleinen Anlage, die zu wenig Überschuss erzeugt, um den Speicher regelmäßig zu laden. Alle drei Fälle sehen wir in unseren Projekten regelmäßig – und beraten dann bewusst gegen den Speicher.
Ein zu großer Speicher wird nie voll und verteuert die Kilowattstunde. Bleiben Sie bei der Faustregel „ein Kilowattstunde Kapazität je Kilowatt-Peak Anlagenleistung” und rechnen Sie erst dann nach oben, wenn eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto tatsächlich schon geplant ist. Eine Übersicht zur Technik und zu den Fördermöglichkeiten finden Sie unter Stromspeicher.
Bestehende PV-Anlage auf Eigenverbrauch umstellen
Viele Anlagen aus den Jahren 2010 bis 2015 laufen noch als Volleinspeiser, weil die Vergütung damals bei 20 bis 40 Cent lag und der Eigenverbrauch schlicht keinen Sinn ergab. Diese Anlagen lassen sich umstellen, allerdings nicht durch einen Softwareschalter. Nötig sind in der Regel ein neues Messkonzept, der Tausch des Zählers durch den Netzbetreiber und je nach Alter ein neuer Wechselrichter. Den Antrag stellt Ihr Elektrofachbetrieb beim Netzbetreiber, die Umstellung dauert üblicherweise vier bis acht Wochen.
Wichtig ist die Reihenfolge: Zuerst prüfen, wie lange die alte Vergütung noch läuft und wie hoch sie ist. Bei 40 Cent Altvergütung ist Eigenverbrauch weiterhin unwirtschaftlich – dann warten Sie besser das Ende der 20 Jahre ab. Bei Anlagen, deren Förderzeitraum in den nächsten Jahren endet, lohnt die Vorbereitung dagegen jetzt, weil danach nur noch die Direktvermarktung mit wenigen Cent bleibt. In beiden Fällen hilft eine neutrale Energieberatung, die Rechnung mit Ihren echten Zahlen aufzumachen.
Warum 100 Prozent Autarkie nicht das Ziel ist
Technisch lässt sich ein Einfamilienhaus vollständig autark betreiben. Wirtschaftlich ist es das nicht, und der Grund ist der deutsche Winter. Im Dezember und Januar liefert eine Dachanlage nur etwa ein Zehntel des Juni-Ertrags, gleichzeitig steigt der Verbrauch. Um diese Monate ohne Netz zu überbrücken, bräuchten Sie einen Speicher, der ein Vielfaches der üblichen Größe hat und den Rest des Jahres ungenutzt bleibt. Realistisch erreichbar und sinnvoll sind 60 bis 80 Prozent Autarkie.
Sinnvoller als der letzte Prozentpunkt Autarkie ist der Blick über das eigene Dach hinaus. Mit dem geplanten Energy Sharing lässt sich Solarstrom künftig innerhalb einer Gemeinschaft weitergeben, statt ihn für wenige Cent einzuspeisen. Was dabei vorgesehen ist, haben wir unter Energy Sharing zusammengefasst. Für Mehrfamilienhäuser kommt zusätzlich die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung in Betracht, bei der mehrere Wohneinheiten den Strom einer Anlage nutzen.
Für Anlagen bis 30 Kilowatt-Peak je Wohn- oder Gewerbeeinheit fällt auf den Eigenverbrauch keine Einkommensteuer an, und beim Kauf gilt der Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer. Sie müssen den selbst genutzten Strom in diesem Rahmen also nicht als Entnahme versteuern. Bei gewerblicher Nutzung oder mehr als 100 Kilowatt-Peak Gesamtleistung je Person sieht das anders aus – dann lohnt der Gang zum Steuerberater.
Fazit
Der Eigenverbrauch Ihrer PV-Anlage ist keine Nebengröße mehr, sondern die Hauptrechnung. Bei 7,70 Cent Einspeisevergütung gegenüber 24 bis 43 Cent Netzstrompreis ist jede selbst genutzte Kilowattstunde drei- bis fünfmal so wertvoll wie eine eingespeiste. Und wenn die EEG-Novelle 2027 so kommt wie beschlossen, bleibt neuen Anlagen nach der Übergangsfrist praktisch nur noch der Eigenverbrauch als Ertragsquelle.
Unterm Strich heißt das für Sie: Verlegen Sie erst kostenlos Ihre Verbräuche in die Sonnenstunden, prüfen Sie dann den Speicher mit Ihrer eigenen Stromrechnung statt mit einer Beispielrechnung, und denken Sie Wärmepumpe und Wallbox von Anfang an mit. Wer 2026 noch baut, sichert sich zusätzlich 20 Jahre feste Vergütung als Puffer.
Weiterführende Artikel: EEG-Novelle 2027 und ihre Folgen für Ihre PV-Anlage, Stromspeicher: Funktion, Kosten und Förderung und Einspeisevergütung 2026 mit aktueller Tabelle.
Häufige Fragen zum Eigenverbrauch der PV-Anlage
Ohne Stromspeicher nutzen die meisten Haushalte 15 bis 35 Prozent ihres Solarstroms selbst. Der genaue Wert hängt davon ab, wie groß die Anlage im Verhältnis zum Verbrauch ist: Eine großzügig belegte Dachfläche drückt die Quote nach unten, weil mittags mehr Strom anfällt, als das Haus abnehmen kann. Mit einem Speicher steigt die Quote auf 50 bis 70 Prozent, mit Wärmepumpe und Elektroauto auf über 80 Prozent.
Die Eigenverbrauchsquote misst, welchen Anteil des erzeugten Solarstroms Sie selbst nutzen. Der Autarkiegrad misst, welchen Anteil Ihres gesamten Strombedarfs Sie selbst decken. Beide Zahlen bewegen sich gegenläufig: Eine größere Anlage senkt die Eigenverbrauchsquote und hebt gleichzeitig den Autarkiegrad. Für die Wirtschaftlichkeit ist die Eigenverbrauchsquote die wichtigere Kennzahl, für die Unabhängigkeit vom Netz der Autarkiegrad.
Ziehen Sie von der Jahreserzeugung Ihrer Anlage die eingespeiste Menge ab. Die Erzeugung finden Sie im Portal Ihres Wechselrichters oder am Erzeugungszähler, die Einspeisung am Zweirichtungszähler des Netzbetreibers, meist im Zählwerk 1.8.0. Teilen Sie das Ergebnis durch die Erzeugung, erhalten Sie die Eigenverbrauchsquote in Prozent. Teilen Sie es stattdessen durch Ihren Jahresstromverbrauch, ergibt sich der Autarkiegrad.
Als guter Zielbereich gelten 60 bis 70 Prozent, weil hier Kosten und Nutzen in einem sinnvollen Verhältnis stehen. Darüber wird jeder weitere Prozentpunkt teuer: Sie müssten den Speicher überdimensionieren oder Verbraucher zuschalten, die Sie eigentlich nicht brauchen. Wichtiger als ein hoher Prozentwert ist die Frage, was Sie unterm Strich pro Jahr sparen.
Ja, allerdings nicht per Knopfdruck. Nötig sind ein neues Messkonzept, der Zählertausch durch den Netzbetreiber und je nach Anlagenalter ein neuer Wechselrichter. Den Antrag stellt Ihr Elektrofachbetrieb, die Umstellung dauert meist vier bis acht Wochen. Prüfen Sie vorher, wie hoch Ihre Altvergütung ist: Bei 30 oder 40 Cent je Kilowattstunde lohnt sich das Umstellen erst nach Ablauf der 20 Jahre.
Rechnerisch ja, wirtschaftlich nein. Um die Wintermonate ohne Netzstrom zu überbrücken, bräuchten Sie einen Speicher, der ein Vielfaches der üblichen Größe hat und den größten Teil des Jahres leer stehen würde. Im Dezember liefert eine Dachanlage nur etwa ein Zehntel des Juni-Ertrags. Realistisch und sinnvoll sind 60 bis 80 Prozent Autarkie.
Für Anlagen bis 30 Kilowatt-Peak je Wohn- oder Gewerbeeinheit fällt auf den selbst genutzten Strom keine Einkommensteuer an. Beim Kauf der Anlage und des Speichers gilt zudem der Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer. Anders sieht es bei gewerblicher Nutzung, bei mehr als 100 Kilowatt-Peak Gesamtleistung je Person oder bei freiwilligem Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung aus – dann sollten Sie steuerlichen Rat einholen.
Als Faustregel gilt eine Kapazität in Kilowattstunden, die etwa der Anlagenleistung in Kilowatt-Peak entspricht – bei 8 kWp also rund 8 kWh. Größer lohnt sich erst, wenn eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto tatsächlich dazukommt. Ein überdimensionierter Speicher wird nie voll und verteuert jede gespeicherte Kilowattstunde.
Für Wohngebäude fast immer die Überschusseinspeisung mit Eigenverbrauch. Die Volleinspeisung bringt zwar 12,22 statt 7,70 Cent je Kilowattstunde, doch der Wert einer selbst genutzten Kilowattstunde liegt bei 17 bis 35 Cent – deutlich darüber. Volleinspeisung ist nur dann interessant, wenn im Gebäude praktisch kein Strom verbraucht wird, etwa bei einem verpachteten Dach oder einer Scheune.
Nach dem Kabinettsbeschluss vom 29. Juli 2026 soll die dauerhafte feste Einspeisevergütung für neue Anlagen unter 25 Kilowatt ab dem 1. Januar 2027 entfallen. Stattdessen ist eine Übergangszahlung von höchstens 36 Monaten vorgesehen, etwa einen Cent unter dem heutigen Satz, alternativ ein Direktvermarktungsbonus. Zusätzlich soll die Einspeisung neuer Anlagen auf 50 Prozent begrenzt werden – außer der Strom wird selbst verbraucht oder gespeichert. Anlagen, die bis Ende 2026 am Netz sind, behalten ihre Vergütung für die vollen 20 Jahre. Bundestag, Bundesrat und die EU-Kommission müssen dem Entwurf noch zustimmen.

