DIN 18040 Barrierefreies Bauen

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DIN 18040: Barrierefreies Bauen – Anforderungen, Kosten & Förderung 2026

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Wer sein Zuhause zukunftssicher gestalten möchte, kommt an barrierefreiem Bauen nach DIN 18040 nicht vorbei. Die Norm legt fest, welche Anforderungen Wohnungen und Gebäude erfüllen müssen, damit sie ohne fremde Hilfe nutzbar bleiben – ob im Alter, nach einem Unfall oder bei einer körperlichen Einschränkung. Was genau dahintersteckt, welche Maße gelten, was ein Umbau kostet und welche Förderungen 2026 verfügbar sind, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Clever Kompakt
Barrierefreies Bauen nach DIN 18040 – das Wichtigste im Überblick
  • Die DIN 18040-2 definiert verbindliche Planungsgrundlagen für barrierefreie Wohnungen – mit konkreten Maßen für Türen, Flure, Bäder und Bewegungsflächen.
  • Barrierefrei und rollstuhlgerecht (R-Standard) sind zwei unterschiedliche Stufen – rollstuhlgerechte Wohnungen erfüllen strengere Anforderungen, z. B. 150 cm Wendekreis statt 120 cm Bewegungsfläche.
  • Umbaukosten variieren stark: Türverbreiterungen kosten ca. 1.000–2.500 €, ein barrierefreies Bad je nach Aufwand 8.000–20.000 €.
  • Für 2026 stehen drei Förderquellen bereit: KfW 159 (Kredit bis 50.000 €), KfW 455-B (Zuschuss bis 6.250 €, voraussichtlich ab Frühjahr 2026 wieder verfügbar) und die Pflegekasse (bis 4.180 € pro Maßnahme).
  • Die DIN 18040-2 gilt in Deutschland als technische Baubestimmung – für private Eigenheimbesitzer ist sie im Bestand eine Empfehlung, wird aber Voraussetzung, wenn öffentliche Fördermittel beantragt werden.

Kostenlose Beratung anfragen Sanieren mit Förderung

80 cm
Mindest-Türbreite barrierefrei (DIN 18040-2)
~19.000 €
Durchschnittliche Umbaukosten lt. Städtebund-Studie
bis 50.000 €
KfW 159 Kredit für altersgerechten Umbau
4.180 €
Pflegekasse §40 SGB XI je Umbaumaßnahme

Was ist die DIN 18040 und warum ist sie relevant?

Die DIN 18040 ist Deutschlands zentrale Norm für barrierefreies Bauen und Planen. Sie ersetzt seit 2011 die frühere DIN 18025 und definiert konkrete Anforderungen, damit Gebäude und Wohnungen von möglichst allen Menschen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe genutzt werden können. Die Norm richtet sich ausdrücklich nicht nur an Rollstuhlfahrer, sondern berücksichtigt alle Formen körperlicher Einschränkungen: Sehbeeinträchtigungen, Hörbeeinträchtigungen sowie motorische Einschränkungen jeder Art.

Für private Hauseigentümer ist die DIN 18040 zunächst eine Empfehlung – sie ist keine Pflicht im freistehenden Einfamilienhaus. Allerdings haben alle Bundesländer die DIN 18040-1 und DIN 18040-2 als Technische Baubestimmungen eingeführt, was bedeutet: Sobald Ihr Vorhaben genehmigungspflichtig ist oder Sie öffentliche Fördermittel beantragen, spielen die Normvorgaben eine entscheidende Rolle. Wer jetzt vorausschauend umbaut, sichert sich außerdem langfristig Wohnkomfort und einen höheren Immobilienwert.

DIN 18040-1, -2 und -3: Welcher Teil gilt für wen?

Die Norm gliedert sich in drei Teile, die unterschiedliche Bereiche abdecken. Für die meisten Eigenheimbesitzer ist vor allem DIN 18040-2 relevant – sie regelt Wohngebäude und Wohnungen.

Teil Geltungsbereich Typische Anwender
DIN 18040-1 Öffentlich zugängliche Gebäude: Ämter, Schulen, Schwimmbäder, Hotels, Gaststätten Architekten, Kommunen, Bauherren öffentlicher Gebäude
DIN 18040-2 Wohngebäude und Wohnungen inkl. zugehöriger Außenanlagen Hauseigentümer, Mieter, Vermieter, private Bauherren
DIN 18040-3 Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum: Wege, Plätze, Haltestellen, Spielplätze Kommunen, Planungsbüros, Tiefbauämter

Während DIN 18040-1 und -2 in sämtlichen Bundesländern als Technische Baubestimmungen gelten, wurde DIN 18040-3 bislang nur vereinzelt verbindlich eingeführt. Für Ihren Hausumbau ist DIN 18040-2 damit der maßgebliche Rahmen.

DIN 18040-2: Die konkreten Anforderungen für Wohnungen

Die DIN 18040-2 definiert Mindestmaße für alle relevanten Bereiche einer Wohnung – von der Eingangstür über den Flur bis ins Badezimmer. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Anforderungen im Überblick, aufgeteilt nach barrierefreiem Standard und dem strengeren R-Standard (rollstuhlgerecht).

Maße nach DIN Norm für barrierefreies Bauen

Türen und Durchgänge

Türen sind eine der häufigsten Barrieren im Bestand. Die lichte Durchgangsbreite – also der tatsächlich nutzbare Durchgang bei geöffneter Tür – ist entscheidend, nicht die nominelle Türbreite. Türen müssen außerdem gut erkennbar, leicht zu öffnen und sicher zu passieren sein. Schwellen sind zu vermeiden; sind sie bautechnisch unvermeidbar, dürfen sie maximal 20 mm hoch sein.

Flure, Bewegungsflächen und Wendekreis

Ausreichend breite Flure sind die Voraussetzung dafür, dass Rollstühle, Rollatoren und andere Hilfsmittel überhaupt durch die Wohnung navigiert werden können. Vor jeder Tür und vor Sanitärobjekten schreibt die Norm zudem Bewegungsflächen vor, die ein Rangieren ermöglichen. Beim R-Standard ist ein vollständiger Wendekreis von 150 cm Durchmesser erforderlich.

Sanitärräume und Badezimmer

Das barrierefreie Bad ist in der Praxis die aufwendigste und kostenintensivste Umbaumaßnahme. Bodengleiche Duschen ohne Schwelle sind Pflicht; Duschen müssen ausreichend groß und mit Haltegriffen ausgestattet sein. Der Waschtisch soll unterfahrbar und auf einer nutzbaren Höhe angebracht sein. In Wohnungen mit mehr als einem Sanitärraum muss mindestens einer barrierefrei nutzbar sein.

Elemente eines modernen, barrierefreien Badezimmers
Früh planen spart Kosten

In unserer Beratungspraxis in der Region Stuttgart zeigt sich regelmäßig: Wer barrierefreie Maßnahmen frühzeitig in eine ohnehin geplante Badsanierung integriert, zahlt deutlich weniger als bei einem nachträglichen Umbau. Die Mehrkosten gegenüber einer Standardsanierung betragen oft nur 20–30 %.

Rampen und Treppen

Wo Niveauunterschiede nicht vollständig vermieden werden können, sind Rampen die bevorzugte Lösung. Die Norm schreibt eine maximale Steigung von 6 % (1:16,7) vor. Treppen müssen beidseitige, griffsichere Handläufe mit einem Durchmesser von 30 bis 45 mm erhalten. Die Handläufe sind über Treppenabsätze hinaus fortzuführen, damit sie auch am Beginn und Ende der Treppe sicher genutzt werden können.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Maße der DIN 18040-2 im direkten Vergleich zusammen:

Anforderung Barrierefrei R-Standard (rollstuhlgerecht)
Lichte Türbreite mind. 80 cm mind. 90 cm
Flurbreite mind. 120 cm mind. 150 cm
Bewegungsfläche vor Türen / Sanitärobjekten 120 × 120 cm 150 × 150 cm
Wendekreis Rollstuhl Ø 150 cm
Rampensteigung max. 6 % (1:16,7) max. 6 % (1:16,7)
Handlaufdurchmesser 30–45 mm 30–45 mm
Schwellenhöhe max. 20 mm 0 mm (schwellenfrei)
Dusche bodengleich, schwellenlos bodengleich + mind. 120 × 120 cm Grundfläche

Barrierefrei vs. rollstuhlgerecht (R-Standard): Der entscheidende Unterschied

Die DIN 18040-2 unterscheidet zwei Qualitätsstufen. Der Grundstandard „barrierefrei” ist darauf ausgelegt, dass Menschen mit eingeschränkter Mobilität – zum Beispiel ältere Menschen mit Rollator oder Gehstock – die Wohnung selbständig nutzen können. Der R-Standard (für „Rollstuhl”) geht darüber hinaus: Er ermöglicht die uneingeschränkte Nutzung auch für Menschen, die dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

Eine wichtige Grundregel: Eine rollstuhlgerechte Wohnung ist immer auch barrierefrei, aber nicht umgekehrt. Alle Anforderungen ohne R-Kennzeichnung in der Norm gelten als Mindeststandard und müssen auch in rollstuhlgerechten Wohnungen erfüllt sein. Der R-Standard fügt lediglich zusätzliche Anforderungen hinzu – vor allem größere Bewegungsflächen und der vollständige Wendekreis von 150 cm.

Welcher Standard ist der richtige für Sie?

Für vorausschauende Umbauten im Alter empfiehlt sich in den meisten Fällen der barrierefreie Grundstandard – er ist kostengünstiger und reicht für Rollatoren, Gehstöcke und leichte Mobilitätseinschränkungen aus. Den aufwendigeren R-Standard sollten Sie nur dann anstreben, wenn aktuell oder absehbar eine Rollstuhlnutzung notwendig ist.

Was kostet barrierefreies Bauen?

Die Kosten für barrierefreies Umbauen variieren stark – je nach Ausgangssubstanz des Gebäudes, dem gewünschten Standard und dem Umfang der Maßnahmen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund ermittelte in einer Studie einen Durchschnittswert von rund 19.000 Euro für einen kompletten barrierefreien Wohnungsumbau. In der Praxis reicht die Spanne aber von wenigen hundert Euro für einfache Maßnahmen bis hin zu 50.000 Euro und mehr bei einer umfassenden Anpassung.

Die folgende Übersicht zeigt typische Richtwerte für häufig nachgefragte Einzelmaßnahmen (inkl. Material und Montage, ohne Förderung):

1.000–2.500 €
Türverbreiterung inkl. Wanddurchbruch
300–8.000 €
Rampe oder Schwellenabbau (je nach Umfang)
5.000–15.000 €
Treppenlift (je nach Treppenlänge und Modell)
8.000–20.000 €
Barrierefreies Bad (komplette Sanierung)
Preisangaben als Richtwerte (Stand 2026)

Die genannten Kosten basieren auf Vergleichswerten aus Verbraucherportalen und Handwerksforen und spiegeln typische Projekte im Raum Stuttgart wider. Je nach Gebäudezustand, gewählten Materialien und regionalen Handwerkspreisen können die tatsächlichen Kosten abweichen. Für ein genaues Angebot empfehlen wir eine persönliche Beratung.

Wichtig zu wissen: Umbauten im Bestand sind in der Regel teurer als entsprechende Maßnahmen im Neubau. Der Grund liegt in der vorhandenen Bausubstanz: Wanddurchbrüche, das Anpassen von Leitungen und das Arbeiten in bewohnten Räumen erhöhen den Aufwand. Dennoch kann eine kluge Priorisierung der Maßnahmen die Gesamtkosten erheblich reduzieren – dazu mehr im Abschnitt „Welche Maßnahmen zuerst?” weiter unten.

Förderung clever kombinieren: KfW 159, KfW 455-B und Pflegekasse

Wer barrierefreie Umbaumaßnahmen plant, sollte die verfügbaren Förderprogramme frühzeitig in die Planung einbeziehen. Durch geschickte Kombination der drei wichtigsten Fördertöpfe lassen sich die Eigenkosten deutlich reduzieren.

KfW 159 – Zinsgünstiger Kredit für altersgerechten Umbau

Das KfW-Kreditprogramm 159 „Altersgerecht Umbauen” ist aktuell die wichtigste Finanzierungshilfe für barrierefreie Umbauten. Eigentümer und Mieter können einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit beantragen – für Maßnahmen, die den Wohnkomfort und die Sicherheit erhöhen. Der Antrag wird über die Hausbank gestellt und muss vor Beginn der Maßnahme eingereicht werden.

KfW 455-B – Investitionszuschuss kehrt 2026 zurück

Das KfW-Programm 455-B „Barrierereduzierung – Investitionszuschuss” war zum 1. Januar 2025 eingestellt worden, da die Haushaltsmittel ausgeschöpft waren. Die gute Nachricht für 2026: Im Bundeshaushalt sind 50 Millionen Euro für die Neuauflage des Programms eingeplant. Der Start ist voraussichtlich im Frühjahr 2026 zu erwarten – zu unveränderten Förderkonditionen. Das bedeutet einen direkten Zuschuss von 12,5 % der förderfähigen Kosten, maximal 6.250 Euro pro Wohneinheit.

Förderantrag vor Maßnahmenbeginn stellen

Sowohl für den KfW 159 als auch für den KfW 455-B gilt: Der Antrag muss zwingend vor Abschluss von Liefer- oder Leistungsverträgen eingereicht werden. Wer bereits mit dem Umbau beginnt oder Verträge unterschreibt, verliert den Förderanspruch. Planungs- und Beratungsleistungen gelten dabei nicht als Vorhabenbeginn.

Pflegekasse §40 SGB XI – bis 4.180 Euro pro Maßnahme

Wer einen anerkannten Pflegegrad besitzt (bereits ab Pflegegrad 1), kann bei der Pflegekasse Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach §40 SGB XI beantragen – derzeit bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme. Besonders praktisch: Für die Pflegekassenförderung ist keine DIN-Konformität erforderlich. Es genügt der Nachweis, dass die Maßnahme die Selbstständigkeit im Alltag verbessert oder die Pflege erleichtert.

Durch die Kombination aller drei Fördertöpfe lassen sich bei einem umfangreichen Umbau je nach Pflegesituation Zuschüsse und zinsgünstige Kredite von insgesamt deutlich über 10.000 Euro mobilisieren. Eine professionelle Förderberatung hilft dabei, die richtige Reihenfolge der Antragstellung einzuhalten und keine Fördermittel zu verschenken.

DIN 18040-2 im Bestand: Was gilt beim Umbau?

Ein häufiges Missverständnis: Die DIN 18040-2 gilt zwar als technische Baubestimmung, wurde aber mit Blick auf Neubauten formuliert. Bei Umbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden kann eine vollständige Umsetzung aller Normvorgaben baulich oder wirtschaftlich nicht immer möglich sein – etwa wenn die vorhandene Grundrissstruktur keine Flurverbreiterung auf 120 cm erlaubt.

Die Norm selbst sieht für solche Fälle einen pragmatischen Ausweg vor: Wenn die Normvorgaben aufgrund der vorhandenen Bausubstanz nicht vollständig erfüllt werden können, ist eine alternative Ausführung zulässig – sofern das Schutzziel (selbständige Nutzbarkeit ohne fremde Hilfe) bestmöglich erreicht wird. Dieser Ansatz wird in der Praxis als „barrierereduzierte” Ausführung bezeichnet und ist für viele Altbausituationen die realistischere Lösung.

Bestand: Ziel vor Norm denken

Bei der Planung im Bestand empfehlen wir, zunächst das konkrete Nutzerziel zu definieren: Wer soll die Wohnung nutzen können, und welche Hilfsmittel kommen zum Einsatz? Daraus lassen sich maßgeschneiderte Lösungen ableiten, die das Schutzziel der DIN 18040-2 erfüllen, ohne an jeder Stelle das genaue Maß zu treffen.

Welche Maßnahmen zuerst? Prioritäten beim barrierefreien Umbau

Wer nicht auf einen Schlag das gesamte Budget einsetzen möchte oder kann, sollte die Maßnahmen priorisieren. Als Energieberater und Sanierungsplaner in der Region Stuttgart können wir Sie mit einem individuellen Sanierungsfahrplan unterstützen. Wir empfehlen folgende Reihenfolge:

  • Zugänglichkeit sichern: Stufen am Eingang beseitigen, Türschwellen abbauen und ggf. eine Rampe oder einen Plattformlift nachrüsten. Diese Maßnahmen kosten vergleichsweise wenig, haben aber den größten praktischen Effekt für die tägliche Nutzbarkeit.
  • Türen verbreitern: Enge Türen sind nach Stufen die häufigste Barriere. Eine Türverbreiterung auf 80 cm lichter Breite ist mit 1.000–2.500 € eine kostengünstige Maßnahme mit hohem Nutzwert – besonders in Badezimmer und Schlafzimmer.
  • Bad umbauen: Eine bodengleiche Dusche, Haltegriffe und ausreichende Bewegungsflächen schaffen Sicherheit im gefährlichsten Raum der Wohnung. Da dieses Vorhaben die höchsten Kosten verursacht, sollte hier auch die Förderplanung am sorgfältigsten erfolgen.
  • Treppenlift oder Aufzug: Falls das Gebäude mehrgeschossig ist und kein Aufzug vorhanden ist, ist ein Treppenlift die kostengünstigste Lösung für die vertikale Mobilität. Bei Neubauprojekten sollte ein Aufzugschacht von Anfang an eingeplant werden.

Fazit: Vorausschauend planen lohnt sich

Barrierefreies Bauen nach DIN 18040 ist kein Luxus, sondern eine Investition in die eigene Lebensqualität – heute und in Zukunft. Wer die Anforderungen der DIN 18040-2 kennt, kann Umbaumaßnahmen gezielt planen, Fördermittel optimal nutzen und unnötige Mehrkosten durch Fehlinvestitionen vermeiden. Der wichtigste Schritt ist eine professionelle Erstberatung, die Ihre persönliche Situation, die Gebäudesubstanz und die aktuellen Fördermöglichkeiten zusammenbringt.

Wir bei GREENOX bieten Ihnen alles aus einer Hand! Energieberatung, Planung und Umsetzung. Mit unseren Architekten übernehmen wir auch gerne die Planung, Baubegleitung und Umsetzung Ihres barrierefreien Bauprojekts.

Weiterführende Informationen finden Sie in unseren Ratgebern zu KfW- und BAFA-Förderprogrammen und zur energetischen Sanierung.

Häufige Fragen zu barrierefreiem Bauen und DIN 18040

Was ist die DIN 18040 und wofür gilt sie?

Die DIN 18040 ist die zentrale deutsche Norm für barrierefreies Bauen und Planen. Sie besteht aus drei Teilen: DIN 18040-1 für öffentlich zugängliche Gebäude, DIN 18040-2 für Wohngebäude und Wohnungen sowie DIN 18040-3 für den öffentlichen Verkehrs- und Freiraum. Ziel der Norm ist es, Gebäude so zu gestalten, dass sie von möglichst allen Menschen – unabhängig von Alter oder körperlicher Einschränkung – ohne besondere Erschwernis genutzt werden können.

Muss ich als privater Hauseigentümer die DIN 18040-2 einhalten?

Für private Eigenheimbesitzer ist die DIN 18040-2 im Bestand grundsätzlich eine Empfehlung, keine rechtlich erzwingbare Pflicht. Allerdings ist sie in allen Bundesländern als Technische Baubestimmung eingeführt, was bedeutet: Bei genehmigungspflichtigen Baumaßnahmen und bei der Beantragung öffentlicher Fördermittel (KfW, BAFA) wird die Norm de facto zur Anforderung.

Was ist der Unterschied zwischen „barrierefrei” und „rollstuhlgerecht (R)”?

Der barrierefreie Grundstandard ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ausgelegt – zum Beispiel für Nutzer von Rollatoren, Gehstöcken oder Gehhilfen. Der R-Standard (rollstuhlgerecht) ist strenger: Er verlangt u. a. größere Bewegungsflächen (150 × 150 cm statt 120 × 120 cm) und einen vollständigen Wendekreis von 150 cm Durchmesser. Eine R-Wohnung ist immer auch barrierefrei, aber nicht umgekehrt.

Was kostet ein barrierefreier Umbau im Durchschnitt?

Laut einer Studie des Deutschen Städte- und Gemeindebundes betragen die durchschnittlichen Kosten für einen kompletten barrierefreien Wohnungsumbau rund 19.000 Euro. Einzelmaßnahmen sind deutlich günstiger: Eine Türverbreiterung kostet ca. 1.000–2.500 €, ein Treppenlift 5.000–15.000 € und ein barrierefreies Bad je nach Aufwand 8.000–20.000 €. Alle Angaben sind Richtwerte – die tatsächlichen Kosten hängen von der Bausubstanz, dem gewünschten Standard und der Region ab.

Welche Förderung gibt es für barrierefreies Bauen 2026?

Für 2026 stehen drei Fördertöpfe bereit: Der KfW-Kredit 159 bietet zinsgünstige Darlehen bis 50.000 € pro Wohneinheit (aktiv). Das KfW-Programm 455-B (Zuschuss bis 6.250 €) war seit Januar 2025 pausiert und soll voraussichtlich im Frühjahr 2026 mit 50 Mio. € Bundeshaushaltsmitteln wieder starten. Zusätzlich zahlt die Pflegekasse nach §40 SGB XI bis zu 4.180 € pro wohnumfeldverbessernder Maßnahme – bereits ab Pflegegrad 1 und ohne DIN-Konformitätspflicht.

Gilt die DIN 18040-2 auch bei Umbaumaßnahmen in Bestandsgebäuden?

Ja, die Norm sieht ausdrücklich vor, dass ihre Anforderungen sinngemäß auch bei Umbauten im Bestand angewendet werden sollen. Können die Maßvorgaben aufgrund der vorhandenen Bausubstanz nicht vollständig erfüllt werden, ist eine alternative Ausführung zulässig – sofern das Schutzziel der selbständigen Nutzbarkeit bestmöglich erreicht wird. In der Praxis spricht man dann von „barrierereduziertem” Bauen.

Wie viel zahlt die Pflegekasse für barrierefreie Umbaumaßnahmen?

Die Pflegekasse bezuschusst wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach §40 SGB XI mit bis zu 4.180 € pro Maßnahme. Voraussetzung ist ein anerkannter Pflegegrad (ab Pflegegrad 1). Für die Pflegekassenförderung ist keine DIN-Konformität erforderlich – es genügt der Nachweis, dass die Maßnahme die Selbstständigkeit im Alltag verbessert oder die Pflege erleichtert.

Lohnt sich ein barrierefreier Umbau für den Immobilienwert?

Ein barrierefreier Umbau kann den Wert einer Immobilie steigern, weil er den Kreis potenzieller Käufer und Mieter erheblich erweitert. Gerade angesichts des demografischen Wandels wächst die Nachfrage nach altersgerecht ausgestatteten Wohnungen deutlich. Steuerlich können die Kosten eines barrierefreien Umbaus unter bestimmten Bedingungen als außergewöhnliche Belastung oder Handwerkerleistung abgesetzt werden.

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