Effizienzhaus mit Wärmepumpe

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Was ist ein Effizienzhaus? Stufen, Kosten & Förderung

Inhalt

Wenn Sie bauen oder sanieren, stoßen Sie früher oder später auf den Begriff Effizienzhaus, meist in Kombination mit einer Zahl wie 40, 55 oder 70. Dahinter steckt nämlich ein bundesweit einheitlicher Energiestandard, denn er entscheidet, wie viel Energie Ihr Gebäude verbraucht und wie viel Förderung Sie von der KfW erhalten. Wir erklären Ihnen deshalb verständlich, was ein Effizienzhaus ausmacht, welche Stufen es gibt und welche Stufe sich für Ihr Vorhaben wirklich lohnt.

Clever Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Effizienzhaus ist ein energetischer Standard für Wohngebäude. Die Zahl gibt an, wie viel Energie das Haus im Vergleich zu einem Referenzgebäude verbraucht.
  • Je kleiner die Zahl, desto besser: Ein Effizienzhaus 55 braucht nur 55 % der Energie des Referenzgebäudes, ein Effizienzhaus 40 sogar nur 40 %.
  • Bewertet werden zwei Kennwerte, nämlich der Primärenergiebedarf und der Transmissionswärmeverlust über die Gebäudehülle.
  • Die KfW fördert die Sanierung zum Effizienzhaus mit Tilgungszuschüssen von 5 bis 25 %. Im Neubau ist jedoch seit 2023 nur noch das Effizienzhaus 40 förderfähig.
  • Nicht immer ist die höchste Stufe die beste Wahl, denn eine ganzheitliche Analyse vorab spart oft mehrere Tausend Euro.

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40–85
gängige Effizienzhaus-Stufen
bis 25 %
Tilgungszuschuss bei Sanierung
120.000 €
max. Förderkredit je Wohneinheit
2
Kennwerte als Basis der Bewertung

Was ist ein Effizienzhaus genau?

Ein Effizienzhaus ist kein bestimmter Haustyp, sondern ein energetischer Standard für Wohngebäude. Er beschreibt, wie sparsam ein Haus ist, also wie wenig Energie es für Heizung, Warmwasser und Lüftung braucht. Der Begriff geht zudem auf die staatliche Förderbank KfW zurück und ist heute der zentrale Maßstab für Förderungen im Neubau sowie in der Sanierung.

Entscheidend ist außerdem immer das Zusammenspiel mehrerer Bauteile und Anlagen. Eine gute Dämmung der Außenwände allein macht nämlich noch kein Effizienzhaus, ebenso wenig wie eine moderne Wärmepumpe ohne passende Gebäudehülle. Erst die Kombination aus Dämmung, Fenstern, Heizung, Lüftung und oft auch Sonnenstrom ergibt folglich den jeweiligen Effizienzhaus-Standard.

Warum die Effizienzhaus-Stufe so wichtig ist

Die erreichte Stufe ist die Eintrittskarte zur staatlichen Förderung. Ohne eine definierte Stufe gibt es nämlich weder zinsgünstige KfW-Kredite noch Tilgungszuschüsse. Darüber hinaus wirkt sich der Standard direkt auf Ihre laufenden Kosten aus, denn je höher die Effizienz, desto niedriger sind Heizkosten und CO₂-Ausstoß über viele Jahre.

Wie funktioniert die Effizienzhaus-Kennzahl?

Die Zahl hinter dem Effizienzhaus ist nämlich eine prozentuale Angabe. Als Vergleich dient daher ein sogenanntes Referenzgebäude, also ein gedachtes Haus gleicher Größe und Lage, das genau die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfüllt. Dieses Referenzgebäude erhält den Wert 100.

Ihr Gebäude wird daran gemessen. Braucht es beispielsweise nur 55 % der Energie des Referenzgebäudes, dann handelt es sich um ein EH 55, bei 40 % entsprechend um ein EH 40. Die Regel ist somit denkbar einfach: Je kleiner die Kennzahl, desto sparsamer das Haus und desto höher die mögliche Förderung. Daher streben viele Bauherren eine möglichst niedrige Stufe an. Wer außerdem die Vorgaben rund um den GEG-Nachweis sauber erfüllen will, kommt an diesen Werten nicht vorbei.

Kleiner Wert, große Wirkung

Ein Effizienzhaus 40 braucht rechnerisch nur 40 % der Energie eines normalen Neubaus nach GEG. Das senkt nicht nur die Heizkosten dauerhaft, sondern macht Ihr Haus auch langfristig wertstabiler.

Die zwei Kennwerte: Primärenergiebedarf & Transmissionswärmeverlust

Damit ein Haus eine bestimmte Effizienzhaus-Stufe erreicht, müssen zwei Größen stimmen. Beide werden zudem im Vergleich zum Referenzgebäude bewertet.

Primärenergiebedarf

Der Primärenergiebedarf beschreibt die gesamte Energiemenge, die Ihr Haus für Heizung, Warmwasser und Lüftung braucht. Dazu zählt auch die Energie, die vorher für Gewinnung, Umwandlung und Transport anfällt. Deshalb schneiden erneuerbare Energien hier besonders gut ab, denn Wärme aus einer Wärmepumpe oder Strom aus einer Photovoltaik-Anlage hat einen niedrigen Faktor und drückt den Wert somit nach unten.

Transmissionswärmeverlust

Der Transmissionswärmeverlust gibt an, wie viel Wärme über die Gebäudehülle nach außen verloren geht, also über Wände, Dach, Fenster und Bodenplatte. Je besser die Dämmung, desto geringer ist dieser Verlust. Während der Primärenergiebedarf vor allem über die Technik beeinflusst wird, hängt der Transmissionswärmeverlust hingegen direkt von der Qualität der Hülle ab. Beide Werte müssen schließlich für die jeweilige Stufe eingehalten werden.

Effizienzhaus-Stufen im Überblick

Die gängigen Stufen reichen vom Effizienzhaus 85 (kurz: EH 85) bis zum sehr sparsamen EH 40. Daneben gibt es zudem das Effizienzhaus Denkmal für alte, erhaltenswerte Gebäude, denn dort gelten gelockerte Vorgaben. Damit Sie die Stufen samt Vorgaben und Förderhöhe auf einen Blick sehen, haben wir das Wichtigste zusammengestellt:

Stufe Primärenergiebedarf Transmissionswärmeverlust Tilgungszuschuss (Sanierung)
EH 85 max. 85 % max. 100 % ~ 5 %
EH 70 max. 70 % max. 85 % ~ 10 %
EH 55 max. 55 % max. 70 % ✓ 15 %
EH 40 max. 40 % max. 55 % ✓ 20 %

Erreichen Sie eine Stufe zusätzlich mit einer Erneuerbaren-Energien-Klasse (EE-Klasse), dann steigt der Tilgungszuschuss um 5 Prozentpunkte, beim Effizienzhaus 40 somit auf bis zu 25 %. Sanieren Sie außerdem ein besonders schlechtes Gebäude (Worst Performing Building), kommen weitere 10 Prozentpunkte hinzu. Daher lohnt es sich, diese Boni schon bei der Planung mitzudenken.

Förderwerte als Richtwerte (Stand 2026)

Die genannten Zuschüsse gelten für das KfW-Programm 261 zur Sanierung von Wohngebäuden, bezogen auf einen Förderkredit von maximal 120.000 Euro je Wohneinheit. Förderbedingungen ändern sich jedoch regelmäßig. Maßgeblich ist deshalb immer das aktuelle KfW-Merkblatt zum Zeitpunkt der Antragstellung.

Effizienzhaus-Stufe vs. Energieeffizienzklasse – der häufige Irrtum

Effizienzhaus-Stufe und Energieeffizienzklasse werden oft verwechselt, meinen jedoch zwei verschiedene Dinge. Die Energieeffizienzklasse von A+ bis H finden Sie nämlich im Energieausweis. Sie ordnet den Endenergiebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a) einer Farbskala zu und dient daher vor allem Käufern und Mietern als schnelle Orientierung.

Die Effizienzhaus-Stufe ist dagegen der technische Förderstandard der KfW. Sie beruht somit nicht auf dem Endenergiebedarf, sondern auf Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust. Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Haus aktuell dasteht, dann hilft ein Blick auf die Energieeffizienzklasse Ihres Hauses. Für die Förderung zählt anschließend allerdings die Effizienzhaus-Stufe.

Welche Maßnahmen machen ein Effizienzhaus aus?

Eine bestimmte Stufe erreichen Sie nie über eine Einzelmaßnahme, sondern immer über ein abgestimmtes Gesamtpaket. In unseren Projekten in Stuttgart und ganz Deutschland setzen sich diese Pakete deshalb meist aus den folgenden Bausteinen zusammen:

  • Dämmung der Gebäudehülle: Außenwände, Dach, Kellerdecke und Bodenplatte werden gedämmt, damit möglichst wenig Wärme verloren geht. Das senkt nämlich den Transmissionswärmeverlust direkt.
  • Moderne Fenster und Türen: Drei Scheiben und dichte Anschlüsse senken Wärmebrücken und steigern zudem den Wohnkomfort.
  • Sparsame Heiztechnik: Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme und arbeitet daher besonders sparsam, sie drückt somit den Primärenergiebedarf am stärksten. Die richtige Größe klärt außerdem eine Heizlastberechnung.
  • Lüftung mit Wärmerückgewinnung: Eine Lüftungsanlage führt verbrauchte Luft ab und gewinnt dabei einen Großteil der Wärme zurück, insbesondere bei sehr dichten Gebäuden.
  • Erneuerbare Energien: Sonnenstrom oder Solarwärme senken den Primärenergiebedarf zusätzlich und sind bei den höheren Stufen daher oft Pflicht.
Reihenfolge clever planen

Wer eine höhere Effizienzhaus-Stufe anstrebt, sollte zuerst die Gebäudehülle dämmen und anschließend die Heizung auslegen. Ein gut gedämmtes Haus braucht nämlich eine kleinere, günstigere Wärmepumpe. So sparen Sie doppelt.

Förderung 2026: KfW & BEG für das Effizienzhaus

Die Förderung läuft über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die von der KfW umgesetzt wird. Dabei unterscheiden sich Neubau und Sanierung allerdings deutlich.

Sanierung zum Effizienzhaus

Für die Sanierung gibt es das KfW-Programm 261, also einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit plus Tilgungszuschuss. Dieser Zuschuss steigt zudem mit der erreichten Stufe, nämlich von 5 % beim EH 85 bis zu 20 % beim EH 40, mit Bonus sogar bis 25 %. Den Antrag müssen Sie allerdings vor Beginn der Arbeiten stellen, und ein Experte für Energieeffizienz muss eingebunden sein. Wenn Sie also eine umfassende energetische Sanierung planen, dann ist das Effizienzhaus fast immer das sinnvollste Ziel.

Neubau als Effizienzhaus

Im Neubau hat sich die Förderung verschoben. Seit 2023 fördert die KfW im Programm „Klimafreundlicher Neubau” nämlich nur noch das sehr sparsame EH 40. Mit Nachhaltigkeits-Siegel (QNG) steigt der mögliche Kredit zudem auf bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit. Seit März 2026 gelten außerdem bessere Konditionen mit Zinssätzen ab 0,60 %.

Förderantrag immer zuerst stellen

Egal ob Neubau oder Sanierung: Der Antrag muss vor Vertragsabschluss vorliegen. Spätere Anträge sind nämlich ausgeschlossen, und das ist ein häufiger sowie teurer Fehler.

Kosten: Welche Effizienzhaus-Stufe lohnt sich wirklich?

Die höchste Stufe ist nicht automatisch die beste Wahl. Mit jeder Stufe steigen zwar Förderung und Einsparung, gleichzeitig jedoch auch die Kosten für den Umbau. Der Sprung vom EH 55 zum EH 40 kostet beim Einfamilienhaus daher erfahrungsgemäß 15.000 bis 30.000 Euro zusätzlich, also Geld, das sich allerdings nicht in jedem Haus rechnet.

Deshalb lohnt sich vorab eine ehrliche Rechnung. Sie sollten nämlich Mehrkosten, Mehrförderung und die jährliche Ersparnis bei den Heizkosten gegenüberstellen. Häufig bietet außerdem eine mittlere Stufe das beste Verhältnis aus Aufwand und Nutzen, während die teuerste Stufe vor allem bei Neubauten sinnvoll ist. Welche Stufe sich für Ihr Haus am stärksten lohnt, zeigt schließlich ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP), denn er bringt alle Maßnahmen in eine sinnvolle Reihenfolge.

Kostenangaben als Richtwerte

Die genannten Mehrkosten sind typische Bandbreiten aus der Praxis. Die echten Kosten hängen jedoch stark von Zustand, Größe, Region und Technik ab. Ein genaues Bild liefert daher nur eine Analyse vor Ort.

Effizienzhaus bei Neubau und Sanierung – die Unterschiede

Beim Neubau planen Sie das Effizienzhaus von Grund auf, denn Dämmung, Lüftung und Heizung lassen sich optimal abstimmen. Deshalb ist selbst das Effizienzhaus 40 gut erreichbar. In der Altbausanierung ist das dagegen schwerer, weil Sie mit der vorhandenen Bausubstanz arbeiten. Dafür ist hier die Förderung breiter, denn auch die Stufen 70 und 85 werden bezuschusst.

In beiden Fällen gilt: Eine gute Planung entscheidet über Erfolg und Kosten. Eine unabhängige Energieberatung klärt deshalb vorab, welche Stufe realistisch und förderoptimal ist, und begleitet Sie anschließend durch den Antrag.

Fazit

Ein Effizienzhaus ist der zentrale Energiestandard für moderne Wohngebäude. Die Kennzahl zeigt nämlich, wie sparsam Ihr Haus im Vergleich zum Referenzgebäude ist, gemessen über Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust. Je kleiner die Zahl, desto höher fallen folglich Effizienz und Förderung aus. Für die meisten Eigentümer lohnt sich daher nicht die höchste, sondern die wirtschaftlich passendste Stufe. Wer Neubau oder Sanierung früh durchrechnet, sichert sich somit maximale Förderung und niedrige Energiekosten über viele Jahre.

Weiterführende Artikel: Energieeffizienzklasse beim Haus, Altbausanierung und GEG-Nachweis.

Häufige Fragen zum Effizienzhaus

Grundlagen und Begriffe

Was bedeutet die Zahl beim Effizienzhaus, zum Beispiel 40 oder 55?

Die Zahl gibt an, wie viel Energie das Haus im Vergleich zu einem Referenzgebäude verbraucht. Dieses Referenzgebäude hat dabei den Wert 100. Ein Effizienzhaus 55 braucht also nur 55 % dieser Energie, ein Effizienzhaus 40 sogar nur 40 %. Je kleiner die Zahl, desto sparsamer das Gebäude und desto höher folglich die mögliche Förderung.

Was ist der Unterschied zwischen Effizienzhaus-Stufe und Energieeffizienzklasse?

Die Energieeffizienzklasse von A+ bis H steht im Energieausweis und bewertet den Endenergiebedarf in kWh/m²a. Die Effizienzhaus-Stufe ist dagegen der technische Förderstandard der KfW und beruht auf Primärenergiebedarf sowie Transmissionswärmeverlust. Für Käufer ist also die Klasse die schnelle Orientierung, für die Förderung zählt jedoch die Effizienzhaus-Stufe.

Stufenwahl und Kosten

Welche Effizienzhaus-Stufe lohnt sich am meisten?

Das hängt vom Zustand des Gebäudes und vom Budget ab. Eine höhere Stufe bringt zwar mehr Förderung und niedrigere Heizkosten, kostet jedoch auch mehr. Häufig bietet daher eine mittlere Stufe das beste Verhältnis aus Aufwand und Nutzen. Wir empfehlen Ihnen deshalb, vorab genau zu rechnen, statt pauschal die höchste Stufe anzustreben.

Was kostet die Sanierung zum Effizienzhaus?

Die Kosten hängen stark vom Ausgangszustand ab. Der Sprung von einer niedrigeren auf eine höhere Stufe, etwa von EH 55 auf EH 40, kostet beim Einfamilienhaus erfahrungsgemäß 15.000 bis 30.000 Euro zusätzlich. Diese Mehrkosten werden jedoch durch mehr Förderung und geringere Heizkosten teils ausgeglichen. Ein genaues Angebot ergibt sich allerdings erst nach einer Analyse vor Ort.

Förderung und Ablauf

Wird das Effizienzhaus 55 noch gefördert?

In der Sanierung ja, denn das EH 55 wird über das KfW-Programm 261 mit einem Tilgungszuschuss gefördert. Im Neubau ist die Lage dagegen anders, denn hier fördert die KfW nur noch das EH 40. Da sich die Bedingungen jedoch kurzfristig ändern können, sollten Sie den aktuellen Stand vor dem Antrag prüfen.

Brauche ich für die Effizienzhaus-Förderung einen Energieberater?

Ja, denn für die KfW-Förderung ist ein Experte für Energieeffizienz Pflicht. Diese Fachperson plant die Maßnahmen, bestätigt anschließend das Erreichen der Stufe und begleitet den Antrag. GREENOX übernimmt diese Rolle für Sie und kümmert sich somit um den gesamten Förderprozess.

Gibt es das Effizienzhaus 70 noch?

Als Förderstufe ist das EH 70 vor allem in der Sanierung wichtig, denn dort wird es weiterhin bezuschusst. Im Neubau spielt es dagegen keine Rolle mehr, weil die KfW dort nur noch das EH 40 fördert. Welche Stufe für Ihr Vorhaben gilt, klärt daher am besten eine individuelle Beratung.

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