Solarthermie

Solarthermie: Kosten, Förderung, Funktion & Vorteile einfach erklärt

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Solarthermie: Kosten, Förderung, Funktion & Vorteile einfach erklärt

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Themen in diesem Beitrag

Solarthermie nutzt die Energie der Sonne, um Wärme zu erzeugen – für Warmwasser und auf Wunsch auch zur Heizungsunterstützung. Gerade wenn du einen großen Warmwasserbedarf hast (Familie, Mehrpersonenhaushalt, häufiges Duschen) oder deine Heizung modernisiert wird, kann Solarthermie ein sehr sinnvoller Baustein sein: Sie senkt den Verbrauch fossiler Brennstoffe, reduziert CO₂-Emissionen und stabilisiert langfristig deine Energiekosten. In diesem Beitrag bekommst du einen praxisnahen Überblick: Funktionsweise, Kollektortypen, typische Dimensionierung, Kosten, Förderung, Wirtschaftlichkeit – und worauf es ankommt, damit Solarthermie im Alltag wirklich überzeugt.

Kostenlose Beratung zur Solarthermie Solarthermie Anlage auf dem Dach – Warmwasser und Heizungsunterstützung

1. Was ist Solarthermie?

Solarthermie ist eine Technologie, bei der Sonnenstrahlung über Sonnenkollektoren (meist auf dem Dach) aufgenommen und direkt in Wärme umgewandelt wird. Diese Wärme wird über einen geschlossenen Kreislauf (Wärmeträgerflüssigkeit) in einen Speicher übertragen. Von dort versorgt sie dein Haus mit Warmwasser – und bei größeren Anlagen zusätzlich die Heizung.

Merke: Solarthermie macht aus Sonnenenergie Wärme (nicht Strom). Für Strom ist Photovoltaik zuständig – beides kann sich gut ergänzen.

2. Wie funktioniert eine Solarthermieanlage?

Das Prinzip ist in der Praxis immer ähnlich: Kollektor erwärmt die Wärmeträgerflüssigkeit, eine Pumpe transportiert die Wärme zum Speicher, ein Wärmetauscher übergibt sie an das Trinkwasser oder einen Pufferspeicher. Eine Regelung sorgt dafür, dass die Pumpe nur läuft, wenn der Kollektor wirklich wärmer ist als der Speicher – damit die Anlage effizient arbeitet.

Komponente Aufgabe Praxis-Hinweis
Kollektor Fängt Sonnenenergie ein und wandelt sie in Wärme um Ausrichtung und Verschattung beeinflussen Ertrag stark
Solarkreis Transportiert Wärme über Wärmeträgerflüssigkeit zum Speicher Frostschutz/Leitungsdämmung wichtig für Langlebigkeit
Wärmetauscher Überträgt Wärme auf Trinkwasser oder Puffer Saubere Auslegung verhindert Effizienzverluste
Speicher Zwischenspeicherung, damit Wärme auch ohne Sonne nutzbar ist Speichergröße entscheidet über Alltagstauglichkeit
Regelung & Pumpe Steuert Laufzeiten und verhindert „falsches“ Zirkulieren Falsche Regelung = weniger Ertrag
Tipp: Die größten Ertragsverluste entstehen nicht durch den Kollektor, sondern durch Verschattung, falsche Speichergröße oder schlecht gedämmte Leitungswege.

3. Solarthermie für Warmwasser oder Heizungsunterstützung?

Solarthermie wird in zwei typischen Varianten umgesetzt: als Warmwasser-Solarthermie (kleiner, günstiger, sehr verbreitet) oder als Kombianlage, die zusätzlich die Heizung unterstützt (mehr Fläche, mehr Speicher, höherer Nutzen in gut gedämmten Häusern).

Variante Wofür geeignet? Typischer Nutzen
Warmwasser-Solarthermie Haushalte mit regelmäßigem Warmwasserbedarf Deckt je nach Auslegung häufig bis zu 65 % des jährlichen Warmwasserbedarfs
Kombianlage (Warmwasser + Heizung) Gut gedämmte Gebäude, niedrige Vorlauftemperaturen Zusätzliche Heizungsunterstützung – Wirkung stark abhängig vom Gebäude
Hinweis: Für die Heizungsunterstützung gilt: Je besser die Dämmung und je niedriger die Systemtemperaturen, desto größer der Effekt. In älteren, schlecht gedämmten Gebäuden ist der Heizanteil meist deutlich geringer.

4. Flachkollektor vs. Vakuumröhrenkollektor

In der Praxis dominieren zwei Kollektortypen: Flachkollektoren und Vakuumröhrenkollektoren. Beide können sehr gut funktionieren – die Wahl hängt von Platz, Budget, Dachausrichtung und gewünschtem Nutzungsprofil ab.

Kriterium Flachkollektor Vakuumröhrenkollektor
Kosten Meist günstiger Meist teurer
Effizienz bei Kälte Gut, aber größere Verluste Sehr gut durch bessere Dämmung (Vakuum)
Platzbedarf Mehr Fläche für gleiche Wärmeleistung Höhere Leistung pro Fläche
Einsatz Standard für Warmwasser & viele Kombianlagen Interessant bei wenig Dachfläche oder höherem Temperaturniveau
Tipp: Wenn dein Dach nur begrenzt Fläche hat oder die Ausrichtung nicht optimal ist, kann ein Röhrenkollektor sinnvoll sein. Wenn du viel Fläche und ein gutes Preis-Leistungs-Ziel hast, ist der Flachkollektor oft die pragmatische Wahl.

5. Welche Dachausrichtung ist geeignet?

Solarthermie funktioniert nicht nur auf Süddächern. Geeignet sind Dachausrichtungen von Ost über Süd bis West. Bei Ost- oder Westausrichtung braucht es meist mehr Kollektorfläche, weil der Ertrag über das Jahr geringer ausfallen kann. Wichtig ist vor allem: möglichst wenig Verschattung und eine sinnvolle Einbindung in Speicher und Heizsystem.

Achtung: Verschattung durch Gauben, Bäume oder Nachbargebäude kann Erträge spürbar reduzieren. Gerade bei kleinen Warmwasseranlagen ist das oft der Unterschied zwischen „lohnt sich“ und „zu wenig Nutzen“.

6. Dimensionierung: Wie groß sollte eine Solarthermieanlage sein?

Die richtige Größe entscheidet über Wirtschaftlichkeit und Komfort. Zu klein bedeutet wenig Nutzen, zu groß kann im Sommer zu Überschüssen führen (Stagnation), wenn Wärme nicht abgenommen oder gespeichert werden kann.

Faustwerte für Warmwasser

Als grobe Orientierung gilt: Für eine reine Warmwasser-Solarthermie wird häufig mit etwa 1 bis 1,5 m² Kollektorfläche pro Person geplant – und einem passenden Speicher, der den Tagesbedarf abfedert.

Haushalt Typische Kollektorfläche (Warmwasser) Typische Speichergröße
2 Personen ca. 3–4 m² ca. 200–250 Liter
4 Personen ca. 5–7 m² ca. 300–400 Liter
6 Personen ca. 8–10 m² ca. 400–500 Liter
Hinweis: Diese Werte sind Faustregeln. Entscheidender sind Warmwasserverbrauch, Nutzungsprofil, Dachausrichtung, Speicher-Temperaturkonzept und das Zusammenspiel mit der bestehenden Heizung.

7. Kosten: Was kostet eine Solarthermieanlage?

Die Kosten hängen vor allem von Größe, Kollektortyp, Speicher, Montageaufwand und Integration in die bestehende Heiztechnik ab. Als grobe Orientierung liegen typische Gesamtkosten im Einfamilienhaus häufig im Bereich von 4.000 bis 10.000 Euro. Größere Kombianlagen können darüber liegen, liefern dann aber auch mehr Nutzwärme.

Anlage Typischer Umfang Typischer Kostenrahmen
Warmwasser-Solarthermie ca. 4–8 m² Kollektoren + Speicher + Einbindung oft ca. 4.000–8.000 €
Kombianlage (Heizungsunterstützung) größere Fläche + größerer Speicher + komplexere Hydraulik oft ca. 8.000–15.000 €
Tipp: Die Preise schwanken stark je nach Dach (Gerüst/Schwierigkeit), Leitungswegen und Speicherlösung. Ein gutes Angebot beschreibt immer Kollektorfläche, Speicher, Hydraulik, Regelung und Montageumfang transparent.

8. Förderung: Welche Zuschüsse gibt es für Solarthermie?

Solarthermie kann in Deutschland über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt werden – je nach Maßnahme, Kontext und Programmstruktur. Zusätzlich gibt es in einigen Regionen ergänzende Programme. Wichtig ist: Förderfähigkeit hängt von technischen Mindestanforderungen und der korrekten Antragstellung ab.

Wichtig: Förderanträge müssen in der Regel vor Beauftragung gestellt werden. Wer zu früh unterschreibt, verliert häufig den Anspruch.

Technische Mindestanforderungen (typische Beispiele)

Je nach Förderlogik gelten Mindestvoraussetzungen, z. B. eine Mindest-Kollektorfläche und ein passender Speicher. Für viele Standardfälle sind Werte wie mindestens 3 m² Kollektorfläche und mindestens 200 Liter Speicher typische Schwellen, damit eine Anlage als förderfähig gilt.

Hinweis: Welche Förderung im Einzelfall greift, hängt u. a. davon ab, ob Solarthermie als Einzelmaßnahme, als Teil einer Heizungsmodernisierung oder im Rahmen einer Gesamtsanierung umgesetzt wird.

9. Wirtschaftlichkeit: Was spare ich mit Solarthermie?

Solarthermie reduziert vor allem den Energieeinsatz für Warmwasser – und bei Kombianlagen zusätzlich Heizenergie. Wie hoch die Einsparung ist, hängt von der Kollektorfläche, Ausrichtung, dem Warmwasserverbrauch und dem Heizsystem ab. Im Alltag gilt häufig: Warmwasser-Solarthermie kann einen großen Anteil des Warmwasserbedarfs decken, Heizungsunterstützung liefert zusätzliche Einsparungen, besonders in gut gedämmten Gebäuden.

Einflussfaktor Warum er wichtig ist Praxis-Tipp
Warmwasserverbrauch Hoher Bedarf = mehr nutzbare Solarwärme Familien profitieren oft besonders
Speichergröße Zu klein = Überschüsse gehen verloren Speicher auf Tagesprofil abstimmen
Gebäudestandard Bei Heizungsunterstützung entscheidend Gut gedämmt = höherer Heizanteil möglich
Systemtemperaturen Niedrige Vorläufe machen Solarwärme wertvoller Flächenheizung & moderne Hydraulik helfen

10. Solarthermie vs. Photovoltaik: Was ist besser?

Eine häufige Frage: Solarthermie oder Photovoltaik? Beide nutzen die Sonne, liefern aber unterschiedliche Energieformen. Photovoltaik erzeugt Strom, Solarthermie erzeugt Wärme. In vielen Fällen ist nicht „entweder oder“ die beste Antwort, sondern eine Kombination – abhängig von Dachfläche, Budget und Ziel.

Kriterium Solarthermie Photovoltaik
Energieform Wärme (Warmwasser/Heizung) Strom (Haushalt/Heizung/Auto)
Typischer Nutzen Warmwasser besonders effektiv Sehr flexibel nutzbar, auch mit Speicher
Synergie Gut als Ergänzung zur Heizung Versorgt z. B. Wärmepumpe mit Eigenstrom
Tipp: Wenn du bereits eine Wärmepumpe planst oder hast, ist Photovoltaik oft ein starker Hebel. Solarthermie kann trotzdem sinnvoll sein – vor allem, wenn Warmwasser ein großer Verbrauchsposten ist.

11. Häufige Fehler bei Solarthermie (und wie du sie vermeidest)

Viele Anlagen funktionieren „okay“, aber nicht optimal. Das liegt meist nicht an der Technik, sondern an Planung und Details. Diese Punkte sind in der Praxis die häufigsten Stolperfallen:

  • Verschattung unterschätzt (Ertrag deutlich geringer)
  • Speicher zu klein (Überschüsse im Sommer, wenig Nutzen im Alltag)
  • Leitungswege zu lang oder schlecht gedämmt (Wärmeverluste)
  • Hydraulik/Regelung nicht sauber abgestimmt
  • Heizungsunterstützung in ungeeignetem Gebäude (zu hohe Systemtemperaturen)

Achtung: Eine überdimensionierte Anlage kann im Sommer in Stagnation laufen, wenn Wärme nicht abgenommen wird. Planung muss zum Nutzungsprofil passen.

12. Checkliste: Passt Solarthermie zu meinem Haus?

Wenn du diese Fragen überwiegend mit „Ja“ beantwortest, ist Solarthermie häufig eine gute Option:

  • Ich habe ausreichend Dachfläche (Ost/Süd/West) ohne starke Verschattung.
  • Mein Haushalt hat regelmäßigen Warmwasserbedarf (z. B. Familie).
  • Ich möchte die Heizung modernisieren oder ergänzen (z. B. Hybrid).
  • Ich kann einen passenden Speicher sinnvoll integrieren.
  • Ich möchte Fördermöglichkeiten prüfen und das Projekt sauber planen.

Hinweis: Wenn du unsicher bist, lohnt sich eine kurze Vorprüfung – damit Dimensionierung, Ausrichtung und Einbindung wirklich zu deinem Gebäude passen.

13. Fazit

Solarthermie ist eine bewährte, klimafreundliche Technologie, um Warmwasser effizient mit Sonnenenergie zu erzeugen – und bei geeigneten Gebäuden zusätzlich die Heizung zu unterstützen. Entscheidend für Erfolg und Wirtschaftlichkeit sind eine passende Dimensionierung, ein sinnvoller Speicher, wenig Verschattung und eine saubere Einbindung in das Heizsystem. Wenn das stimmt, kann Solarthermie langfristig Energiekosten senken und fossile Verbräuche deutlich reduzieren.

Häufig gestellte Fragen zur Solarthermie

Wie viel Warmwasser kann Solarthermie im Jahr abdecken?

Bei guter Planung kann Solarthermie einen großen Anteil des Warmwasserbedarfs decken – je nach Anlage, Ausrichtung
und Verbrauchsprofil. In der Praxis sind hohe Deckungsanteile möglich, besonders bei ausreichend Kollektorfläche und passendem Speicher.

Flachkollektoren sind oft die wirtschaftliche Standardlösung. Vakuumröhren liefern mehr Leistung pro Fläche und sind interessant, wenn wenig Dachfläche vorhanden ist oder höhere Effizienz bei kälteren Bedingungen gefragt ist.
Entscheidend ist die passende Auslegung für dein Gebäude.

Das kann sinnvoll sein – vor allem, wenn Warmwasser ein großer Verbraucher ist. In vielen Fällen ist auch Photovoltaik als Ergänzung stark, weil sie Strom für die Wärmepumpe liefert. Welche Kombination passt, hängt von Dachfläche, Budget und Ziel ab.

Solarthermie lohnt sich häufig bei Haushalten mit regelmäßigem Warmwasserbedarf, guter Dachausrichtung ohne starke Verschattung und einer Planung, die Speicher, Leitungswege und Heizsystem sauber berücksichtigt.

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