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Nachtabsenkung der Heizung: sinnvoll oder nicht?

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Zur Nachtabsenkung findet man im Netz zwei Lager. Das eine verspricht zweistellige Einsparungen, das andere nennt sie überflüssig. Beide berufen sich auf Studien.

Wir haben diese Studien gesucht. Das Ergebnis ist bemerkenswert und steht gleich im dritten Abschnitt. Vorher die Technik, danach das Gesetz, das die Nachtabsenkung tatsächlich vorschreibt, allerdings nur für einen Teil der Gebäude.

Clever Kompakt
Nachtabsenkung – das Wichtigste im Überblick
  • Absenkbetrieb und Abschaltbetrieb sind zwei verschiedene Dinge mit verschiedenen Risiken.
  • Die überall zitierten Einsparprozente haben keine auffindbare Primärquelle.
  • Je besser gedämmt das Haus, desto weniger bringt die Absenkung.
  • Bei Wärmepumpen kostet jedes Kelvin Vorlauftemperatur messbar Effizienz.
  • Das Gebäudemodernisierungsgesetz schreibt sie vor, aber erst ab sechs Wohneinheiten.
  • Das Umweltbundesamt nennt 18 Grad als nächtlichen Orientierungswert.

Heizungseinstellung prüfen lassen Zur Energieberatung

18 °C
nächtlicher Orientierungswert des Umweltbundesamts
6 WE
ab hier ist die Aktivierung Pflicht
2 K
Heizkurvenanhebung kostete 4 Prozent Arbeitszahl
12,6 °C
Mindest-Oberflächentemperatur im Nachweis

Absenken ist nicht gleich Abschalten

Diese beiden Begriffe werden fast überall vermischt, obwohl sie technisch und im Risiko weit auseinanderliegen.

Beim Absenkbetrieb fährt die Regelung die Vorlauftemperatur für einen Zeitraum herunter. Die Anlage bleibt in Betrieb, das Gebäude wird weiter beheizt, nur auf niedrigerem Niveau.

Beim Abschaltbetrieb geht der Wärmeerzeuger ganz aus. Aktiv bleibt nur der Frostschutz. Erst hier entsteht das Risiko einer tiefen Auskühlung, und erst hier wird die Frage nach Schimmel relevant.

Übrigens ist die Funktion selbst keine Zusatzausstattung. Nach § 61 des Gebäudemodernisierungsgesetzes muss beim Einbau einer Zentralheizung eine zentrale, selbsttätig wirkende Einrichtung zur Verringerung und Abschaltung der Wärmezufuhr vorhanden sein, geregelt nach Außentemperatur und Zeit. Jede moderne Anlage kann das also.

Die Heizkurve: Neigung und Niveau

Wer die Absenkung einstellen will, muss zuerst die Heizkurve verstehen. Sie legt fest, wie hoch die Vorlauftemperatur bei welcher Außentemperatur sein soll.

Zwei Stellschrauben gibt es. Die Neigung bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur steigt, wenn es draußen kälter wird. Das Niveau verschiebt die gesamte Kurve parallel nach oben oder unten.

Die Reihenfolge ist entscheidend

Die Neigung wird bei möglichst tiefen Außentemperaturen justiert, etwa bei minus fünf Grad. Das Niveau dagegen in den Übergangszeiten. Wer im November am Niveau dreht, weil es im Januar zu kalt war, verschlimmert das Problem. Ein Beispiel aus einer Beratungsunterlage: Die Neigung von 1,7 auf 1,3 zu senken, brachte die Vorlauftemperatur im Winterbetrieb von rund 60 auf 50 Grad, ohne dass die Räume kalt wurden.

Voraussetzung dafür ist eine witterungsgeführte Regelung mit Außenfühler und ein durchgeführter hydraulischer Abgleich. Ohne Abgleich verstellen Sie nur die Verteilung der Probleme.

Was die Einsparzahlen wirklich wert sind

Jetzt der unbequeme Teil. In Ratgebern stehen 5, 7, 10, 12 oder 15 Prozent, meist mit Verweis auf das Fraunhofer-Institut oder die Deutsche Energie-Agentur. Wir haben beide Spuren verfolgt.

Die beiden meistzitierten Quellen existieren so nicht

Eine Fraunhofer-Studie zur Energieeinsparung durch Nachtabsenkung ist nicht auffindbar. Im umfangreichsten aktuellen Bericht des Instituts zu Wärmepumpen im Bestand kommt die Nachtabsenkung ausschließlich beschreibend vor, als beobachtete Betriebsweise einzelner Anlagen. Der Spareffekt wird an keiner Stelle beziffert. Und im Leitfaden der Deutschen Energie-Agentur steht die Maßnahme ohne jede Prozentangabe.

Was bleibt, ist dünner, als der Ton der Branche vermuten lässt.

AngabeUrheberBelastbarkeit
5 bis 12 Prozent im EinfamilienhausVerbraucherzentrale~ Beratungsaussage, ohne Quellenangabe
rund 7 Prozent bei 20 auf 17 GradVerbraucherportal eines Landesministeriums~ behördlich, aber ohne Beleg
11 bis 18 ProzentFachzeitschrift, Simulation 2012✗ Absenkung auf 6 Grad, nicht übertragbar
Fraunhofer-Studie zur Nachtabsenkung—✗ nicht auffindbar
dena: 5 bis 10 Prozent—✗ in keiner dena-Publikation

Unsere Konsequenz: Wir nennen in diesem Beitrag keine Einsparzahl als Tatsache. Was sich belegen lässt, ist eine Richtungsaussage, und die reicht für eine Entscheidung völlig aus.

Eine Warnung noch zur beliebtesten Faustregel. Die Angabe, ein Grad weniger spare fünf oder sechs Prozent, bezieht sich auf eine dauerhafte Absenkung über die gesamte Heizperiode. Sie auf acht Stunden Nachtabsenkung zu übertragen, ist schlicht falsch gerechnet.

Wann sich die Absenkung lohnt

Die Richtungsaussage lautet: Je schneller ein Gebäude auskühlt, desto mehr bringt die Absenkung. Denn der Wärmeverlust hängt am Temperaturunterschied zwischen innen und außen. Sinkt die Innentemperatur nicht, entsteht auch keine Einsparung.

Ein gut gedämmtes Haus ist thermisch träge. In acht Stunden verliert es kaum Temperatur, der Bundesverband Flächenheizungen formuliert das so, dass sich die Absenkung dort kaum auf den Heizenergiebedarf auswirkt. Ein ungedämmter Altbau in leichter Bauweise kühlt dagegen spürbar aus, und dort entsteht der Effekt.

Die Regelung muss das berücksichtigen. Nach der einschlägigen Berechnungsnorm wird das Wiederanfahren nach 70 Prozent der Nichtnutzungszeit angesetzt. Je träger das Gebäude, desto früher muss die Absenkung also enden.

Warum es bei Wärmepumpen anders liegt

Hier gibt es endlich einen harten Messwert, und er stammt tatsächlich vom Fraunhofer-Institut, nur eben nicht aus einer Nachtabsenkungsstudie.

In einem Feldtest wurde bei Anlagen die Heizkurve gezielt angehoben. Eine Anhebung um etwa zwei Kelvin senkte die Jahresarbeitszahl im Heizbetrieb um rund vier Prozent. Beim Warmwasser kostete eine Anhebung um fünf Kelvin rund sechs Prozent.

Genau das passiert beim morgendlichen Wiederaufheizen: Die Regelung fährt die Vorlauftemperatur über den Normalwert, um die Absenkung aufzuholen. Jedes zusätzliche Kelvin kostet messbar Effizienz.

Dazu kommt die Taktung. Interessant ist dabei ein Nebenbefund derselben Untersuchung: Bei keiner der Anlagen mit auffällig hoher Schalthäufigkeit war die Überdimensionierung ausschlaggebend. Regelungsparameter, Hysterese und Hydraulik wirkten stärker. Der verbreitete Satz „Takten kommt von einer zu großen Wärmepumpe” greift also zu kurz.

Ein praktischer Hinweis zu Sperrzeiten: Die klassische Abschaltung durch den Netzbetreiber gehört zu den alten Wärmepumpentarifen. Für seit 2024 angemeldete Anlagen gilt Dimmen statt Abschalten, und die vorsorgliche Steuerung ist ohnehin nur noch bis Ende 2028 zulässig. Wer noch einen alten Tarif hat, bekommt allerdings eine fremdgesteuerte Zwangspause obendrauf. Eine selbst gesetzte Absenkung addiert sich dann dazu.

Mehr zur saisonalen Pflege steht in unserem Beitrag zur Wärmepumpe im Herbst.

Fußbodenheizung und der Selbstregeleffekt

Bei Flächenheizungen gibt es zwei Gründe gegen eine Absenkung, und der zweite ist der stärkere.

Erstens die Masse. Der Estrich speichert Wärme über Stunden. In einer Absenkphase von acht Stunden kühlt er kaum aus, braucht danach aber lange zum Wiederaufheizen.

Zweitens der Selbstregeleffekt. Die Wärmeabgabe einer Heizfläche hängt vom Unterschied zwischen Oberflächen- und Raumlufttemperatur ab. Bei einer Fußbodenheizung ist dieser Unterschied klein. Steigt die Raumtemperatur, sinkt die Wärmeabgabe deutlich, die Fläche regelt sich also weitgehend selbst. Der Bundesverband Flächenheizungen empfiehlt deshalb ausdrücklich den durchgehenden Betrieb, sogar bei zwei bis drei Tagen Abwesenheit.

Die Bauform ist aber nicht das eigentliche Kriterium

Die verbreitete Formel „Heizkörper ja, Fußbodenheizung nein” ist zu grob. Das Fraunhofer-Institut hat gemessen, dass ausreichend dimensionierte Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betrieben werden können wie Flächenheizungen. Entscheidend sind also die Systemtemperatur und die Speichermasse des Gebäudes, nicht die Bauart der Heizfläche.

Wie tief darf man absenken?

Eine ehrliche Vorbemerkung: Einen normativen Grenzwert dafür, wie tief die Nachtabsenkung gehen darf, gibt es nicht. Was es gibt, ist ein Bemessungsnachweis für Bauteile.

Die DIN 4108-2 verlangt an jeder Stelle einen Temperaturfaktor von mindestens 0,70, woraus sich eine raumseitige Mindest-Oberflächentemperatur von 12,6 Grad ergibt. Diese Werte sind für die Fassung 2013-02 belegt, auf die auch § 11 des Gebäudemodernisierungsgesetzes weiterhin verweist. Die Norm selbst wurde allerdings im Mai 2026 neu herausgegeben.

Der Nachweis gilt für 20 Grad Raumluft

Das ist die Pointe, die sonst niemand macht. Die 12,6 Grad sind unter Randbedingungen von 20 Grad Innenluft, minus fünf Grad außen und 50 Prozent Luftfeuchte gerechnet. Wer nachts auf 16 Grad absenkt, verlässt diese Randbedingungen, und die Oberflächentemperatur sinkt mit. Die Norm sagt also gerade nicht, dass eine Absenkung bis zu einer bestimmten Grenze unbedenklich wäre. Und: 12,6 Grad ist eine Oberflächentemperatur, keine Raumtemperatur.

Für die Praxis hilft der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts weiter. Unterhalb von etwa 70 Prozent relativer Feuchte an der Oberfläche findet kein Schimmelwachstum statt, bei 80 Prozent sind die Wachstumsbedingungen für fast alle relevanten Arten erreicht.

Als konkrete Empfehlung nennt das Umweltbundesamt, die Raumtemperatur tagsüber nicht unter 19 bis 20 Grad zu senken und nachts über die Nachtabsenkung 18 Grad einzustellen. Die Verbraucherzentrale rät, 16 Grad nicht zu unterschreiten.

Beides sind Orientierungswerte für die Raumluft. In einem ungedämmten Altbau mit kalten Außenwänden bedeuten 18 Grad etwas anderes als im Neubau, weil die Oberflächen dort viel näher am kritischen Bereich liegen.

Was das Gesetz vorschreibt

Die Nachtabsenkung steht tatsächlich im Gesetz, und zwar in § 60b Absatz 2 Nummer 2 des Gebäudemodernisierungsgesetzes. Dort wird die Aktivierung der Nachtabsenkung, der Nachtabschaltung oder anderer zum Nutzungsprofil passender Absenkungen als regelmäßig notwendige Optimierungsmaßnahme genannt.

Bemerkenswert ist der Einleitungssatz dieses Absatzes: Die Maßnahmen sind notwendig unter Berücksichtigung möglicher negativer Auswirkungen auf die Bausubstanz des Gebäudes und die menschliche Gesundheit. Der Gesetzgeber stellt die Nachtabsenkung also selbst unter Vorbehalt. Damit sind beide Pauschalpositionen widerlegt, mit einer einzigen Fundstelle.

Drei Voraussetzungen müssen zusammen vorliegen

§ 60b gilt nur für Heizungsanlagen mit Wasser als Wärmeträger, die keine Wärmepumpe sind und in einem Gebäude mit mindestens sechs Wohnungen oder sonstigen selbständigen Nutzungseinheiten betrieben werden. Für das Einfamilienhaus gilt die Vorschrift also nicht. Und für Wärmepumpen gilt sie in keiner Gebäudegröße.

Für Wärmepumpen in Gebäuden ab sechs Einheiten greift stattdessen § 60a. Dort sind die Abschalt- und Absenkzeiten ein ausdrücklicher Prüfpunkt der Betriebsprüfung. Der Gesetzgeber hält Absenkzeiten bei Wärmepumpen also für prüfbedürftig, nicht für selbstverständlich richtig.

Praktisch relevant für Mieter: Nach § 60b Absatz 5 sind Prüfergebnis und Nachweis über die durchgeführten Maßnahmen auf Verlangen unverzüglich vorzulegen.

Darf der Vermieter nachts absenken?

Eine spezielle gesetzliche Regelung gibt es nicht. Maßgeblich ist die allgemeine Erhaltungspflicht des Vermieters, die geschuldeten Temperaturen sind richterrechtlich entwickelt.

GerichtAktenzeichenAussage
BGH, 15.05.1991VIII ZR 38/9020 °C tagsüber sind angemessen
LG Berlin, 26.05.199864 S 266/9723 bis 6 Uhr: 18 °C in allen Räumen
AG Köln, 05.07.2016205 C 36/16Absenkung auf 16 °C unzulässig
AG Bonn, 26.01.2021206 C 18/19Absenkung auf 16 bis 17 °C zulässig

Die beiden letzten Entscheidungen widersprechen einander bei derselben Frage. Es handelt sich um amtsgerichtliche Einzelfälle ohne Bindungswirkung, und der Bundesgerichtshof hat die Nachttemperatur bisher nicht entschieden.

Der belastbare Kern lautet deshalb: Eine Nachtabsenkung ist dem Vermieter grundsätzlich erlaubt, eine vollständige Nachtabschaltung nicht. Die am besten abgesicherte Orientierung sind 18 Grad zwischen 23 und 6 Uhr. Bei abweichenden Nutzungsprofilen, etwa bei Schichtarbeit, kann eine starre Absenkung während der üblichen Nachtzeit unzulässig sein.

So gehen Sie praktisch vor

Die Reihenfolge ist wichtiger als die genauen Werte.

  • Zuerst prüfen, ob ein hydraulischer Abgleich vorliegt. Ohne ihn bringt jede Regelungsoptimierung wenig.
  • Die Heizkurve bei kaltem Wetter an der Neigung justieren, nicht am Niveau.
  • Absenkbeginn so legen, dass er zum tatsächlichen Nutzungsprofil passt, nicht nach Schema 22 Uhr.
  • Das Ende der Absenkung früher setzen, je träger das Gebäude ist.
  • Als Absenkziel 18 Grad ansetzen und im Altbau nicht unter 16 Grad gehen.
  • Nach ein bis zwei Wochen Verbrauch und Komfort prüfen und nachsteuern.
  • Die Heizgrenztemperatur für die Sommerabschaltung mit kontrollieren.

Bei einer Wärmepumpe gilt eine Ausnahme: Dort ist eine Absenkung von ein bis zwei Kelvin das Übliche, keine tiefe Absenkung. Diese Größenordnung ist allerdings eine Branchenempfehlung, keine Messung.

Wer die Einstellung übernimmt

Eine Heizkurve lässt sich nicht aus einem Ratgeber ableiten. Sie hängt an Gebäudehülle, Heizflächen, Systemtemperatur und Nutzung. Was in einem Haus zehn Grad Vorlauftemperatur spart, macht im Nachbarhaus die Räume kalt.

In der GREENOX Gruppe kommen Heizungstechnik, hydraulischer Abgleich und energetische Bewertung aus einer Hand. Für die elektrische Seite und die Einbindung in ein Energiemanagement arbeiten wir mit GREENOX Dürr Elektrotechnik zusammen.

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Häufige Fragen

Technik und Einstellung

Wie viel spart die Nachtabsenkung?
Eine belastbare Zahl gibt es nicht. Die kursierenden Prozentangaben haben keine auffindbare Primärquelle. Gesichert ist nur die Richtung: Je schneller ein Gebäude auskühlt, desto größer der Effekt.
Ab wie viel Uhr sollte abgesenkt werden?
Das richtet sich nach Ihrem Nutzungsprofil, nicht nach einer festen Uhrzeit. Wichtiger ist das Ende: Je träger das Gebäude, desto früher muss die Anlage wieder hochfahren.
Lohnt sich die Nachtabsenkung bei Fußbodenheizung?
Meist nicht. Der Estrich kühlt in acht Stunden kaum aus, und der Selbstregeleffekt der Fläche wirkt ohnehin dämpfend. Der Fachverband empfiehlt den durchgehenden Betrieb.
Und bei einer Wärmepumpe?
Dort ist Zurückhaltung geboten. Zwei Kelvin mehr Vorlauftemperatur kosteten im Feldtest rund vier Prozent Jahresarbeitszahl. Üblich sind deshalb ein bis zwei Kelvin Absenkung, keine tiefe Absenkung.
Was ist der Unterschied zwischen Neigung und Niveau?
Die Neigung bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur bei Kälte ansteigt, das Niveau verschiebt die ganze Kurve. Die Neigung justiert man bei tiefen Außentemperaturen, das Niveau in der Übergangszeit.

Recht und Schimmel

Ist die Nachtabsenkung gesetzlich vorgeschrieben?
Nur in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen und nicht bei Wärmepumpen. Für das Einfamilienhaus gilt § 60b des Gebäudemodernisierungsgesetzes nicht.
Wie tief darf ich absenken, ohne Schimmel zu riskieren?
Das Umweltbundesamt nennt 18 Grad als nächtlichen Orientierungswert, die Verbraucherzentrale rät, 16 Grad nicht zu unterschreiten. Entscheidend ist die Oberflächentemperatur an der kältesten Stelle, nicht der Wert in der Raummitte.
Darf mein Vermieter die Heizung nachts absenken?
Absenken ja, ganz abschalten nicht. Die am besten abgesicherte Orientierung sind 18 Grad zwischen 23 und 6 Uhr. Die Rechtsprechung dazu ist allerdings uneinheitlich.
Schreibt die DIN 4108-2 eine Mindesttemperatur vor?
Nein. Sie regelt den Mindestwärmeschutz von Bauteilen und nennt eine Mindest-Oberflächentemperatur von 12,6 Grad, gerechnet bei 20 Grad Raumluft. Das ist kein Grenzwert für den Absenkbetrieb.
Was passiert bei der Nachtabschaltung?
Der Wärmeerzeuger geht ganz aus, nur der Frostschutz bleibt aktiv. Das Gebäude kann dann tief auskühlen. Im ungedämmten Altbau ist das die riskante Variante.
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Erst abgleichen, dann absenken

Die meisten Anlagen laufen mit einer Heizkurve, die seit der Inbetriebnahme niemand angepasst hat. Wir prüfen Abgleich, Heizkurve, Absenkzeiten und Heizgrenze und sagen Ihnen, welche Einstellung zu Ihrem Gebäude passt und wo tatsächlich etwas zu holen ist.

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