Leckortung Wasserschaden

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Leckortung bei Wasserschaden: Kosten, Ablauf & wer zahlt

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Ein feuchter Fleck an der Wand, ein Zähler der sich ohne Zapfen dreht, oder eine Heizung die ständig Druck verliert: Solche Signale heißen deshalb fast immer, dass irgendwo im Haus Wasser austritt. Wo genau, das zeigt eine Leckortung. Bei einem Wasserschaden ist sie deshalb der wichtigste erste Schritt, denn sonst bleibt nur das Aufstemmen auf Verdacht. Wir erklären Ihnen, welche Verfahren die Fachbetriebe nutzen, was eine Leckortung kostet und wann Ihre Versicherung die Rechnung zahlt.

Clever Kompakt
Das Wichtigste im Überblick
  • Die feuchte Stelle liegt fast nie am Leck, weil Wasser entlang von Rohren und Dämmschichten läuft und oft meterweit entfernt austritt.
  • Eine Leckortung kostet meist 200 bis 600 Euro, bei schweren Fällen jedoch bis zu 2.000 Euro – trotzdem ist das ein Bruchteil der Kosten, die planloses Aufstemmen verursacht.
  • Ihre Police zahlt die Ortung in der Regel dann, wenn auch die Ursache gedeckt ist. Bei Fugen aus Silikon oder Rissen in Fliesenfugen wird dagegen oft abgelehnt.
  • Melden Sie den Schaden zuerst und beauftragen Sie erst danach die Ortung, sonst tragen Sie das Risiko allein.
  • Nach der Ortung folgen Trocknung und Aufbau. Beides dauert Wochen und braucht deshalb jemanden, der Gutachter, Versicherer und Handwerker steuert.

Kostenlose Beratung zum Wasserschaden anfragen Bauleitung anfragen

4,9 Mrd. €
Schäden durch Leitungswasser 2024 (GDV)
1,1–1,2 Mio.
Gemeldete Fälle pro Jahr
200–600 €
Übliche Kosten einer Leckortung
2–4 Std.
Dauer der Ortung im Standardfall

Warum eine Leckortung überhaupt nötig ist

Wasser folgt der Schwerkraft und dem kleinsten Widerstand. Tritt es aus einem Rohr im Estrich aus, verteilt es sich zunächst in der Dämmschicht darunter. Dort wandert es weiter und zeigt sich deshalb erst da, wo es nach oben oder in eine Wand drücken kann. Deshalb liegt der feuchte Fleck im Wohnzimmer oft meterweit von der Schadenstelle im Bad entfernt.

Genau hier liegt der Wert einer Leckortung, weil sie Vermutungen durch Messwerte ersetzt. Ohne diese Grundlage bleibt nur, den Boden großflächig zu öffnen. Das kostet nach Erfahrungswerten aus der Schadenpraxis jedoch schnell 5.000 bis 15.000 Euro, und zwar ohne Garantie auf einen Treffer. Eine Ortung mit Bericht kostet dagegen einen mittleren dreistelligen Betrag.

Zudem läuft die Zeit gegen den Bau. Nasses Mauerwerk dämmt schlechter: Nach Messungen des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik steigen die Wärmeverluste durch feuchte Außenwände um rund zehn Prozent, bei dauerhaft nassen Dämmschichten sogar deutlich mehr. Außerdem beginnt Schimmel schon nach wenigen Tagen zu wachsen. Wer die Ursache also schnell findet, begrenzt damit auch die Folgekosten.

Diese Anzeichen deuten auf ein verstecktes Leck hin

Sichtbare und riechbare Spuren

Ein verdeckter Wasserschaden kündigt sich meist über Wochen an. Typisch sind beispielsweise dunkle Ränder an Wand oder Decke, Putz der abplatzt, Tapete die sich löst, gewölbtes Parkett oder Fliesen die hohl klingen. Auch ein muffiger Kellergeruch gehört dazu, selbst wenn nichts zu sehen ist. Kommen kalte Stellen an der Wand hinzu, dann ist die Feuchte schon tief ins Mauerwerk gezogen.

Bei Heizungen gibt es ein weiteres Warnsignal, nämlich den Druck. Fällt er immer wieder ab und müssen Sie regelmäßig Wasser nachfüllen, dann verliert das System irgendwo Wasser. Häufig sitzt das Leck an einem Rohr im Fußboden. In solchen Fällen prüfen wir die Anlage deshalb gemeinsam mit unseren Fachleuten für Heizungsbau, und zwar bevor überhaupt geöffnet wird.

Der Zählertest in fünf Minuten

Einen ersten Verdacht können Sie selbst prüfen. Schließen Sie alle Hähne, schalten Sie Wasch- und Spülmaschine aus und notieren Sie den Stand am Zähler. Bewegt sich das Zählwerk nach 30 Minuten weiter, dann tritt irgendwo Wasser aus. Allerdings zeigt der Test nur, dass es ein Leck gibt, und nicht wo es liegt.

Nicht jede Feuchte ist ein Rohrleck

Auch Kondenswasser, Feuchte aus dem Erdreich oder eine falsch geplante Dämmung machen Wände nass. Vor einer Leckortung lohnt sich deshalb die Unterscheidung: Ob ein Leck oder Tauwasser dahintersteckt, das klären Sie über den Taupunkt und eine Messung der Feuchte.

Die ersten 60 Minuten: was jetzt zu tun ist

Bei akutem Wasseraustritt entscheidet die erste Stunde darüber, wie groß der Schaden wird. Gehen Sie deshalb in dieser Reihenfolge vor:

  • Wasser abstellen: Drehen Sie zuerst den Haupthahn zu. Bei einem Leck an der Heizung schalten Sie außerdem die Pumpe ab.
  • Strom sichern: Sind Dosen, Verteiler oder Leitungen betroffen, dann nehmen Sie den Stromkreis am Sicherungskasten vom Netz.
  • Wasser aufnehmen und lüften: Entfernen Sie stehendes Wasser, öffnen Sie danach die Fenster und stellen Sie nasse Möbel weg von den feuchten Flächen.
  • Alles festhalten: Fotografieren Sie jede Stelle, notieren Sie Datum und Uhrzeit und behalten Sie kaputte Bauteile als Nachweis.
  • Schaden melden: Melden Sie noch am gleichen Tag, und zwar telefonisch und schriftlich. Fragen Sie dabei ausdrücklich, ob Sie die Ortung selbst beauftragen dürfen.
Erst melden, dann beauftragen

Nach § 82 VVG müssen Sie den Schaden möglichst klein halten. Gleichzeitig darf Ihr Versicherer den Ablauf mitbestimmen und Weisungen geben. Beauftragen Sie eine Ortung ohne Rücksprache, dann kann die Erstattung ganz oder teilweise ausfallen.

Wie eine Leckortung bei Wasserschaden abläuft

Fünf Schritte vom Verdacht zum Befund

Ein Wasserschaden lässt sich nur beheben, wenn die Ursache eindeutig feststeht.

Eine Leckortung folgt immer demselben Muster, weil sich der Leckorter vom Groben ins Feine arbeitet. Zuerst grenzt er den Bereich ein, danach nutzt er das Verfahren, das zur Rohrart und zum Bauteil passt. In der Regel läuft das in fünf Schritten ab:

  • Vorgespräch: Der Betrieb klärt Baujahr, Rohrverlauf und Schadensbild und prüft zudem alte Pläne. Häufig lässt sich der Suchbereich damit schon halbieren.
  • Feuchte messen: Mit Messgeräten erfasst er die Feuchte in Wand, Boden und Estrich. Das Ergebnis zeigt danach, wo die Nässe am stärksten ist.
  • Ortung im engeren Bereich: Jetzt kommt das passende Verfahren zum Einsatz, also akustisch, per Druckprobe, mit Prüfgas, Wärmebild oder Kamera.
  • Punktgenau öffnen: Nur an der ermittelten Stelle wird geöffnet, meist auf wenigen Zentimetern. Dabei bestätigt sich der Befund.
  • Bericht: Sie bekommen eine Doku mit Messwerten, Fotos und Ursache. Diesen Bericht braucht Ihr Versicherer, damit er die Kosten übernimmt.

Wie lange das dauert

Im Standardfall dauert das zwei bis vier Stunden. Bei alten Leitungen mit vielen Abzweigen, mehreren möglichen Ursachen oder engen Schächten kann sich die Ortung jedoch über einen ganzen Arbeitstag ziehen.

Die Verfahren der Leckortung im Überblick

Es gibt kein Verfahren, das für alles passt. Welche Technik greift, das hängt vor allem davon ab, ob eine Trinkwasser-, Heizungs- oder Abwasserleitung betroffen ist und wie tief sie liegt. Deshalb kombinieren gute Leckorter meist zwei bis drei Methoden. Damit Sie Angebote vergleichen können, haben wir die gängigen Verfahren gegenübergestellt.

Verfahren Wofür geeignet Ohne Eingriff Genauigkeit
Feuchte messen Erste Eingrenzung in Wand, Boden, Estrich ✓ Ja ~ Bereich, kein Punkt
Akustische Ortung Rohre unter Druck: Trinkwasser und Heizung ✓ Ja ✓ Hoch
Druckprobe Nachweis, welcher Kreis undicht ist ✓ Ja ✗ Nur Kreis, keine Stelle
Prüfgas (Tracergas) Kleine Lecks unter Estrich und Flächenheizung ✓ Ja ✓ Sehr hoch
Thermografie Warmwasser und Heizung im Boden ✓ Ja ~ Gut, je nach Temperatur
Endoskopie Hohlräume, Vorwände, Schächte ~ Kleine Bohrung nötig ✓ Hoch
Rohrkamera Abwasserrohre und Grundleitungen ✓ Ja ✓ Hoch

Feuchte messen und akustisch orten

Am Anfang steht fast immer die Messung der Feuchte. Kapazitive Geräte tasten die Oberfläche ab, während Widerstandsmessungen tiefere Schichten erfassen. Anschließend kommt bei Rohren unter Druck die Akustik zum Zug, denn austretendes Wasser erzeugt ein Geräusch. Ein Bodenmikrofon nimmt es auf, und erfahrene Leckorter erkennen daran die Stelle auf wenige Zentimeter genau.

Druckprobe, Prüfgas und Wärmebild

Die Druckprobe beantwortet vor allem eine Frage, nämlich welcher Kreis Wasser verliert. Fällt der Druck ab, dann ist dieser Kreis undicht. Danach folgt die Feinortung mit Prüfgas. Dabei füllt der Betrieb eine Gasmischung aus Wasserstoff und Stickstoff in das leere Rohr. Das Gas steigt durch Estrich und Fugen nach oben, sodass ein feiner Sensor es an der Oberfläche aufspürt. Dieses Verfahren findet auch sehr kleine Lecks, obwohl sie kein hörbares Geräusch machen.

Die Thermografie mit einer Wärmebildkamera nutzt dagegen Temperaturunterschiede. Warmes Wasser erwärmt den Bodenaufbau um die Schadenstelle, sodass auf dem Wärmebild ein heller Bereich sichtbar wird. Bei Kaltwasser funktioniert das jedoch nur eingeschränkt, weil der Unterschied fehlt.

Sonderfall Flächenheizung im Fußboden

Lecks unter einer Fußbodenheizung sind der häufigste Anlass für eine Leckortung, und zugleich der aufwendigste. Die Rohre liegen im oder unter dem Estrich, verlaufen in Schleifen und sind ohne Plan kaum zu verfolgen. Deshalb arbeiten Betriebe hier in zwei Stufen: Zuerst grenzt eine Druckprobe den Kreis ein, danach findet Prüfgas die Stelle. Ergänzend zeigt ein Wärmebild den Rohrverlauf, sofern die Heizung läuft.

Der Vorteil dieser Kombination liegt im Umfang der Arbeiten. Statt einen ganzen Raum zu öffnen, wird nur ein Fenster von etwa 30 mal 30 Zentimetern freigelegt. Allerdings braucht die Trocknung der Dämmschicht danach Geduld, denn zwei bis sechs Wochen sind normal. Bei dicken Aufbauten dauert es sogar länger.

Was kostet eine Leckortung bei einem Wasserschaden?

Die Positionen im Einzelnen

Die Preise für eine Leckortung hängen vom Verfahren, vom Aufwand und vom Zugang ab. Als grobe Orientierung liegt eine Standardortung bei 200 bis 600 Euro. Wird es komplizierter, weil mehrere Verfahren nötig sind oder die Rohre schwer zugänglich liegen, dann sind bis zu 2.000 Euro möglich. Damit Sie ein Angebot einschätzen können, haben wir die üblichen Positionen aufgeschlüsselt.

Position Richtwert Hinweis
Anfahrt und Erstcheck 100–250 € Bei Auftrag oft angerechnet
Feuchte messen und Standardortung 300–800 € Akustik, Druckprobe, Wärmebild
Ortung mit Prüfgas 350–800 € Bei Estrich und Flächenheizung
Kamera im Abwasserrohr ab ca. 250 € Je nach Länge der Leitung
Notdienst außerhalb der Zeiten Deutliche Zuschläge Nachts, am Wochenende, an Feiertagen
Trocknung der Dämmschicht 30–60 € pro Gerät und Tag 10 Tage bis 6 Wochen, ca. 400–1.200 € je Raum
Preisangaben als Richtwerte (Stand 2026)

Die Werte beruhen auf Marktpreisen deutscher Fachbetriebe. Je nach Region, Haus und Aufwand weichen die echten Kosten jedoch ab. Lassen Sie sich deshalb vorab einen Kostenrahmen schriftlich bestätigen.

Warum sich die Ortung fast immer rechnet

Ein Rechenbeispiel aus der Praxis macht das Verhältnis deutlich: Eine Ortung per Wärmebild über drei Stunden kostete beispielsweise 850 Euro. Hätte man dagegen den Bodenaufbau auf Verdacht geöffnet, wären rund 8.000 Euro angefallen, und zwar zusätzlich zur Reparatur. Unterm Strich rechnet sich die Ortung deshalb fast immer.

Wer zahlt die Leckortung?

Wann Ihre Police den Wasserschaden deckt

Kosten für die Leckortung gelten als Kosten der Schadenermittlung. Ist die Ursache über die Gebäudeversicherung gedeckt, also etwa ein Rohrbruch an einer Trinkwasser- oder Heizungsleitung im Haus, dann zahlt Ihr Versicherer in der Regel auch die Ortung. Der Grund ist wirtschaftlich, denn eine gezielte Suche begrenzt den Schaden und damit seine Leistung.

Wichtig ist außerdem die Zuordnung des Rohres. Zuständig ist die Gebäudeversicherung nur dann, wenn die kaputte Leitung zum versicherten Haus gehört. Für beschädigten Hausrat wie Möbel oder Teppiche kommt dagegen die Hausratpolice auf. Wasser, das als Grund-, Regen- oder Hochwasser eindringt, fällt in keine der beiden Sparten, sondern braucht den Zusatz für Elementarschäden.

Grenzfälle und was Gerichte entschieden haben

Nicht jede feuchte Wand ist ein gedeckter Schaden. Kritisch wird es, sobald die Ursache nicht am Rohr selbst liegt. Der Bundesgerichtshof hat 2021 entschieden, dass Schäden durch undichte Fugen keinen Versicherungsfall darstellen (Urteil vom 20.10.2021, IV ZR 236/20). Weil die Ortungskosten Nebenkosten des gedeckten Schadens sind, entfällt dann meist auch deren Erstattung. Ähnlich liegt es bei Rissen in Fliesenfugen oder einem undichten Siphon.

Auch der Begriff Rohrbruch ist enger gefasst, als viele erwarten. Das OLG Saarbrücken stellte 2018 klar, dass ein Bruch ein punktuelles Ereignis am Rohr selbst ist. Der Versicherungsfall tritt somit bereits mit dem Bruch ein, und nicht erst dann, wenn der Nässeschaden sichtbar wird (Urteil vom 19.12.2018, 5 U 4/18).

Bei Folgeschäden gibt es dagegen gute Nachrichten. Der Bundesgerichtshof hat 2017 klargestellt, dass ein pauschaler Ausschluss von Schimmel unwirksam sein kann, sofern Schimmel die typische Folge des Wasseraustritts ist (Urteil vom 12.07.2017, IV ZR 151/15). Lehnt Ihr Versicherer also mit Verweis auf eine solche Klausel ab, dann lohnt sich eine Prüfung. Umgekehrt zeigt ein Urteil des OLG Celle von 2025, dass eine verletzte Pflicht – etwa bei Leerstand – zu deutlichen Kürzungen führen kann (Urteil vom 10.07.2025, 11 U 179/24).

Mietwohnung: Mieter oder Vermieter?

In einem Mietverhältnis beauftragt grundsätzlich der Eigentümer die Leckortung, weil die Leitungen zum Haus gehören. Als Mieter müssen Sie den Schaden dagegen sofort melden. Verzögern Sie die Meldung und wächst der Schaden deshalb weiter, dann können Sie für diesen Zuwachs haften. Ihr eigenes Hab und Gut deckt jedoch die Hausratpolice ab.

Nach der Ortung: Trocknung, Aufbau, Koordination

Mit dem Ergebnis der Leckortung ist der Schaden nicht behoben, sondern erst benannt. Danach folgen die Reparatur der Leitung, die Trocknung der nassen Bauteile und der neue Aufbau von Estrich, Boden und Wand. Diese Phase zieht sich über Wochen und bringt zudem mehrere Beteiligte an einen Tisch: Leckorter, Sanitärbetrieb, Trocknungsfirma, Estrichleger, Maler, dazu der Regulierer und gegebenenfalls ein Gutachter.

Genau an dieser Stelle entstehen in unseren Projekten in Stuttgart und ganz Deutschland die meisten Verzögerungen. Niemand fühlt sich für die Schnittstellen zuständig, Termine verschieben sich, und am Ende wird der Boden verlegt, obwohl die Dämmschicht noch nicht trocken ist. Deshalb übernehmen wir bei Wasserschäden die Bauleitung und die Koordination aller Gewerke: Wir steuern die Betriebe, prüfen Angebote und Nachträge und halten den Verlauf so fest, dass Ihr Versicherer den Nachweis akzeptiert. Wie das im Detail läuft und was es kostet, das lesen Sie in unserem Beitrag zu Ablauf und Kosten der Baubegleitung.

Erst messen, dann verlegen

Lassen Sie die Restfeuchte vor dem neuen Boden messen und schriftlich festhalten. Wird zu früh verlegt, dann wächst Schimmel unter dem Belag. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Schimmelsanierung und Vorbeugung.

Betrifft der Schaden große Flächen, dann lohnt es sich, den Aufbau mit geplanten Maßnahmen zu verbinden. Bei einer Sanierung in Stuttgart und Umgebung lassen sich Dämmung, Leitungen und Heizflächen in einem Zug erneuern. Bei sehr großen Schäden geht das bis zur Kernsanierung, und dann sind zudem Förderprogramme ein Thema.

Was gilt, wenn kein Leck gefunden wird?

Manchmal endet die Ortung ohne Fund. Das ist kein Fehler des Betriebs, sondern häufig ein Hinweis auf eine andere Ursache: Kondenswasser an kalten Rohren, Feuchte aus dem Erdreich, eine Wärmebrücke oder Wasser das von außen eindringt. In diesen Fällen liegt das Problem beim Feuchteschutz nach DIN 4108-3, und nicht an einem Rohr.

Zeigt sich die Feuchte im Untergeschoss, dann ist meist die Abdichtung gegen das Erdreich die Ursache. Wie Sie Feuchtigkeit im Keller dauerhaft stoppen, das hängt davon ab, ob von innen oder von außen abgedichtet wird. Für die Kostenfrage bleibt festzuhalten: Auch eine Ortung ohne Fund ist eine erbrachte Leistung und wird berechnet. Ob Ihr Versicherer sie erstattet, das hängt vom Vertrag ab, weshalb Sie es vorab schriftlich klären sollten.

So senken Sie das Risiko für den nächsten Wasserschaden

Auf Leitungswasser entfällt knapp die Hälfte des gesamten Schadenaufwands in der Gebäudeversicherung, und zwar mehr als auf Feuer, Sturm und Elementargefahren zusammen. 2024 waren es nach GDV-Zahlen 4,9 Milliarden Euro, also der höchste Wert seit Beginn der Statistik. Ein wesentlicher Grund sind alte Leitungen, denn in vielen Häusern aus den 1960er- und 1970er-Jahren liegen die Originalrohre noch im Boden. Je älter das Material, desto höher ist das Risiko für Brüche.

Vorbeugen können Sie jedoch mit überschaubarem Aufwand. Kontrollieren Sie den Zähler zweimal im Jahr bei geschlossenen Hähnen. Tauschen Sie außerdem die Schläuche von Wasch- und Spülmaschine alle fünf bis zehn Jahre. Erneuern Sie Fugen aus Silikon in Dusche und Bad, sobald sie rissig werden, denn dieser Schaden ist meist nicht gedeckt. Bei längerer Abwesenheit stellen Sie das Wasser ab. Und wenn Sie ohnehin sanieren, dann prüfen Sie ein Schutzsystem, das den Zulauf bei ungewöhnlichem Durchfluss selbst schließt.

Fazit

Die Leckortung ist bei einem Wasserschaden keine Zusatzleistung, sondern die Grundlage jeder sinnvollen Reparatur. Sie kostet meist 200 bis 600 Euro, dauert wenige Stunden und verhindert deshalb, dass Sie Böden und Wände auf Verdacht öffnen. Melden Sie den Schaden zuerst, lassen Sie sich den Bericht immer aushändigen und prüfen Sie bei einer Ablehnung genau, welche Ursache Ihr Vertrag ausschließt. Anschließend entscheidet die saubere Steuerung von Trocknung und Aufbau darüber, ob der Wasserschaden wirklich erledigt ist.

Weiterführende Artikel: Thermografie am Gebäude, Keller sanieren und Feuchtigkeit stoppen und Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP).

Häufige Fragen zur Leckortung bei Wasserschaden

Kosten, Dauer und Verfahren

Was kostet eine Leckortung bei einem Wasserschaden?

Eine Leckortung kostet meist zwischen 200 und 600 Euro. Anfahrt und Erstcheck schlagen mit 100 bis 250 Euro zu Buche, eine Standardortung hingegen mit 300 bis 800 Euro und eine Ortung mit Prüfgas mit 350 bis 800 Euro. Bei sehr aufwendigen Fällen mit mehreren Verfahren sind zudem bis zu 2.000 Euro möglich. Für Einsätze nachts oder am Wochenende kommen außerdem deutliche Zuschläge hinzu.

Wie lange dauert eine Leckortung?

Im Standardfall zwei bis vier Stunden, denn dazu gehören Vorgespräch, Messung der Feuchte, Feinortung und das punktgenaue Öffnen. Bei alten Leitungen mit vielen Abzweigen oder engen Schächten kann sich die Ortung jedoch über einen ganzen Arbeitstag ziehen. Die Trocknung der Dämmschicht braucht danach zwei bis sechs Wochen.

Ist eine Leckortung wirklich zerstörungsfrei?

Die Ortung selbst arbeitet mit Messtechnik und greift nicht in den Bau ein. Am Ende muss die Stelle jedoch geöffnet werden, damit die Leitung reparierbar ist. Der Unterschied liegt also im Umfang: Statt einen ganzen Raum zu öffnen, wird nur ein Bereich von etwa 30 mal 30 Zentimetern aufgemacht. Deshalb sprechen Fachbetriebe korrekter von zerstörungsarmer Ortung.

Welche Methode passt bei einer Fußbodenheizung?

Bei Flächenheizungen im Boden bewährt sich die Kombination aus Druckprobe und Prüfgas. Die Druckprobe zeigt, welcher Kreis undicht ist, während das Prüfgas anschließend die genaue Stelle findet. Das gilt auch für sehr kleine Lecks, obwohl sie kein hörbares Geräusch machen. Ergänzend macht eine Wärmebildkamera den Rohrverlauf sichtbar, sofern die Heizung läuft.

Versicherung und Zuständigkeit

Wer zahlt die Leckortung – Versicherung oder Eigentümer?

Die Gebäudeversicherung zahlt die Ortung in der Regel dann, wenn auch die Ursache gedeckt ist, also etwa bei einem Rohrbruch an einer Trinkwasser- oder Heizungsleitung im Haus. Sie gilt als Kosten der Schadenermittlung. Liegt die Ursache dagegen bei undichten Fugen, Rissen in Fliesenfugen oder einem defekten Siphon, dann lehnen Versicherer häufig ab. Maßgeblich sind immer Ihre Vertragsbedingungen.

Muss ich zuerst die Versicherung informieren?

Ja. Melden Sie den Schaden noch am gleichen Tag, und zwar telefonisch und schriftlich, und fragen Sie ausdrücklich, ob Sie die Leckortung selbst beauftragen dürfen. Beauftragen Sie ohne Rücksprache, dann kann die Erstattung ganz oder teilweise entfallen. Maßnahmen zur Schadenbegrenzung wie das Abstellen des Wassers dürfen Sie nach § 82 VVG jedoch immer ohne Rückfrage ergreifen.

Zahlt die Versicherung auch, wenn kein Leck gefunden wird?

Das hängt vom Vertrag ab und ist nicht einheitlich geregelt. Der Fachbetrieb hat seine Leistung erbracht und rechnet sie deshalb ab, auch ohne Fund. Manche Versicherer erstatten die Kosten, sofern ein gedeckter Schaden plausibel anzunehmen war, andere dagegen nicht. Klären Sie es also vor der Beauftragung schriftlich.

Wer beauftragt die Leckortung in einer Mietwohnung?

Der Eigentümer, denn die Leitungen gehören zum Haus. Als Mieter müssen Sie den Schaden dagegen sofort melden. Verzögern Sie die Meldung und wächst der Schaden deshalb weiter, dann können Sie für diesen Zuwachs haften. Ihre eigenen Möbel und Geräte sind über die Hausratpolice abgedeckt, und nicht über die Gebäudeversicherung des Eigentümers.

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