Eine Blechverkleidung für die Fassade ist längst nicht mehr nur etwas für Bürotürme und große Hallen. Immer mehr Hausbesitzer setzen auf eine Blechfassade, denn sie schützt das Haus vor Wind und Wetter, bleibt wartungsarm und spart zusammen mit einer Dämmung spürbar Heizkosten. Außerdem stehen viele Formen, Farben und Profile zur Wahl. Wir erklären Ihnen deshalb, welche Systeme und Materialien es gibt, was eine Verkleidung aus Blech kostet und wie Sie bis zu 20 Prozent Förderung mitnehmen, sofern Sie zugleich dämmen.
- Eine Blechverkleidung für die Fassade wird fast immer als vorgehängte, hinterlüftete Fassade (VHF) montiert, sodass die Dämmung trocken bleibt und die Wand atmet.
- Gängige Systeme sind Trapezblech, Wellblech, Kassettenprofile, Glattbleche und Sandwichpaneele, und zwar aus verzinktem Stahl, Aluminium oder Titanzink.
- Das Material allein kostet rund 25–120 €/m², während eine komplette Blechfassade mit Dämmung und Montage bei etwa 150–400 €/m² liegt.
- Sobald Sie die Verkleidung mit einer Dämmung verbinden, erhalten Sie über die BAFA 15 % Zuschuss, mit Sanierungsfahrplan sogar 20 %.
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Was ist eine Blechverkleidung für die Fassade?
Bei einer Blechverkleidung kleiden Sie die Außenwand Ihres Hauses mit Profilblechen aus Metall. Das Blech übernimmt dabei den Schutz vor Wetter und die Optik, während die Dämmung und der Wandaufbau dahinter liegen. Je nach Umfang sprechen Fachleute deshalb von einer Voll- oder einer Teilverkleidung.
Eine Vollverkleidung umhüllt das ganze Haus und passt besonders gut zu einer Sanierung, weil sich Dämmung und neue Hülle in einem Schritt umsetzen lassen. Eine Teilverkleidung dient dagegen meist der Optik, denn oft zieren Bleche nur den Erker, das Obergeschoss oder einen Anbau. So lassen sich auch klassische Putzfassaden mit modernen Akzenten kombinieren.
Für welche Gebäude eignet sich eine Blechfassade?
Grundsätzlich passt eine Verkleidung aus Blech an fast jedes Haus, und zwar vom Neubau über das Reihenhaus bis zum sanierten Altbau. Gerade ältere Häuser mit feuchtem Mauerwerk profitieren davon, weil die Luft hinter dem Blech die Feuchtigkeit nach außen führt. Allerdings sollten Sie vorab klären, ob die Optik erlaubt ist, denn nicht jede Gemeinde lässt eine glänzende Metallfassade zu.
Welche Blech-Systeme und Materialien gibt es?
Die Auswahl ist groß, und genau das macht Blech an der Fassade so flexibel. Über Profilform, Ausrichtung und Farbe bestimmen Sie nämlich das spätere Bild, und zwar von schlicht bis markant. Wir zeigen Ihnen deshalb die gängigsten Systeme und worauf es bei der Wahl ankommt.
Die wichtigsten Profil-Systeme
Am häufigsten kommen fünf Varianten zum Einsatz, die sich in Optik, Stärke und Preis klar unterscheiden. Trapez- und Wellbleche sind günstig und schnell montiert, während Kassetten und Glattbleche edler wirken. Sandwichpaneele bringen zudem die Dämmung gleich mit.
- Schnelle Montage
- Große Flächen
- Klassische Optik
- Ruhige Flächen
- Klare Kanten
- Edle Wirkung
- Minimalistisch
- Raute oder Paneel
- Architektur-Look
- Dämmkern integriert
- Sehr stabil
- Energieeffizient
Stahl, Aluminium oder Titanzink?
Bei den Materialien spielen vor allem drei Werkstoffe eine Rolle. Verzinkter Stahl ist robust und recht günstig, braucht jedoch einen guten Schutz vor Rost. Aluminium punktet dagegen mit wenig Gewicht und hält dem Wetter sehr gut stand, kostet aber mehr. Titanzink wiederum bildet mit der Zeit eine schützende Schicht und hält besonders lange, liegt im Preis jedoch oben.
In unseren Projekten in Stuttgart und ganz Deutschland fällt die Wahl meist auf Stahl oder Aluminium. Beide Werkstoffe lassen sich zudem in fast allen RAL-Farben beschichten, sodass Sie kaum Grenzen bei der Gestaltung haben.
Vorgehängte hinterlüftete Fassade: So ist eine Blechfassade aufgebaut
Eine Blechverkleidung für die Fassade entsteht fast immer als vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF). Dabei werden die Schichten nicht verklebt, sondern locker übereinander gelegt und verschraubt. Zwischen Dämmung und Blech bleibt zudem ein Luftspalt, durch den die Luft von unten nach oben zieht. Genau das macht die Fassade so dauerhaft.
Der schichtweise Aufbau
Von der Wand nach außen folgt der Aufbau einem klaren Schema. Zunächst kommt ein Unterbau aus Latten an die Wand, danach die Dämmung, anschließend eine zweite Lattung für die Luft und schließlich das sichtbare Blech.
- Unterbau montieren: Eine Traglattung wird an der Außenwand verankert und bildet die Basis für alle weiteren Schichten.
- Dämmung einbringen: Zwischen die Latten kommt das Dämmmaterial, dessen Dicke Sie je nach Energieziel frei wählen.
- Luftebene schaffen: Eine zweite Lattung sorgt für den Spalt, durch den Feuchtigkeit nach oben entweicht.
- Blech verschrauben: Zum Schluss befestigt man die Profile auf der Lattung, und zwar einzeln austauschbar und leicht zu reparieren.
Weil die Luft hinter dem Blech ständig zieht, staut sich in der Dämmung keine Feuchtigkeit. Dadurch sinkt das Risiko für Schimmel deutlich, und die Fassade hält länger – gerade bei der Sanierung im Altbau ein großer Vorteil.
Der energetische Nutzen
Für uns als Energieberater ist die Blechfassade vor allem deshalb spannend, weil sie sich gut mit einer starken Dämmung verbinden lässt. Da Sie die Stärke der Dämmung frei wählen, erreichen Sie niedrige U-Werte und somit wenig Wärmeverlust durch die Wand. Im Winter hält die Hülle die Wärme im Haus, während sie im Sommer die Hitze draußen lässt. Dadurch sinken Ihre Heizkosten, und eine spätere Wärmepumpe arbeitet sparsamer. Wie sich eine gedämmte Außenwand sonst noch auszahlt, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Dämmen der Altbau-Fassade.
Vorteile und Nachteile einer Blechfassade
Wie jedes System hat auch die Blechverkleidung Stärken und Schwächen. Wir nennen Ihnen deshalb beide Seiten ehrlich, damit Sie gut entscheiden können.
- Wärmepolster im Winter
- Kühlung im Sommer
- Metall brennt nicht
- Auf Dämmstoff achten
- Feuchtigkeit entweicht
- Schützt Mauerwerk
- Wirkt mit Mineralfaser
- Ruhiger wohnen
Den Vorteilen stehen aber ein paar Punkte gegenüber, die Sie kennen sollten. Bleche neigen je nach Material und Standort zu Rost, weshalb sie einen guten Schutz brauchen. Außerdem ist die Optik Geschmackssache, und die Genehmigung ist nicht überall sicher. Schließlich entscheidet die Montage über das Ergebnis, denn eine schlecht befestigte Fassade baut bei wechselnden Temperaturen Spannung auf.
In manchen Gemeinden ist eine glänzende Metallfassade nicht erlaubt, weil das Ortsbild einheitlich bleiben soll. Fragen Sie deshalb vor der Planung beim Bauamt nach, ob Ihre Wunschfassade zulässig ist.
Was kostet eine Blechverkleidung für die Fassade?
Die Kosten hängen stark vom System, vom Material und von der Stärke der Dämmung ab. Damit Sie eine klare Vorstellung bekommen, haben wir die Posten für Sie aufgeschlüsselt. Den größten Anteil machen dabei nicht die Bleche aus, sondern die Arbeitsstunden und die Dämmung.
| Kostenposten | Richtwert pro m² | Anmerkung |
|---|---|---|
| Blech (Material) | 25–120 € | Je nach Profil, Stahl günstiger als Aluminium oder Titanzink |
| Unterbau & Dämmung | 50–150 € | Abhängig von Dämmstoff und gewünschtem U-Wert |
| Montage (Handwerk) | 60–130 € | Größter Einzelposten bei der VHF |
| Komplette Blechfassade inkl. Dämmung | 150–400 € | Gesamtpaket, je nach Aufwand und Region |
Für ein Einfamilienhaus mit rund 120 m² Fläche liegen die Kosten einer kompletten, gedämmten Blechfassade somit grob zwischen 20.000 und 45.000 Euro. Die große Spanne erklärt sich durch Material, Dämmstärke und die Form des Hauses, denn ein verwinkelter Bau ist aufwendiger als eine glatte Fläche.
Die genannten Kosten beruhen auf typischen Projekten in Deutschland und gelten vor Abzug der Förderung. Je nach Größe, Hersteller und Region können die Preise jedoch abweichen. Für eine sichere Zahl empfehlen wir Ihnen deshalb ein kostenloses Gespräch.
Förderung für die Blechfassade mit Dämmung
Hier liegt der größte Hebel, den viele übersehen: Sobald Sie die Blechverkleidung mit einer Dämmung der Außenwand verbinden, wird die Maßnahme an der Gebäudehülle gefördert. Die Verkleidung allein bekommt zwar keinen Zuschuss, die Dämmung dahinter aber schon.
So hoch ist der Zuschuss
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bekommen Sie für die Dämmung der Fassade 15 Prozent der Kosten erstattet. Zuständig ist dafür das BAFA, also das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Haben Sie vorher einen Sanierungsfahrplan erstellen lassen, dann steigt der Satz um weitere 5 Prozent, und zwar auf insgesamt 20 Prozent. Die Kosten, die gefördert werden, sind dabei auf 30.000 Euro je Wohnung gedeckelt, mit Sanierungsfahrplan sogar auf 60.000 Euro.
Für die BEG-Förderung der Gebäudehülle müssen Sie zwingend einen zertifizierten Energieberater einbinden. Ohne diesen Nachweis gibt es nämlich keinen Zuschuss. Wir übernehmen deshalb den Antrag als zugelassene Berater komplett für Sie.
Den Bonus von 5 Prozent sichern Sie sich über den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), also ein gefördertes Papier, das die sinnvolle Reihenfolge Ihrer Schritte festlegt. Welche Programme gerade gelten und wie hoch Ihr Zuschuss am Ende ausfällt, prüfen wir zudem gemeinsam in unserer BAFA-Förderberatung. So holen Sie das Maximum aus Ihrer neuen Fassade heraus.
Fazit
Eine Blechverkleidung für die Fassade ist robust, langlebig und vielseitig. Als vorgehängte hinterlüftete Fassade verbindet sie zudem den Schutz vor Wetter mit einer wirksamen Dämmung. Damit senken Sie nicht nur Ihre Heizkosten, sondern bereiten Ihr Haus auch gut auf eine Wärmepumpe vor. Entscheidend ist jedoch, dass Sie Verkleidung und Dämmung von Anfang an zusammen denken, denn nur dann wird die Maßnahme gefördert und bringt bis zu 20 Prozent Zuschuss. Lassen Sie sich deshalb vor der Planung beraten, klären Sie die Genehmigung und sichern Sie den Antrag, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.
Weiterführende Artikel: Altbau-Fassade dämmen, Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) und BAFA-Förderung im Überblick.
Häufige Fragen zur Blechverkleidung der Fassade
Kosten, Förderung und Genehmigung
Das Material allein kostet je nach Profil und Werkstoff rund 25 bis 120 Euro pro Quadratmeter. Rechnen Sie Unterbau, Dämmung und Montage hinzu, dann liegt eine komplette Blechfassade bei etwa 150 bis 400 Euro pro Quadratmeter. Die genaue Summe hängt zudem von der Dämmstärke und der Form Ihres Hauses ab.
Die Verkleidung selbst wird nicht gefördert, die Dämmung der Außenwand dagegen schon. Über die BEG erhalten Sie deshalb 15 Prozent Zuschuss vom BAFA, mit einem Sanierungsfahrplan sogar 20 Prozent. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie einen zertifizierten Energieberater einbinden und den Antrag vor dem Vertrag stellen.
Das hängt von Ihrer Gemeinde und dem Bebauungsplan ab. Manche Kommunen schreiben nämlich ein einheitliches Ortsbild vor und erlauben keine glänzende Metallfassade. Klären Sie deshalb vor der Planung beim Bauamt, ob Ihre Wunschfassade zulässig ist, denn das erspart Ihnen späteren Ärger.
Material und Eignung
Eine Blechfassade schützt das Mauerwerk dauerhaft vor Wind und Wetter, und außerdem bleibt sie sehr langlebig und nahezu wartungsfrei, weil Schmutz kaum haften bleibt. Zusammen mit einer Dämmung verbessert sie zudem den Wärmeschutz und senkt so die Heizkosten. Als hinterlüftetes System bietet sie obendrein einen guten Brand-, Feuchte- und Schallschutz.
Verzinkter Stahl ist günstiger und sehr robust, braucht jedoch einen guten Schutz vor Rost. Aluminium ist dagegen leichter und hält dem Wetter sehr gut stand, kostet aber mehr. Für die meisten Wohnhäuser eignen sich beide Werkstoffe, weshalb die Wahl vor allem von Budget, Statik und Optik abhängt.
Ja, gerade im Altbau spielt die Blechfassade ihre Stärken aus. Als hinterlüftetes System führt sie nämlich vorhandene Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk ab und lässt sich gut mit einer modernen Dämmung verbinden. Dadurch sinken die Heizkosten spürbar, und das Haus wird zugleich fit für eine spätere Wärmepumpe.

