Steinwolle gehört zu den meistverbauten Dämmstoffen in Deutschland – und das aus gutem Grund. Der mineralische Dämmstoff aus geschmolzenem Gestein ist nicht brennbar, dämmt zuverlässig gegen Wärme und Schall und lässt sich zudem an fast jedem Bauteil einsetzen. Trotzdem stellen sich Hausbesitzer vor einer Sanierung oft dieselben Fragen: Was kostet Steinwolle, wofür eignet sie sich, und ist sie wirklich besser als Glaswolle? Deshalb erklären wir Ihnen, welche Eigenschaften die Steinwolle Dämmstoffe ausmachen, worauf Sie beim Dämmen achten sollten und wie Sie Steinwolle am Ende fachgerecht entsorgen.
- Steinwolle ist ein mineralischer Dämmstoff aus Basalt, Dolomit oder Diabas mit einer Wärmeleitfähigkeit von rund 0,035 bis 0,045 W/(mK).
- Sie ist nicht brennbar (Schmelzpunkt über 1.000 °C), bietet sehr guten Schallschutz und ist zudem diffusionsoffen.
- Im Vergleich Steinwolle oder Glaswolle punktet Steinwolle bei Brand- und Schallschutz, während Glaswolle leichter und meist günstiger ist.
- Material kostet je nach Dicke und Hersteller etwa 7 bis 28 € pro m², außerdem wird die Dämmung über die BAFA gefördert.
- Bei der Entsorgung gilt: staubdicht verpacken und getrennt sammeln – dabei ist moderne Steinwolle als unbedenklich eingestuft.
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Was ist Steinwolle?
Steinwolle ist ein künstlich hergestellter mineralischer Dämmstoff und zählt – gemeinsam mit Glaswolle – zur Gruppe der Mineralwolle. Als Rohstoff dient zunächst natürliches Gestein, vor allem Basalt, Dolomit und Diabas. Dieses Gestein wird dann bei rund 1.500 °C geschmolzen und anschließend zu feinen Fasern geschleudert. Danach werden die Fasern mit einem Bindemittel verfestigt und zu Platten, Matten oder Filzen gepresst.
Das Ergebnis ist ein Material, das überwiegend aus Luft besteht. Genau diese eingeschlossene Luft sorgt nämlich für die gute Dämmwirkung, weil ruhende Luft Wärme nur sehr schlecht leitet. Weil der Ausgangsstoff Gestein ist, bringt Steinwolle außerdem von Natur aus Eigenschaften mit, die sich nur schwer künstlich erzeugen lassen: Sie ist somit nicht brennbar, formstabil und langlebig.
Eigenschaften der Steinwolle Dämmstoffe
Die Steinwolle Dämmstoffe verdanken ihre Beliebtheit vor allem einer Kombination aus mehreren Stärken. Deshalb gehen wir jetzt auf die vier wichtigsten Eigenschaften ein, die für die Praxis am meisten zählen.
Wärmedämmung
Die Wärmeleitfähigkeit (λ) – also der Wert, der angibt, wie gut ein Material Wärme durchlässt – liegt bei Steinwolle je nach Produkt zwischen etwa 0,035 und 0,045 W/(mK). Je niedriger dieser Wert, desto besser dämmt das Material. Damit bewegt sich Steinwolle auf einem ähnlichen Niveau wie Glaswolle und ist somit für die meisten Anwendungen am Haus völlig ausreichend.
Brandschutz
Steinwolle ist nicht brennbar und erreicht sogar die höchste Brandschutzklasse A1. Ihr Schmelzpunkt liegt nämlich bei über 1.000 °C, weshalb sie im Brandfall keine Flammen weiterleitet und auch keinen Rauch entwickelt. Gerade deshalb wird Steinwolle dort eingesetzt, wo der Brandschutz besonders wichtig ist – beispielsweise an Fassaden, in Trennwänden oder rund um Schornsteine.
Schallschutz
Durch ihre hohe Rohdichte und die offenporige Faserstruktur schluckt Steinwolle Schall sehr wirksam. Daher eignet sie sich hervorragend für den Trittschall- und Luftschallschutz, beispielsweise in Trennwänden, Geschossdecken oder zwischen Wohnungen. In diesem Punkt liegt sie zudem meist vor der leichteren Glaswolle.
Feuchteverhalten
Steinwolle ist diffusionsoffen, lässt also Wasserdampf hindurch und unterstützt damit ein gesundes Raumklima. Gleichzeitig werden die Fasern bei der Herstellung wasserabweisend behandelt, weshalb das Material kurzzeitige Feuchtigkeit gut verträgt. Bei dauerhaft nassen Bauteilen wie Bodenplatten oder feuchten Kellerwänden stößt sie allerdings an ihre Grenzen, weil eingedrungene Nässe die Dämmwirkung mindert.
Für trockene Bauteile ist Steinwolle nahezu ideal. An dauerhaft nassen Stellen sollten Sie dagegen auf wasserunempfindliche Dämmstoffe wie XPS ausweichen – denn das spart Ärger mit Feuchteschäden und erhält die Dämmwirkung über Jahrzehnte.
Steinwolle zum Dämmen: Anwendungsbereiche
Steinwolle zum Dämmen ist ein echter Allrounder und lässt sich an fast allen Bauteilen einsetzen. Weil sie als Platte, Matte, Filz oder als loses Material zum Einblasen verfügbar ist, passt sie sich zudem unterschiedlichsten Einbausituationen an. Daher haben wir die wichtigsten Einsatzbereiche für Sie zusammengestellt.
An Dach und Fassade
Besonders häufig kommt Steinwolle an der Fassade zum Einsatz – entweder als Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk oder als Teil eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS). Auch das Dach wird oft mit Steinwolle gedämmt, beispielsweise als Dämmung zwischen den Sparren oder auf der obersten Geschossdecke. Im Innenausbau dient sie außerdem zur Dämmung von Trenn- und Zwischenwänden sowie zum Schallschutz von Decken.
Nachträglich dämmen
Soll nachträglich gedämmt werden, ohne Wände aufzustemmen, dann ist loses Granulat aus Mineralwolle eine praktische Lösung. Wie das funktioniert, lesen Sie übrigens in unserem Ratgeber zur Einblasdämmung. Bei zweischaligem Mauerwerk lohnt sich zudem oft ein Blick auf die Kerndämmung, bei der der Hohlraum zwischen den Mauerschalen verfüllt wird.
Top-Einsatz
- Zwischensparren
- Oberste Geschossdecke
Top-Einsatz
- WDVS
- Kerndämmung
Schallschutz
- Trennwände
- Zwischenwände
Steinwolle oder Glaswolle? Der Vergleich
Die Frage „Steinwolle oder Glaswolle?” stellt sich bei fast jeder Dämmung mit Mineralwolle. Zwar sind beide Dämmstoffe eng verwandt, jedoch unterscheiden sie sich in einigen Punkten deutlich. Glaswolle besteht beispielsweise zu einem großen Teil aus recyceltem Altglas und ist daher leichter und flexibler. Steinwolle wird hingegen aus Gestein gewonnen und ist somit dichter und schwerer. Damit Sie beide klar auseinanderhalten können, haben wir die wichtigsten Merkmale gegenübergestellt.
| Merkmal | Steinwolle | Glaswolle |
|---|---|---|
| Wärmeleitfähigkeit | ✓ 0,035–0,045 W/(mK) | ✓ 0,032–0,040 W/(mK) |
| Brandschutz / Hitze | ✓ bis > 1.000 °C | ~ geringere Hitzefestigkeit |
| Schallschutz | ✓ Sehr gut | ~ Gut |
| Gewicht / Verarbeitung | ~ Schwerer, formstabil | ✓ Leicht, flexibel |
| Materialpreis pro m² | ~ ca. 7–28 € | ✓ ca. 5–20 € |
| Ideal für | ✓ Fassade, Keller, Brandschutz | ✓ Trockene Innenräume, Dach |
Unterm Strich gibt es kein pauschales „besser” – vielmehr kommt es auf das Bauteil an. Steinwolle spielt ihre Stärken nämlich überall dort aus, wo Brandschutz, Schallschutz oder eine höhere Belastbarkeit gefragt sind. Glaswolle ist dagegen leichter, oft etwas günstiger und lässt sich zudem in engen Dachschrägen einfacher verarbeiten. Für viele Sanierungen ist die Wahl deshalb eine Frage des konkreten Einsatzortes und des Budgets.
Steinwolle Dämmung: Kosten im Überblick
Die Kosten für eine Steinwolle Dämmung setzen sich aus Material und Einbau zusammen. Das reine Material kostet je nach Dicke, Rohdichte und Hersteller beispielsweise etwa 7 bis 28 € pro Quadratmeter. Spezialprodukte mit besonderen Eigenschaften, etwa hochbelastbare Fassadenplatten, können zudem darüber liegen. Für die Verarbeitung durch einen Fachbetrieb sollten Sie außerdem mit Arbeitskosten von rund 40 bis 60 € pro Stunde rechnen.
Wie hoch die Gesamtkosten ausfallen, hängt allerdings stark vom Bauteil ab. Eine Dämmung der obersten Geschossdecke ist beispielsweise deutlich günstiger als ein komplettes Wärmedämmverbundsystem an der Fassade, weil der Aufwand geringer ist. Damit die Zahlen realistisch bleiben, betrachten wir sie deshalb immer als Richtwerte – denn Ihr konkretes Projekt kann je nach Umfang abweichen.
Die genannten Kosten basieren auf typischen Projekten in Deutschland sowie auf mehreren Verbraucherportalen. Denn je nach Gebäudegröße, gewünschter Dämmstärke, Hersteller und regionalem Markt können die tatsächlichen Kosten abweichen. Für ein genaues Angebot empfehlen wir Ihnen deshalb ein kostenloses Beratungsgespräch.
Vor- und Nachteile von Steinwolle
Wie jeder Dämmstoff hat auch Steinwolle Stärken und Schwächen. Deshalb benennen wir beide Seiten ehrlich, damit Sie für Ihr Haus die richtige Entscheidung treffen können.
Die Vorteile
Zu den klaren Vorteilen zählen zunächst der hervorragende Brandschutz, der gute Schallschutz, die lange Lebensdauer und außerdem die hohe Formstabilität. Steinwolle verrottet nämlich nicht und bietet Schimmel kaum Angriffsfläche, weshalb sie ihre Dämmwirkung über Jahrzehnte behält. Darüber hinaus ist sie diffusionsoffen und damit gut für ein gesundes Raumklima geeignet.
Die Nachteile
Auf der Seite der Nachteile steht zunächst das höhere Gewicht, das die Verarbeitung in engen Dachschrägen erschwert. Hinzu kommt, dass die Fasern bei Zuschnitt und Einbau jucken und sogar die Atemwege reizen können – deshalb ist ein Atemschutz Pflicht. Bei dauerhafter Feuchtigkeit verliert das Material zudem an Dämmwirkung. Schließlich ist die Entsorgung aufwendiger als bei manch anderem Dämmstoff, worauf wir gleich noch eingehen.
Ist Steinwolle gesundheitsschädlich?
Beim Thema Gesundheit verunsichert viele Hausbesitzer die Frage, ob Steinwolle krebserregend ist. Hier ist allerdings eine klare Unterscheidung wichtig, denn es kommt auf das Alter des Materials an. Ältere Mineralwolle, die vor 1996 hergestellt wurde, konnte nämlich lungengängige Fasern freisetzen und gilt deshalb als potenziell krebserregend. Solche „WHO-Fasern” sind dabei besonders dünn und lang und können somit tief in die Lunge gelangen.
Moderne Steinwolle, die seit den späten 1990er-Jahren produziert wird, erfüllt dagegen strenge Vorgaben und ist daher als nicht krebserregend eingestuft. Für die Bewohner eines fertig gedämmten Hauses besteht folglich praktisch keine Gefahr, solange die Dämmung verbaut und abgedeckt ist. Vorsicht ist allerdings vor allem bei der Verarbeitung und beim Rückbau geboten.
Beim Zuschneiden, Einbauen und Entfernen von Steinwolle sollten Sie immer Atemschutzmaske, Schutzbrille, Handschuhe und langärmlige Kleidung tragen. Denn so vermeiden Sie Reizungen von Haut und Atemwegen durch die Fasern – das gilt zudem für alte wie für neue Mineralwolle.
Steinwolle entsorgen: So geht es richtig
Wer alte Dämmung zurückbaut, muss Steinwolle entsorgen – und das ist nicht ganz so einfach wie beim Restmüll. Mineralwolle gilt nämlich als künstliche Mineralfaser (KMF) und darf deshalb nicht in den normalen Bauschutt. Stattdessen muss sie staubdicht verpackt und getrennt von anderen Abfällen gesammelt werden. Üblich sind dafür beispielsweise spezielle KMF-Säcke oder Big Bags, die luftdicht verschlossen werden.
Für die richtige Entsorgung haben Sie außerdem mehrere Wege: Kleine Mengen nehmen viele Wertstoffhöfe und Schadstoffsammelstellen an, während Sie größere Mengen über einen Container oder ein Entsorgungsunternehmen abgeben. Manche Hersteller bieten inzwischen sogar eine Rücknahme an. Damit Sie wissen, womit Sie rechnen müssen, haben wir die typischen Wege und Kosten zusammengestellt.
- Material staubdicht verpacken: Füllen Sie die Steinwolle zunächst in reißfeste KMF-Säcke oder Big Bags und verschließen Sie diese luftdicht. So verhindern Sie, dass Fasern entweichen.
- Menge einschätzen: Bei kleinen Mengen bis etwa 1 m³ reicht oft der Wertstoffhof. Bei größeren Mengen lohnt sich dagegen ein Container.
- Entsorgungsweg wählen: Wertstoffhof, Container vom Entsorger oder Hersteller-Rücknahme – fragen Sie deshalb vorab nach Annahme und Preisen.
- Kosten kalkulieren: Kleine KMF-Säcke kosten nämlich wenige Euro, große Big Bags dagegen rund 30–60 €. Ein Container mit 5 m³ liegt zudem bei etwa 449 € inklusive Entsorgung.
Stammt die ausgebaute Mineralwolle aus der Zeit vor 1996, dann kann sie als gefährlicher Abfall eingestuft sein. Klären Sie in diesem Fall deshalb unbedingt mit Ihrem lokalen Entsorger, welche Vorschriften gelten – und tragen Sie zudem konsequent Schutzausrüstung.
Förderung für die Dämmung mit Steinwolle
Eine gute Nachricht zum Schluss: Wenn Sie mit Steinwolle dämmen, dann müssen Sie die Kosten nicht allein tragen. Maßnahmen an der Gebäudehülle – also Dämmung von Fassade, Dach, Geschossdecke oder Kellerdecke – werden nämlich über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Zuständig ist hier die BAFA, die in der Regel einen Zuschuss von bis zu 20 % der förderfähigen Kosten gewährt.
Voraussetzung ist allerdings, dass die gedämmten Bauteile bestimmte energetische Vorgaben (U-Werte) einhalten und zudem ein zertifizierter Energie-Effizienz-Experte eingebunden wird. Wie das im Detail abläuft, erfahren Sie deshalb auf unserer Seite zur BAFA-Förderung. Außerdem kümmern wir uns im Rahmen unserer Energieberatung um den kompletten Antrag und den nötigen Wärmeschutznachweis – damit aus Ihrer Dämmung am Ende auch ein Zuschuss wird.
Den Förderantrag müssen Sie einreichen, bevor Sie den Auftrag für die Dämmung vergeben. In unseren Projekten in Stuttgart und ganz Deutschland sehen wir nämlich immer wieder, dass nachträgliche Anträge abgelehnt werden – deshalb planen Sie die Förderung am besten von Anfang an mit ein.
Fazit
Steinwolle ist ein bewährter und vielseitiger Dämmstoff, der vor allem mit Brandschutz, Schallschutz und langer Lebensdauer überzeugt. Beim Vergleich Steinwolle oder Glaswolle entscheidet allerdings am Ende der Einsatzort: Für Fassade, Keller und überall dort, wo Brand- und Schallschutz zählen, ist Steinwolle daher die erste Wahl. Achten Sie zudem auf trockene Bauteile, tragen Sie bei der Verarbeitung Schutzausrüstung und entsorgen Sie Reste fachgerecht – dann haben Sie jahrzehntelang Freude an Ihrer Dämmung. Und mit der passenden Förderung wird die Investition schließlich zusätzlich attraktiv.
Weiterführende Artikel: Einblasdämmung, Kerndämmung und Einblasdämmung selber machen.
Häufige Fragen zu Steinwolle
Das hängt vom Bauteil ab. Steinwolle ist dichter und bietet daher besseren Brand- und Schallschutz, weshalb sie sich gut für Fassade und Keller eignet. Glaswolle ist dagegen leichter, flexibler und oft etwas günstiger.
Das reine Material kostet je nach Dicke und Hersteller etwa 7 bis 28 € pro Quadratmeter. Für den Einbau kommen zudem Arbeitskosten von rund 40 bis 60 € pro Stunde hinzu. Alle Angaben sind allerdings Richtwerte.
Moderne Steinwolle ist als nicht krebserregend eingestuft, weshalb für Bewohner praktisch keine Gefahr besteht. Bei der Verarbeitung sollten Sie jedoch immer Atemschutz und Schutzbrille tragen, denn die Fasern können Haut und Atemwege reizen.
Steinwolle gehört nicht in den normalen Bauschutt. Verpacken Sie das Material deshalb staubdicht in KMF-Säcke und geben Sie es getrennt am Wertstoffhof oder über einen Container ab. Ein 5-m³-Container liegt dabei bei etwa 449 €.
Nein, Steinwolle ist nicht brennbar und erreicht sogar die höchste Brandschutzklasse A1. Ihr Schmelzpunkt liegt nämlich über 1.000 °C, weshalb sie im Brandfall keine Flammen weiterleitet.
Ja, Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle werden über die BEG gefördert. Üblich ist dabei ein Zuschuss von bis zu 20 %. Den Antrag müssen Sie allerdings vor Beginn der Maßnahme stellen.

