Erdung PV Anlage

AKTUELLES WISSEN

Erdung PV-Anlage: Was Pflicht ist und was sie kostet

Inhalt

Eine Photovoltaikanlage liefert Tag für Tag sauberen Strom und arbeitet dabei mit Spannungen, die für Personen und Gebäude gefährlich werden können – wenn die Schutzmaßnahmen fehlen. Genau deshalb ist die Erdung der PV-Anlage in Deutschland keine optionale Komfortmaßnahme, sondern eine gesetzliche Pflicht. Wir zeigen Ihnen, was bei der Erdung von PV-Anlagen technisch dahintersteckt, welcher Querschnitt vorgeschrieben ist, wo Sie den Potentialausgleich anschließen müssen, was eine fachgerechte Ausführung kostet und warum diese Arbeiten ausschließlich in die Hände eines zugelassenen Elektrofachbetriebs gehören.

Clever Kompakt
Erdung PV-Anlage – das Wichtigste auf einen Blick
  • Die Erdung jeder PV-Anlage ist gesetzlich vorgeschrieben (DIN VDE 0100-410, -540 und -712, DIN 18014).
  • Der Schutzpotentialausgleich verlangt mindestens 6 mm² Kupfer, mit Blitzschutz mindestens 16 mm² – grün-gelb isoliert.
  • Geerdet werden Modulrahmen, Montagegestell, metallische Wechselrichtergehäuse und alle metallenen Kabelwege.
  • Anschlusspunkt ist die Hauptpotentialausgleichsschiene, die mit Fundamenterder oder Tiefenerder verbunden ist.
  • Die Arbeiten dürfen ausschließlich Elektrofachkräfte oder eingetragene Meisterbetriebe ausführen – auch zur Eigenleistung verboten.
  • Die Kosten für eine fachgerechte Erdung inklusive Überspannungsschutz liegen je nach Aufwand zwischen 800 und 5.000 Euro.

Kostenlose PV-Beratung anfragen Photovoltaik bei GREENOX

6 mm²
Mindestquerschnitt Cu für den Schutzpotentialausgleich
16 mm²
Mindestquerschnitt Cu mit Blitzschutz
< 10 Ω
Zielwert Erdungswiderstand bei der Messung
800–5.000 €
Kosten Erdung + Überspannungsschutz im EFH

Ist die Erdung einer PV-Anlage Pflicht?

Ja, die Erdung jeder netzgekoppelten PV-Anlage in Deutschland ist gesetzlich vorgeschrieben. Maßgeblich ist die DIN VDE 0100-410 mit den „Anforderungen an den Schutz gegen elektrischen Schlag”, ergänzt durch die DIN VDE 0100-540 für Erdungsanlagen, Schutzleiter und Potentialausgleichsleiter. Speziell für Photovoltaik gilt zudem die DIN VDE 0100-712, die die besonderen Eigenschaften von Solar-Stromversorgungssystemen abdeckt.

Bei Neubauten kommt die DIN 18014 hinzu: Sie schreibt einen Fundamenterder als Bestandteil der Erdungsanlage des Gebäudes vor. Daran schließt die PV-Anlage später an. Außerdem ist seit 2016 ein Überspannungsschutz für Endstromkreise verpflichtend – also auch für den Generatorkreis Ihrer Solaranlage. Für die Verkabelung selbst gilt die EN 50618, die solartaugliche DC-Leitungen definiert.

Was passiert ohne fachgerechte Erdung?

Ohne saubere Erdung kann es im Fehlerfall zu lebensgefährlichen Berührungsspannungen, Lichtbögen und im schlimmsten Fall zu Bränden kommen. Zudem riskieren Sie den Versicherungsschutz: Verbraucherschutzorganisationen weisen darauf hin, dass Wohngebäudeversicherungen bei nicht normgerechter Installation Leistungen kürzen oder verweigern können. Folglich ist die Erdung nicht nur Sicherheitsthema, sondern auch wirtschaftlich relevant.

Erdung und Potentialausgleich – worin liegt der Unterschied?

Im Alltag werden „Erdung” und „Potentialausgleich” oft synonym verwendet. Technisch sind die beiden Begriffe allerdings nicht identisch, auch wenn sie eng zusammenhängen.

Erdung bezeichnet die leitende Verbindung eines Bauteils mit dem Erdreich – das Erdreich gilt elektrotechnisch als „Bezugspotential null”. Dadurch werden Fehlerströme und Überspannungen sicher abgeleitet. Der Potentialausgleich hingegen verbindet alle leitfähigen Teile einer Anlage untereinander, sodass zwischen diesen Teilen keine gefährliche Spannungsdifferenz entstehen kann. Beide Schutzfunktionen werden in der Praxis kombiniert: Der Schutzpotentialausgleich wird auf die Hauptpotentialausgleichsschiene geführt, die ihrerseits mit der Erdungsanlage – etwa dem Fundamenterder – verbunden ist.

Für eine Photovoltaikanlage von GREENOX heißt das: Wir sorgen dafür, dass alle leitfähigen Bauteile der PV-Anlage in den Schutzpotentialausgleich eingebunden sind und dieser zuverlässig auf die Erdungsanlage des Gebäudes durchgeschaltet ist. Erst aus diesem Zusammenspiel entsteht der vollständige Schutz.

Welche Komponenten Ihrer PV-Anlage müssen geerdet werden?

Geerdet werden grundsätzlich alle metallenen Bauteile, die im Fehlerfall unter Spannung stehen könnten. Bei einer typischen Aufdach-PV-Anlage sind das:

  • Modulrahmen – die Aluminium-Rahmen der Solarmodule müssen einzeln und durchgängig in den Potentialausgleich eingebunden sein.
  • Montagegestell und Schienensystem – ob Aluminium oder Stahl, alle Profile, Schienen und Klemmen werden leitend miteinander und mit der Hauptpotentialausgleichsschiene verbunden.
  • Wechselrichter mit Metallgehäuse – sofern das Gehäuse nicht doppelt isoliert (Schutzklasse II) ausgeführt ist, gehört auch der Wechselrichter an die Erdung.
  • Generatoranschlusskasten (GAK) – falls vorhanden, ebenfalls einbeziehen.
  • Metallische Kabelkanäle und Schutzrohre – auch sie sind leitend mit dem Potentialausgleich zu verbinden.
  • Stromspeicher und Batteriegehäuse – metallene Speichersysteme werden gemäß Herstellerangaben geerdet.

Bei Anlagen mit zusätzlichem Speicher gilt: Wer später einen Stromspeicher nachrüsten möchte, sollte das Erdungskonzept frühzeitig mitplanen. Andernfalls entsteht oft Mehraufwand, weil neue leitfähige Komponenten nachträglich in den Potentialausgleich integriert werden müssen.

Erdung PV-Anlage Querschnitt – welcher Kabelquerschnitt ist vorgeschrieben?

Der korrekte Querschnitt der Erdungsleitung hängt davon ab, welche Funktion die Leitung erfüllt. Für den Schutzpotentialausgleich innerhalb der elektrischen Anlage genügt nach DIN VDE 0100-540 ein Kupferleiter mit 6 mm² Querschnitt. Sobald der Schutzleiter zusätzlich Blitzströme ableiten muss – also Teil eines äußeren Blitzschutzsystems wird – sind mindestens 16 mm² Kupfer Pflicht. Aluminium ist als Alternative zugelassen, allerdings mit größerem Querschnitt.

Übersicht: Querschnitte für die Erdung Ihrer PV-Anlage

Anwendung Mindestquerschnitt Cu Mindestquerschnitt Al Farbe / Isolation
Schutzpotentialausgleich (ohne Blitzschutz) ✓ 6 mm² ✓ 10 mm² grün-gelb
Mit äußerem Blitzschutz / Überstromfunktion ✓ 16 mm² ✓ 25 mm² grün-gelb
Erdungsleitung zum Erder (im Erdreich) ✓ 50 mm² Cu massiv ~ verzinkter Stahl 30 × 3,5 mm blank / verzinkt
Modul-Modul-Verbinder im Gestell ✓ 6 mm² ~ Edelstahl-Klemmverbinder nach Herstellerfreigabe

In unseren Projekten in Stuttgart und ganz Deutschland setzen wir bei Aufdach-PV bewusst auf 16 mm² Kupfer als Standardquerschnitt – auch dann, wenn rein rechnerisch 6 mm² genügen würden. Dadurch sind Sie auch bei einer späteren Nachrüstung eines äußeren Blitzschutzes auf der sicheren Seite und ersparen sich die zweite Leitungsverlegung.

Querschnitte als Richtwerte

Die genannten Querschnitte gelten als Mindestwerte nach DIN VDE 0100-540 und IEC 60364-5-54. Bei Aluminium wird in der Praxis aus mechanischen Gründen häufig 16 mm² statt der rechnerischen 10 mm² verlegt. Im Einzelfall können Hersteller höhere Querschnitte fordern, etwa bei Modulrahmen-Verbindern. Maßgeblich ist immer die Montageanleitung und die Auslegung durch den Elektrofachbetrieb.

PV-Anlage Erdung – wo anschließen?

Die häufigste Frage von Hausbesitzern lautet: Wo genau wird die Erdungsleitung der PV-Anlage angeschlossen? Die Antwort ist klar geregelt – aber je nach Gebäude unterschiedlich umzusetzen.

Zentraler Anschlusspunkt ist die Hauptpotentialausgleichsschiene (HES). Sie befindet sich in der Regel im Hausanschlussraum, in der Nähe des Zählerschranks. Auf dieser Schiene laufen alle leitfähigen Versorgungssysteme zusammen: Wasser, Gas, Heizung, Stahl­armierung – und eben auch die Erdung Ihrer PV-Anlage. Von der HES geht eine massive Verbindung zur eigentlichen Erdungsanlage, dem Fundamenterder oder einem Tiefenerder im Erdreich.

Schritt-für-Schritt: So wird die Erdung Ihrer PV-Anlage angeschlossen

  • Modulrahmen mit Erdungsklemmen am Montagegestell verbinden – in der Regel mit Edelstahl-Kreuzklemmen oder vom Hersteller freigegebenen Klemmverbindern, die die Eloxalschicht durchdringen.
  • Schienensystem leitend durchverbinden, sodass alle Profile auf einem Potential liegen. Bei mehreren Schienenreihen pro Reihe einen Potentialausgleichsleiter setzen.
  • Erdungsleitung (mindestens 6 mm² Cu, bei Blitzschutz 16 mm²) vom Gestell über die Dachdurchführung bis in den Hausanschlussraum führen – möglichst auf direktem Weg.
  • Wechselrichter und gegebenenfalls Generatoranschlusskasten in den Potentialausgleich einbinden – auf einen separaten PE-Anschluss achten, falls das Gerät einen vorsieht.
  • Erdungsleitung an der Hauptpotentialausgleichsschiene anklemmen. Dort verbindet sie sich mit dem Fundamenterder oder Tiefenerder.
  • Erdungswiderstand messen: Der Zielwert liegt bei unter 10 Ohm. Das Messprotokoll ist Teil der Anlagendokumentation und wichtig für Versicherung und Netzbetreiber.
Dokumentation aufbewahren

Verlangen Sie nach der Inbetriebnahme das Erdungs-Messprotokoll und das Anlagenprotokoll. Diese Unterlagen sind später bei einem Versichererwechsel, beim Hausverkauf oder im Schadensfall Gold wert.

Erdungsarten im Vergleich – welcher Erder ist der richtige?

Die eigentliche Erdungsanlage befindet sich im Erdreich. Welche Bauform infrage kommt, hängt vom Gebäudealter, Bodenwiderstand und davon ab, ob es sich um einen Neubau oder eine Bestandsimmobilie handelt. Damit Sie die Optionen schnell auseinanderhalten, haben wir die vier praxisrelevanten Erderarten gegenübergestellt.

Erderart Einsatz Aufwand Lebensdauer Eignung Bestandsbau
Fundamenterder Standard im Neubau (DIN 18014) ✓ gering, mit Bau erstellt > 50 Jahre ✗ nur bei Sanierung des Fundaments
Tiefenerder (Staberder) Nachrüstung Bestandsbau, Vertikal eingerammt ~ mittel, Boden muss zugänglich sein 30–50 Jahre ✓ ja, häufigster Fall im Altbau
Banderder (Oberflächenerder) Horizontal in 0,5–1 m Tiefe verlegt ~ mittel, Aushub rund ums Haus 30–40 Jahre ~ bei Garten-/Gartenwege-Sanierung
Ringerder Geschlossener Ring um das Gebäude ~ mittel, häufig kombiniert mit Drainage 40–50 Jahre ~ wirtschaftlich oft bei Komplettsanierung

Welche Variante in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir im Beratungsgespräch direkt vor Ort. Häufig fließt das Ergebnis einer Energieberatung bereits in die Planung der Erdung mit ein, weil ohnehin Erdarbeiten für andere Maßnahmen anstehen.

Erdung im Altbau ohne Fundamenterder

Viele Eigentümer in Stuttgart und Umgebung wohnen in Bestandsimmobilien aus den 1960er- bis 1990er-Jahren. Damals war ein Fundamenterder noch nicht verpflichtend. Wenn auf so einem Haus heute eine PV-Anlage installiert werden soll, stellt sich die Frage: Wie kommen Sie an eine normgerechte Erdung, ohne das Fundament aufzubrechen?

Die Antwort ist in der Praxis fast immer ein Tiefenerder. Verzinkte Stahl- oder Edelstahlstäbe werden nahe des Hausanschlussraums in den Boden gerammt – üblich sind mehrere gekoppelte 1,5 m-Segmente, die zusammen Gesamttiefen von 3 bis 9 Metern erreichen. So liegt der Erder zuverlässig unterhalb der Frostgrenze und in feuchten Bodenschichten. Bei steinigem Untergrund werden zusätzlich oder alternativ mehrere kürzere Stäbe gekoppelt oder ein Banderder im Garten verlegt. Anschließend wird die Erdungsleitung von außen ins Haus geführt und an der Hauptpotentialausgleichsschiene angeklemmt.

Was Sie im Altbau zusätzlich beachten sollten

In Bestandsbauten ist die Hauptpotentialausgleichsschiene oft veraltet oder fehlt komplett. Zudem entdecken wir bei Altanlagen häufig zu kleine Querschnitte oder unterbrochene Schutzleiter. Deshalb gehört zur Erdung der PV-Anlage im Altbau in der Regel auch eine Modernisierung der Hauptpotentialausgleichsschiene und – falls noch nicht vorhanden – die Nachrüstung eines Überspannungsschutzes der Typen 1 und 2.

Bestandsanlagen vor PV-Erweiterung prüfen lassen

Wenn Sie eine bestehende PV-Anlage erweitern oder einen Speicher nachrüsten, sollte ein Elektrofachbetrieb die vorhandene Erdung gegen den heutigen Stand der Technik prüfen. Andernfalls riskieren Sie, dass Versicherungsleistungen im Schadensfall gekürzt werden.

Überspannungsschutz und Blitzschutz für PV-Anlagen

Erdung ist die Basis – Überspannungsschutz und Blitzschutz sind die nächste Schutzebene. Hier muss man zwei Bereiche sauber trennen.

Der Überspannungsschutz (kurz SPD für „Surge Protective Device”) schützt Ihre Anlage vor Spannungsspitzen aus dem Netz, etwa durch entfernte Blitzeinschläge oder Schalthandlungen. SPDs werden im Zählerschrank und am Wechselrichter eingesetzt – auf der DC-Seite als Typ 2, auf der AC-Seite ebenfalls als Typ 2. Seit der Normenüberarbeitung 2016 ist der Überspannungsschutz im Endstromkreis Pflicht und damit auch für jede neu installierte PV-Anlage.

Der äußere Blitzschutz – also Fangstangen und Ableitungen am Dach – ist hingegen für Einfamilienhäuser nicht generell vorgeschrieben. Sobald jedoch eine Blitzschutzanlage vorhanden ist oder nachgerüstet wird, muss zwischen Blitzschutzsystem und PV-Anlage entweder ein ausreichender Trennungsabstand eingehalten oder die PV-Anlage mit Blitzstromableitern (Typ 1) eingebunden werden. In diesem Fall steigt der vorgeschriebene Querschnitt der Erdungsleitung von 6 mm² auf mindestens 16 mm² Kupfer.

Wer darf die Erdung einer PV-Anlage durchführen?

Eine PV-Anlage erden zu lassen ist nichts, was Sie selbst übernehmen sollten – auch dann nicht, wenn Sie technisch versiert sind. Arbeiten an Erdung, Hauptpotentialausgleichsschiene und Zählerschrank sind ausschließlich Elektrofachkräften und in die Handwerksrolle eingetragenen Meisterbetrieben des Elektrohandwerks vorbehalten. Das ergibt sich aus der Handwerksordnung (§ 1 Abs. 1) und aus den Sicherheitsanforderungen der DIN VDE-Normen.

Erdung niemals selbst ausführen

Selbst ausgeführte Erdungsarbeiten sind in Deutschland verboten und lebensgefährlich. Im Schadensfall verlieren Sie zudem den Versicherungsschutz – die Wohngebäudeversicherung kann Leistungen verweigern, weil keine fachgerechte Installation nachweisbar ist.

Bei Aufdach-Anlagen, die wir gemeinsam mit Partnerfirmen oder unserer eigenen Elektroabteilung umsetzen, übernimmt grundsätzlich eine Elektrofachkraft die Erdung. Sie dokumentiert die Messwerte, übergibt das Inbetriebnahme-Protokoll und schult Sie als Anlagenbetreiber kurz in den wichtigsten Sicherheitsfunktionen.

Was kostet die Erdung einer PV-Anlage?

Die Kosten für eine fachgerechte Erdung Ihrer PV-Anlage hängen stark von der Ausgangssituation ab: Ist bereits ein Fundamenterder vorhanden, beschränken sich die Arbeiten auf den Anschluss der Modulrahmen, die Verlegung der Erdungsleitung und die Inbetriebnahme. Liegt jedoch keine moderne Erdungsanlage vor, kommen Tiefenerder, Hauptpotentialausgleichsschiene und Überspannungsschutz hinzu.

Typische Preisspannen für die Erdung im Einfamilienhaus

Leistungsumfang Typische Kosten Inhalt
Anschluss an bestehenden Fundamenterder 800–1.500 € Modulerdung, Erdungsleitung 16 mm², Anschluss HES, Messprotokoll
Nachrüstung mit Tiefenerder 1.500–2.800 € Zusätzlich Stab- oder Banderder, Erdarbeiten
Erdung + Überspannungsschutz Typ 2 1.800–3.200 € SPD im Zählerschrank und am Wechselrichter
Komplette Erdung + äußerer Blitzschutz 3.000–5.000 € (oft höher) Fangstangen, Ableitungen, Trennungsabstände, ÜSS Typ 1

Diese Werte verstehen sich als Richtwerte für ein typisches Einfamilienhaus. Im Vergleich mit Stiftung Warentest, Verivox und Heizungsfinder bewegen sich die Preise auf einem realistischen Niveau – Ausreißer nach oben gibt es vor allem bei Häusern mit komplizierter Geometrie oder bei nachträglichem äußeren Blitzschutz. Wer die gesamten Kosten einer PV-Anlage kalkuliert, sollte 3 bis 7 Prozent des Anlagenpreises für Erdung, Potentialausgleich und Überspannungsschutz einplanen.

Preisangaben als Richtwerte (Stand 2026)

Die genannten Kosten basieren auf typischen Projekten in Deutschland und wurden gegen Verbraucherportale wie Verivox, Heizungsfinder und CheckMyHome abgeglichen. Je nach Bodenbeschaffenheit, Region und vorhandener Elektroinstallation können die tatsächlichen Kosten abweichen. Für ein verbindliches Angebot empfehlen wir ein kostenloses Beratungsgespräch.

Risiken bei fehlender oder fehlerhafter Erdung

Wer an der Erdung spart, riskiert mehr als ein paar Euro Bußgeld. Die häufigsten Gefahren in der Praxis sind ein gefährlicher Stromschlag bei Berührung metallener Bauteile, Brandgefahr durch Lichtbögen am Modulrahmen sowie ein vollständiger Anlagenausfall nach einem entfernten Blitzeinschlag. Hinzu kommen rechtliche und wirtschaftliche Konsequenzen.

Versicherer können Leistungen kürzen, wenn nach einem Schadensfall festgestellt wird, dass die Anlage nicht normgerecht installiert war. Außerdem haftet der Betreiber – also Sie als Eigentümer – für Personenschäden, die durch eine mangelhafte Anlage entstehen. Folglich rechnet sich jede sauber geplante Erdung auch ohne Schadensfall.

Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird: Auch beim Wechselrichter eines Balkonkraftwerks sind die geltenden Erdungsregeln zu beachten. Steckerfertige Anlagen sind zwar oft als Schutzklasse-II-Geräte ausgeführt, doch der Anschluss an den haushaltseigenen Stromkreis erfordert eine intakte Schutzleiter- und Erdungsanlage – andernfalls greift der Schutz im Fehlerfall nicht.

Fazit

Die Erdung der PV-Anlage ist die unsichtbare Lebensversicherung Ihrer Solaranlage – technisch unspektakulär, rechtlich aber zwingend und sicherheitstechnisch nicht verhandelbar. Wer die wichtigsten Punkte kennt, trifft die richtigen Entscheidungen für Planung und Wartung: Querschnitt von mindestens 6 mm² (mit Blitzschutz 16 mm²), Anschluss an die Hauptpotentialausgleichsschiene und damit an Fundament- oder Tiefenerder, dazu ein Überspannungsschutz im Zählerschrank und am Wechselrichter. Die Ausführung gehört in die Hand eines Elektrofachbetriebs – auch um Versicherungsschutz und Förderfähigkeit zu sichern.

Weiterführende Artikel: Kosten PV-Anlage 2026, Stromspeicher: Funktionen und Förderung und Wechselrichter Balkonkraftwerk.

Häufige Fragen zur Erdung von PV-Anlagen

Muss eine PV-Anlage immer geerdet werden?

Ja, die Erdung jeder netzgekoppelten PV-Anlage in Deutschland ist gesetzlich vorgeschrieben. Maßgeblich sind die DIN VDE 0100-410, -540 und -712 sowie für Neubauten die DIN 18014. Auch bei kleinen Anlagen und in Bestandsimmobilien ist die Erdung Pflicht und darf nur durch einen Elektrofachbetrieb erfolgen.

Welcher Querschnitt ist für die Erdung einer PV-Anlage vorgeschrieben?

Für den Schutzpotentialausgleich genügt ein Kupferleiter mit 6 mm². Sobald die Erdung zusätzlich Blitzströme ableiten muss – also Teil eines äußeren Blitzschutzsystems wird – sind mindestens 16 mm² Kupfer Pflicht. Aluminium ist mit größerem Querschnitt zugelassen. Wir empfehlen, gleich 16 mm² zu verlegen, um eine spätere Nachrüstung zu erleichtern.

Wo wird die Erdung der PV-Anlage angeschlossen?

Die Erdungsleitung läuft vom Modulgestell über den Wechselrichter zur Hauptpotentialausgleichsschiene im Hausanschlussraum. Diese Schiene ist mit der eigentlichen Erdungsanlage des Gebäudes verbunden – im Neubau mit dem Fundamenterder, im Altbau meist mit einem Tiefen- oder Banderder im Erdreich.

Was kostet die Erdung einer PV-Anlage?

Bei einem bestehenden Fundamenterder liegen die Kosten für die reine Erdung oft zwischen 800 und 1.500 Euro. Mit Tiefenerder-Nachrüstung steigen sie auf 1.500 bis 2.800 Euro, in Kombination mit Überspannungsschutz auf 1.800 bis 3.200 Euro. Inklusive vollständigem äußeren Blitzschutz sind 3.000 bis 5.000 Euro realistisch – je nach Gebäude und Region kann der Betrag höher ausfallen.

Darf ich die Erdung meiner PV-Anlage selber machen?

Nein. Erdung, Potentialausgleich und Anschluss am Zählerschrank dürfen ausschließlich Elektrofachkräfte oder eingetragene Meisterbetriebe durchführen. Eigenleistung ist verboten und führt im Schadensfall zum Verlust des Versicherungsschutzes. Auch beim Balkonkraftwerk ist der Anschluss an einen sicheren Endstromkreis Voraussetzung.

Was ist der Unterschied zwischen Erdung und Potentialausgleich?

Die Erdung ist die leitende Verbindung mit dem Erdreich, das als Bezugspotential null gilt. Der Potentialausgleich verbindet alle leitfähigen Teile einer Anlage untereinander, sodass keine gefährlichen Spannungsdifferenzen entstehen. In der Praxis werden beide kombiniert: Der Schutzpotentialausgleich läuft über die Hauptpotentialausgleichsschiene auf die Erdungsanlage.

Muss eine PV-Anlage einen Blitzableiter haben?

Ein äußerer Blitzschutz ist für Einfamilienhäuser nicht generell vorgeschrieben. Sobald jedoch eine Blitzschutzanlage vorhanden ist oder das Gebäude als „erhöht gefährdet” eingestuft wird – etwa wegen exponierter Lage – muss die PV-Anlage in das Blitzschutzkonzept integriert werden. Ein innerer Überspannungsschutz (SPD) ist seit 2016 dagegen für alle Neuanlagen Pflicht.

Welche Norm gilt für die Erdung einer Photovoltaikanlage?

Maßgeblich sind DIN VDE 0100-410 (Schutz gegen elektrischen Schlag), DIN VDE 0100-540 (Erdungsanlagen, Schutz- und Potentialausgleichsleiter) und speziell für Photovoltaik DIN VDE 0100-712. Bei Neubauten gilt zusätzlich die DIN 18014 zum Fundamenterder. Solartaugliche Leitungen werden nach EN 50618 ausgeführt.

Wie wird eine PV-Anlage im Altbau ohne Fundamenterder geerdet?

Bei Bestandsimmobilien ohne Fundamenterder kommt in der Regel ein Tiefenerder zum Einsatz: Mehrere gekoppelte Stahl- oder Edelstahlsegmente von je 1,5 m werden in den Boden gerammt – die übliche Gesamttiefe liegt bei 3 bis 9 Metern, damit der Erder unter der Frostgrenze in feuchten Bodenschichten sitzt. Anschließend wird die Erdungsleitung mit der Hauptpotentialausgleichsschiene verbunden. Bei steinigem Untergrund werden mehrere kürzere Stäbe gekoppelt oder ein Banderder im Garten ergänzt.

Welche Erdungsart ist die beste für PV-Anlagen?

Im Neubau ist der Fundamenterder die beste Wahl, weil er kostengünstig mit dem Bau erstellt wird und mehrere Jahrzehnte hält. Im Altbau ist der Tiefenerder der Praxisstandard. Banderder oder Ringerder lohnen sich, wenn ohnehin Erdarbeiten rund ums Haus anstehen. Welche Variante in Ihrem Fall passt, entscheidet der Elektrofachbetrieb auf Basis von Bodenwiderstand und Gebäudesituation.

Jetzt clever starten
PV-Anlage sicher erden lassen – mit GREENOX
Sie planen eine neue PV-Anlage oder wollen Ihre bestehende Erdung normgerecht prüfen lassen? Unser Team berät Sie bundesweit und übernimmt von der Planung bis zum Messprotokoll alles aus einer Hand – mit zertifizierten Elektrofachkräften und Sitz in Stuttgart.
Beratungsgespräch vereinbaren Kontakt aufnehmen

Anfrage bei GREENOX!

Jetzt anfragen. Wir melden uns innerhalb von 48 Stunden.

Welche Leistung(en) möchten Sie bei der GREENOX GmbH anfragen?
Erzählen Sie uns bitte etwas über Ihr Vorhaben

Falls Sie hilfreiche Unterlagen wie Baupläne, Angebote oder ähnliches haben, laden Sie diese bitte hier als Anlage hoch.
Ihre Kontaktdaten
Wie dürfen wir Sie kontaktieren?
Zeitpunkt der Kontaktaufnahme (sofern eingeschränkt erreichbar)
Woher kennen Sie uns?
Fast geschafft. Bitte stimmen Sie noch der Kontaktaufnahme zu

Falls Ihre Anfrage nicht wie gewünscht funktioniert, erreichen Sie uns auch per E-Mail unter info@greenox-group.de.

Vielen Dank für Ihre Anfrage

Wir melden uns innerhalb von 48 Stunden bei Ihnen.

Eine Bestätigung Ihrer Anfrage haben wir Ihnen per E-Mail geschickt. Bei dringenden Fragen erreichen Sie uns auch zuvor telefonisch.

In unserem Blog finden Sie aktuelle Themen und häufige Fragen zur Energieberatung und energetischen Sanierung.