BGF berechnen

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BGF berechnen nach DIN 277: Formel, Beispiel und Erklärung

Inhalt

Wer die BGF berechnen möchte, steht oft vor einer scheinbar einfachen Frage mit vielen Sonderfällen: Zählt der Balkon mit? Was ist mit dem Dachgeschoss, das nur teilweise ausgebaut ist? Und wie unterscheidet sich die Bruttogrundfläche eigentlich von der Wohnfläche? Die DIN 277 gibt darauf klare Antworten – doch die Norm ist technisch und lässt bei Laien häufig Fragen offen. Wir erklären Ihnen die Berechnung der BGF Schritt für Schritt, zeigen ein vollständiges Beispiel für ein Einfamilienhaus und machen die wichtigsten Sonderfälle greifbar. Damit wissen Sie am Ende genau, welche Fläche Sie für Ihre Baukostenkalkulation, den Energieausweis oder die Immobilienbewertung ansetzen müssen.

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Das Wichtigste zur BGF-Berechnung
  • Die BGF umfasst die Summe aller Grundflächen aller Grundrissebenen eines Gebäudes – gemessen an den Außenmaßen inklusive aller Wände.
  • Die Formel lautet: BGF = Nettoraumfläche (NRF) + Konstruktionsgrundfläche (KGF).
  • Im Sachwertverfahren werden weiterhin drei Bereiche unterschieden: a (überdacht und allseitig umschlossen), b (überdacht, nicht allseitig umschlossen) und c (nicht überdacht). Die aktuelle DIN 277:2021-08 nutzt stattdessen die Kategorien raumumschließend (R) und Sonderfläche (S).
  • Keller und Dachgeschoss zählen vollständig zur BGF, Balkone und Terrassen nur anteilig oder gar nicht.
  • Die BGF ist nicht gleich der Wohnfläche – sie ist in der Regel 20 bis 40 Prozent größer.

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Was ist die Bruttogrundfläche (BGF)?

Die Bruttogrundfläche – kurz BGF – ist die Summe aller Grundflächen aller Grundrissebenen eines Gebäudes, gemessen an den Außenmaßen. Sie umfasst also nicht nur die nutzbaren Räume, sondern auch die Flächen, die von den Wänden selbst eingenommen werden. Genau diese Größe macht die BGF zur wichtigsten Kennzahl in der Immobilien- und Baukostenberechnung: Sie beschreibt, wie groß ein Gebäude tatsächlich ist, unabhängig davon, wie viel davon am Ende bewohnbar ist.

Anders als die Wohnfläche, die nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV) ermittelt wird, folgt die Bruttogrundfläche der technischen Norm DIN 277. Dadurch eignet sie sich besonders für Architekten, Planer, Gutachter und Behörden, die eine einheitliche Vergleichsgröße brauchen. Zudem greift das Immobiliensachwertverfahren im Rahmen der ImmoWertV auf die BGF zurück, um Gebäudewerte zu bestimmen.

DIN 277 – die Grundlage für die Berechnung der BGF

Die DIN 277 mit dem vollständigen Titel „Grundflächen und Rauminhalte im Hochbau” regelt seit Jahrzehnten, wie Flächen und Volumen von Gebäuden einheitlich ermittelt werden. Die aktuelle Fassung DIN 277:2021-08 hat die frühere DIN 277:2016 ersetzt. Sie definiert unter anderem die Bruttogrundfläche, die Nettoraumfläche (NRF), die Konstruktionsgrundfläche (KGF) sowie die Nutzungsfläche (NUF), Verkehrsfläche (VF) und Technikfläche (TF).

Eine wichtige Änderung der Neufassung: Die frühere Unterteilung in die Bereiche a, b und c ist entfallen. Die aktuelle Norm unterscheidet stattdessen zwischen raumumschließenden Flächen (R) und Sonderflächen (S). In der Praxis – vor allem im Sachwertverfahren nach ImmoWertV und in vielen Gutachten – wird die alte a/b/c-Systematik allerdings bis heute genutzt, weil sie dort fest verankert ist. Deshalb stellen wir Ihnen beide Systematiken vor.

Für die Berechnung nach DIN 277 ist außerdem entscheidend, dass die Flächen jeder Ebene einzeln ermittelt und anschließend zusammengezählt werden. Deshalb gehört zum Ausgangsmaterial immer ein vollständiger Plan des Gebäudes – idealerweise aus professionell erstellten Grundrissen. Wer keinen aktuellen Plan hat, kann sich einen Grundriss professionell erstellen lassen; das ist die Grundlage jeder sauberen Flächenberechnung.

Die Formel: BGF = NRF + KGF

Die Berechnung der BGF ist im Kern einfach und folgt einer klaren Formel:

BGF = Nettoraumfläche (NRF) + Konstruktionsgrundfläche (KGF)

Die Nettoraumfläche beschreibt den nutzbaren Innenraum, die Konstruktionsgrundfläche umfasst die Flächen, die von aufgehenden Bauteilen eingenommen werden. Addiert ergeben beide zusammen die Bruttogrundfläche – also die gesamte Grundfläche inklusive aller Wände.

Nettoraumfläche (NRF) – der nutzbare Innenraum

Die NRF ist die Summe aller nutzbaren, zwischen aufgehenden Bauteilen liegenden Flächen. Sie setzt sich nach DIN 277 aus drei Teilflächen zusammen:

  • Nutzungsfläche (NUF): alle Flächen, die dem eigentlichen Zweck des Gebäudes dienen – Wohnräume, Büros, Verkaufsflächen, Werkstätten.
  • Verkehrsfläche (VF): Flure, Treppen, Rampen und andere Flächen, die dem Zugang zu den Nutzungsbereichen dienen.
  • Technikfläche (TF): Räume für Haustechnik wie Heizung, Lüftung, Strom- und Wasserversorgung.

Wichtig ist, dass zur NRF ausdrücklich auch die Flächen von Einbauschränken, Installationskanälen und ähnlichen Einbauten zählen – gemessen wird der lichte Innenraum.

Konstruktionsgrundfläche (KGF) – die Wände und Stützen

Die KGF umfasst sämtliche Flächen, die von aufgehenden Bauteilen eingenommen werden. Dazu gehören Außenwände, Innenwände, Säulen, Pfeiler und Installationsschächte einschließlich der umschlossenen Hohlräume. Je dicker die Wände – etwa bei einem gedämmten Altbau oder einem massiven Neubau – desto größer wird die KGF.

Gerade dieser Unterschied überrascht viele Hausbesitzer: Ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche kann eine BGF von 150 bis 170 Quadratmetern haben, wenn die Wände entsprechend stark sind. Die Differenz entspricht im Wesentlichen der Konstruktionsgrundfläche.

Die drei Bereiche a, b und c (nach DIN 277:2016 und ImmoWertV)

Für die Berechnung der BGF im Sachwertverfahren werden bis heute drei Bereiche unterschieden, die davon abhängen, wie stark eine Fläche raumseitig umschlossen ist. Diese Einteilung stammt aus der DIN 277:2016 und wird in der ImmoWertV sowie in vielen Bewertungsgutachten weiterhin genutzt. In der aktuellen DIN 277:2021-08 ist sie formal entfallen – für die Immobilienbewertung ist sie aber nach wie vor die praxisrelevante Systematik:

Bereich Definition Beispiele Zählt zur BGF?
Bereich a überdacht und allseitig in voller Höhe umschlossen Wohnräume, Keller, geschlossene Garagen, beheizte Flure ✓ Vollständig
Bereich b überdacht, aber nicht allseitig in voller Höhe umschlossen überdachter Balkon, Loggia, Carport, überdachte Terrasse ~ Anteilig (je nach Einzelfall)
Bereich c nicht überdacht offener Balkon, freie Dachterrasse, offener Lichthof ✗ In der Regel nicht

In der Praxis bedeutet das: Der größte Teil der BGF stammt aus Bereich a, also aus den vollständig umschlossenen Geschossen. Überdachte Außenflächen werden in Bereich b zwar mitgerechnet, allerdings getrennt ausgewiesen. Flächen in Bereich c – wie ein freiliegender Balkon – fließen bei der klassischen BGF-Berechnung in der Regel nicht ein, weil sie weder überdacht noch umschlossen sind.

Ausnahme bei bestimmten Bewertungen

Für spezielle Anwendungen wie das Sachwertverfahren nach ImmoWertV können Bereiche b und c mit einem Faktor gewichtet werden (zum Beispiel 0,5 oder 0,75). Welche Faktoren gelten, hängt vom konkreten Verwendungszweck ab – im Zweifel sollte ein Sachverständiger zurate gezogen werden.

Was gehört zur BGF – und was nicht?

Viele Unsicherheiten entstehen bei den Sonderfällen. Wir haben deshalb die wichtigsten Bauteile für Sie aufgelistet, die Sie zur Bruttogrundfläche zählen – und welche nicht:

Bauteil Zählt zur BGF? Hinweis
Wohngeschosse ✓ Ja vollständig, inklusive Wände
Keller ✓ Ja auch unbeheizte Kellerräume
Ausgebautes Dachgeschoss ✓ Ja gesamte Grundfläche in der Ebene
Nicht ausgebauter Spitzboden ~ Teilweise nur wenn begehbar und ausreichend hoch
Integrierte Garage ✓ Ja als Bereich a innerhalb des Hauses
Freistehender Carport ~ Bereich b separat ausweisen
Offener Balkon ✗ Meist nicht Bereich c, nicht überdacht
Treppenauge ✗ Nein nur die Treppen selbst zählen
Lichtschacht außen ✗ Nein liegt außerhalb der Raumumschließung

Balkone, Loggien und Dachterrassen sorgen besonders häufig für Missverständnisse. Die Regeln weichen zwischen DIN 277 (für die BGF) und WoFlV (für die Wohnfläche) deutlich ab. Wie die Wohnfläche des Balkons korrekt ermittelt wird, beschreibt der Ratgeber zur Wohnfläche des Balkons ausführlich. Für die BGF gilt: Ein freier Balkon ohne Dach zählt normalerweise nicht mit, ein überdachter Balkon wird als Bereich b separat erfasst.

BGF berechnen Beispiel: So funktioniert es für ein Einfamilienhaus

Am anschaulichsten wird die Berechnung an einem konkreten Beispiel. Nehmen wir an, Sie besitzen ein typisches Einfamilienhaus mit Keller, zwei vollen Wohngeschossen und einem ausgebauten Dachgeschoss. Die Außenmaße betragen 10 Meter × 10 Meter pro Geschoss. Zusätzlich gibt es einen überdachten Balkon von 5 Quadratmetern im Obergeschoss und einen offenen Carport von 15 Quadratmetern neben dem Haus.

  • Keller (Bereich a): 10 m × 10 m = 100 m² – vollständig in die BGF
  • Erdgeschoss (Bereich a): 10 m × 10 m = 100 m² – vollständig in die BGF
  • Obergeschoss (Bereich a): 10 m × 10 m = 100 m² – vollständig in die BGF
  • Ausgebautes Dachgeschoss (Bereich a): 10 m × 10 m = 100 m² – vollständig in die BGF
  • Überdachter Balkon (Bereich b): 5 m² – separat ausgewiesen, meist mit Faktor 0,5 oder 1,0 je nach Verwendungszweck
  • Carport (Bereich b): 15 m² – ebenfalls getrennt ausgewiesen

Damit ergibt sich folgende Rechnung: Die reine BGF aus Bereich a liegt bei 4 × 100 m² = 400 m². Inklusive der Bereiche b (überdachter Balkon und Carport) kommen weitere 20 m² hinzu, die je nach Anwendungszweck separat geführt oder mit einem Faktor gewichtet werden. Für die Immobilienbewertung nach Sachwertverfahren wäre die Gesamt-BGF also 400 m² (Bereich a) plus anteilig 10 m² bis 20 m² aus Bereich b – insgesamt rund 410 bis 420 m².

Außenmaße, nicht Innenmaße

Wichtig ist, dass bei der BGF immer mit den Außenmaßen des Gebäudes gerechnet wird – also inklusive aller Wandstärken. Wer die Wohnfläche addiert, liegt deshalb regelmäßig zu niedrig.

BGF, Wohnfläche, Nutzfläche und GFZ im Vergleich

Rund um die BGF gibt es mehrere ähnliche Flächenbegriffe, die jedoch nach unterschiedlichen Regeln ermittelt werden. Damit Sie sie klar auseinanderhalten können, haben wir die wichtigsten Größen gegenübergestellt:

Begriff Grundlage Was umfasst er? Typische Verwendung
BGF DIN 277 alle Grundflächen aller Ebenen inkl. Wände Baukosten, Sachwertverfahren
NRF DIN 277 nutzbarer Innenraum (NUF + VF + TF) Planung, Projektentwicklung
KGF DIN 277 Flächen der Wände und Stützen Massenermittlung
Wohnfläche WoFlV bewohnbare Räume, Balkone anteilig Mietvertrag, Kaufpreis
Nutzfläche DIN 277 alle funktional genutzten Räume Gewerbe, öffentliche Gebäude
GFZ BauNVO Geschossflächenzahl: Verhältnis zu Grundstück Bebauungsplan, Baurecht

Für Eigentümer ist vor allem der Unterschied zwischen BGF und Wohnfläche entscheidend. Eine professionelle Wohnflächenberechnung nach WoFlV liefert die Fläche, die bei Miet- und Kaufverträgen relevant ist. Die BGF dagegen dient Planern und Gutachtern als objektive Vergleichsgröße und wird zum Beispiel im Sachwertverfahren mit sogenannten Normalherstellungskosten (NHK) multipliziert, um den Gebäudewert zu schätzen.

Wofür wird die Bruttogrundfläche benötigt?

Die BGF ist weit mehr als eine technische Kennzahl. Sie fließt in zahlreiche Anwendungen ein, mit denen Hausbesitzer, Bauherren und Investoren regelmäßig zu tun haben:

  • Baukostenkalkulation: Architekten und Planer arbeiten mit Kosten pro Quadratmeter BGF, um frühe Schätzungen zu erstellen. Dadurch wird die BGF zur wichtigsten Vergleichsgröße bei Bauprojekten.
  • Sachwertverfahren: Bei der Immobilienbewertung nach ImmoWertV wird der Gebäudewert als Produkt aus BGF und Normalherstellungskosten berechnet. Je präziser die BGF, desto belastbarer das Gutachten.
  • Grundsteuer: In einigen Bundesländern, zum Beispiel beim Bundesmodell, spielt die Wohnfläche die Hauptrolle – andere Modelle ziehen jedoch Bauteilflächen heran, die mit der BGF verwandt sind.
  • Energieausweis und Energiebedarf: Für die Auslegung von Heizung, Lüftung und Dämmung werden BGF und Nutzfläche als Ausgangsgrößen genutzt. Dadurch ist die BGF auch ein Baustein der Energieberatung.
  • Fördermittel: Bei einzelnen KfW- und BAFA-Programmen werden flächenbezogene Höchstbeträge oder Mindestanforderungen definiert, für die eine saubere Flächenermittlung nötig ist.

BGF in der Energieberatung: Bedeutung für Energieausweis, iSFP und Heizlast

Für Energieberater ist die BGF eine zentrale Rechengröße. Der Grund: Viele energetische Kennwerte werden auf die Fläche bezogen, um Gebäude untereinander vergleichbar zu machen. Beim Energieausweis etwa fließt die Gebäudenutzfläche – eine Ableitung aus der BGF – in die Berechnung des spezifischen Primär- und Endenergiebedarfs ein. Deshalb muss die Fläche für einen korrekten Bedarfsausweis sauber ermittelt werden.

Auch die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, die jede neue Wärmepumpe oder Heizungsanlage benötigt, greift indirekt auf Flächenwerte zurück. Räume werden zwar einzeln bilanziert, allerdings dient die Gesamtfläche als Plausibilitätskontrolle. Zudem ist bei der Wärmebedarfsberechnung eine belastbare BGF hilfreich, um Bedarf und spätere Effizienz realistisch einzuschätzen.

Im individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) – also dem vom BAFA geförderten Gutachten, das eine schrittweise Sanierung empfiehlt – wird die BGF ebenfalls herangezogen, um Dämmmaßnahmen, Fenstertausch und Heizungstausch flächenbezogen zu planen. Wer also die BGF sauber berechnet, legt damit die Grundlage für die gesamte energetische Planung des Gebäudes.

Typische Fehler beim BGF-Berechnen

In unseren Projekten in Stuttgart und ganz Deutschland erleben wir immer wieder dieselben drei Fehler, die die BGF-Berechnung fehlerhaft machen:

  • Wohnfläche mit BGF verwechselt: Wer einfach die Wohnfläche aus dem Mietvertrag übernimmt, landet zu niedrig. Die BGF ist wegen der Wandstärken und der vollständig mitgezählten Keller- und Dachgeschossflächen in der Regel deutlich größer.
  • Innenmaße statt Außenmaße genommen: Besonders bei Altbauten mit dicken Mauern entsteht so schnell ein Minus von 10 bis 15 Prozent. Die Berechnung nach DIN 277 verlangt jedoch ausdrücklich Außenmaße.
  • Bereiche a, b und c vermischt: Ein überdachter Balkon gehört als Bereich b separat ausgewiesen, nicht 1:1 in die Hauptsumme. Wer das übersieht, überschätzt die BGF – und damit auch den späteren Sachwert des Gebäudes.

Um diese Fehler zu vermeiden, lohnt es sich, die Berechnung entweder von einem Sachverständigen übernehmen oder zumindest plausibilisieren zu lassen. Ein zertifizierter Energieberater prüft außerdem, ob die ermittelten Flächen zur geplanten Heizungs- oder Sanierungsmaßnahme passen.

Fazit

Wer die BGF berechnen möchte, merkt schnell: Die Aufgabe ist weniger kompliziert, als sie auf den ersten Blick wirkt. Die Formel BGF = NRF + KGF ist klar, und mit den Bereichen a, b und c aus der ImmoWertV – in der aktuellen DIN 277:2021-08 ersetzt durch raumumschließende Flächen und Sonderflächen – lassen sich auch Sonderfälle sauber einordnen. Entscheidend ist, klar zwischen BGF und Wohnfläche zu unterscheiden, konsequent mit Außenmaßen zu arbeiten und Sonderflächen getrennt auszuweisen. Damit liefert die Bruttogrundfläche eine verlässliche Grundlage für Baukosten, Immobilienbewertung, Energieausweise und Förderanträge.

Weiterführende Artikel: WoFlV Wohnfläche: Regeln & Berechnung, Wohnfläche des Balkons richtig berechnen und Grundriss erstellen lassen – professionell und einfach.

Häufige Fragen zur BGF-Berechnung

Wie berechnet man die Bruttogrundfläche (BGF)?

Die Bruttogrundfläche berechnet sich als Summe aus Nettoraumfläche (NRF) und Konstruktionsgrundfläche (KGF). Gemessen wird an den Außenmaßen des Gebäudes – also inklusive aller Wände. Dabei werden alle Grundrissebenen einzeln ermittelt und anschließend addiert. Überdachte Flächen zählen vollständig, nicht überdachte meist gar nicht.

Was zählt alles zur Bruttogrundfläche?

Zur BGF zählen alle nutzbaren Räume eines Gebäudes zuzüglich der Flächen, die von aufgehenden Bauteilen wie Außen- und Innenwänden, Stützen oder Installationsschächten eingenommen werden. Auch Keller, Dachgeschoss und integrierte Garagen sind vollständig enthalten, sofern sie überdacht und allseitig umschlossen sind (Bereich a nach alter DIN 277:2016 beziehungsweise raumumschließend in der aktuellen DIN 277:2021-08).

Zählen Keller und Dachgeschoss zur Bruttogrundfläche?

Ja, sowohl Keller als auch ausgebautes Dachgeschoss zählen vollständig zur BGF – unabhängig davon, ob sie beheizt oder nur als Abstellraum genutzt werden. Ein nicht ausgebauter Spitzboden ohne ausreichende Höhe wird jedoch nur teilweise oder gar nicht berücksichtigt. Entscheidend ist, ob die Fläche allseitig umschlossen und begehbar ist.

Was ist der Unterschied zwischen BGF und Wohnfläche?

Die BGF umfasst die gesamte Gebäudefläche inklusive Wände und unbeheizter Räume, während die Wohnfläche nach WoFlV nur die bewohnbaren Räume erfasst und Balkone oder Terrassen meist nur anteilig berücksichtigt. Deshalb ist die BGF in der Regel 20 bis 40 Prozent größer als die Wohnfläche. Beide Werte dienen unterschiedlichen Zwecken – die Wohnfläche gilt bei Miete und Kauf, die BGF bei Bauplanung und Immobilienbewertung.

Was sind NRF und KGF nach DIN 277?

Die Nettoraumfläche (NRF) bezeichnet den nutzbaren Innenraum des Gebäudes und setzt sich aus Nutzungs-, Verkehrs- und Technikfläche zusammen. Die Konstruktionsgrundfläche (KGF) umfasst die Flächen von Wänden, Stützen und Schächten. Addiert ergeben NRF und KGF die Bruttogrundfläche.

Welche Formel gilt für die BGF nach DIN 277?

Die offizielle Formel lautet: BGF = NRF + KGF. Konkret werden dafür alle Grundrissebenen separat vermessen – bei jeder Ebene wird die Außenkante zur Außenkante gemessen. Anschließend werden die Flächen aller Ebenen addiert und Sonderflächen getrennt ausgewiesen. Für die Immobilienbewertung gilt weiterhin die Einteilung in die Bereiche a, b und c aus der DIN 277:2016 und der ImmoWertV.

Werden Balkone und Terrassen bei der BGF mitgerechnet?

Das hängt davon ab, wie sie baulich gestaltet sind. Ein überdachter Balkon fällt in Bereich b und wird separat ausgewiesen – je nach Anwendung mit Faktor 0,5 oder 1,0. Ein offener Balkon oder eine nicht überdachte Dachterrasse zählen in den meisten Fällen gar nicht zur BGF. Für die Wohnfläche gelten wiederum andere Regeln nach der WoFlV.

Wofür wird die Bruttogrundfläche benötigt?

Die BGF ist die wichtigste Bezugsgröße für Baukostenkalkulationen, für das Sachwertverfahren der Immobilienbewertung nach ImmoWertV sowie für Teile der Energieberatung. Außerdem fließt sie in Bebauungspläne, Fördermittelanträge und die Dimensionierung von Heizung und Lüftung ein. Deshalb muss sie bei jeder Bauplanung oder Immobilienbewertung sauber ermittelt werden.

Was regelt die DIN 277 genau?

Die DIN 277 „Grundflächen und Rauminhalte im Hochbau” definiert, wie Flächen und Rauminhalte von Gebäuden einheitlich ermittelt werden. Sie legt unter anderem die Bruttogrundfläche, die Nettoraumfläche, die Konstruktionsgrundfläche sowie Nutzungs-, Verkehrs- und Technikflächen fest. Seit der Neufassung 2021-08 unterscheidet sie zwischen raumumschließenden Flächen (R) und Sonderflächen (S) – die frühere Einteilung in die Bereiche a, b und c wird in der Immobilienbewertung nach ImmoWertV aber weiter verwendet.

Wie viel kostet eine professionelle BGF-Berechnung?

Die Kosten hängen von der Gebäudegröße und der Datenlage ab. Bei einem typischen Einfamilienhaus liegen sie meist zwischen 200 und 600 Euro, wenn aktuelle Baupläne vorliegen. Ohne vorhandene Pläne kommen Aufmaß und Grundrisszeichnung hinzu. Als Richtwert gilt: Eine saubere BGF-Berechnung zahlt sich praktisch immer aus, weil sie Basis für belastbare Baukosten- und Wertgutachten ist.

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