Eine neue Fassadenverkleidung außen verändert das Erscheinungsbild Ihres Hauses grundlegend – und kann gleichzeitig die Energieeffizienz deutlich verbessern. Doch welches Material ist das Richtige? Was kostet eine Fassadenverkleidung pro m²? Und welche Förderung ist möglich? In diesem Ratgeber vergleichen wir die gängigen Materialien WPC, Holz, Kunststoff, Alu, Faser-Zement und Blech und erklären Ihnen, worauf es bei Montage, Pflege und Wärmedämmung ankommt.
- WPC-Fassadenverkleidungen sind besonders wetterfest, pflegeleicht und inzwischen günstiger als Holz – ideal für Hausbesitzer mit wenig Zeit für Wartung.
- Holz-Fassadenverkleidungen überzeugen durch Natürlichkeit und Nachhaltigkeit, brauchen aber regelmäßige Pflege und Imprägnierung alle 5–8 Jahre.
- Kunststoff- und Alu-Verkleidungen sind die langlebigsten und wartungsärmsten Optionen – in der Holzoptik kaum von echtem Holz zu unterscheiden.
- Wer die Fassadenverkleidung mit einer Wärmedämmung kombiniert, kann BEG-Förderung über die BAFA beantragen – bis zu 20 % der Investitionskosten.
- Eine hinterlüftete Fassade schützt zusätzlich vor Feuchtigkeitsschäden und verlängert die Lebensdauer der Verkleidung deutlich.
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Was ist eine Fassadenverkleidung – und wann lohnt sie sich?
Eine Fassadenverkleidung ist eine außen aufgebrachte Schicht aus Platten, Paneelen oder Profilen, die die tragende Wand Ihres Hauses schützt und optisch aufwertet. Fassadenverkleidungen außen kommen aus den unterschiedlichsten Materialien – von klassischem Holz über wartungsarmes WPC bis hin zu langlebigem Alu oder Kunststoff.
Sie lohnt sich besonders dann, wenn die bestehende Fassade optisch veraltert ist, wenn Schäden am Außenputz vorliegen, oder wenn Sie die Gelegenheit nutzen möchten, gleichzeitig eine Wärmedämmung zu integrieren. In unserer täglichen Beratungspraxis in Stuttgart und der Region Baden-Württemberg sehen wir, dass viele Hausbesitzer die Fassadenverkleidung mit einer energetischen Sanierung kombinieren – das spart Baustellenkosten und schafft die Basis für Förderanträge.
- Luftspalt zwischen Dämmung und Verkleidung
- WPC, Holz, Alu, Faser-Zement, Blech
- Bessere Feuchteregulierung
- Höhere Langlebigkeit
- Dämmplatten direkt verklebt
- Abschluss: Armierungsputz
- Günstigere Montage
- Bis 20 % BAFA-Förderung
Fassadenverkleidung Materialien im Vergleich: WPC, Holz, Kunststoff, Alu & mehr
Welches Material für Ihre Fassadenverkleidung außen das Richtige ist, hängt von mehreren Faktoren ab: Pflegebereitschaft, Budget, gewünschter Optik und Dämmkonzept.
WPC Fassadenverkleidung
WPC (Wood Plastic Composite) ist ein Verbundwerkstoff aus Holzfasern und Kunststoff. WPC-Fassadenplatten sind wetterfest, UV-beständig und benötigen kaum Pflege – kein Streichen, kein Ölen. Die Holzoptik kommt authentisch zur Geltung, ohne die Nachteile von Echtholz. Der Preis liegt typischerweise bei 30–80 € pro m² Material. In unseren Projekten setzen wir WPC besonders häufig ein, wenn Bauherren eine pflegeleichte Lösung mit natürlicher Optik suchen.
Holz Fassadenverkleidung
Holz ist der Klassiker unter den Fassadenverkleidungen. Lärche, Douglasie oder Zeder sind wetterfest, wenn sie fachgerecht verarbeitet und regelmäßig behandelt werden. Holz erfordert alle drei bis fünf Jahre eine Behandlung mit Holzschutzlasur. Der Preis beträgt je nach Holzart ca. 20–70 € pro m².
Kunststoff Fassadenverkleidung
Kunststoffpaneele (PVC) sind besonders günstig und pflegeleicht. Kunststoff-Fassadenverkleidungen außen sind wetterfest und langlebig, können sich aber über die Zeit durch UV-Strahlung verfärben. Holzoptik-Varianten sehen täuschend echt aus. Preislich liegt Kunststoff mit 15–40 € pro m² im günstigsten Segment.
Alu Fassadenverkleidung
Alu-Fassadenplatten bieten maximale Langlebigkeit und sind nahezu wartungsfrei. Alu ist wetterfest, nicht brennbar und lässt sich in vielen Farben beschichten. Der Preis liegt bei 50–150 € pro m² – damit deutlich über WPC oder Kunststoff, aber mit der längsten Lebensdauer.
Faser-Zement und Blech
Faser-Zement-Platten (z. B. Cedral) sind mineralisch, nicht brennbar und sehr langlebig – in Holzoptik und glatt erhältlich. Blech-Fassadenverkleidungen aus verzinktem Stahl oder Cortenstahl kommen vor allem im gewerblichen Bereich zum Einsatz, bieten aber auch für Wohnhäuser eine robuste Option.
Fassadenverkleidung Kosten: Was kostet der m² je Material?
Die Kosten setzen sich aus Material, Unterkonstruktion, Dämmung und Montage zusammen. Hier ein realistischer Überblick inklusive Montage durch einen Fachbetrieb:
| Material | Materialpreis / m² | Montage / m² | Gesamtkosten / m² | Pflege |
|---|---|---|---|---|
| Kunststoff (PVC) | 15–40 € | 20–35 € | ca. 35–75 € | Sehr gering |
| WPC | 30–80 € | 25–40 € | ca. 55–120 € | Gering |
| Holz | 20–70 € | 25–45 € | ca. 45–115 € | Mittel |
| Alu | 50–150 € | 30–50 € | ca. 80–200 € | Sehr gering |
| Faser-Zement | 40–120 € | 30–50 € | ca. 70–170 € | Gering |
| Blech / Stahl | 35–100 € | 30–50 € | ca. 65–150 € | Sehr gering |
Alle Werte sind Richtwerte und können je nach Region, Anbieter und Untergrundvorbereitung variieren. Für ein verbindliches Angebot empfehlen wir eine individuelle Besichtigung vor Ort.
Für ein typisches Einfamilienhaus mit ca. 150 m² Fassadenfläche entstehen Gesamtkosten von ca. 7.000–25.000 € je nach Material. Wer gleichzeitig dämmt (z. B. mit Holzfaserdämmplatten), rechnet mit einem Aufschlag von 15–40 € pro m².
Hinterlüftete Fassade vs. WDVS: Welches System passt zu Ihrem Haus?
Bei der Fassadenverkleidung außen stehen grundsätzlich zwei Systemansätze zur Wahl: die hinterlüftete Fassade und das Wärmedämmverbundsystem (WDVS).
Bei der hinterlüfteten Fassade wird eine Unterkonstruktion an der Wand befestigt, dahinter sitzt optional eine Dämmung, und davor hängen die Fassadenplatten mit einem Luftspalt dazwischen. Dieser Luftspalt sorgt für natürliche Hinterlüftung, verhindert Feuchtigkeitsstau und erhöht die Lebensdauer der Verkleidung. Materialien wie WPC, Holz, Alu, Faser-Zement und Blech werden in diesem System verbaut.
Das WDVS klebt Dämmplatten (meist Styropor (EPS) oder Mineralwolle) direkt an die Außenwand und bringt darüber Armierungsputz auf. WDVS ist kostengünstiger und direkt BEG-förderfähig. In unseren Projekten in der Region Stuttgart empfehlen wir häufig, beide Konzepte zu kombinieren – WDVS an den Hauptfassaden, hinterlüftete WPC-Verkleidung an Gauben und Giebeln.
Fassadenverkleidung und Energieeffizienz: Dämmung kombinieren und Förderung nutzen
Wer eine neue Fassadenverkleidung plant, sollte die Dämmung mitdenken. Eine Fassade ohne Dämmung verbessert die Energieeffizienz kaum. Mit einer kombinierten Wärmedämmung können Sie je nach Ausgangszustand 10–25 % Heizenergie einsparen.
BEG-Förderung für Fassadenverkleidung mit Dämmung
Wer Fassadenverkleidung und Dämmung kombiniert ausführen lässt, kann im Rahmen der Bundesförderung Effiziente Gebäude (BEG) Zuschüsse beantragen. Voraussetzung: Die Maßnahme wird durch einen zugelassenen Energieberater begleitet, und der U-Wert der Außenwand muss ≤ 0,20 W/(m²K) erreichen.
Aktuelle Förderquote: bis zu 20 % über die BAFA. Ob Ihre Maßnahme förderfähig ist, klären wir im Rahmen einer energetischen Komplettsanierung oder Einzelmaßnahme gerne mit Ihnen.
Beantragen Sie vor Beginn einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Wer einen iSFP hat und Maßnahmen schrittweise umsetzt, erhält einen Förderbonus von 5 % – also bis zu 25 % Gesamtförderung.
Wer eine CO₂-Einsparung als Ziel formuliert, profitiert doppelt: niedrigere Energiekosten und ein besserer Energieausweis erhöhen langfristig den Immobilienwert.
Montage: Fassadenverkleidung selber anbringen oder Fachmann beauftragen?
Die Montage ist in Eigenleistung grundsätzlich möglich – besonders bei WPC- und Kunststoff-Klicksystemen. Dennoch empfehlen wir, zumindest Planung und Unterkonstruktion einem Fachbetrieb zu überlassen.
- Fachgerechte Abdichtung an Fensterlaibungen, Dachrand und Sockel ist entscheidend für Langlebigkeit
- Bei BEG-Förderung ist ein anerkannter Fachbetrieb zwingend erforderlich
- Fehler bei der hinterlüfteten Fassade (fehlender Luftspalt, Feuchtigkeitseintrag) können sehr kostspielig werden
- Gewährleistung und Haftung – wichtiger Schutz bei teuren Materialien wie Alu oder Faser-Zement
Montagekosten durch Fachbetriebe liegen je nach Material bei ca. 20–50 € pro m². Für professionelle Baubegleitung, die Qualität und Förderfähigkeit sichert, sprechen Sie uns gern an.
Pflege und Langlebigkeit: So bleibt die Fassade dauerhaft schön
Die Pflege hängt stark vom Material ab. WPC, Alu und Kunststoff sind nahezu wartungsfrei – gelegentliche Reinigung mit Wasser reicht aus. Faser-Zement benötigt alle paar Jahre eine Pflege mit Fassadenfarbe.
Holz-Fassadenverkleidungen erfordern den höchsten Pflegeaufwand: alle drei bis fünf Jahre eine Holzschutzlasur. Wer die Pflege minimieren möchte, wählt WPC in Holzoptik – ähnliche Optik, wetterfest und weitgehend pflegefrei.
Wetterfeste Fassadenverkleidungen halten bei fachgerechter Montage und regelmäßiger Pflege 20 bis 50 Jahre. Bei hinterlüfteten Fassaden ist die Lebensdauer häufig höher, da Feuchtigkeit besser entweichen kann.
Häufige Fragen zur Fassadenverkleidung
Kunststoff (PVC) ist die günstigste Option – Materialkosten ab ca. 15 € pro m², Gesamtkosten mit Montage ab ca. 35 € pro m². WPC ist etwas teurer, bietet aber eine natürlichere Holzoptik bei ähnlich geringem Pflegeaufwand.
Alu und Faser-Zement gelten als besonders langlebig – Lebensdauern von 40–60 Jahren sind realistisch. WPC ist ebenfalls sehr langlebig (25–35 Jahre), wenn es UV-stabilisiert ist.
Ja, grundsätzlich möglich – besonders bei WPC- und Kunststoff-Klicksystemen. Für BEG-geförderte Maßnahmen ist ein Fachbetrieb jedoch zwingend erforderlich.
Je nach Material: Kunststoff ca. 35–75 €, WPC ca. 55–120 €, Holz ca. 45–115 €, Alu ca. 80–200 €, Faser-Zement ca. 70–170 € – jeweils inklusive Montage. Hinzu kommen Kosten für Unterkonstruktion und ggf. Dämmung (15–40 € pro m²).
WPC, Alu und Kunststoff sind die wartungsärmsten und wetterfestesten Materialien. Alu ist am robustesten, WPC bietet die beste Kombination aus Holzoptik und Pflegeleichtigkeit.
WPC ist in den meisten Fällen die bessere Wahl: wetterfester, weniger Pflege, langfristig wirtschaftlicher. Echtes Holz ist natürlicher und besser recycelbar – erfordert aber regelmäßige Behandlung.
Nur in Kombination mit einer Wärmedämmung. Mit kombinierter Dämmung (WDVS oder hinterlüftete Fassade mit Mineralwolle) sind 10–25 % Einsparung beim Heizenergiebedarf realistisch.
Ja – wenn die Verkleidung mit qualifizierter Wärmedämmung kombiniert wird und die BEG-Mindestanforderungen (U-Wert ≤ 0,20 W/(m²K)) erfüllt werden. Förderquote bis zu 20 % über BAFA, mit iSFP-Bonus bis zu 25 %.
Bei der hinterlüfteten Fassade hängen Platten vor einem Luftspalt. Das WDVS klebt Dämmplatten direkt an die Wand, darüber kommt Putz. WDVS ist günstiger und direkt BEG-förderfähig; die hinterlüftete Fassade bietet mehr Materialauswahl und bessere Feuchteregulierung.

