Das Ausdehnungsgefäß der Heizung ist eines dieser unscheinbaren Bauteile, die kaum jemand bewusst wahrnimmt – bis sie ausfallen. Plötzlich sinkt der Druck in der Anlage, das Sicherheitsventil tropft, und Sie müssen alle paar Tage Wasser nachfüllen. In den meisten Fällen steckt ein defektes Ausdehnungsgefäß (kurz MAG für Membran-Ausdehnungsgefäß) dahinter. Wir zeigen Ihnen, wofür das Bauteil zuständig ist, an welchen Symptomen Sie einen Defekt erkennen, wie Sie den Vordruck prüfen und was ein Austausch realistisch kostet.
- Das Ausdehnungsgefäß gleicht Druckschwankungen aus, die durch das Erwärmen und Abkühlen des Heizungswassers entstehen – ohne MAG würde das Sicherheitsventil ständig Wasser ablassen.
- Typische Lebensdauer: 10–15 Jahre. Häufige Defekt-Symptome sind schwankender Anlagendruck, regelmäßiges Wassernachfüllen und ein dumpfer Klang beim Klopftest.
- Der Vordruck auf der Stickstoffseite muss zur Anlage passen – Faustregel: statische Höhe in Metern ÷ 10 + 0,2 bar Sicherheitszuschlag.
- Ein Tausch durch den Fachbetrieb kostet im Einfamilienhaus meist zwischen 250 und 450 Euro inklusive Material und Arbeit.
- Nach DIN 4807-2 ist eine jährliche Prüfung Pflicht – am besten zusammen mit der regulären Heizungswartung.
Kostenlose Heizungs-Beratung anfragen Zum Heizungsbauer GREENOX
Was ist ein Ausdehnungsgefäß bei der Heizung?
Ein Ausdehnungsgefäß bei der Heizung ist ein geschlossener Stahlbehälter, der direkt am Heizkreislauf angeschlossen ist. In der Praxis sitzt es meist im Heizungsrücklauf in der Nähe des Kessels, bei kompakten Gasthermen ist es oft schon werksseitig im Gerät verbaut. Die wichtigsten Synonyme begegnen Ihnen in Datenblättern und Angeboten: Membran-Druckausdehnungsgefäß (MAG), Druckausgleichsbehälter oder Expansionsgefäß meinen alle dasselbe Bauteil.
Die Aufgabe ist simpel, aber zentral: Wenn sich Heizungswasser erwärmt, dehnt es sich aus. Pro Liter Wasser sind das bei einer Erwärmung von 20 °C auf 80 °C immerhin rund 30 Milliliter mehr Volumen. Da Wasser sich nicht zusammendrücken lässt, würde der Druck im System ohne ein Ausdehnungsgefäß rasch ansteigen, bis das Sicherheitsventil bei rund 3 bar abbläst. Die Folge wäre ein dauerhafter Wasserverlust.
Warum ohne Ausdehnungsgefäß nichts geht
Ohne ein funktionierendes MAG passieren zwei Dinge in jedem Heizzyklus. Zunächst steigt der Druck beim Aufheizen so stark, dass das Sicherheitsventil öffnet und überschüssiges Heizungswasser abläuft. Anschließend kühlt das System ab, das Volumen sinkt – und wo eben noch Wasser war, entsteht Unterdruck. Dadurch zieht die Anlage über jede kleinste Undichtigkeit Luft und damit Sauerstoff in den Kreislauf, was wiederum Korrosion und Verschlammung begünstigt.
Außerdem verliert die Heizung an Effizienz, weil Wassermangel und Lufteintrag den Wirkungsgrad messbar verschlechtern. Bei alten oder schlecht gewarteten Anlagen sind dadurch laut Wikipedia Effizienzverluste von bis zu 10 Prozent möglich.
Wie funktioniert ein Membran-Ausdehnungsgefäß?
Im Inneren des MAG sitzt eine flexible Gummimembran, die den Behälter in zwei Kammern teilt. Eine Seite ist mit Heizungswasser gefüllt und über einen Anschlussstutzen mit dem Heizkreis verbunden. Die andere Seite enthält Stickstoff unter einem definierten Vordruck – das sogenannte Gaspolster. Stickstoff wird verwendet, weil er die Membran kaum altern lässt; Sauerstoff dagegen würde den Gummi nach wenigen Jahren brüchig machen.
Steigt der Druck im Heizkreis, drückt das Wasser die Membran in Richtung Gasseite. Das Stickstoffpolster wird komprimiert und nimmt das Ausdehnungsvolumen auf. Sinkt der Druck wieder, dehnt sich das Gas aus und schiebt das Wasser zurück in den Heizkreis. Der Anlagendruck bleibt dadurch über alle Temperaturphasen hinweg in einem engen Korridor – beim Einfamilienhaus typischerweise zwischen 1,0 und 2,0 bar.
Offen, geschlossen oder Druckhaltestation?
Bei Heizungen unterscheiden Fachleute drei Bauarten. Offene Ausdehnungsgefäße sitzen am höchsten Punkt der Anlage, meist auf dem Dachboden, und stehen direkt mit der Raumluft in Kontakt. Sie sind anfällig für Korrosion und finden sich heute fast nur noch in sehr alten Heizungsanlagen. Geschlossene Membran-Ausdehnungsgefäße sind seit den 60er-Jahren Standard und bei nahezu allen modernen Anlagen verbaut. Druckhaltestationen mit Kompressor und elektronischer Steuerung kommen vor allem bei größeren Heizsystemen ab Mehrfamilienhaus-Größe zum Einsatz – im klassischen Einfamilienhaus spielen sie keine Rolle.
- Stickstoffpolster voll
- Membran an Wand
- Vordruck einstellbar
- Wasser drückt rein
- Membran löst sich
- Druck im System stabil
- Wasser dehnt sich
- Stickstoff komprimiert
- Druck bleibt im Soll
- Membran undicht
- Stickstoff entwichen
- Druck schwankt
Defektes Ausdehnungsgefäß erkennen: 7 Symptome
Ein defektes Ausdehnungsgefäß kündigt sich fast immer an, lange bevor die Heizung komplett ausfällt. Wer die Anzeichen kennt, spart sich teure Folgeschäden an Pumpe, Wärmetauscher und Sicherheitsventil. Wir haben die wichtigsten Symptome aus unseren Wartungseinsätzen für Sie zusammengetragen:
| Symptom | Was Sie beobachten | Wahrscheinliche Ursache |
|---|---|---|
| Schwankender Anlagendruck | Manometer fällt im kalten Zustand auf 0,5 bar, klettert beim Heizen auf über 2,5 bar | ✓ Klassischer MAG-Defekt |
| Häufiges Nachfüllen | Sie müssen alle paar Tage Wasser ergänzen, ohne sichtbares Leck | ✓ Sicherheitsventil bläst ab |
| Tropfendes Sicherheitsventil | Im Heizbetrieb tropft Wasser aus der Abblaseleitung | ✓ Druck zu hoch, MAG defekt |
| Dumpfer Klang am MAG | Beim Klopfen klingt das Gefäß wie ein voller Topf | ✓ Membran undicht |
| Heizung wird nicht richtig warm | Einzelne Heizkörper bleiben kalt, Druckabfall | ~ Mehrere Ursachen möglich |
| Gluckern und Strömungsgeräusche | Auffällige Geräusche kurz nach dem Aufheizen | ~ Luft im System durch Druckabfall |
| Kaltes MAG bei warmer Anlage | Anlage läuft, Gefäß bleibt kühl an der Hand | ~ Hinweis auf vollen Wasserraum |
Beobachten Sie eines der ersten vier Symptome, ist ein defektes Ausdehnungsgefäß sehr wahrscheinlich. Bei den unteren drei Anzeichen können auch andere Komponenten der Ursache sein – etwa Luft im System oder ein verstopftes Thermostatventil. Eine ausführliche Übersicht typischer Heizungsprobleme finden Sie in unserem Artikel Heizung wird nicht warm: Ursachen und Lösungen.
Wer regelmäßig Heizungswasser nachfüllen muss, schleust mit jedem Mal frischen Sauerstoff ins System. Das beschleunigt Korrosion in Kessel, Rohren und Heizkörpern enorm. Spätestens bei der dritten Befüllung in einer Heizperiode sollten Sie das Ausdehnungsgefäß prüfen lassen, statt einfach nachzufüllen.
Klopftest und Ventiltest: So prüfen Sie das MAG selbst
Zwei einfache Tests zeigen Ihnen, ob das Ausdehnungsgefäß noch in Ordnung ist. Beide können Sie als Hausbesitzer durchführen, ohne irgendetwas an der Anlage zu öffnen oder einzustellen. Falls Sie sich unsicher sind, vergleichen Sie beim Klopftest einfach mit einem MAG aus dem Bekanntenkreis – der Unterschied zwischen „hohl” und „dumpf” ist deutlich hörbar.
Der Klopftest in 30 Sekunden
- Sie suchen am Heizkessel das rote oder weiße zylindrische Gefäß – meist im Rücklauf, oft mit einem grünen oder roten Kappenventil unten.
- Anschließend klopfen Sie mit einem Knöchel oder Schraubenziehergriff in der oberen Hälfte und in der unteren Hälfte des Gefäßes gegen die Wand.
- Klingt es überall hohl wie eine leere Kaffeedose, ist das ein gutes Zeichen: Das Stickstoffpolster ist intakt.
- Klingt der untere Bereich dumpf wie ein voller Topf, hat Wasser die Gasseite erreicht. Damit ist die Membran defekt – das MAG muss getauscht werden.
Der Ventiltest mit dem Reifendruckmesser
Der zweite Test ist etwas direkter, weil er den tatsächlichen Vordruck zeigt. An der Unterseite des MAG sitzt ein kleines Auto-Ventil, ähnlich wie am Fahrradreifen. Wenn Sie kurz mit einem spitzen Gegenstand auf den Ventilstift drücken, sollte ausschließlich Gas entweichen. Kommt dagegen Wasser heraus – möglicherweise braun verfärbt –, ist die Membran undicht. Auch hier hilft nur noch ein Austausch des Ausdehnungsgefäßes. Für eine echte Druckmessung brauchen Sie zusätzlich einen digitalen Reifendruckprüfer.
Der Vordruck am MAG lässt sich korrekt nur dann ablesen, wenn der Heizkreis drucklos ist. Sonst zeigt das Manometer nicht den Gas-Vordruck, sondern den überlagerten Anlagendruck. Wer das nicht sauber trennen kann, sollte die Messung dem Heizungsfachmann überlassen.
Vordruck am Ausdehnungsgefäß einstellen
Der Vordruck ist der Druck, mit dem die Stickstoffseite vorgespannt ist – ab Werk üblicherweise zwischen 0,5 und 1,5 bar. Damit das MAG sauber arbeitet, muss dieser Wert zur Anlage passen. Eine Faustregel hilft Ihnen, den richtigen Vordruck zu bestimmen: statische Höhe in Metern geteilt durch 10 plus 0,2 bar Sicherheitszuschlag.
Sitzt das MAG im Keller und der höchste Heizkörper im Obergeschoss 7 Meter darüber, ergibt sich: 7 m ÷ 10 + 0,2 bar = 0,9 bar Vordruck. Der Fülldruck der Anlage im kalten Zustand liegt dann ungefähr 0,3 bar darüber, also bei etwa 1,2 bar. Bei einer 15 Meter hohen statischen Höhe wären entsprechend rund 1,7 bar Vordruck und 2,0 bar Fülldruck korrekt.
Das Einstellen des Vordrucks ist deutlich heikler als die reine Messung und sollte – auch wenn es technisch machbar wäre – ein Fachbetrieb übernehmen. Der Grund: Vor dem Justieren muss die Heizung drucklos gemacht werden, was bei einer befüllten Anlage Wasser erfordert, das fachgerecht entsorgt wird. Außerdem braucht es eine Stickstoff-Nachfüllflasche oder einen ölfreien Kompressor, weil normale Druckluft die Membran auf Dauer schädigt. Ein falsch eingestellter Vordruck führt entweder dazu, dass kein Wasser ins MAG strömen kann, oder dazu, dass das Gefäß sofort überlastet ist.
So läuft eine professionelle Vordruck-Justage ab
Ein Heizungsbauer geht in mehreren Schritten vor. Zunächst wird das Kappenventil zum MAG geschlossen und das Wasser auf der MAG-Seite über das Entleerungsventil abgelassen. Anschließend misst der Fachmann den tatsächlichen Vordruck mit einem geeichten Manometer und korrigiert ihn entweder durch Ablassen oder durch Nachfüllen mit Stickstoff. Danach wird das Kappenventil wieder geöffnet und der Heizkreis auf den Soll-Fülldruck gebracht. Zur Übersicht lohnt sich auch unser Beitrag zum richtigen Heizungswasser nachfüllen, weil Vordruck und Fülldruck immer aufeinander abgestimmt sein müssen.
Welche Größe muss das Ausdehnungsgefäß haben?
Bei der Größenbemessung gilt eine einfache Faustformel: Pro Kilowatt Heizleistung etwa ein Liter Ausdehnungsvolumen. Ein Einfamilienhaus mit 12 kW Heizlast braucht also rund 12 Liter MAG-Volumen – die marktüblichen Standardgrößen 18 oder 25 Liter sind dafür problemlos ausreichend. Wer eine seriöse Auslegung möchte, lässt allerdings nach DIN EN 12828 rechnen, weil dabei zusätzlich Wasservolumen, Vorlauftemperatur, statische Höhe, Vordruck und Auslösedruck des Sicherheitsventils berücksichtigt werden.
| MAG-Größe | Empfohlen für Heizungsanlagen mit Wasservolumen bis | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 18 Liter | ca. 170 Liter | Wohnung, kleine Gastherme |
| 25 Liter | ca. 235 Liter | EFH bis ca. 130 m² |
| 35 Liter | ca. 320 Liter | EFH bis ca. 180 m² |
| 50 Liter | ca. 470 Liter | Großes EFH, Zweifamilienhaus |
| 80 Liter | ca. 750 Liter | Mehrfamilienhaus klein |
| 100 Liter | ca. 850 Liter | Mehrfamilienhaus, kleine Gewerbe |
Wichtig: Die Tabelle gilt für Anlagen mit etwa 1,5 bar Vordruck und 90 °C maximaler Vorlauftemperatur. Niedrigere Vorlauftemperaturen – wie sie bei modernen Wärmepumpen-Heizungen üblich sind – kommen oft mit einem etwas kleineren MAG aus, weil sich das Wasser weniger stark ausdehnt. Im Zweifel lieber eine Nummer größer wählen: Ein leicht überdimensioniertes MAG arbeitet entspannter und hält länger.
Ausdehnungsgefäß wechseln: Wann lohnt es sich, wann nicht?
Ist die Diagnose eindeutig, gibt es nur eine sinnvolle Antwort: tauschen. Eine defekte Membran lässt sich nicht reparieren, das Gefäß ist als Ganzes auszuwechseln. In den meisten Einfamilienhäusern dauert der Tausch durch einen Heizungsbauer ein bis zwei Stunden – inklusive Vordruck-Einstellung und Wiederbefüllung der Anlage. Sofern ein Kappenventil korrekt vor dem MAG montiert ist, muss der Fachbetrieb dafür nicht einmal die komplette Anlage entleeren, was die Arbeit deutlich beschleunigt.
Wann sich der Tausch klar lohnt
In drei Konstellationen ist der Austausch quasi alternativlos. Erstens, wenn die Heizung an sich noch lange laufen soll, also weniger als 15 Jahre alt und in gutem Zustand ist. Zweitens, wenn der Defekt frisch ist und Sie noch keine Folgeschäden an Pumpe oder Wärmetauscher haben. Und drittens, wenn Sie die Heizung in den nächsten Jahren weiter mit fossilen oder regenerativen Energien betreiben wollen – ohne MAG geht kein geschlossenes System.
Wann eine neue Heizung die bessere Investition ist
Anders sieht es aus, wenn die Heizung bereits 20 Jahre und älter ist, mehrfach Reparaturen anstehen und die Vorlauftemperatur sehr hoch ist. In dem Fall stecken Sie 300 bis 500 Euro in ein Bauteil einer Anlage, die in zwei bis drei Jahren ohnehin getauscht werden muss. Wer jetzt auf eine moderne Wärmepumpe oder Hybridlösung umsteigt, profitiert in vielen Fällen von der KfW-Heizungsförderung. Eine ehrliche Einschätzung zur Frage „Reparieren oder Modernisieren?” bekommen Sie von einem unabhängigen Heizungsbauer, der Ihnen beide Wege transparent gegenüberstellt.
Wer handwerklich versiert ist und ein korrekt verbautes Kappenventil hat, kann das Ausdehnungsgefäß im Prinzip selbst wechseln. In der Praxis raten wir trotzdem zum Fachbetrieb, weil neben dem reinen Tausch der Vordruck zur Anlage passen muss, das Sicherheitsventil mitgeprüft werden sollte und beim falschen Vorgehen Sauerstoff ins System gelangt. Die wenigen Euro Ersparnis stehen oft in keinem Verhältnis zum Risiko.
Was kostet ein Austausch des Ausdehnungsgefäßes?
Die Kosten für den Tausch eines Ausdehnungsgefäßes setzen sich aus drei Posten zusammen: Material, Arbeit und gegebenenfalls Anfahrt. Im klassischen Einfamilienhaus liegt die Gesamtsumme nach unseren Erfahrungen aus Wartungsprojekten in Stuttgart und ganz Deutschland zwischen 250 und 450 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Bei größeren Anlagen oder ungünstigem Einbauort kann es deutlich teurer werden.
| Posten | Richtwert (brutto) | Hinweise |
|---|---|---|
| Ausdehnungsgefäß 18–25 Liter | 80–150 € | Markenware Reflex, Flamco, Zilmet |
| Ausdehnungsgefäß 35–50 Liter | 120–250 € | Größere EFH und ZFH |
| Kappenventil (falls fehlt) | 15–35 € | Nachrüsten lohnt fast immer |
| Arbeitszeit Heizungsbauer | 120–250 € | 1–2 Stunden inkl. Vordruck |
| Anfahrt / Pauschale | 30–80 € | Je nach Region und Stundensatz |
| Gesamtkosten EFH (Richtwert) | 250–450 € | Mit fachgerechter Vordruck-Justage |
Größere Heizungsanlagen mit MAGs ab 80 Litern, Mehrfamilienhäuser und Anlagen mit Druckhaltestation liegen schnell bei 600 bis 1.200 Euro – einfach, weil das Material teurer ist und die Demontage mehr Zeit braucht. Lassen Sie sich vor dem Auftrag immer mindestens zwei Angebote zeigen, gerade in städtischen Regionen schwanken die Stundensätze deutlich. Externe Verbraucher- und Handwerkerportale wie Kostencheck oder Heizungsdiscount24 bestätigen diese Bandbreite – wir haben für diesen Beitrag explizit gegen mehrere Quellen abgeglichen.
Die genannten Kosten basieren auf typischen Projekten in Deutschland und auf Preisrecherchen bei Verbraucher- und Handwerkerportalen. Je nach Gebäudegröße, Hersteller, regionalem Markt und Aufwand für die Vordruck-Einstellung können die tatsächlichen Kosten abweichen. Für ein verbindliches Angebot empfehlen wir ein Vor-Ort-Termin durch einen Fachbetrieb.
Wartung und gesetzliche Pflichten nach DIN 4807-2
Das Ausdehnungsgefäß zählt zur sicherheitstechnischen Ausrüstung Ihrer Heizungsanlage. Die Norm DIN 4807-2 schreibt deshalb eine jährliche Funktionsprüfung vor – idealerweise im Rahmen der regulären Heizungswartung. Was viele Hausbesitzer nicht wissen: Diese Wartung dient nicht nur der Gesetzestreue, sondern verlängert nachweislich die Lebensdauer der gesamten Anlage. Gut gewartete MAGs schaffen 15 Jahre und mehr; schlecht gewartete fallen häufig schon nach 5 bis 7 Jahren aus.
Was prüft der Fachmann genau?
Bei der jährlichen Wartung kontrolliert der Heizungsbauer in der Regel vier Punkte. Zunächst den Vordruck im drucklosen Zustand, anschließend die Dichtheit der Membran (über Klopf- und Ventiltest), dann den Zustand des Kappenventils und zuletzt das gesamte Drucksystem inklusive Sicherheitsventil. Wenn Sie ohnehin eine jährliche Heizungswartung haben, bitten Sie einfach explizit darum, das MAG mitzuprüfen – das kostet meist keinen Aufpreis und erspart Ihnen später unangenehme Überraschungen.
Wer einen festen Wartungsvertrag bei einem Heizungsfachbetrieb abschließt, zahlt jährlich meist 150 bis 250 Euro für eine vollständige Inspektion inklusive MAG-Check, Sicherheitsventil und Brennereinstellung. Im Schadensfall haben Sie zudem oft Vorrang bei der Terminvergabe – ein nicht zu unterschätzender Vorteil im Winter.
Fazit: Kleines Bauteil, große Wirkung
Das Ausdehnungsgefäß ist eines der unscheinbarsten und gleichzeitig wichtigsten Bauteile Ihrer Heizungsanlage. Es schützt Pumpe, Wärmetauscher und Sicherheitsventil vor Druckspitzen und sorgt dafür, dass kein Sauerstoff ins System gelangt. Wer schwankenden Druck, häufiges Nachfüllen oder ein tropfendes Sicherheitsventil bemerkt, sollte das MAG umgehend prüfen lassen – Klopftest und Ventiltest geben einen ersten Hinweis. Der Tausch durch einen Fachbetrieb kostet im Einfamilienhaus zwischen 250 und 450 Euro und ist meist in ein bis zwei Stunden erledigt.
Bei älteren Heizungen lohnt sich vor dem Tausch eine ehrliche Bestandsaufnahme: Sind weitere Defekte absehbar, ist die Modernisierung der gesamten Anlage oft die wirtschaftlichere Entscheidung. Weiterführende Artikel: Heizung Wasser nachfüllen, Heizung wird nicht warm und unsere Übersicht zu typischen Heizungsproblemen.
Häufige Fragen zum Ausdehnungsgefäß der Heizung
Die typischen Symptome sind ein stark schwankender Anlagendruck, regelmäßiges Nachfüllen von Heizungswasser, ein tropfendes Sicherheitsventil und ein dumpfer Klang beim Klopftest am MAG. Tritt eines dieser Anzeichen auf, ist die Membran mit hoher Wahrscheinlichkeit undicht. Lassen Sie das Gefäß dann zeitnah prüfen – ein defektes MAG zieht oft Folgeschäden an Pumpe und Wärmetauscher nach sich.
Der Vordruck richtet sich nach der statischen Höhe der Anlage. Faustregel: Höhe in Metern geteilt durch 10, plus 0,2 bar Sicherheitszuschlag. Bei einer Höhe vom MAG zum höchsten Heizkörper von 7 Metern ergibt das rund 0,9 bar. Der Fülldruck der kalten Anlage liegt etwa 0,3 bar darüber. Den genauen Wert finden Sie in der Bedienungsanleitung Ihrer Heizung – einstellen sollte ihn ein Fachbetrieb.
Die durchschnittliche Lebensdauer liegt bei 10 bis 15 Jahren. Mit guter Wartung – also korrektem Vordruck, weichem Heizungswasser und jährlicher Prüfung – sind durchaus 20 Jahre möglich. Bei schlechter Wasserqualität, falsch eingestelltem Vordruck oder ständigem Nachfüllen kann das MAG schon nach 5 bis 7 Jahren ausfallen.
Im Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten in der Regel zwischen 250 und 450 Euro brutto. Davon entfallen rund 80 bis 250 Euro auf das Gefäß selbst, der Rest auf Arbeitszeit, Anfahrt und Vordruck-Einstellung. Bei größeren Anlagen mit MAGs ab 80 Litern können 600 bis 1.200 Euro fällig werden. Holen Sie immer mindestens zwei Angebote ein, weil die Stundensätze regional stark schwanken.
Als Faustformel gilt: 1 Liter Ausdehnungsvolumen pro kW Heizleistung. Ein typisches Einfamilienhaus mit 12 bis 15 kW Heizlast kommt mit einem 18- oder 25-Liter-MAG aus. Genauer rechnet die Norm DIN EN 12828 unter Einbeziehung von Wasserinhalt, Vorlauftemperatur und Anlagendruck. Im Zweifel lieber eine Nummer größer wählen – ein leicht überdimensioniertes Gefäß arbeitet entspannter und hält länger.
Technisch ist das möglich, sofern ein korrekt montiertes Kappenventil vorhanden ist. In der Praxis empfehlen wir den Fachbetrieb, weil neben dem reinen Tausch der Vordruck exakt zur Anlage passen muss, der Heizkreis luftfrei wieder befüllt und das Sicherheitsventil mitgeprüft werden sollte. Fehler beim Selbsteinbau führen oft dazu, dass das neue MAG früher ausfällt – die Ersparnis ist dann schnell aufgebraucht.
Ohne funktionierendes MAG steigt der Druck beim Aufheizen so stark, dass das Sicherheitsventil öffnet und Wasser ablässt. Beim Abkühlen entsteht Unterdruck, wodurch Luft und Sauerstoff in den Heizkreis gelangen – das führt langfristig zu Korrosion und Verschlammung. Außerdem schaltet sich die Heizung bei Druckabfall oft selbst ab. Ein defektes Ausdehnungsgefäß sollten Sie deshalb nicht auf die lange Bank schieben.
Nach DIN 4807-2 ist eine jährliche Funktionsprüfung vorgeschrieben. Sie wird in der Regel im Rahmen der normalen Heizungswartung durchgeführt und kostet meist keinen Aufpreis. Geprüft werden Vordruck, Membrandichtheit, Kappenventil und das gesamte Drucksystem. Diese Prüfung ist nicht nur Pflicht, sondern verdoppelt im Schnitt die Lebensdauer Ihres Ausdehnungsgefäßes.

