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Fliesen streichen: Anleitung, geeignete Fliesen, Kosten

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Fliesen streichen: Anleitung, geeignete Fliesen, Kosten

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Themen in diesem Beitrag

Fliesen streichen klingt nach der perfekten Lösung: schneller frischer Look, weniger Baustelle, deutlich günstiger als rausreißen – und in vielen Fällen ist das auch realistisch. Gleichzeitig ist es ein Projekt, bei dem die Details entscheiden. Denn Fliesen sind hart, glatt und oft stark beansprucht: Wasser, Fett, Reinigungsmittel, Dampf und Abrieb wirken täglich auf die Oberfläche. Wenn Untergrund, Vorbehandlung und System nicht passen, blättert die Farbe ab, verfärbt sich oder sieht nach kurzer Zeit fleckig aus. In diesem Beitrag bekommst du einen vollständigen Überblick: Wann sich das Streichen lohnt, welche Fliesen dafür geeignet sind, wie du Schritt für Schritt vorgehst (inkl. Grundierung, Lack und Versiegelung), welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest und mit welchen Kosten und Ergebnissen du realistisch rechnen kannst. So kannst du entscheiden, ob Fliesen streichen für dich eine smarte Renovierung ist – oder ob eine andere Lösung besser passt.

Kostenlose Anfrage für Fliesen streichen

Kurz-Check: Fliesen streichen funktioniert am besten, wenn (1) die Fliesen tragfähig und fest sind, (2) die Oberfläche gründlich gereinigt und angeschliffen wird, (3) ein geeignetes System aus Haftgrund + Lack verwendet wird und (4) Trocknungszeiten eingehalten werden. In Bereichen mit starker Beanspruchung (Dusche, Boden) ist die Systemwahl entscheidend.

1. Wann lohnt es sich, Fliesen zu streichen – und wann nicht?

Das Streichen kann eine sehr gute Alternative sein, wenn du optisch modernisieren willst, ohne den Aufwand einer Komplettsanierung. Es ist ideal, wenn die Fliesen zwar „alt“ aussehen, aber technisch in Ordnung sind. Problematisch wird es, wenn der Untergrund arbeitet, die Fliesen hohl liegen oder Wasser hinter den Belag kommt – dann löst Farbe kein Grundproblem.

Gut geeignet ist Fliesen streichen, wenn …

  • die Fliesen fest sitzen (keine Hohlstellen, keine losen Platten)
  • du vor allem die Optik modernisieren willst
  • es um Wandfliesen außerhalb direkter Dauer-Nasszonen geht
  • du eine kostengünstige Zwischenlösung suchst (z. B. vor späterer Komplettsanierung)

Weniger geeignet ist es, wenn …

  • Fliesen hohl klingen oder sich bewegen
  • Fugen oder Silikonfugen schimmeln und die Ursache nicht behoben ist
  • du einen hoch beanspruchten Boden (Eingang, Küche, Gewerbe) dauerhaft perfekt haben willst
  • du in der Dusche oder in Bereichen mit dauerhaftem Wasserstress arbeitest und kein passendes System nutzt
Wichtig: Wenn Feuchtigkeit hinter den Fliesen sitzt (z. B. durch undichte Fugen/Anschlüsse), hält auch die beste Farbe nicht dauerhaft. Erst Ursache klären, dann renovieren.

2. Welche Fliesen kann man streichen? Wand, Boden, Dusche – die Realität

Grundsätzlich lassen sich viele keramische Fliesen streichen – entscheidend ist aber die Beanspruchung. Wandfliesen sind deutlich dankbarer als Bodenfliesen, weil sie weniger Abrieb abbekommen. Und die Dusche ist nochmal ein eigenes Kapitel: Dort treffen Wasser, Wärme, Reinigungsmittel und mechanische Belastung zusammen.

Bereich Machbarkeit Voraussetzungen Empfehlung
Wandfliesen (Bad/Küche) sehr gut Reinigung, Anschliff, Haftgrund, Lacksystem Beste Kombi aus Aufwand & Ergebnis
Bodenfliesen bedingt sehr gute Vorbereitung + robuste Versiegelung Nur bei moderater Nutzung sinnvoll
Dusche / Nasszone kritisch System muss Wasserstress dauerhaft aushalten Nur mit sehr geeigneten Systemen – sonst lieber andere Lösung
Außen / Terrasse meist ungeeignet UV, Frost, Wasser – extrem In der Regel nicht empfehlenswert

Hinweis: „Fliesenfarbe“ ist nicht gleich Fliesenfarbe. Entscheidend ist, ob du ein robustes Lack-/Beschichtungssystem wählst, das zu deinem Einsatzbereich passt.

3. Fliesen streichen: Vorbereitung ist 80% des Erfolgs

Wenn Farbe auf Fliesen nicht hält, liegt es fast immer an der Vorbereitung: Fett, Kalk, Seifenreste und Pflegefilme verhindern Haftung. Dazu kommt: Fliesen sind glatt – du brauchst also entweder eine sehr gute Haftgrundierung oder zusätzlich einen feinen Anschliff (oft beides).

Checkliste: So bereitest du Fliesen richtig vor

  1. Gründlich reinigen (Fett, Seife, Kalk entfernen – besonders in Küche und Bad)
  2. Entfetten (damit keine Filme die Haftung stören)
  3. Fugen prüfen (bröselige Fugen ausbessern, Schimmel ursächlich klären)
  4. Silikonfugen prüfen (oft besser erneuern – Lack haftet darauf kaum)
  5. Anschleifen (fein/mattieren, damit der Untergrund „greift“)
  6. Staubfrei machen (sonst kapselst du Staub ein → schlechte Oberfläche)

Wenn du dir bei Untergrund, Haftgrund oder den richtigen Trocknungszeiten unsicher bist, hilft dir ein Fliesenleger dabei, dass die Beschichtung wirklich dauerhaft hält.

Tipp: Wenn Wasser auf der Fliese „abperlt“ wie auf einem Auto, ist meist noch ein Film drauf. Erst wenn Wasser gleichmäßig benetzt, ist die Fläche wirklich sauber.

4. Das richtige System: Haftgrund, Fliesenlack, Versiegelung

Damit Fliesen streichen dauerhaft funktioniert, brauchst du ein System, das zusammenpasst. „Irgendeine Farbe“ wird auf glatten Fliesen selten halten. Wichtig sind vor allem Haftung, Härte und Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und Reiniger.

So ist ein typischer Aufbau

  • Haftgrund/Primer: sorgt dafür, dass die Beschichtung auf glatten Fliesen überhaupt haftet
  • Fliesenlack/Beschichtung: gibt Farbe, Deckkraft und Oberfläche (matt/seidenmatt/glänzend)
  • Optionale Versiegelung: erhöht Abriebfestigkeit (besonders sinnvoll bei Boden)
Wichtig: In Nasszonen und auf Böden entscheidet die Beständigkeit. Wenn das System nicht dafür gedacht ist, kann es trotz perfekter Optik schnell scheitern.

5. Schritt-für-Schritt: Fliesen streichen (praktische Anleitung)

Hier kommt eine praxistaugliche Vorgehensweise, die für viele Projekte funktioniert. Je nach Produkt gelten unterschiedliche Trocknungszeiten – die solltest du immer einhalten, sonst ruinierst du dir die Oberfläche.

So gehst du vor

  1. Abkleben (Armaturen, Kanten, Steckdosen, Übergänge sauber schützen)
  2. Reinigen & entfetten (wirklich gründlich)
  3. Fugen ausbessern (bröselige Stellen reparieren, Schimmelursache klären)
  4. Anschleifen / mattieren (gleichmäßig, nicht punktuell)
  5. Primer/Haftgrund auftragen (gleichmäßig, nicht zu dick)
  6. Erste Lackschicht (dünn, sauber – lieber 2–3 dünne Schichten als eine dicke)
  7. Zwischentrocknung (wirklich abwarten)
  8. Zweite Lackschicht (ggf. dritte bei dunklen Farben oder schwierigen Untergründen)
  9. Optional versiegeln (bei Boden oder hoher Beanspruchung)
  10. Aushärten lassen (nicht „trocken = belastbar“ verwechseln)
Tipp: Dünne Schichten sind der Profi-Trick. Dick aufgetragener Lack läuft eher, trocknet ungleichmäßig und ist am Ende oft weniger robust.

6. Fugen beim Fliesen streichen: mitstreichen oder separat?

Viele wollen beim Fliesen streichen auch die Fugen „mit retten“. Das geht – aber es ist wichtig zu wissen, dass Fugen eine andere Struktur haben und sich optisch schnell abheben können. Je nach Look kannst du die Fugen entweder mitstreichen (ruhiger, Ton-in-Ton) oder später gezielt bearbeiten.

Praxis-Optionen

  • Fugen mitstreichen: ergibt einen sehr ruhigen Look, wirkt modern
  • Fugen betonen: stärkerer Kontrast ist möglich, wirkt aber schnell „rasterig“
  • Fugen vorher auffrischen: kann sinnvoll sein, wenn sie stark fleckig sind
Hinweis: Auf Silikon haftet Lack fast nie dauerhaft. Wenn Silikonfugen sichtbar bleiben sollen: oft besser erneuern, statt „überpinseln“.

7. Haltbarkeit, Pflege und typische Probleme

Realistisch betrachtet ist gestrichene Fliese eine Beschichtung – keine neue Fliese. Sie kann sehr gut aussehen und mehrere Jahre halten, wenn sie richtig ausgeführt und passend genutzt wird. Damit es so bleibt, spielt Pflege eine Rolle: aggressive Reiniger, Scheuermittel und harte Bürsten sind meist kontraproduktiv.

So bleibt das Ergebnis länger schön

  • milde Reiniger statt aggressiver Chemie
  • keine Scheuerschwämme oder harte Bürsten auf der Fläche
  • Wasser in Nassbereichen möglichst nicht dauerhaft stehen lassen
  • Kanten/Anschlüsse im Blick behalten (hier beginnt Abnutzung oft zuerst)
Wichtig: Wenn du nach dem Streichen zu früh belastest (Dusche nutzen, Boden voll begehen, putzen), kann die Oberfläche „aufreißen“ oder matt werden. Aushärtung ist entscheidend.

8. Kosten: Was kostet Fliesen streichen?

Die Kosten hängen davon ab, ob du selbst streichst oder machen lässt, wie viel Vorbereitung nötig ist und ob Boden/Nasszone dabei sind. Als grobe Orientierung:

Kostenpunkt Typischer Bereich (Orientierung) Wovon abhängig?
Material (Reiniger, Primer, Lack) ca. 5–20 € / m² System, Qualität, Anzahl Schichten
Optional: Versiegelung ca. 3–10 € / m² Beanspruchung, Produkt
Arbeitszeit (wenn vergeben) stark variabel Vorbereitung, Fläche, Details, Zustand
Alternativ können alte Fliesen auch überklebt werden. Hierbei kann man ganz grob bei Fliesensticker/-folie bzw. ähnliche Klebelösungen mit Kosten zwischen ca. 35–90 € pro m² rechnen – je nach Produktqualität und ob du es selbst machst oder machen lässt.

9. Alternativen zum Fliesen streichen (wenn du etwas Dauerhaftes willst)

Manchmal ist Streichen nicht die beste Lösung – etwa bei sehr hohen Anforderungen oder wenn der Untergrund nicht stimmt. Je nach Ziel kann auch eine andere Renovierung sinnvoll sein.

Typische Alternativen

  • Fliese auf Fliese: neue Fliesen auf altem Belag (wenn tragfähig und Aufbauhöhe passt)
  • XXL Fliesen: ruhige Optik mit wenig Fugen, aber mehr Aufwand
  • Teil-Sanierung: kritische Bereiche erneuern, Rest modernisieren
Tipp: Wenn du langfristig planst, ist eine kurze Bestandsprüfung oft die beste Investition. So weißt du, ob Streichen „klug“ ist oder ob du besser in eine dauerhafte Lösung gehst.

10. Fazit

Fliesen streichen kann eine richtig gute Renovierung sein – schnell, sauber und vergleichsweise günstig. Am besten funktioniert es auf Wandfliesen in Bereichen mit moderater Beanspruchung, wenn die Vorbereitung stimmt und du ein passendes System aus Haftgrund und Lack nutzt. Bei Böden und in Nasszonen wird es anspruchsvoller: Dort entscheiden Systemwahl, Trocknungszeiten und Pflege darüber, ob das Ergebnis lange schön bleibt. Wenn du dir unsicher bist, ob Streichen bei deiner Fläche sinnvoll ist, oder wenn du statt einer Zwischenlösung lieber eine langlebige, professionelle Lösung möchtest, kann eine Beratung und Umsetzung durch einen Fachbetrieb Zeit, Material und spätere Nacharbeit sparen.

Tipp: Fliesen professionell verlegen

Gerade bei Böden, in Nasszonen (z. B. Dusche) oder bei großen Formaten entscheidet die Ausführung über das Ergebnis. Ein Profi achtet nicht nur auf die Optik, sondern auch auf Details wie Untergrundvorbereitung, Ebenheit, Schnittkanten, Fugenbild und eine fachgerechte Ausführung in sensiblen Bereichen.

  • saubere Vorbereitung von Untergrund und Ausgleich
  • sichere Umsetzung in Nasszonen und Übergängen
  • präzises Verlegen bei großformatigen Fliesen
  • dauerhafte, pflegeleichte Fugen und Anschlüsse

Wenn du dir Aufwand und Risiko sparen willst, findest du hier die passende Unterstützung: Fliesenleger Stuttgart.

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